Hochwasser

Prävention und die richtige Versicherung

Wie entsteht Hochwasser?

2013 wie auch 2002 bangten tausende Menschen in Deutschland wegen Hochwasserkatastrophen um ihre Häuser und Städte. Zahlreiche Flüsse traten über die Ufer und es kam zu enormen Schäden. Die traurige Bilanz der Flut 2013: 180.000 gemeldete Schäden in Höhe von fast zwei Milliarden Euro. Doch wie entsteht ein Hochwasser?

Natürliches Ereignis – von Menschen verstärkt

Überschwemmungen wird es immer wieder geben. Sie stellen eine Naturgefahr dar, deren Auswirkungen durch zunehmende Siedlungsdichte, versiegelte Flächen und Flussbegradigungen verstärkt werden können. Mittlerweile fehlen vielerorts auch Gebiete, die das überschüssige Wasser überfluten kann. Von den ursprünglich verfügbaren Flächen sind gerade einmal 10 % erhalten.

Doppelt so viel Regen wie vor 100 Jahren

Eine der Hauptursachen für Hochwasser ist Regen. Ungewöhnlich starke Niederschläge kommen in Deutschland heute doppelt so häufig vor wie vor 100 Jahren. Regnet es lange und ergiebig, nimmt der Boden immer weniger Flüssigkeit auf. Irgendwann ist er gesättigt und große Mengen fließen auf direktem Wege in Bäche und Flüsse. Die Hochwassergefahr steigt. Flüsse treten über die Ufer, was zu schweren Überschwemmungen führt.

Aber auch wenn es in sehr kurzer Zeit sehr viel regnet, dauert das Einsickern in den Boden zu lange, obwohl noch Speicher vorhanden wäre. So können kurze heftige Starkregen ebenfalls Überschwemmungen auslösen.

Jährlich ein bis zwei Hochwasser

Hochwasser können in unseren Breiten zu allen Jahreszeiten auftreten. Statistisch betrachtet führt der Rhein jährlich 1,5-, die Elbe 1,7-, die Oder 2- und die Donau 3-mal Hochwasser. Wissenschaftler unterscheiden zwischen Sommer- und Winterhochwassern. Das Sommerhochwasser kann nach sommerlichen Starkregen auftreten. In kurzer Zeit steigt das Wasser an und fließt mit hohen Mengen ab. Für das so genannte Winterhochwasser ist kennzeichnend, dass Niederschläge und/oder Schneeschmelze große Abflussmengen verursachen und diese im Gegensatz zum Sommerhochwasser langsam ansteigen und abfallen.

5b-Wetterlagen

Die meteorologische Ursache für die Jahrhundertfluten 2002 und 2013 an der Elbe waren die sogenannte 5b-Wetterlagen. Hierbei weichen die Luftmassen von ihrer üblichen West-Ost-Richtung nach Süden ab. Sie erwärmen sich über dem Mittelmeer und laden sich stark mit Feuchtigkeit auf. Wenn sie beim Überqueren der Alpen Richtung Norden auf kältere Luftmassen stoßen, kühlen sie stark ab. So kommt es oft zu extremen Regenfällen in kurzer Zeit.

Laut einer gemeinsamen Klimastudie des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) und führender Klimawissenschaftler können sich Überschwemmungsschäden bis zum Ende dieses Jahrhunderts verdoppeln. Sich besser vor Naturgefahren zu schützen, ist also heute wichtiger denn je.

