Schadenfreiheitsklasse

(SF-Klasse)

Was versteht man unter Schadenfreiheitsklassen (SF-Klassen)?

Die Schadenfreiheitsklasse (SF-Klasse) gibt die Anzahl der unfallfreien Jahre an. Mit jedem unfallfreien Jahr wird man eine Schadenfreiheitsklasse höher gestuft – wobei jedes Kalenderjahr gezählt wird, in dem der Versicherungsnehmer mind. 6 Monate eine Kfz-Versicherung hatte und keinen Schaden gemeldet hat.

Je höher die Schadenfreiheitsklasse, desto höher auch der vom Versicherer gewährte Schadenfreiheitsrabatt (und dementsprechend niedriger der zu zahlende Beitragssatz).

Für die Kfz-Haftpflicht- und Vollkaskoversicherung wird dabei jeweils eine eigenständige Schadenfreiheitsklasse vergeben – die Klassen können also unterschiedlich sein, z. B. wenn in einer der Versicherungen ein Schaden reguliert wurde. In der Teilkaskoversicherung gibt es keine Schadenfreiheitsklassen.

Rückstufung im Schadenfall

Wenn man einen Schaden über seine Kfz-Versicherung regulieren lässt, wird man in eine niedrigere Schadenfreiheitsklasse zurückgestuft. Wie weit man zurückgestuft wird, hängt von der bereits erreichten SF-Klasse ab und ist zudem von Versicherer zu Versicherer unterschiedlich geregelt und den Rückstufungstabellen zu entnehmen.

Wie kann ich eine Rückstufung der Schadenfreiheitsklasse vermeiden?

Variante 1: Sie lassen den Schaden zunächst durch uns regulieren.
Beträgt die Entschädigung weniger als 1.000 €, unterrichten wir Sie nach Schadenabschluss über die Höhe unserer Entschädigung. Wenn Sie uns innerhalb von zwölf Monaten die Entschädigung zurückerstatten, wird Ihr Vertrag als schadenfrei behandelt.

Variante 2: Sie regulieren den Schadenfall selbst, ohne uns einzuschalten.
Dies ist nur möglich, wenn es sich um einen reinen Sachschaden (ohne Personenschaden) handelt, der voraussichtlich nicht mehr als 600 € kostet. Erst wenn Ihnen die Selbstregulierung nicht gelingt oder im gleichen Kalenderjahr ein weiterer Schaden anfällt, müssen Sie uns den Schaden anzeigen.

Bis zu welcher Schadenhöhe lohnt sich die Selbstübernahme?
Die Selbstübernahme lohnt sich immer dann, wenn die Entschädigung geringer ist als die zu erwartende Beitragserhöhung durch die Rückstufung der Schadenfreiheitsklasse.

In Ihrem persönlichen Servicebereich „Meine HUK“ können Sie Ihre Rückstufung im Schadenfall selbst berechnen. So sehen Sie, ob es für Sie günstiger ist, einen Schaden über uns regulieren zu lassen oder selbst zu begleichen.

Tipp: Um eine Rückstufung im Schadenfall zu vermeiden, ist es unter Umständen sinnvoll, kleinere Schäden selbst zu übernehmen und nicht bei der Versicherung zu melden.

Rückstufung trotz Rabattschutz

Ein einzelner Schaden führt nicht zur Rückstufung. Ab dem zweiten Schaden erfolgt die Rückstufung nach den geltenden Rückstufungstabellen. Der rabattgeschützte Schaden bleibt dabei unberücksichtigt. Der Vertrag wird also so zurückgestuft, als wäre ein Schaden weniger eingetreten.

Sondereinstufung Rabattschutz

Aufpassen sollten Versicherte, die in ihrer aktuellen Police einen sogenannten Rabattschutz vereinbart und bereits in Anspruch genommen haben. Die bisherige Versicherung hat die Schadenfreiheitsklasse in diesem Fall ohne Berücksichtigung des Schadens weitergeführt. An die Nachversicherung wird jedoch der tatsächliche Schadenverlauf weitergegeben. D.h. der Schadenfall führt beim neuen Versicherer zu einer Rückstufung. 

Tipp: Falls Sie in Ihrem bestehenden Vertrag bereits einen Rabattschutz in Anspruch genommen haben, fragen Sie vor einem Versicherungswechsel erst bei dem neuen Versicherer an, ob und um wie viele Klassen Sie zurückgestuft werden.

Schadenfreiheitsklasse übernehmen

Um den Versicherungsbeitrag in der Kfz-Versicherung möglichst gering zu halten, gibt es für Versicherungsnehmer unter bestimmten Umständen die Möglichkeit, eine Schadenfreiheitsklasse (SF-Klasse) zu übernehmen.

Diese Übertragung kann beispielsweise innerhalb bestimmter Fahrzeuggruppen erfolgen oder zwischen bestimmten Personenkreisen. 

