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Minijob und Altersvorsorge

Ratgeber

Private Altersvorsorge mit Minijob – das müssen Sie wissen

Ein Minijob und der zusätzliche Aufbau einer privaten Altersvorsorge schließen sich nicht aus. Im Rahmen einiger Änderungen an den Minijobregelungen sind Minijobber, die einen Arbeitsvertrag ab 2013 abgeschlossen haben, automatisch rentenpflichtversichert. Minijobber dürfen sich aber von der Rentenversicherungspflicht befreien lassen. Wer einen Minijob ausübt, der schon 2013 begonnen hat, ist grundsätzlich weiterhin versicherungsfrei, solange der Verdienst weiterhin unter 400 € liegt. Es kann aber sinnvoll sein, auf die Versicherungsfreiheit zu verzichten beziehungsweise sich gar nicht erst befreien zu lassen. Zum einen dürfen Sie als rentenpflichtversicherte Person auch sämtliche Leistungen aus der gesetzlichen Rentenversicherung erhalten, zum anderen können Sie damit auch staatlich geförderte Altersvorsorgeprodukte wie die Riester Rente in Anspruch nehmen und von der Förderung profitieren.

Was kostet die gesetzliche Rentenversicherung für Minijobber?

Wenn Sie sich für die Rentenversicherungspflicht entscheiden (sich also nicht von ihr befreien lassen), zahlen Sie die Differenz zum vollen Rentenversicherungsbeitrag aus eigener Tasche. Dabei kommt es darauf an, bei wem Sie beschäftigt sind. Bei einem normalen Arbeitgeber zahlen Sie einen Anteil von 3,7% selbst, ihr Arbeitgeber zahlt 15% pauschal in die Rentenversicherung ein. Bei 450 € sind das monatlich 16,55 €. Arbeiten Sie z. B. als Haushaltshilfe in einem Privathaushalt, müssen Sie 13,7% Beitrag bezahlen, da Privathaushalte nur eine pauschale Abgabe in Höhe von 5% an die Rentenversicherung entrichten. Bei 450 € Einkommen sind 13,7% einen Betrag von 61,65 €. In 2018 sinken die Eigenbeiträge für Minijobber um 0,1%, da auch der allgemeine Beitragssatz von 18,7% auf 18,6% sinkt.

Insbesondere bei Minijobs in Privathaushalten ist die zusätzliche Belastung für Minijobber durch die gesetzliche Rentenversicherung recht groß. Dennoch kann es sich lohnen, denn Sie sammeln durch die Pflichtversicherung Beitragszeiten und behalten außerdem Ihren Anspruch auf Erwerbsminderungsrente, auch wenn Sie keinen anderen Job ausüben. Durch die Beiträge erhöht sich natürlich auch die spätere Rentenleistung, allerdings nur in geringem Maße. Für 12 Monate Beschäftigung in einem Minijob erhalten Sie ungefähr 4,50 € monatliche Rente zusätzlich.

Kann ich mich auch später von der Versicherungspflicht befreien lassen?

Die Entscheidung zur Versicherungsfreiheit kann nur einmalig getroffen werden. Sie gilt dann für die gesamte Dauer des Arbeitsverhältnisses. Wenn Sie sich befreien lassen, können Sie diese Entscheidung später nicht rückgängig machen. Wenn Sie mehrere Minijobs gleichzeitig ausüben, müssen Sie für alle Jobs eine verbindliche Entscheidung treffen. Das bedeutet, Sie dürfen nicht in einem Job auf die Versicherungspflicht verzichten und diese in einem anderen Job beibehalten.

Die betriebliche Altersvorsorge für Minijobber – lohnenswerte Alternative?

Auch Minijobber dürfen unabhängig von der Versicherungspflicht in der gesetzlichen Rentenversicherung mit einer betrieblichen Altersvorsorge eine zusätzliche Rente aufbauen. In der steuer- und sozialversicherungsrechtlichen Betrachtung hat die betriebliche Altersvorsorge (bAV) diverse Vorteile. In 2018 dürfen bis zu 260 € monatlich steuer- und sozialversicherungsfrei in einen Altersvorsorgevertrag eingezahlt werden. Bei der Bruttolohnberechnung werden Einzahlungen in die betriebliche Altersvorsorge nicht berücksichtigt. Besonders interessant wird die bAV, wenn Sie durch eine Gehaltserhöhung oder ein höheres Arbeitsaufkommen normalerweise die 450-€-Grenze überschreiten. Bei einem Bruttogehalt von 600 € und einer Einzahlung von 150 € in eine betriebliche Altersvorsorge bleiben Sie Minijobber, auch wenn Ihr Bruttogehalt darüber liegt. Sie sparen dadurch abhängig von Ihrer individuellen Situation Steuer- und Sozialversicherungsbeiträge. 

