Wildunfall

Wie verhalte ich mich richtig?

Wildunfall: Was tun?

Die Zahl der Wildunfälle in Deutschland ist so hoch wie noch nie. Gerade im Herbst steigen die Unfallzahlen sprunghaft an. Doch wie verhält man sich bei einem Wildunfall richtig und wie kann man einen Zusammenstoß unter Umständen vermeiden?

Im Herbst nehmen Wildunfälle drastisch zu: wenn die Tage kürzer werden, steigt die tägliche Anzahl der Kollisionen mit Wildtieren um gut 50% an. Besonders hoch ist die Unfallgefahr in der Dämmerung und auf Straßen, die an Wäldern oder Feldern vorbeiführen. Autofahrer müssen hier immer damit rechnen, dass Wildtiere die Straße überqueren. Mit einer umsichtigen Fahrweise lässt sich mancher Unfall vermeiden. Konkret heißt das, die Straßenränder im Auge zu behalten, mit Wildwechsel zu rechnen und immer bremsbereit zu sein. Denn oft taucht das Wild in einer Entfernung von nur 20 Metern oder noch weniger vor der Kühlerhaube auf und das auch meist nicht allein, sondern im Rudel. Schnellfahrer haben keine Chance zu bremsen. Sollte ein Zusammenstoß mit einem großen Tier unvermeidbar sein, machen Sie eine Vollbremsung und halten dabei Ihr Lenkrad fest.


Inhaltsverzeichnis


Wenn Wild plötzlich auf der Straße auftaucht

  • Licht abblenden – Wer mit Fernlicht unterwegs ist, sollte dieses sofort ausschalten, weil geblendete Tiere in der Regel stehen bleiben oder auf die Lichtquelle zulaufen. Hupen Sie, um zu versuchen, die Tiere zu verscheuchen.
  • Keine riskanten Ausweichmanöver – Versuchen Sie nicht auszuweichen! Bei einer unvermeidbaren Kollision ist ein kontrollierter Aufprall besser als unkontrolliertes Ausweichen. Insbesondere bei höheren Geschwindigkeiten können andernfalls ein Ausbrechen des Fahrzeugs sowie ein Zusammenstoß mit einem anderen Verkehrsteilnehmer oder einem Baum drohen
  • Bei Unfall: Unfallstelle sichern – Ist es zu einem Wildunfall gekommen, sollten Sie zunächst die Unfallstelle sichern: Schalten Sie das Warnblinklicht ein, ziehen Sie eine Warnweste an, stellen das Warndreieck auf und verständigen Sie die Polizei. Bei Personenschäden ist den Verletzten entsprechend Hilfe zu leisten.
  • Wildschaden melden – Rufen Sie die Polizei. Die Beamten informieren ihrerseits den Jagdpächter und nehmen den Unfall auf.
  • Tiere nicht selbst bergen – Ein verletztes oder getötetes Tier sollte man nicht anfassen. Für das Bergen des Tieres ist der jeweilige Förster oder Jagdpächter zuständig. 
  • Wildunfall bescheinigen lassen – Von der Polizei sollten Sie sich auch eine Wildunfallbescheinigung zur Vorlage bei der Kfz-Versicherung ausstellen lassen.
  • Schaden dokumentieren – Wer zudem noch Fotos vom Unfallort, vom Tier und vom Fahrzeug macht, kann die Schadenbearbeitung durch seinen Versicherer beschleunigen. Bevor ein beschädigtes Fahrzeug repariert wird, sollte der Versicherer informiert werden.

Wildunfall: Gefahr für Leib und Leben

Solche Unfälle verursachen jedoch nicht nur Schäden am Auto, sie bedeuten häufig auch ein Risiko für die beteiligten Autofahrer. Denn schon bei einem Zusammenstoß mit Fahrtempo 60 km/h bekommt etwa ein Wildschwein ein Aufprallgewicht von 3,5 Tonnen. So schwer ist im Vergleich ein Nashorn. Und wenn ein Auto mit Tempo 60 einen Rothirsch anfährt, entspricht dessen Aufprallgewicht dem eines ausgewachsenen Elefanten, nämlich rund 5 Tonnen.

An diesen Zahlen wird deutlich, welch eine Gefahr für Autofahrer von Kollisionen mit Wildtieren ausgeht – gar nicht zu reden von Zweiradfahrern, die noch deutlich weniger geschützt sind. Nach den Erhebungen des Statistischen Bundesamts kamen hierzulande bei Wildunfällen im vergangenen Jahr über 2.500 Menschen zu Schaden.

Wann und wo besteht die größte Gefahr eines Wildunfalls?

  • In der Morgen- und Abenddämmerung, denn dann sind die Tiere besonders aktiv und viel unterwegs.
  • Am Feld- und Waldesrand, im Wald sowie überall dort, wo bereits Warnschilder aufgestellt wurden.
  • Während der Paarungszeit ist mit erhöhtem Wildwechsel zu rechnen
  • Im Frühjahr und Herbst, wenn die Tiere Futter oder ein Winterquartier suchen.

Wildschäden: Welche Versicherung greift

Das Risiko eines Wildunfalls ist hoch: Pro Jahr kommt es laut GDV deutschlandweit zu mehr als 275.000 unliebsamen Begegnungen zwischen Auto und Wild. Für Schäden, die durch eine Kollision mit Tieren jeglicher Art entstehen, ist die Teilkasko-Versicherung zuständig. Wichtig für Versicherte mit einer Vollkasko-Versicherung: Zwar beinhaltet die immer eine Teilkasko-Versicherung, jedoch wirkt sich ein entstandener Wildschaden nicht auf den Schadenfreiheitsrabatt aus.

Oft kollidiert ein Fahrzeug aber gar nicht direkt mit dem Tier, sondern der Autofahrer erschreckt und verreißt das Lenkrad. Oder ein anderes Unfallszenario: Der Autofahrer weicht bewusst aus, um nachweislich einen größeren Schaden zu vermeiden. Auch in solchen Fällen zahlt die Teilkasko-Versicherung. Gemäß der aktuellen Rechtsprechung muss der Fahrer dafür aber schon den Zusammenprall mit Wildschwein, Reh oder Hirsch vermieden haben und einen Zeugen benennen können.

Wer für Hase und Co. ausweicht, steht aber auch nicht ohne Versicherungsschutz da. Vorausgesetzt er hat eine Vollkasko-Versicherung. Sie übernimmt normalerweise die Schäden, die durch ein derartiges Ausweichmanöver entstehen. Kommt es zum Auffahrunfall, tragen Sie bei kleinen Tieren eine Mitschuld. Doch dafür brauchen Sie im Ernstfall einen kühlen Kopf, um dem Ausweichreflex nicht nachzugeben. 

Wildunfälle sind keine Seltenheit: Mehr als 275.000 Autofahrer müssen ihr Auto deshalb pro Jahr in die Werkstatt bringen. Mit dem richtigen Verhalten lässt sich mancher Unfall vermeiden.

Service im Schadenfall

Ist es zu einem Wildunfall gekommen, finden Sie hier einen Unfallbericht nach europäischem Muster.
HUK-COBURG Kunden haben ihn schon mit dem Versicherungsschein erhalten. Er ist im Unfall- und Pannenhelfer, dem Ratgeber für das Handschuhfach, integriert.

Noch Fragen?

Wir beraten Sie gern zu allen Fragen rund um Wildunfälle und den notwendigen Schutz. Sie erreichen uns über unsere Servicehotline 0800 2153153. Gerne stellen wir auch den Kontakt zu einem unserer Ansprechpartner vor Ort her.

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