Wohnungseinbruch

So kann man sich schützen

Schutz vor Einbruch

Obwohl die Einbruchszahlen in den letzten Jahren zurückgegangen sind, befinden sie sich immer noch auf einem hohen Niveau. Besonders in der dunklen Jahreszeit schlagen Einbrecher häufig zu: 60 % der gemeldeten Einbrüche entfallen auf den Zeitraum Oktober bis März.

Letztes Jahr wurden den Versicherern 110.000 Einbrüche in Wohnungen, Keller, Dachböden oder Hauswirtschaftsräume gemeldet und damit 20 % weniger als noch im Jahr zuvor. Der Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft, kurz GDV, sieht diese Entwicklung auch als eine Folge besserer Präventionsmaßnahmen, z. B. durch eine bessere Sicherung von Türen und Fenstern. Doch von einer Trendwende mag der Verband nicht sprechen, schließlich bleibe die Zahl der Einbrüche auf hohem Niveau.

Wohnungseinbruch: Langfristige Folgen

Für gestohlene Gegenstände kommt bei bestehendem Versicherungsschutz in der Regel die Hausratversicherung auf. Doch oft sind die finanziellen Folgen schneller zu beheben, als die psychischen Folgen eines Wohnungseinbruchs. Denn viele Einbruchsopfer leiden langfristig unter diesem Erlebnis. In einer Studie des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen gab fast die Hälfte der Befragten an, sich noch 12 Monate nach der Tat unsicher in den eigenen vier Wänden zu fühlen. Jeder vierte Betroffene ist wegen des Einbruchs umgezogen oder hätte es gerne getan.

Es Einbrechern schwer machen

Einbrüche möglichst zu verhindern, bleibt daher wichtig. Denn viele Einbruchsversuche werden abgebrochen, wenn die Täter nicht innerhalb von 5 bis 6 Minuten reinkommen.

Besonders schlimm und ärgerlich ist es, wenn Einbrecher ohne sichtbare Aufbruchspuren ins Haus oder in die Wohnung gelangen konnten und dann der Versicherungsschutz über die Hausratversicherung nicht mehr greift. Doch wie gelangen sie ohne Spuren hinein? Dies ist beispielsweise mit einem sogenannten „Schwarzen Schlüssel“ möglich.

Was sind „Schwarze Schlüssel“?

Als „Schwarze Schlüssel“ werden allgemein solche Schlüssel bezeichnet, von deren Existenz ein Eigentümer oder Mieter nichts weiß. Es kann sein, dass sie dem Vorbesitzer oder Vormieter verloren gingen, ohne dass diese Information bei der Übergabe der Wohnung oder Immobilie weitergegeben wurde. Oftmals wissen Mieter oder Eigentümer gar nicht, wie viele Schlüssel tatsächlich für die Eingangstür existieren und ob sie bei der Übergabe wirklich alle Schlüssel erhalten haben. Und manch einer verliert selbst irgendwo seinen Haustürschlüssel, ohne groß weiter darüber nachzudenken.

Hochwertige Schließtechnik mit Sicherungskarte

Wenn Schlüssel verloren gehen, empfiehlt sich grundsätzlich der Austausch des Schließzylinders. Immer sollte dabei ein Produkt mit Sicherungskarte gewählt werden. Eine Sicherungskarte ist ähnlich wie eine Scheckkarte zu betrachten, denn nur der autorisierte Kartenbesitzer ist auch berechtigt, im Sicherheitsfachgeschäft Nachschlüssel anfertigen zu lassen.

Auch tagsüber wachsam sein

Zwei Drittel aller Einbrüche passieren tagsüber. Bevor man das Haus oder die Wohnung verlässt sollte man daher immer die Haustüre abschließen – nicht nur abends. Auch gekippte Fenster laden Einbrecher ein. Daher immer kontrollieren, ob sie geschlossen sind. Das ist auch ein wichtiger Punkt beim Versicherungsschutz.

Urlaub nicht öffentlich ankündigen

Urlaubsankündigungen oder Abwesenheitsnachrichten auf sozialen Netzwerken wirken wie eine Einladung. „Ich bin dann mal weg"-Meldungen geben Langfingern den Hinweis, dass sie ungestört an die Arbeit gehen können. Daher sollte man darauf lieber verzichten.

Dauerhaft geschlossene Rollläden und überquellende Briefkästen sind ebenfalls eindeutige Signale, dass hier niemand zu Hause ist. Am besten Nachbarn, Familie oder Freunde bitten, regelmäßig nach dem Rechten zu sehen und die Post reinzuholen.

Nebeneingänge oft die Schwachstellen

Sofern die Garage über einen direkten Zugang zum Haus verfügt, sollte diese Nebeneingangstür über einen ähnlich hohen Sicherheitsstandard wie die Haustür verfügen, also der Widerstandsklasse RC 1 oder RC 2 entsprechen. Dies bedeutet, dass auch diese Türen beispielsweise mit einem mechanisch selbstverriegelnden Schloss oder gar einer Mehrfachverriegelung ausgestattet sind. Die Bänder sollten wirksam gegen Aufhebelversuche schützen und der hochwertige Schutzbeschlag schützt den Schließzylinder wirkungsvoll gegen Aufbohr- und Kernziehversuche.

Viele „nützliche“ Einstiegshilfen

Können Einbrecher beispielsweise leicht über Balkone in die oberen Etagen gelangen, werden sie sicher diesen Weg gehen, denn meist verfügen die Fenster und Türen in diesen Etagen über keinerlei Einbruchschutz.

