Rechtsschutz im Urlaub

Wie hilft mir die Rechts­schutz­versicherung im Urlaub?

Endlich beginnt die schönste Zeit des Jahres. Der langersehnte Urlaub steht an und Sie freuen sich auf zwei oder sogar drei Wochen Wandern, am Strand liegen oder Abenteuerurlaub. Aber schon vor Beginn des Urlaubs wartet das erste Ärgernis. Ihr Flieger ist völlig überbucht und Sie dürfen nicht mit. Zudem startet das Flugzeug mit mehreren Stunden Verspätung und Sie kommen vollkommen erledigt am Urlaubsort an. Dort wartet gleich das nächste Problem. Ihr „geräumiges Zimmer mit Blick aufs Meer“ entpuppt sich als zehn Quadratmeter große Abstellkammer mit Blick auf ein Werbeschild und statt eines reichhaltigen Buffets gibt es nur eine geringe Auswahl an Speisen, die nicht mehr frisch sind.

Wir zeigen Ihnen, welche Möglichkeiten Sie bei Problemen im Urlaub haben und mit welchen Entschädigungen Sie rechnen können.


Inhaltsverzeichnis


Was tun, wenn der geplante Flug verspätet oder gar nicht durchgeführt wird?

Wenn Sie aufgrund einer Flugverspätung einen Zeitverlust von drei Stunden oder mehr erleiden, Ihr Flug annulliert wird oder die Fluggesellschaft Sie z. B. in Folge einer Überbuchung nicht befördert, haben Sie ein Recht auf eine Ausgleichszahlung durch die Fluggesellschaft. Die Höhe dieser Ausgleichszahlung ist innerhalb der Europäischen Union pauschal festgelegt und beträgt, abhängig von der Flugdistanz, zwischen 250 € und 600 €. Die Ausgleichszahlungen können im Einzelfall jedoch Kürzungen erfahren, falls Alternativflüge angeboten werden. Dazu kommen gegebenenfalls Unterstützungsleistungen wie Mahlzeiten, Getränke, zwei kostenlose Telefongespräche oder zwei E-Mails. Falls der Weiterflug erst am Folgetag oder später möglich ist, muss die Fluggesellschaft zusätzlich die Kosten für ein Hotelzimmer und den Transfer dorthin übernehmen.

Die Voraussetzung für solche Unterstützungsleistungen ist aber, dass sich der Flug bei einer Flugstrecke von bis zu 1.500 Kilometern um mindestens 2 Stunden verspätet. Bei einem innergemeinschaftlichen Flug von über 1.500 km erhöht sich die Zeitgrenze für die Flugverspätung auf 3 Stunden. Die 3 Stunden-Grenze gilt auch bei allen anderen Flügen mit einer Entfernung von mehr als 1.500 Kilometer bis 3.500 Kilometer. Für alle übrigen Flüge haben Sie Anspruch auf Unterstützungsleistungen ab einer Verspätung von 4 Stunden.

Voraussetzung für alle Ansprüche ist, dass der Anwendungsbereich nach Art. 3 der EU-Fluggastrechteverordnung [VO (EG) 261/2004] eröffnet ist. Die Verordnung gilt für Fluggäste, die

  • von einem Flughafen innerhalb eines EU-Mitgliedstaats aus einen Flug antreten oder
  • von einem Flughafen außerhalb der EU aus einen Flug antreten, der mit einem EU-Luftfahrtunternehmen zu einem Flughafen innerhalb eines EU-Mitgliedstaats geht. Dies gilt jedoch nur, wenn nicht bereits Gegen- oder Ausgleichs- und Unterstützungsleistungen im Drittstaat erhalten wurden.

