Marderbisse und deren Folgen

Wer zahlt den Marderschaden?

Marder machen Jagd auf Kabel und Schläuche im Auto

Im Juni beginnt die Paarungszeit der Steinmarder. Die Männchen verteidigen dann heftig ihr Revier. Unsichere Zeiten für Autofahrer. Besonders für alle, die zwischen Orten hin- und herpendeln, an denen unterschiedliche Marder den Motorraum heimsuchen. Die kleinen Raubtiere lieben den engen Platz unter der Motorhaube des Autos: Eine kuschelige Höhle zum Wohlfühlen. Allein der Geruch eines vermeintlichen Konkurrenten, der seine Duftmarke hinterlässt, kann ihr Wohlgefühl trüben. In diesem Moment sind wilde Beißattacken vorprogrammiert.

Zunächst ist so ein tierischer Bewohner kein Problem, er wird Ihrem Auto nichts tun und wenn Sie am Morgen zur Arbeit fahren, ist er längst unterwegs. Schwierigkeiten können Reviermarkierungen Ihres Untermieters machen, wenn Sie Ihren Wagen in fremdem Marder-Revier parken. Der hier sesshafte Marder, der nun eventuell dem gemütlichen Motorraum einen Besuch abstattet, riecht die Markierungen Ihres tierischen Untermieters und sieht rot: Ein Feind in seinem Refugium – zumindest geruchstechnisch. Eine Unverschämtheit! Was erlaubt der sich? Da der Rivale jedoch gerade nicht in Reichweite ist, macht sich der fremde Marder in seiner Wut nun daran, die Heimstatt seines Kontrahenten zu zerstören und fällt über Schläuche, Kabel und Dämmmaterial her. Dabei ist es ihm völlig egal, ob er dabei den so wichtigen Bremsschlauch zernagt oder nur eine Lenkmanschette.

HUK-COBURG: Marderschäden kosteten 12 Millionen €

Autofahrer mit Straßengarage müssen damit rechnen, dass sich Marder z. B. an den Kabeln ihrer Zündkerzen oder an den Brems- und Kühlwasserschläuchen ihrer Autos vergehen. Der Marderbiss kann teuer werden. 42.000 Schäden verursachten Marder an den Pkw unserer Kunden im vergangenen Jahr. Die Regulierung kostete 12 Mio. €.

Teilkasko-Versicherung deckt Marderschäden und deren Folgeschäden

Aber es kann nicht nur teuer, sondern auch gefährlich werden. Oft bleiben die Schäden unentdeckt, da die spitzen, kleinen Zähne der Raubtiere oft nur stecknadelgroße Einstiche hinterlassen. Während der Fahrt kann es recht schnell zu Folgeschäden, z. B. am Motor, kommen. Ein Blick auf die Temperaturanzeige des Kühlwassers hilft: Geht der Zeiger in den roten Bereich, ist ein Blick unter die Motorhaube unerlässlich.

Einziger Trost: Marderschäden sind oft, aber nicht immer, in der Teilkasko der Autoversicherung mitversichert. Allerdings schützen manche Policen auch nur vor den unmittelbaren Schäden, also den zerbissenen Schläuchen. Teuer werden jedoch meist die Folgeschäden, wenn der Motor oder die Bremsen in Mitleidenschaft gezogen wurden. Manche Versicherer, wie z. B. wir bei der HUK-COBURG, versichern diese Folgeschäden mit. Wir ab 01.07.2020 sogar bis zu einer Summe von 20.000 €. Wer unsicher ist, sollte bei seinem Kfz-Versicherer nachfragen.

Übersteigt der Folgeschaden die in der Teilkasko versicherte Summe (20.000 €), kann der Rest über die Vollkasko erstattet werden. Allerdings gilt hier: Wer einen Schaden meldet, wird in seinem Schadenfreiheitsrabatt hochgestuft.  

Marderschutz für das Auto

Es kursieren viele Tipps zur Abwehr von Mardern. Tierforscher fanden in Tests jedoch heraus, dass viele schon nach kurzer Zeit unwirksam werden. So gewöhnen sich Marder schnell an den Geruch von Mottenkugeln, Hundehaaren oder WC-Steinen. Auch Ultraschallgeräte helfen nur kurzfristig. Zum einen kann sich der Ton im verwinkelten Auto nur schlecht ausbreiten, zum anderen gewöhnt sich der Marder auch an die Töne. Ein Wundermittel, das den Marder vom Motorraum fernhält, gibt es also nicht.

Was also hilft gegen die kleinen Autobesetzer?

  • Zunächst können Sie mit einer Motorwäsche die Duft-Markierungen im Motorraum des Fahrzeugs entfernen. Lassen Sie sich gegebenenfalls in einer Fachwerkstatt beraten, ob Schläuche und Kabel ummantelt werden können.
  • Am wirkungsvollsten sollen Elektroschockgeräte sein. Dabei werden Kontaktplättchen überall dort verlegt, wo der Marder ins Fahrzeug klettern kann. Er erhält dann einen ungefährlichen Stromschlag, der ihn in die Flucht schlägt.
  • Auch gibt es Möglichkeiten den Motorraum so zu verschließen, dass das Tier nicht mehr hineinklettern kann.
  • Manchmal hilft es auch Maschendraht unter das Auto zu legen, denn Marder fürchten sich vor unbekannten, großen Dingen – zumindest, bis sie sich daran gewöhnt haben.  

Noch Fragen zu Marderschäden?

Sie sehen, hundertprozentigen Schutz gibt es nicht. Bei einem Marderschaden am Auto sollten Sie sich jedoch an Ihre Teilkaskoversicherung wenden. Je nach Vertragsgestaltung können Sie hier zumindest Ihren finanziellen Schaden ersetzt bekommen.

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