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Kraftrad

Definition

Abgrenzung: Mofa, Roller, Leicht­kraftrad, Motorrad

Mit dem Mofa zur Schule, mit dem Roller zur Arbeit oder mit dem Motorrad in den Urlaub: Das Kraftrad, oder auch Krad, hat im Alltag vieler Menschen einen festen Platz eingenommen. Ein wenig verwirrend sind allerdings die besonderen Bestimmungen, die in Deutschland für jeden Fahrzeugtyp variieren. Der folgende Überblick soll deshalb die Abgrenzung von Mofas, Rollern, Leichtkrafträdern und Motorrädern deutlich machen.

Was ist ein Mofa?

Das Mofa fährt maximal 25 km/h und gilt in Deutschland als Fahrrad mit Hilfsmotor. Es ist einspurig, einsitzig und wird gemäß EG-Fahrzeugklasse als Kleinkraftrad eingeordnet. Seit dem 1. Oktober 1985 müssen Mofafahrer einen Helm tragen.

Für Leichtmofas mit einer maximalen Geschwindigkeit von 20 km/h entfällt die Helmpflicht. Eine Betriebserlaubnis und ein Versicherungskennzeichen sind Vorschrift, wenn das Mofa auf öffentlichen Straßen genutzt wird.

Wer in Deutschland ein Mofa fahren möchte, muss mindestens 15 Jahre alt sein und einen gültigen Führerschein einer beliebigen Klasse besitzen. Alternativ ist auch eine im Ausland erworbene, in Deutschland geltende Fahrerlaubnis zulässig. Ohne gültigen Führerschein ist das Führen eines Mofas ab 15 Jahren nach dem Erwerb einer Mofa-Prüfbescheinigung möglich. Die Prüfbescheinigung ist allerdings nicht erforderlich, wenn der Fahrer vor dem 1. April 1980 bereits 15 Jahre alt war.

Was ist ein Motorroller?

Als Motorroller bezeichnet man einspurige Zweiräder mit Durchstieg – häufig mit Automatikgetriebe, welches als Variomatik ausgeführt ist. Die meisten Roller erreichen eine Höchstgeschwindigkeit von 45 km/h und einen maximalen Hubraum von 50 ccm. Die Leistung liegt bei 2 bis 6 PS.

Der Rollerführerschein Klasse AM für Kleinkrafträder bis 50 ccm kann ab dem 16. Lebensjahr erworben werden. Aber auch mit dem Pkw-Führerschein (Klasse B bzw. 3) ist das Rollerfahren erlaubt. Genau wie das Mofa benötigt auch der Roller eine Betriebserlaubnis und ein Versicherungskennzeichen, wenn er auf öffentlichen Straßen genutzt werden soll. Eine regelmäßige Hauptuntersuchung (TÜV) ist bei Fahrzeugen mit Versicherungskennzeichen nur dann erforderlich, wenn eintragungspflichtige Änderungen am Fahrzeug sowie Drosselungen oder Entdrosselungen auf 25 bzw. 45 km/h vorgenommen wurden.

Auch Leichtkrafträder bis 125 ccm sehen optisch häufig noch wie Roller aus – für sie gelten aber separate Bestimmungen. Das Gleiche gilt für sogenannte Großroller und einige Vespas, die mit über 125 ccm ausgestattet sind. Aktuell gibt es auf dem Markt Roller bis 650 ccm bzw. 50 PS, die eine Maximalgeschwindigkeit von 160 km/h erreichen können.

Was ist ein Leicht­kraftrad?

Als Leichtkraftrad werden Krafträder definiert, deren Hubraum zwischen 50 ccm und 125 ccm liegt. Sie erbringen eine Leistung von maximal 15 PS und dürfen mit der Führerscheinklasse A1 bzw. 1B gefahren werden.

Somit liegen sie besonders bei Jugendlichen im Alter von 16 bis 18 Jahren im Trend, die noch zu jung für die Fahrerlaubnisklassen A2 bzw. A sind. Aber auch Führerscheinbesitzer, die ihre Pkw-Fahrerlaubnis vor dem 1. April 1980 erhalten haben, dürfen Leichtkrafträder nutzen.

Seit dem 19. Januar 2013 dürfen Fahrer unter 18 mit dem Leichtkraftrad schneller als 80 km/h fahren – das Kraftrad muss folglich nicht mehr gedrosselt werden. Werden die 15 PS allerdings überschritten, ist die Fahrerlaubnisklasse A erforderlich.

Was ist ein Motorrad?

Ein Motorrad ist ein ein- bis zweisitziges, einspuriges Fahrzeug. Leichtkrafträder und „richtige“ Motorräder werden anhand der Leistung und des Hubraums unterschieden: Das „richtige“ Motorrad ist weder leistungs- noch hubraumbeschränkt. Der Roller unterscheidet sich vom Motorrad anhand seiner Bauform mit Durchstieg.

Für Motorräder mit mehr als 50 ccm Hubraum bzw. 45 km/h ist ein Führerschein der Klasse A erforderlich. Der Beiwagen ist in diesen Werten bereits eingeschlossen. Das Mindestalter für die Fahrerlaubnisklasse A liegt bei 20 Jahren – ein zweijähriger Vorbesitz der Fahrerlaubnisklasse A2 ist allerdings Voraussetzung. Ab 24 Jahren ist ein Direkteinstieg in die Klasse A möglich. 

Wer den Motorradführerschein ab dem 18. Lebensjahr erwerben möchte, benötigt zunächst einen Führerschein der Klasse A2. Dieser berechtigt zum Fahren eines Motorrads mit einer maximalen Leistung von 48 PS bzw. 35 kW. Seit 2013 ist zusätzlich das Verhältnis von Leistung und Gewicht auf 0,2 kW/kg beschränkt. Eine solche Leistungsbeschränkung existiert übrigens auch für Leichtkrafträder, hier allerdings mit 0,1 kW/kg.

Drosseln von Krafträdern

Besonders in der Führerscheinklasse A2 ist das Thema Drosseln sehr aktuell. Denn wer diese Klasse zum 18. Lebensjahr erwirbt, darf zunächst nur Motorräder mit einer maximalen Leistung von 48 PS und einem Leistungsgewicht von 0,2 kW/kg fahren. Nach zwei Jahren ist dann der Aufstieg in die Führerscheinklasse A möglich. Selbstverständlich möchten sich die wenigsten Motorradbesitzer bereits kurze Zeit später ein neues Kraftrad besorgen. Viele von ihnen drosseln deshalb die großen Maschinen auf 48 PS.

Das hat außerdem den Vorteil, dass die Kosten für die Versicherung in der Regel günstiger ausfallen – denn die Prämien für die Kfz-Versicherung werden unter anderem anhand der PS-Zahl errechnet.

Auch das umgangssprachliche Frisieren von Zweirädern ist grundsätzlich erlaubt. Das Fahrzeugtuning muss sich allerdings im gesetzlich erlaubten Rahmen bewegen und gegebenenfalls in den Fahrzeugschein eingetragen werden. Wenn das Kraftrad dadurch aber mehr PS erreicht, steigt auch die Prämie für die Kfz-Versicherung.

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