Verbesserter Versicherungsschutz und Hochwasserschutz

Gemäß GDV gab es 2013 unter anderem mehr versicherte Schäden, weil Hausbesitzer nach der Flut 2002 verstärkt ihre Häuser gegen Hochwasser versichert haben. Auch die Kosten für Einzelschäden waren niedriger als 2002, weil die Menschen besser auf die Katastrophe vorbereitet waren. Dazu kommt der verbesserte Katastrophenschutz mit deutlich mehr Einsatzkräften als noch ein Jahrzehnt zuvor, der auch dank sozialer Medien zu längeren Vorwarnzeiten der Bevölkerung und schnellerer Koordination der Schutzmaßnahmen vor Ort geführt hat. Auch die Versicherer haben damals Krisenstäbe, Hotlines und Schadenregulierer eingesetzt, die aus ganz Deutschland in den Hochwassergebieten zusammengezogen wurden.

Was tun bei Hochwasser?

Mädchen sitzt auf einem Stuhl

Für den Fall der Fälle haben wir ein paar Tipps für Sie zusammengestellt:

  • Bringen Sie sich, Ihre Angehörigen und Nachbarn in Sicherheit!
  • Gefährlich ist nicht nur das Wasser sowie die schwer kalkulierbaren Strömungen, sondern auch der aufgeweichte Boden: Dadurch drohen Erdrutsche und umstürzende Bäume.
  • Fahren Sie nicht mit dem Auto in überflutete Straßen!
  • Überflutete Straßen bergen viele Gefahren: Fehlende Gullideckel, gefährliche Strömungen, und ein Wasserstand, der höher ist als vermutet – ein Wasserschlag im Motor kann die Folge sein.
  • Sichern Sie Ihr Haus oder Ihre Wohnung!
  • Natürlich nur solange Sie noch Zeit dafür haben und sich selbst nicht in Gefahr bringen. Dichten Sie Türen und Fenster ab, schalten Sie den Strom ab und bringen Sie wichtige Gegenstände und Unterlagen in höher gelegene Räume.
  • Bereiten Sie sich auf eine eventuelle Evakuierung vor!
  • Nehmen Sie wichtige Medikamente und Dokumente mit. Halten Sie Ihr geladenes Handy bereit.
  • Befolgen Sie unbedingt die Weisungen von Polizei und Rettungskräften und behindern Sie diese nicht in ihrer Arbeit.

Nach dem die Hochwassergefahr vorbei ist, und Sie wieder zurück nach Hause können, informieren Sie sich bei Ihrem Versicherer über die weitere Vorgehensweise. Ihre Kaskoversicherung kümmert sich um die Schäden an Ihrem Fahrzeug, die Hausrat- und Wohngebäudeversicherung um die Schäden an Ihrem Heim, wenn Sie die sogenannten „Naturgefahren“ oder „Elementarrisiken“ abgeschlossen haben. Notfallmaßnahmen, wie das Auspumpen von Kellern, können Sie sofort in Angriff nehmen. Vor dem großen Aufräumen empfiehlt es sich, bei Ihrem Versicherer Rücksprache zu halten, ob eventuell eine Begutachtung durch einen Sachverständigen erforderlich ist. Fotografieren Sie die entstandenen Schäden und heben Sie beschädigte Gegenstände, wenn möglich, auf.

Schäden durch Naturgefahren versichern

Schäden durch Überschwemmung, Rückstau und Starkregen sind zwar seltener als Schäden durch Hagel, Sturm und Leitungswasser, aber wenn sie auftreten, sind sie meistens teurer. Um sich vor den finanziellen Hochwasserfolgen zu schützen, können Kunden der HUK-COBURG in ihrer Hausrat- und Wohngebäudeversicherung das Überschwemmungsrisiko extra absichern. In einem Risikoverbund sind die Elementarschäden durch Überschwemmung und Rückstau, Erdbeben, Erdsenkung, Erdfall, Erdrutsch, Schneedruck, Lawinen und Vulkanausbruch mitversicherbar.

Wir bieten eine Elementarschadenversicherung an, die Sie in Erweiterung zu Ihrer Hausratversicherung oder Ihrer Wohngebäudeversicherung abschließen können.

Die Schäden, die durch Naturgewalten am Auto entstehen, deckt die Teilkaskoversicherung ab.

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