Zudem ist unter anderem Voraussetzung, dass Sie über eine bestätigte Buchung für den betreffenden Flug verfügen und – außer im Fall einer Annullierung – sich zu der zuvor schriftlich (einschließlich auf elektronischem Wege) von dem Luftfahrtunternehmen, dem Reiseunternehmen oder dem Reisevermittler angegebenen Zeit zur Abfertigung eingefunden haben. Falls Ihnen keine Zeit angegeben wurde, müssten Sie sich spätestens 45 Minuten vor der veröffentlichten Abflugzeit zur Abfertigung anwesend sein.

Die Fluggastrechte können eingeschränkt oder ausgeschlossen sein, falls „außergewöhnliche Umstände“ vorliegen – Streik, extermes Wetter oder politische Instabilität, die die Fluggesellschaft nicht beeinflussen kann. Ergreift die Fluggesellschaft in solchen Fällen alle zumutbaren Maßnahmen, um den Flug so schnell wie möglich durchzuführen, muss sie keine Entschädigung an die Fluggäste zahlen. Insbesondere über die Frage, ob wirklich alle zumutbaren Maßnahmen (z. B. Entsendung eines Ersatzflugzeugs) ergriffen wurden oder ob die Umstände wirklich außergewöhnlich waren, kommt es regelmäßig zu Streitigkeiten zwischen Fluggesellschaft und Passagieren.  

Entschädigung bei Flugverspätung

Entschädigung bei Flugverspätung

Was tun bei unliebsamen Überraschungen bei Pauschalreisen?

Kommt es im Hotel zu Problemen, weil z. B. das Zimmer zu klein oder nicht sauber und der Pool entgegen der Beschreibung viel kleiner ist, müssen diese Mängel dem Reiseveranstalter unverzüglich angezeigt werden. Bei einer Pauschalreise hat der Reiseveranstalter dann die Möglichkeit zur Nachbesserung. Sie sollten ein Mängelprotokoll verfassen und dieses im Idealfall auch von einem Zeugen bestätigen lassen. Verbleibende Reisemängel bei Pauschalreisen müssen Sie nur dann im Nachhinein gegenüber dem Reiseveranstalter geltend machen, wenn Sie diese unverzüglich nach deren Auftreten angezeigt haben. Die Ansprüche müssen (nach vorheriger Anzeige der Mängel) spätestens zwei Jahre nach Reiseende geltend gemacht werden, sonst verjähren sie.

Wie kann ich mir die Kosten für Reklamationen erstatten lassen?

Die Geltendmachung von Preisminderungen oder Schadenersatz ist nicht einfach. Ohne Rechtsschutzversicherung müssen Sie entsprechende Rechtsverfolgungskosten (Kosten für Gericht und Anwalt) zunächst selbst zahlen. Nur wenn Sie mit Ihrer Klage, z. B. gegen den Reiseveranstalter, den Hotelbetreiber oder die Airline, Erfolg haben, bekommen Sie diese Kosten erstattet.

Mit einer Privat-, Berufs- und Verkehrs-Rechtsschutzversicherung sichern Sie dieses Risiko ab.

Unsere Privat, Berufs- und Verkehrs-Rechtsschutzversicherung hilft auch bei Streitigkeiten rund um Urlaubsreisen. Der zusätzliche Abschluss einer Reiserechtsschutzversicherung ist dafür nicht erforderlich.

Was tue ich, wenn ich einen Kfz-Unfall im Ausland habe?

Bei einem Kfz-Unfall im Ausland gilt es zunächst zwei Fälle zu unterscheiden: Zum einen der Unfall mit dem eigenen Fahrzeug und zum anderen der Unfall mit einem Mietwagen. Wir gehen hier zunächst auf den Unfall mit dem eigenen Fahrzeug ein.

