Rentenbesteuerung

Ratgeber

Welche Steuern muss ich auf meine Rente zahlen?

Die Besteuerung der gesetzlichen Rentenversicherung (GRV) hat sich seit dem 01.01.2005 entscheidend verändert. Durch die Neuregelung des Alterseinkünftegesetzes waren Renten nicht mehr größtenteils steuerfrei. Arbeitnehmer, die im Jahr 2005 in Rente gingen und alle Personen, die in diesem Jahr bereits eine Rente bezogen haben, mussten 50% ihrer Alterseinkünfte versteuern. Wenn ein Rentner also 1.000 € Rente pro Monat bezog, mussten 500 € monatlich als Einkommen versteuert werden.

Zudem wurde im Alterseinkünftegesetz die Steuerfreiheit von Lebensversicherungen eingeschränkt. Waren Kapitallebensversicherungen vor 2005 noch steuerfrei auszahlbar, wenn sie mindestens 12 Jahre gehalten wurden, müssen sie nun mit dem Ertragsanteil versteuert werden. Die Mindestvertragsdauer von 12 Jahren gilt weiterhin, zudem gilt als Altersuntergrenze das 62. Lebensjahr.

Wir haben Ihnen eine Übersicht über die verschiedenen Steuerbelastungen der Altersvorsorgeprodukte erstellt und berücksichtigen dabei die aktuelle Gesetzeslage. Für Verträge, die vor 2005 abgeschlossen wurden, gelten gegebenenfalls andere Regelungen.

Gesetzliche Rentenversicherung (GRV) – wie viel meiner Rente muss ich versteuern?

Im Zuge der Reform 2005 wurde beschlossen, dass alle Rentenzahlungen aus der gesetzlichen Rentenversicherung zu versteuern sind. Hierbei wurde allerdings eine recht lange Übergangsfrist vereinbart. So müssen Rentner, die 2040 oder später in Rente gehen, ihre Rente voll versteuern. Für Rentner, die vor 2040 in Rente gehen, gilt eine anteilige Prozentzahl, die immer weiter erhöht wird. In den Jahren 2006 bis 2020 steigt der zu versteuernde Betrag jedes Jahr um 2 Prozentpunkte, danach bis 2040 noch um je einen Prozentpunkt pro Jahr. Dieselben Regelungen gelten auch für Renten aus berufsständischen Versorgungswerken. Wir haben Ihnen eine Tabelle mit den zu versteuernden Anteilen zusammengestellt.

Entwicklung des zu versteuernden Anteils in der gesetzlichen Renten­versicherung

Jahr des Rentenbeginns Zu versteuernder Anteil Steuerfreier Anteil
2017 74% 26% 
2018 76% 24% 
2019 78% 22% 
2020 80% 20% 
2021 81% 19% 
2025 85% 15% 
2030 90% 10% 
2035 95% 5% 
ab 2040 100%

Wenn Sie zum Beispiel im Jahr 2017 erstmals eine Rente aus der GRV oder einem berufsständischen Versorgungswerk beziehen, gelten 74% davon als steuerpflichtiges Einkommen. Auf die übrigen 26% werden keine Steuern erhoben. Bei einer Jahresrente von 10.000 € bleiben also 2.600 € steuerfrei. Dieser Betrag wird absolut festgesetzt, er bleib immer gleich. Auch wenn Sie später durch Rentensteigerungen eine höhere Rente erhalten, bleiben immer nur die einmal veranschlagten 2.600 € von der Steuer befreit.

Auch wenn Ihre Rente teilweise steuerpflichtig ist, bedeutet das nicht unbedingt, dass Sie auch Steuern bezahlen müssen. Zu berücksichtigen sind immer sämtliche Einnahmen, die Sie erzielen. Wenn Sie wie in oben genannten Beispiel 10.000 € Rente pro Jahr erhalten und 7.400 € steuerpflichtig sind, liegen Sie unter dem Steuerfreibetrag von derzeit 8.652 €. Die Rente bleibt damit trotz Steuerpflicht steuerfrei.