Mitnahme der Schadenfreiheitsklasse auf ein anderes Fahrzeug

Die Mitnahme der Schadenfreiheitsklasse ist grundsätzlich möglich, wenn beide Fahrzeuge derselben Fahrzeuggruppe zugeordnet werden oder das Fahrzeug, von dem der Schadenverlauf übernommen wird, einer höheren Fahrzeuggruppe angehört. Die Versicherer unterscheiden hier 3 Fahrzeuggruppen. Bei uns sind diese Fahrzeuggruppen wie folgt unterteilt:

Untere Fahrzeuggruppe: Kleinkraftrad, Leichtkraftrad/-roller, Kraftrad/-roller, Trike, Quad (Ausnahme: Fahrzeuge mit Versicherungskennzeichen), Pkw, Lieferwagen, Krankenwagen, Campingfahrzeug.

Mittlere Fahrzeuggruppe: Lkw, Zugmaschinen, Landwirtschaftliche Zugmaschinen.

Obere Fahrzeuggruppe: Omnibusse, Sonderfahrzeuge (außer Krankenwagen).
 

Wer von seinem Motorrad oder Leichtkraftrad auf einen Pkw umsteigt, kann den Schadenverlauf vom Zweirad also mitnehmen. Einzige Voraussetzung ist, dass die „alte“ Versicherung beendet wird.

Tipp: Auch wenn Sie schon länger nicht mehr Motorrad fahren, kann sich der Blick in die alten Unterlagen lohnen. Die meisten Versicherer akzeptieren die Mitnahme der SF-Klasse noch bis zu 7 Jahre nach Kündigung des alten Vertrages – wir sogar bei einer Unterbrechung von bis zu 10 Jahren.

Die Schadenfreiheitsklasse bleibt gleich – der Rabatt ändert sich

Bei den einzelnen Kfz-Versicherungen (Pkw, Motorrad, Leichtkraftrad etc.) sind Schadenfreiheitsklassen unterschiedlich gestaffelt – weshalb gleiche Klassen unterschiedliche Rabatte aufweisen können.

Beispiel: 
Bei der Motorrad-Versicherung reicht die Staffelung der Schadenfreiheitsklassen meist nur von 0 bis 20 – der Schadenfreiheitsrabatt der Kfz-Haftpflicht in SF-Klasse 3 beträgt bei uns 39%.

Bei der Autoversicherung reicht die Staffelung der Schadenfreiheitsklassen meist von 0 bis 50 – der Beitragssatz der Kfz-Haftpflicht in SF-Klasse 3 beträgt bei uns 52%. 

Übertragen wird also bei einem Fahrzeugwechsel ausschließlich die Anzahl der schadenfreien Jahre, nicht der daraus resultierende Schadenfreiheitsrabatt. Aus diesem Grund können auch eventuell bestehende Vorteile aus einer Sondereinstufung nicht übertragen werden.

Berücksichtigt werden die „unfallfreien Jahre“

Bei der Leichtkraftradversicherung endet die Staffelung mit Erreichen der Schadenfreiheitsklasse 3. Die unfallfreien Jahre werden jedoch von der Versicherung weiter erfasst und bei einem Wechsel z. B. zum Pkw angerechnet.

Beispiel: Wenn Sie Ihr Leichtkraftrad nach Erreichen der höchsten SF-Klasse 3 noch 10 weitere Jahre unfallfrei versichert haben, werden diese Jahre bei einem Wechsel zur Autoversicherung automatisch angerechnet und Sie steigen mit SF-Klasse 13 ein.

Die Übertragung des Schadenfreiheitsrabattes auf ein neues Fahrzeug ist auch bei gleichzeitigem Versicherungswechsel möglich.

Beim Versichern des ersten eigenen Autos sparen

Schadenfreiheitsklasse für Fahranfänger: In der Kfz-Versicherung Prozente übernehmen 

Nicht jeder nimmt nach der Führerscheinprüfung gleich im eigenen Wagen Platz. Oft nutzen junge Fahrer die Autos der Eltern und Großeltern. Irgendwann soll dann aber doch ein eigener Pkw vor der Tür stehen und selbst versichert werden. Der Autokauf reißt immer ein tiefes Loch ins Portemonnaie. Sparen lässt sich eventuell bei der Autoversicherung des ersten eigenen Wagens.

Wie tief Sie als Versicherungsneuling dafür in die Tasche greifen müssen, kann von Ihrer bisherigen Fahrpraxis abhängen. Hat man in der Vergangenheit zum Beispiel regelmäßig das Auto seiner Eltern, Schwieger- oder Großeltern genutzt, kann man eventuell den Schadenfreiheitsrabatt dieses Wagens übernehmen.

Wie das geht? Ihr Verwandter muss – als bisheriger Anspruchsberechtigter – seinem Kfz-Versicherer mitteilen, dass er auf den Schadenfreiheitsrabatt (SF-Rabatt) des gemeinsam genutzten Pkw verzichtet. Im Gegenzug beantragen Sie als der künftige Versicherungsnehmer die Übernahme dieses Rabatts. Als Nachweis für die Dauer der Fahrzeugnutzung teilen Sie dem Versicherer zusätzlich mit, wie lange Sie einen Führerschein besitzen. Dieser Zeitraum entscheidet darüber, in welche SF-Klasse der neue Kfz-Versicherungsvertrag eingestuft wird.

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