Direkt nach dem Unfall sollten Sie Ihre Warnweste anziehen und die Unfallstelle mit einem Warndreieck absichern. Zudem sollten Sie die Polizei rufen. In einigen Urlaubsländern ist das sogar Pflicht. Führen Sie am besten immer einen „Europäischen Unfallbericht“ mit. Dieses Formular erhalten Sie kostenfrei bei uns. Es ist mehrsprachig und hilft Ihnen, alle relevanten Angaben zu erfassen. Je nach Land kommt dem Unfallbericht eine besondere Beweiskraft zu. Im Unfallbericht werden alle wichtigen Fakten abgefragt, aber keine Schuldfrage. Machen Sie Fotos vom Unfallgeschehen und notieren Sie sich die Daten von eventuellen Zeugen.

Wenn Ihr Fahrzeug noch fahrtüchtig ist, können Sie die Reparatur des Schadens auch in Deutschland veranlassen. Bei einem größeren Schaden ist auch eine Reparatur vor Ort möglich. Schadensersatzansprüche an den Unfallgegner können Sie auch von Deutschland aus geltend machen. Jeder Versicherer mit Sitz in der Europäischen Union muss auch in allen EU-Ländern Schäden regulieren, entweder selbst mit Hilfe eines Partners, der die Abwicklung vor Ort übernimmt. Die Abwicklung erfolgt immer in der Sprache des Geschädigten.

Bitte beachten Sie, dass die Regulierung immer nach dem Schadensersatzrecht des Landes erfolgt, in dem das Fahrzeug, das den Schaden verursacht hat, gemeldet ist. Teilweise unterscheidet sich das Recht stark von dem in Deutschland gültigen. Dieses Risiko können Sie mit dem Zusatzbaustein „Auslandsschadenschutz“ in der Kfz-Versicherung absichern. Bei einem Schadenfall im Ausland reguliert die HUK-COBURG dann den Schaden nach deutschem Recht und kümmert sich um die Abwicklung mit dem gegnerischen Versicherer.

Bei einem Unfall mit einem Mietwagen gehen Sie nach dem Unfall ähnlich vor. Meist haben die Kfz-Vermieter eine zusätzliche Schadenanzeige, die Sie ausfüllen müssen und gegebenenfalls sind weitere Schritte gegenüber dem Vermieter erforderlich. Achten Sie insbesondere auf die Bedingungen bei selbst verschuldeten Unfällen. Häufig zahlen Sie eine hohe Selbstbeteiligung.

Die Verkehrsrechtsschutzversicherung kann Sie auch bei Unfällen mit Ihrem Fahrzeug im Ausland unterstützen. Sie übernimmt auch bei Streitigkeiten im Ausland die Kosten für die gerichtliche oder außergerichtliche Interessenwahrnehmung – im vereinbarten Umfang.

Mit der Privat-, Berufs- und Verkehrs-Rechts­schutz­versicherung sicher in den Urlaub

Wir können nicht verhindern, dass im Urlaub etwas schief geht und Ihre Reise nicht nach Ihren Wünschen verläuft. Wir sorgen aber für die Absicherung der Rechtsverfolgungskosten, wenn Sie Ihre Ansprüche nach einem schlechten Urlaub durchsetzen möchten. Wenn schon der Urlaub nicht schön war, können Sie zumindest auf unsere Unterstützung zählen. Wir beraten Sie gern und erstellen Ihnen ein individuelles Angebot für Ihre Rechtsschutzversicherung.

Bitte beachten Sie, dass es sich vorliegend um sehr allgemeine Hinweise zu typischerweise auftretenden Fragestellungen im Zusammenhang mit Flug- und Pauschalreisen sowie Unfällen im Ausland handelt. Die auf dieser Seite bereitgestellten Informationen dienen daher allenfalls einer ersten Orientierung. Sie stellen keine individuelle Beratung zu Ihren konkreten Rechtsfragen dar und ersetzen keinesfalls den individuellen Rechtsrat durch einen Rechtsanwalt.
Bei der Darstellung der Inhalte haben wir großen Wert darauf gelegt, dass die Informationen aktuell sind. Eine inhaltliche Gewähr übernehmen wir nicht. 
Stand März 2019

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