Basis-Rente, Riester-Rente und betriebliche Altersvorsorge (bAV)

Die Riester Rente und Verträge der betrieblichen Altersvorsorge gehören zur 2. Schicht des Altersvorsorgemodells in Deutschland und sind staatlich geförderte Vorsorgeformen. Die Einzahlungen während der Ansparphase in diese Verträge erfolgen bei der bAV bis zu einer bestimmten Grenze steuerfrei. Die Riester Rente fördert der Staat durch direkte Zulagen oder eine Steuerersparnis. Dafür sind die Auszahlungen aus der Riester Rente und der betrieblichen Altersvorsorge im Rentenbezug voll zu versteuern. Angesetzt wird der individuelle Steuersatz. In der betrieblichen Altersvorsorge werden zusätzlich Sozialversicherungsbeiträge auf die Rentenleistungen fällig. In vielen Fällen ist der Steuersatz im Rentenalter geringer als während des Arbeitslebens. Dadurch ergibt sich eine Steuerersparnis durch diese sogenannte nachgelagerte Besteuerung. Bei der Riester Rente können Sie sich bis zu 30% des Guthabens zu Rentenbeginn in einer Summe auszahlen lassen. Bitte beachten Sie aber, dass die Summe voll steuerpflichtig ist und Ihr zu versteuerndes Einkommen erhöht.

Die Basis-Rente gehört zur 1. Schicht des Altersvorsorgemodells, die Versteuerung entspricht daher den Richtlinien zur gesetzlichen Rentenversicherung. Zahlungen aus der Basis- oder Rürup-Rente müssen im Rentenbezug ab 2040 voll mit dem individuellen Steuersatz versteuert werden.

Pensionszahlungen bei Beamten – wie werden diese versteuert?

Die Versteuerung von Beamtenpensionen ist im Zuge der Reform 2005 ebenfalls angepasst worden. Beamte dürfen von Ihrem Ruhegehalt nur noch einen bestimmten Prozentsatz steuerfrei erhalten. Für Beamte, die 2018 in Pension gehen, gilt ein Versorgungsfreibetrag von 19,2%, maximal aber 1.440 €. Dazu kommt noch ein Zuschlag in Höhe von 432 €, der nicht besteuert wird. Dieser Wert sinkt bis 2020 um 1,6 Prozentpunkte pro Jahr und bis 2040 um weitere 0,8 Prozentpunkte pro Jahr. Zur Veranschaulichung haben wir Ihnen eine Tabelle mit einigen Werten zusammengestellt.

Versorgungsfreibetrag und Zuschlag für Beamte bis 2040

Jahr Freibetrag Höchstbetrag Zuschlag
2018 19,2% 1.440 € 432 €
2019 17,6% 1.320 € 396 €
2020 16,0% 1.200 € 360 €
2021 15,2% 1.140 € 342 €
2025 12,0% 900 € 270 €
2030 8,0% 600 € 180 €
2035 4,0% 300 € 90 €
2040 0% 0 € 0 €

Private Rentenversicherung – Besteuerung nur mit dem Ertragsanteil

Bei privaten Rentenversicherungen, die komplett aus dem versteuerten Einkommen bezahlt werden, gelten andere Regeln. Hier wird im Gegensatz zu den staatlich geförderten Produkten keine Steuer auf die komplette Rentenzahlung berechnet, sondern nur auf den Ertragsanteil. Der Ertragsanteil ist die Differenz aus Einzahlungen und dem Gesamtkapital, das im Vertrag zur Verfügung steht. Der Ertragsanteil ist also der Kapitalertrag, der sich durch die Anlage der Beiträge ergibt. Da dieser Anteil bei Rentenversicherungen nicht klar zu bestimmen ist, gibt es im Einkommenssteuergesetz eine Tabelle, die die entsprechenden Werte festlegt. Exemplarisch führen wir hier einige Werte auf.