Fenster und Türen sichern

Fenster und Türen sind die Schwachstellen in der Wohnung und im Haus. Sie gilt es besonders zu sichern, damit Einbrecher sie nicht mit Schraubenziehern oder Brecheisen aufhebeln können. Terrassen- und Kellertüren sind besonders beliebt, denn hier können Einbrecher vor Blicken geschützt in die Wohnung oder ins Haus eindringen. Sichern kann man Türen zum Beispiel durch das Nachrüsten von Schloss, Schließzylinder und Schließblech. Darüber hinaus kann man Zusatzschlösser anbringen lassen.

Für die Sicherung von Fenstern eignen sich besonders sogenannte Pilzkopfzapfen, die es auch als Nachrüstlösung gibt. Sie verzahnen den Fensterflügel fest mit dem Rahmen und erschweren das Aufhebeln. Wer seine Türen oder Fenster besonders sichert, bekommt sogar Geld vom Staat: Die Kreditanstalt für Wiederaufbau, KfW, fördert bauliche Schutzmaßnahmen gegen Einbruch mit bis zu 1.600 €.

Wie funktioniert die Förderung?

Wer sein Eigenheim sichern möchte und dafür mindestens 2.000 € ausgibt, erhält einen Zuschuss von 10 % der Investitionskosten. Den Antrag auf Förderung können Haus- und Wohnungsbesitzer, aber auch Mieter mit Einverständnis des Eigentümers, vor dem Umbau bei der KfW stellen.

Was wird gefördert?

Es werden einbruchhemmende Haus- und Wohnungseingangstüren, oder entsprechende Nachrüstsysteme für Türen und Fenster gefördert. Darüber hinaus sind Gitter und Rollläden, Einbruchs- und Überfallmeldeanlagen, Türspione, Gegensprechanlagen und Bewegungsmelder förderfähig. Die komplette Liste der geförderten Maßnahmen finden Sie auf den Internet-Seiten der KfW.

Folgende Verhaltensregeln schützen vor Einbruch

  • Bei Verlassen der Wohnung alle Fenster schließen.
  • Türen immer abschließen.
  • Fenster und Türen zusätzlich mit einbruchshemmender Sicherungstechnik ausstatten.
  • Schlüssel nie in Außenverstecken deponieren.
  • Wertsachen sicher aufbewahren, z. B. in einem Safe oder Schließfach.
  • Außenbereiche bei Dunkelheit beleuchten.
  • Einstiegshilfen z. B. Mülltonnen oder Leitern im Garten entfernen.
  • Anwesenheit signalisieren, z. B. tagsüber Rollläden hochziehen und nachts schließen.
  • Bei längeren Abwesenheiten zusätzliche Vorsichtsmaßnahmen treffen, z. B. Nachbarn um das Leeren des Postkastens bitten. 

Noch einmal zusammengefasst

Sollte es trotz aller Vorsichtsmaßnahmen zu einem Wohnungseinbruch gekommen sein, hilft eine Liste der Wertgegenstände bei der schnellen Schadensregulierung weiter. Vor den finanziellen Folgen schützt unsere Hausratversicherung.Denn bei einem Einbruchdiebstahl ersetzt sie den Schaden. Doch auf was soll man dabei besonders achten? Wir verraten, welche fünf Fragen bei der Hausratversicherung häufig gestellt werden:

  • Was gehört zum Hausrat? Alles, was in einem Haushalt zur privaten Nutzung dient. Das können Gegenstände zur Einrichtung sowie Sachen zum Ge- oder Verbrauch sein.Was ist mit Autoreifen und Campingausrüstungen? Auch sie gehören zum Hausrat, also auch in der Garage gelagerte Winterreifen und Sportgeräte.
  • In welcher Höhe wird beim Diebstahl von Wertsachen Entschädigung geleistet? Im Classic-Tarif der HUK-COBURG sind Wertsachen bis 40 % der Versicherungssumme versichert. Für u. a. Bargeld, Wertpapiere und Schmucksachen greifen zusätzliche Entschädigungsgrenzen, wenn diese nicht in bestimmten Stahlschränken aufbewahrt werden.
  • Was ist ein Unterversicherungsverzicht? Hier wird im Schadensfall nicht geprüft, ob eine Unterversicherung vorliegt.
  • Was ist eine Unterversicherung? Eine Unterversicherung besteht, wenn der Neuwert des Hausrats erheblich über der vereinbarten Versicherungssumme liegt. Normalerweise hat dies Kürzungen an der Entschädigungsleistung zur Folge. Diese erfolgen auch bei kleinen Schäden im Verhältnis der Versicherungssumme zum Versicherungswert. Wenn der Unterversicherungsverzicht vereinbart ist, verzichtet der Versicherer auf solche Kürzungen. Er leistet dann maximal bis zur vereinbarten Versicherungssumme.
  • Wo gilt die Hausratversicherung? Der Versicherungsschutz für Ihren Hausrat gilt weltweit. Also zum Beispiel auch auf Reisen oder wenn Gegenstände zeitweise zum Arbeitsplatz mitgenommen werden. Zu beachten ist aber, dass dieser Versicherungsschutz zeitlich und der Höhe nach begrenzt ist. 

Prüfen Sie deshalb Ihre Hausratpolice darauf, ob Sie für den Fall eines Einbruchdiebstahls optimal versichert sind.

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