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Kfz-Haftpflicht, Teilkasko und Vollkasko

Der Überblick im Kompaktformat

Der Unterschied zwischen Kfz-Haftpflicht, Teilkasko und Vollkasko

Autofahrer-Typ 1: Als langjähriger Teilnehmer am Straßenverkehr kennt er die Unterschiede zwischen einer Kfz-Haftpflicht-, Teilkasko- und Vollkaskoversicherung. Ihm ist klar, welche Arten von Schäden jeweils versichert sind und wo die Leistungsgrenzen der jeweiligen Versicherung liegen. Daher weiß er auch genau, wann welche Versicherung sinnvoll ist und wann nicht. Anderenfalls wären Enttäuschungen ja vorprogrammiert.

Autofahrer-Typ 2: Er weiß, dass die Kfz-Haftpflichtversicherung gesetzlich vorgeschrieben ist und bei Schäden greift, die anderen Personen durch sein Fahrzeug entstehen. Ihm ist außerdem bewusst, dass Teil- und Vollkasko freiwillig sind und zusätzliche Gefahren versichern. Welche das genau sind, kann er allerdings nicht sagen. Er ist sich auch nicht unbedingt sicher, wann eine Vollkasko geboten ist und wann nicht.

Hand aufs Herz: Sie erkennen sich eher in Typ 2 wieder? Dann dürften Sie zur großen Autofahrer-Mehrheit gehören. Die wenigsten Verkehrsteilnehmer können genau angeben, welche Schadenarten unter welchen Umständen und mit welchen Einschränkungen versichert sind. Müssen sie auch nicht - hier der Überblick im Kompaktformat.

Kfz-Haftpflicht versichert Schäden Dritter

In der Tat ist diese Versicherung gesetzlich vorgeschrieben. Sie müssen sie bereits bei der Zulassung Ihres Pkws nachweisen. Dazu diente früher die Deckungskarte, heute genügt die eVB-Nummer. Diese „elektronische Versicherungsbestätigung“ erhalten Sie sofort nach Abschluss Ihrer Kfz-Versicherung, oft direkt online oder per E-Mail.

Die Kfz-Haftpflichtversicherung greift nur, wenn der Schaden durch den Gebrauch des Fahrzeugs verursacht wurde. „Gebrauch“ heißt: Fahren, Ein- und Aussteigen, Be- und Entladen sowie Waschen oder Tanken. Folgende Schäden sind normalerweise versichert:

  • Sachschäden und Sachfolgeschäden an anderen Fahrzeugen. Darunter fallen Abschleppkosten, Reparatur, Gutachter, Nutzungsausfall, Mietwagen, Wertminderung und Wiederbeschaffungswert.
  • Personenschäden Dritter. Dazu zählen Heilkosten, Schmerzensgeld, Verdienstausfall, Rente und Unterhalt für Hinterbliebene.
  • Vermögensschäden Dritter bis zu 50.000 €.

Wie wird die Prämie errechnet? Die Prämiensätze z. B. sind abhängig von Fahrzeugtyp und -art sowie vom Beruf, dem Wohnort und der Schadenfreiheitsklasse (SF-Klasse) des Versicherten. Je länger Sie schadenfrei fahren, desto höher fällt der Rabatt auf die Grundprämie aus. Seit dem Jahr 2013 können bis zu 35 Jahre (SF-Klasse 35) angerechnet werden, zuvor waren es noch maximal 25 Jahre.

Kasko sichert das eigene Auto ab

Nach Wunsch können Sie zusätzlich eine Kaskoversicherung abschließen. Diese zahlt (im Gegensatz zur Kfz-Haftpflicht), wenn Ihr eigenes Auto beschädigt wird. Der Kaskoversicherungsschutz gliedert sich in Teilkasko und Vollkasko. Die Teilkaskoversicherung deckt unter anderem folgende Gefahren ab:

  • Brand und Explosion
  • Wildunfälle
  • Bruch der Verglasung
  • (Teile)-Diebstahl und Raub
  • Schäden durch Tierverbiss, z. B. Marder („Marderschaden“)
  • unmittelbare Unwettereinwirkungen (Hagel, Überschwemmung, Sturm ab Windstärke 8, Blitzschlag).

Die Prämie errechnet sich in Abhängigkeit vom Wohnort des Fahrers, dem Fahrzeugtyp und der Höhe der Selbstbeteiligung pro Schadensfall. Die Selbstbeteiligung regelt, in welchem Maß Sie sich an den Reparaturkosten beteiligen. Je höher der Selbstbehalt, desto günstiger die Prämien.

 

Vorteil: Die Teilkasko deckt die gängigsten Schadensfälle ab und ist meist günstig zu haben.

Nachteil: Selbstverschuldete Unfälle und Vandalismus werden nicht abgedeckt. Schadensfreiheitsrabatte werden nicht gewährt.

Vollkasko zahlt auch für selbstverschuldete Schäden

Die Vollkasko-Versicherung umfasst alle Leistungen der Teilkaskoversicherung und zahlt außerdem noch für Schäden am Auto, die durch menschliches Zutun entstehen können. Dazu gehören

  • vom Versicherungsnehmer verursachte Unfallschäden am Auto
  • Schäden durch nicht ermittelbare Personen nach Fahrerflucht
  • Vandalismusschäden.

Wie wird die Prämie errechnet? Ähnlich wie bei der Teilkasko – allerdings greift hier ein Schadenfreiheitsrabatt ähnlich der Kfz-Haftpflicht. Je höher Ihr Schadenfreiheitsrabatt, desto günstiger ist als die Vollkasko – im Ernstfall sogar günstiger als die Teilkasko. Es kann sich sogar lohnen, für kleine Schäden selbst aufzukommen; dann werden Sie nach einem Unfall in der SF-Klasse nicht zurückgestuft.

Unterm Strich ist die Vollkasko z. B. sinnvoll, wenn es sich um einen hochpreisigen Neuwagen handelt, wenn Sie selbst viel fahren und auch andere Personen ans Steuer lassen, wenn das Auto finanziert bzw. geleast ist (die Hausbank Ihres Autohauses besteht in aller Regel auf einem Vollkaskoschutz).

 

Vorteil: Die Vollkasko sichert viele Schäden am Fahrzeug ab, auch selbst verursachte, und gewährt Schadenfreiheitsrabatte.

Nachteil: Mit einer Vollkaskoversicherung sind Sie auf der sicheren Seite – aber nicht unbedingt auf der günstigsten.

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