Höhe des zu versteuernden Ertragsanteils nach Renteneintrittsalter

Renteneintrittsalter  Ertragsanteil 
60 bis 61  22% 
63  20% 
65 bis 66  18% 
67  17% 
75  11% 

Je früher die Rentenzahlungen beginnen sollen, desto höher fällt auch der Ertragsanteil aus, der versteuert werden muss. Wenn Sie ab dem 67. Lebensjahr eine Rentenzahlung aus einem privaten Rentenvertrag erhalten, müssen Sie 17% der Gesamtrente als steuerpflichtiges Einkommen angeben. Bei 500 € Rente wären das z. B. 85 €, die berücksichtigt werden.

Übersicht: Rente und Steuern

Sonderregelungen gibt es bei Verträgen mit Kapitalwahlrecht. Wenn Sie sich für die komplette Auszahlung des gesamten Vertragsguthabens entscheiden, bildet der Unterschiedsbetrag die Grundlage für die Besteuerung. Dieser ermittelt sich aus der Differenz zwischen Guthaben und Einzahlungen in den Vertrag. Dieser Betrag muss dann mit dem individuellen Steuersatz versteuert werden. Wenn der Vertrag allerdings erst nach Vollendung des 62. Lebensjahres ausgezahlt wird und er mindestens 12 Jahre bestanden hat, muss nur 50% des Unterschiedsbetrags mit dem individuellen Steuersatz versteuert werden.

Beispiel: Bei einer Ablaufleistung von 100.000 € und einer Beitragssumme von 40.000 € beträgt der Ertrag 60.000 €. Bei einer Laufzeit von mehr als 12 Jahren und einer Auszahlung nach dem 62. Geburtstag sind somit 30.000 € steuerfrei. Die restlichen 30.000 € werden mit dem persönlichen Steuersatz versteuert. Beträgt dieser z. B. 25%, so werden insgesamt 7.500 € Steuern fällig.

Gibt es Besonderheiten bei fondsgebundenen Rentenversicherungen?

Die Regelungen für fondsgebundene Rentenversicherungen entsprechen bei Rentenleistungen den Regelungen bei klassischen privaten Rentenversicherungen. Soll allerdings das Vertragsguthaben in einer Summe ausgezahlt werden, zahlen Sie bei fondsgebundenen Rentenversicherungen nach Abzug einer Pauschale von 15% maximal den Abgeltungssteuersatz von 25% zuzüglich Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer auf den Ertragsanteil.

Diese Regelung gilt nicht, wenn Sie den Vertrag erst nach dem Erreichen des 62. Lebensjahres auflösen und der Vertrag mindestens 12 Jahre bestanden hat. In diesem Fall zahlen Sie nach Abzug der 15% Pauschale grundsätzlich nur auf die Hälfte der Erträge Steuern. Das Versicherungsunternehmen führt vor der Auszahlung zunächst die Abgeltungssteuer ab. Diese heißt so, da sie von der auszahlenden Stelle abgegolten wird, nicht vom Leistungsempfänger. Sie geben die Einmalzahlung dann im Rahmen Ihrer Steuererklärung an und versteuern nach Abzug der 15% Pauschale nur 50% des Unterschiedsbetrags zwischen Einzahlungen und Vertragsguthaben mit Ihrem individuellen Steuersatz. Die bereits gezahlte Abgeltungssteuer wird dabei berücksichtigt.

Beispiel: Bei einer Ablaufleistung von 140.000 € und einer Beitragssumme von 40.000 € beträgt der Ertrag 100.000 €. Nach Abzug der 15% Pauschale verbleiben 85.000 € die mit dem Abgeltungssteuersatz von 25% zuzüglich Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer auf den Ertragsanteil abzuführen sind.

Auch bei einer Laufzeit von mehr als 12 Jahren und einer Auszahlung nach dem 62. Geburtstag gilt die 15% Pauschaule. Zusätzlich sind von den restlichen 85.000 € sind weitere 50% (42.500 €) steuerfrei. Die übrigen 42.500 € werden mit dem persönlichen Steuersatz versteuert. Beträgt dieser z.B. 25%, so werden insgesamt 10.625 € Steuern fällig.

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