Einen Rechtsanspruch auf Entgeltumwandlung haben aber nur Arbeitnehmer, die rentenversicherungspflichtig angestellt sind!

Nachgelagerte Besteuerung bei staatlich geförderten Direktversicherungen

Verträge, die im Rahmen der betrieblichen Altersvorsorge abgeschlossen werden, müssen in der Auszahlungsphase voll versteuert werden. Zudem werden grundsätzlich Sozialversicherungsbeiträge fällig, die sogar in voller Höhe durch Sie selbst zu tragen sind. Gerade bei Geringverdienern kann dieses Konzept dazu führen, dass sich der Abschluss einer betrieblichen Altersvorsorge nicht lohnt, weil die Belastung im Alter höher ist als die vorherige Ersparnis. Einen Ausweg bietet aber die sogenannte Bagatellgrenze für die Sozialversicherungspflicht von Betriebsrenten. Liegt die zu zahlende Rente unterhalb von 152,25 € (Wert 2018), werden keine Sozialversicherungsbeiträge fällig. In diesen Fällen unterliegt die Rentenzahlung nur noch der Steuerpflicht. Wenn Sie also darauf achten, dass Sie die Grenze nicht überschreiten, bleibt die betriebliche Altersvorsorge auch für Minijobber ohne weiteres Einkommen interessant.

Wenn Sie privat krankenversichert sind und dies auch im Rentenalter bleiben möchten, hat die Bagatellgrenze auf Sie keine Auswirkungen. Private Krankenversicherer erheben keinen einkommensabhängigen Beitrag.

Rentenversicherungspflicht und Riester Rente

Neben der Einzahlung in eine betriebliche Altersvorsorge, kann sich der Verzicht auf die Versicherungsfreiheit bei Minijobs lohnen. Sie sind mit einem rentenversicherungspflichtigen Minijob für den Abschluss einer Riester Rente unmittelbar förderberechtigt. Das bedeutet, Sie haben Anrecht auf die staatlichen Zuschüsse, wenn Sie die anderen Bedingungen für eine Riester Rente erfüllen. Wenn Sie außer dem Minijob kein weiteres Einkommen erwirtschaften, zahlen Sie bei uns nur 120 € jährlich in einen Riester-Vertrag ein, um die volle staatliche Förderung zu bekommen. Für jedes Kind, das ab dem 01.01.2008 geboren wurde, erhalten Sie 300 € Förderung pro Jahr, ältere Kinder sorgen für eine Zuzahlung von 185 € pro Jahr. Sie selbst erhalten in 2018 eine Grundzulage von 175 € jährlich.

Für die Riester Rente gilt ebenso die nachgelagerte Besteuerung wie für die betriebliche Altersvorsorge. Sozialversicherungsbeiträge fallen an, wenn die Bagatellgrenze überschritten wird.

Weitere Vorsorgemöglichkeiten für Minijobber

Die staatlich geförderte Altersvorsorge ist für Minijobber grundsätzlich sehr interessant, weil die Förderung recht hoch ausfällt. Da nicht für jeden Minijobber die staatlich geförderten Produkte das richtige sind, gibt es auch verschiedene Variante ohne staatliche Förderung, mit denen Sie zusätzliches Kapital für Ihre Rente ansparen können. Eine private Rentenversicherung bezahlen Sie aus Ihrem bereits versteuerten Einkommen. Dafür werden spätere Auszahlungen nur mit dem Ertragsanteil besteuert. Der Vorteil einer Rentenversicherung liegt darin, dass Sie lebenslang Rente erhalten. Sie könnten alternativ auch einfach Geld auf einem Sparkonto parken und es im Alter mit einem Auszahlplan auszahlen lassen. Wenn das Geld aufgebraucht ist, erhalten Sie keine weiteren Zahlungen mehr. Mit einer Rentenversicherung erhalten Sie die Sicherheit, die vereinbarte Rente ohne Einschränkungen bis zum Lebensende zu bekommen.

Noch Fragen? Wir beraten Sie gern

Die Altersvorsorge bei Minijobbern ist ein besonderes Thema, das auch aufgrund der Wahlfreiheit zur Versicherungspflicht in der Rentenversicherung komplex ist. Unsere Experten im Kundenservice beraten Sie gern zu den möglichen Vorsorgeformen für Minijobber. Sie erreichen uns jederzeit per E-Mail, innerhalb unserer Servicezeiten telefonisch und vor Ort bei unseren Vertrauensleuten. Gern erstellen wir individuelle Angebote für Ihre persönliche Vorsorge. Wir freuen uns auf Ihre Nachricht!

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