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Direkt­versicherung als betriebliche Altersvorsorge

Ratgeber

Die betriebliche Altersvorsorge – das müssen Sie wissen

Die betriebliche Altersvorsorge bzw. betriebliche Altersversorgung (bAV) gehört in Deutschland zur 2. Schicht des 3-Schichten-Modells der Altersvorsorge. Sie erhalten bei Abschluss eines Vertrags eine Förderung durch Vergünstigungen bei Steuern und Sozialabgaben. Bei der bAV ist Ihr Arbeitgeber immer der Versicherungsnehmer des Vertrags, Sie sind die versicherte Person. Die Beiträge zur Versicherung werden bei der Finanzierung über die sogenannte Entgeltumwandlung aus Ihrem Bruttoeinkommen entnommen und sind bis zu einer Höchstgrenze von 8% der Beitragsbemessungsgrenze in der gesetzlichen Rentenversicherung (West) steuerfrei und bis zu 4% sozialversicherungsfrei. In 2018 liegen diese Höchstbeträge bei 520 € bzw. 260 € monatlich.

Wir stellen Ihnen im Folgenden die betriebliche Altersvorsorge und ihre Gestaltungsmöglichkeiten näher vor. Wir konzentrieren uns dabei auf den Durchführungsweg der Direktversicherung, alternative Möglichkeiten werden wir nur kurz erwähnen.

Verschiedene Durchführungswege

Die Direktversicherung ist inzwischen die am häufigsten gewählte Versicherungsform bei der betrieblichen Altersvorsorge. Daneben gibt es auch noch Pensionskassen und Unterstützungskassen, die aber nur noch eine untergeordnete Rolle spielen. Für die meisten Arbeitnehmer ist der Abschluss einer Direktversicherung der komfortabelste Weg für eine zusätzliche Altersvorsorge über den Betrieb.

Die Direktversicherung als Lösung für Ihre Altersvorsorge

Die Direktversicherung im Rahmen der betrieblichen Altersvorsorge wird von Ihnen über Ihren Arbeitgeber abgeschlossen. Ihr Arbeitgeber wird Versicherungsnehmer und Sie sind die versicherte Person in dem Vertrag. Bei der Antragsstellung unterschreiben Sie zusätzlich eine Entgeltumwandlungsvereinbarung, die die Zahlung der Beiträge durch Ihren Arbeitgeber regelt. Sie verzichten mit dieser Vereinbarung auf einen Teil Ihres Arbeitslohns, der dafür in die Direktversicherung eingezahlt (umgewandelt) werden soll. Da der Beitrag von Ihrem Bruttogehalt entnommen wird, sparen Sie sich Steuern und Sozialversicherungsabgaben.

Oft mit Zuschuss durch den Arbeitgeber – ohne lohnt es sich nicht immer

Bei vielen Arbeitgebern erhalten Sie einen Zuschuss, wenn Sie sich für den Abschluss einer betrieblichen Altersvorsorge durch Entgeltumwandlung entscheiden. Das liegt daran, dass Ihr Arbeitgeber ebenfalls Sozialversicherungsabgaben spart, wenn Sie in eine Direktversicherung einzahlen. In der Regel werden pauschal 20% Zuschuss geleistet. Ab 2019 wird dieser Zuschuss übrigens mit 15% zur Pflicht für Neuverträge. Je mehr Ihr Arbeitgeber zusätzlich in den Vertrag einzahlt, desto besser. Ganz ohne Zuschüsse rechnet sich eine betriebliche Altersvorsorge nicht immer, da die Rentenzahlungen im Alter voll versteuert werden müssen. Zudem fallen auf die Leistungen grundsätzlich auch Sozialversicherungsbeiträge an.

Wie verteilen sich die steuerlichen Abgaben bei Direktversicherungen?

Während der Ansparphase des Vertrags profitieren Sie von geringeren Steuerzahlungen und niedrigeren Sozialversicherungsabgaben. Da die Direktversicherung nachgelagert besteuert wird, müssen die Auszahlungen aus dem Versicherungsvertrag voll versteuert werden. Die tatsächlich zu zahlende Steuer bemisst sich nach Ihrem persönlichen Steuersatz. Zudem zahlen Sie Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge auf die monatliche Rente, wenn Sie gesetzlich krankenversichert sind. Die Beiträge werden in voller Höhe fällig, Sie zahlen also Arbeitnehmeranteil und den Arbeitgeberanteil.

Für Verträge, die vor dem 01.01.2005 abgeschlossen wurden, gilt eine abweichende Regelung. Bei Altverträgen war eine pauschale Versteuerung der Beiträge mit einem Steuersatz von 20% möglich. Dafür sind Auszahlungen aus diesen Verträgen steuerbegünstigt. Wenn Sie einen Altvertrag besitzen, dürfen Sie sich das vorhandene Kapital in einer Summe auszahlen lassen und müssen darauf grundsätzlich keine Steuern entrichten. Sozialversicherungsbeiträge werden dennoch fällig. Entscheiden Sie sich für eine Rentenzahlung, muss diese nur mit dem Ertragsanteil versteuert werden.

Vor- und Nachteile einer Direktversicherung

Die Direktversicherung wird inzwischen am häufigsten in der betrieblichen Altersvorsorge eingesetzt. Insbesondere bei einer Arbeitgeberbeteiligung an den Beiträgen können Sie mit der Direktversicherung eine ordentliche Rendite erreichen. Zudem profitieren Sie in der Ansparphase von Steuervorteilen und geringeren Sozialversicherungsabgaben. Die Beiträge, die Sie in die bAV einzahlen, sind auch im Falle einer Insolvenz Ihres Arbeitgebers sicher. Die Verträge lassen sich verhältnismäßig einfach auf einen anderen Arbeitgeber übertragen oder privat fortführen, wenn Sie z. B. arbeitslos werden. In der Rentenbezugsphase fallen Steuern an, Ihr individueller Steuersatz sollte während des Rentenbezugs aber geringer sein als während der Ansparphase. Sozialversicherungsbeiträge fallen an, wenn Sie gesetzlich krankenversichert sind. Privatversicherte zahlen keine zusätzlichen Abgaben auf die Leistungen aus der betrieblichen Altersvorsorge.

