Wie sich Winterstürme auf die Versicherung auswirken

Winterstürme beschäftigen die Versicherung

Im Oktober beginnt die Zeit der Winterstürme. Bis ins Frühjahr hinein fegen sie über ganz Europa und hinterlassen teils schwere Schäden. Die Behebung der Sturmschäden beschäftigen die Versicherungsbranche.  


Inhaltsverzeichnis


Wie entstehen Winterstürme und wie wirken sie sich aus?

Winterstürme entstehen über dem Nordatlantik, der Wetterküche Europas. Dort trifft die kalte, trockene Luft des Nordens auf die feuchtwarme Subtropenluft des Südens. In der kalten Jahreszeit wird die Erdoberfläche der Pole, welche die Luft erwärmen könnte, kaum noch von der Sonne berührt. In den gemäßigten Breiten hingegen findet durch den Zustrom tropischer Warmluft immer noch eine Erwärmung der Luftmassen statt. Je höher die Temperaturunterschiede zwischen den beiden Luftmassen, desto stärker die Stürme. Die Differenzen sind im Spätherbst und Winter am größten – daher auch die Bezeichnung Wintersturm.

Europaweite Ausdehnung

Die Stürme ziehen, begleitet von mäßigem Niederschlag, meist über weite Teile Europas hinweg und hinterlassen eine deutliche Schadenspur. Sie wüten in der Regel zwei bis fünf Tage und können sich bis zu 24 Stunden an einem Ort halten. Die maximalen Windgeschwindigkeiten liegen bei 140 bis 200 km/h, in ungeschützten Küstenregionen und auf hohen Bergen können sie auch weit über 250 km/h erreichen. Dabei erstrecken sich die Winterstürme auf bis zu 2.000 km.

Sturmfluten verheerend

Die Winde der Winterstürme treten in ungleicher Stärke über einem sehr großen Gebiet, bis zu 1.000 km vom Zentrum entfernt, auf. Daher findet man zumeist sehr viele kleine bis höchstens mittlere Sturmschäden. Das Schadenbild kann aber durch verschiedene Bedingungen verstärkt werden. So sind an schneereichen Tagen die Nadelwälder stärker von Stürmen betroffen, da die Bäume unter der Schneelast schneller brechen. Auch wenn durch die heftigen Winde eine Sturmflut entsteht, sind die Auswirkungen besonders verheerend. Hierbei wird das Wasser landeinwärts gedrückt und kann ganze Küstenabschnitte überfluten.

Ein großer Wintersturm pro Jahr

Von den circa 180 Tiefdruckgebieten, die jedes Jahr über dem Nordatlantik entstehen, ist dabei europaweit mit zwei bis drei großen Winterstürmen zu rechnen. Groß ist ein Sturm dabei für uns in diesem Jahr ab 2.000 Schäden. Das extremste Jahr war bislang 1990 mit gleich vier Winterstürmen. Es gibt aber auch Jahre ohne solche Ereignisse. Im Mittel tritt ein bedeutender Wintersturm pro Jahr auf.

Die schwersten Winterstürme

In den letzten Jahrzehnten richteten zahlreiche Stürme in Mitteleuropa verheerende Schäden an. Nach der Sturmserie Anfang der 90er Jahre mit Daria, Herta, Vivian und Wiebke wütete am ersten Weihnachtsfeiertag 1999 Orkan Lothar, der eine Schneise der Verwüstung hinterließ und damals als Jahrhundertsturm galt. Ihm folgten weitere zerstörerische Winterstürme wie Sturm Jeanett im Oktober 2002 und Sturm Kyrill im Januar 2007. Jeanett und Lothar sowie die Sturmserie in den 90ern verursachten Schäden oberhalb der Milliardengrenze. Und allein Kyrill kostete die Versicherungsbranche fünf bis sieben Milliarden €, wovon 2,1 Milliarden € auf Deutschland entfielen. Er forderte 49 Todesopfer in West- und Nordeuropa. Kyrill beschädigte mehr als 1,7 Millionen Häuser. Er hat auch die HUK-COBURG am heftigsten getroffen. Er führt unsere Top-5 der schwersten Winterstürme mit rund 94.000 Schäden an. Da wir heute fast 40% mehr Gebäude und Fahrzeuge versichern als damals, wären es heute sogar deutlich mehr Sturmschäden.

Wird es in Zukunft mehr oder größere Sturmschäden geben?

