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Schadenfreiheitsklasse

(SF-Klasse)

Unfallfrei auf zwei Rädern – das zahlt sich auch bei einem Umstieg zum Pkw aus!

Beim Wechsel vom Kraftrad auf einen Pkw können Sie Ihre Schadenfreiheitsklasse einfach mitnehmen.

Mit jedem schadenfreien Versicherungsjahr in der Kfz-Versicherung verbessert sich die sogenannte Schadenfreiheitsklasse und langfristig sind immer niedrigere Beiträge zu zahlen – das gilt für Pkw ebenso wie für Motorräder und Leichtkrafträder.

Was viele aber nicht wissen – beim Umstieg vom Zweirad auf den Pkw kann man seine unfallfreien Jahre aus der entsprechenden Zweiradversicherung einfach in die Autoversicherung mitnehmen. Oder umgekehrt.

Was versteht man unter Schadenfreiheitsklassen (SF-Klassen)?

Die Schadenfreiheitsklasse (SF-Klasse) gibt die Anzahl der unfallfreien Versicherungsjahre an. Mit jedem unfallfreien Jahr wird man eine Schadenfreiheitsklasse höher gestuft – wobei jedes Kalenderjahr gezählt wird, in dem der Versicherungsnehmer mind. 6 Monate eine Kfz-Versicherung hatte und keinen Schaden gemeldet hat.

Je höher die Schadenfreiheitsklasse, desto höher auch der vom Versicherer gewährte Schadenfreiheitsrabatt (und dementsprechend niedriger der zu zahlende Beitragssatz).

Für die Haftpflicht- und Vollkaskoversicherung wird dabei jeweils eine eigenständige Schadenfreiheitsklasse vergeben – die Klassen können also unterschiedlich sein, z. B. wenn in einer der Versicherungen ein Schaden reguliert wurde. In der Teilkaskoversicherung gibt es keine Schadenfreiheitsklassen.

Rückstufung im Schadenfall

Wenn man einen Schaden über seine Kfz-Versicherung regulieren lässt, wird man in eine niedrigere Schadenfreiheitsklasse zurückgestuft. Wie weit man zurückgestuft wird, hängt von der bereits erreichten SF-Klasse ab und ist zudem von Versicherer zu Versicherer unterschiedlich geregelt.

Tipp: Um eine Zurückstufung im Schadenfall zu vermeiden, ist es unter Umständen sinnvoll, kleinere Schäden selbst zu übernehmen und nicht bei der Versicherung zu melden.

Mitnahme der Schadenfreiheitsklasse

Die Mitnahme der Schadenfreiheitsklasse ist grundsätzlich möglich wenn beide Fahrzeuge derselben Fahrzeuggruppe zugeordnet werden. Die Versicherer unterscheiden hier 3 Fahrzeuggruppen:

Fahrzeuge der Gruppe 1: z. B. PKW, Leichtkrafträder, Krafträder, Campingfahrzeuge, Lieferwagen, Gabelstapler und Krankenwagen.

Fahrzeuge der Gruppe 2: z. B. Taxen, Mietwagen, Zugmaschinen und Lkw im Werkverkehr.

Fahrzeuge der Gruppe 3: z. B. LKW und Zugmaschinen im gewerblichen Güterverkehr, Kraftomnibusse und Abschleppwagen.

 

Wer von seinem Motorrad oder Leichtkraftrad auf einen Pkw umsteigt, kann den Schadenverlauf vom Zweirad also einfach mitnehmen und den Pkw in derselben Schadenfreiheitsklasse versichern. Einzige Voraussetzung ist, dass die „alte“ Versicherung beendet wird.

Tipp: Auch wenn Sie schon länger nicht mehr Motorrad fahren, kann sich der Blick in die alten Unterlagen lohnen – denn die meisten Versicherer akzeptieren die Mitnahme der Schadenfreiheitsklasse noch bis zu 7 Jahre nach Kündigung des alten Vertrages.

Die Schadenfreiheitsklasse bleibt gleich – der Rabatt ändert sich

Bei den einzelnen Kfz-Versicherungen (Pkw, Motorrad, Leichtkraftrad etc.) sind Schadenfreiheitsklassen unterschiedlich gestaffelt – weshalb gleiche Klassen unterschiedliche Rabatte aufweisen können.

Beispiel: Bei der Autoversicherung reicht die Staffelung der Schadenfreiheitsklassen von 0 bis 35 – der Beitragssatz der Kfz-Haftpflicht in SF-Klasse 3 beträgt bei der HUK-COBURG ca. 56%.

Bei der Leichtkraftrad-Versicherung reicht die Staffelung der Schadenfreiheitsklassen meist nur von 0 bis 3 – der Schadenfreiheitsrabatt der Kfz-Haftpflicht  in SF-Klasse 3 beträgt ca. 30%.

Übertragen wird also bei einem Fahrzeugwechsel ausschließlich die Anzahl der schadenfreien Jahre, nicht der daraus resultierende Schadenfreiheitsrabatt. Aus diesem Grund können auch eventuell bestehende Vorteile aus einer Sondereinstufung nicht übertragen werden.

Berücksichtigt werden die „unfallfreien Versicherungsjahre“

Bei der Leichtkraftradversicherung endet die Staffelung mit Erreichen der Schadenfreiheitsklasse 3. Die unfallfreien Jahre werden jedoch von der Versicherung weiter erfasst und bei einem Wechsel z. B. zum Pkw angerechnet.

Beispiel: Wenn Sie Ihr Leichtkraftrad nach Erreichen der höchsten SF-Klasse 3 noch 10 weitere Jahre unfallfrei versichert haben, werden diese Jahre bei einem Wechsel zur Autoversicherung automatisch angerechnet und Sie steigen mit SF-Klasse 13 ein.

Die Übertragung des Schadenfreiheitsrabattes auf ein neues Fahrzeug ist auch bei gleichzeitigem Wechsel des Versicherers möglich.

Sonderfall Rabattschutz

Aufpassen müssen Versicherte, die in ihrer aktuellen Police einen sogenannten Rabattschutz vereinbart und bereits in Anspruch genommen haben. Die bisherige Versicherung hat die Schadenfreiheitsklasse in diesem Fall ohne Berücksichtigung des Schadens weitergeführt, die neue Gesellschaft muss den Schaden jedoch bei der Berechnung des Schadenfreiheitsrabattes mit einbeziehen und den Kunden zurückstufen.

Tipp: Falls Sie in Ihrem bestehenden Vertrag bereits einen Rabattschutz in Anspruch genommen haben, fragen Sie vor einem Wechsel erst beim neuen Versicherer an, ob und um wie viele Klassen Sie zurückgestuft werden.

Nützliche Links für weitere Informationen

Hinweis zur persönlichen Beratung


Bitte beachten Sie: Nur eine persönliche Beratung garantiert Ihnen einen bedarfsgerechten Versicherungsschutz.

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