Wie bei jedem Vorsorgeprodukt gibt es auch bei der Direktversicherung einige Kritikpunkte, die Sie kennen sollten. Durch die Senkung des Bruttolohns bei einer Entgeltumwandlung zahlen Sie weniger Beiträge in die Sozialversicherungen ein. Im Falle einer Arbeitslosigkeit fällt ihr Arbeitslosengeld somit etwas niedriger aus. Zudem zahlen Sie weniger Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung ein und Ihr Rentenanspruch ist dadurch geringer. Ein weiterer Punkt ist, dass Sie nicht immer einen bestehenden Vertrag einfach auf einen neuen Arbeitgeber übertragen können. Wenn es dort keine Wahlfreiheit für den Versicherer gibt, dürfen Sie nur das Guthaben des Vertrags auf den Anbieter des neuen Arbeitgebers übertragen. Bei jeder Übertragung auf einen anderen Anbieter zahlen Sie Verwaltungsgebühren.

Häufig gestellte Fragen zur Direkt­versicherung als bAV

Kann ich mir meinen Anbieter selbst aussuchen?

Grundsätzlich darf Ihr Arbeitgeber einen Anbieter für sein Unternehmen wählen. Vielleicht überlässt er aber Ihnen die Auswahl auch ganz persönlich. Ihr Arbeitgeber ist lediglich verpflichtet, Ihnen eine Entgeltumwandlung zu gewährleisten, nicht aber die freie Wahl des Versicherers.

Was ist der aktuelle Höchstbeitrag?

Es gibt Höchstgrenzen für die Steuer- und Sozialversicherungsfreiheit der Beiträge. In 2018 sind maximal 260 € monatlich steuer- und sozialversicherungsfrei. Weitere 260 € monatlich können steuerfrei angespart werden.

Kann der Vertrag vorzeitig ausgezahlt werden?

Der Abschluss einer betrieblichen Altersvorsorge dient zum Aufbau von zusätzlichen Rentenansprüchen im Alter. Eine Auszahlung der Beträge vor dem Erreichen des Rentenalters ist daher nicht vorgesehen. Es gibt aber eine Ausnahme für sogenannte Kleinstbetragsanwartschaften. Im Jahr 2017 galt z.B. eine Höchstgrenze von 3.570 € Kapitalzahlung bzw. 29,75 € Rente. Wenn in Ihrem Vertrag noch ein geringeres Kapital vorhanden ist, dürfen Sie eine einmalige Abfindung der bAV verlangen. Auch hier gilt: Die ausgezahlte Summe muss aber voll versteuert werden.

Was passiert bei einem Arbeitgeberwechsel?

Bei einem Arbeitgeberwechsel haben Sie die Möglichkeit, Ihren Vertrag auf den neuen Arbeitgeber zu überschreiben. Er tritt dann in das Versicherungsverhältnis ein und übernimmt die Beitragszahlung. Sollte Ihr neuer Arbeitgeber einen bestimmten Anbieter vorschreiben, haben Sie maximal 15 Monate Zeit, um das schon vorhandene Kapital auf den neuen Anbieter zu übertragen. Alternativ können Sie den Vertrag auch privat fortführen oder beitragsfreistellen.

Was passiert mit dem Vertrag, wenn ich in Elternzeit gehe?

Bei einem Wechsel in die Elternzeit stellen wir Ihren Vertrag gern beitragsfrei oder stunden Ihnen die zu zahlenden Beiträge zinslos. Auf Wunsch können Sie Ihren Vertrag auch privat weiterhin besparen.

Was passiert bei Arbeitslosigkeit?

Bei Arbeitslosigkeit wird der Vertrag zu betrieblichen Altersvorsorge in der Regel zunächst auf Sie überschrieben. Sie werden Versicherungsnehmer und können den Vertrag für den Zeitraum der Arbeitslosigkeit beitragsfrei stellen oder auf Wunsch die Beiträge privat weiterzahlen. Sinnvoll ist jedoch eine vorübergehende Beitragsfreistellung, da Sie sonst die Beiträge des Arbeitgebers mit übernehmen müssen.

Mein Arbeitgeber ist insolvent – was nun?

Das bereits angesparte Guthaben in Ihrem Vertrag ist vor dem Zugriff durch Ihren Arbeitgeber geschützt und fällt auch nicht in die Insolvenzmasse des Unternehmens. Sie können den Vertrag dann nach der Kündigung des Arbeitsvertrags auf sich selbst oder Ihren neuen Arbeitgeber übertragen lassen.

Was passiert mit dem Guthaben, wenn ich in der Ansparphase sterbe?

Bei einem Tod in der Ansparphase zahlen wir je nach Vertragskonstellation die vereinbarten Leistungen an die Hinterbliebenen aus. Wurde keine spezielle Hinterbliebenenabsicherung vereinbart, leisten wir bei entsprechender Tarifwahl das vorhandene Vertragsguthaben an die versorgungsberechtigten Erben.

Nützliche Links für weitere Informationen

Hinweis zur persönlichen Beratung


Bitte beachten Sie: Nur eine persönliche Beratung garantiert Ihnen einen bedarfsgerechten Versicherungsschutz.

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