Aus den Schäden der letzten 25 Jahre können wir jedoch keinen Trend zu mehr oder größeren Stürmen erkennen. In diesem Zeitraum sind bei Berücksichtigung von Bestandswachstum und Inflation drei unserer fünf größten Ereignisse sogar in den 90er Jahre angefallen. Für die nähere Zukunft gehen wir daher von keinen großen Steigerungen aus. Dies wird auch durch eine Studie im Auftrag des Gesamtverbands der Versicherungswirtschaft GDV bestätigt. Demnach werden deutschlandweit Wintersturmschäden bis 2040 um lediglich 1% zunehmen. Erst in den Jahren danach kommt es zu einer moderaten Steigerung um 16% bis 2070. Dabei gibt es aber deutliche regionale Unterschiede. Während in Baden-Württemberg, Hessen und Nordbayern überdurchschnittlich hohe Steigerungen vorhergesagt werden, sind Südbayern, Sachsen und Sachsen-Anhalt nur unterdurchschnittlich stark betroffen.

Welche Versicherungen sind besonders betroffen

Winterstürme belasten unsere Sachversicherungen deutlich stärker als die Sommerunwetter und stellen somit für diese, insbesondere für die Wohngebäudeversicherung, das mit Abstand größte versicherungstechnische Risiko dar. Dies hat meteorologische Gründe: Großflächige Sturmtiefs mit hoher Intensität sind in Europa im Sommerhalbjahr einfach sehr ungewöhnlich. Die Stürme dieser Jahreszeit sind regional meist recht beschränkt, werden dafür aber oft von Hagelschauern begleitet, welche zu erheblichen Schäden führen können. Betroffen ist hiervon dann aber eher die Fahrzeugversicherung als die Sachversicherung. Das Ausmaß von Winterstürmen wird entsprechend nur noch durch Hagelereignisse im Sommerhalbjahr übertroffen.

Wie kann ich mich gegen Sturmschäden absichern?

Um sich vor den finanziellen Folgen von Unwetter, Hagel- und Sturmschäden zu schützen, können Sie bei uns eine Hausratversicherung oder eine Wohngebäudeversicherung abschließen. Beide versichern das gleiche Risiko wie z. B. Sturm ab Windstärke 8. Gegenstand der Hausratversicherung ist – wie der Name sagt –, Ihr Hausrat, während die Gebäudeversicherung Schäden an Ihrem Haus absichert.

Beispiele für typische Sturmschäden sind:

  • Umgestürzte, entwurzelte Bäume, die Schäden am Dach verursachen.
  • Abgebrochene Äste, die Fensterscheiben einschlagen.

Als Hausbesitzer sollten Sie auch immer an eine Haftpflichtversicherung denken. Schnell kann durch die Folgen eines Sturms auch ein Dritter zu Schaden kommen. Sind Sie dann Ihren Pflichten nicht nachgekommen, stehen Sie in der Haftung.

Beispiel für einen Haftpflichtschaden:

  • Ein loser Dachziegel trifft einen Passanten, auf dem Gehweg vor dem Haus.

Für das eigene Wohnhaus, auch inklusive einer vermieteten Einliegerwohnung oder die Eigentumswohnung reicht zumeist die private Haftpflichtversicherung. Als Eigentümer eines Wohnhauses für mehrere Parteien, als Grundbesitzer oder als Eigentümer in einer gemeinschaftlichen Wohnanlage brauchen Sie eine Haus- und Grundbesitzerhaftpflichtversicherung.

Bei Hagelschäden an Ihrem Auto hilft Ihnen eine Teilkaskoversicherung in der Autoversicherung.

Darüber hinausgehende Risiken absichern

In einem Risikoverbund sind die Elementarschäden durch Überschwemmung und Rückstau, Erdbeben, Erdsenkung, Erdfall, Erdrutsch, Schneedruck, Lawinen und Vulkanausbruch mitversicherbar. Versichern Sie sich gegen Naturgefahren mittels unserer Elementarschadenversicherung.

In unserem Ratgeber Elementarschaden finden Sie weiterführende Informationen zum Thema Elementargefahren.

Sollten Sie von einem Sturmschaden betroffen sein, melden Sie Ihren Schaden direkt über unseren Schadenservice.

Noch Fragen?

Bei jedem Sturm und für jede Sache die richtige Versicherung: Gerne helfen wir Ihnen bei der Komplettierung Ihres Versicherungsschutzes gegen Sturmschäden weiter. Gemeinsam finden wir die perfekte Lösung. Sie erreichen uns über unsere Servicehotline 0800 2153153 oder bei Ihrem Ansprechpartner vor Ort.

Hier finden Sie Ihren Ansprechpartner vor Ort:

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