Zecken erobern Deutschland

Warum die Spinnentiere mehr sind als Plagegeister

Warum werden Zecken immer gefährlicher?

Das Robert-Koch-Institut hat 5 neue Risikogebiete für Zecken veröffentlicht – allein 3 davon in Bayern. Mit FSME ist tatsächlich nicht zu spaßen, aber es gibt eine Impfung. Und Borreliose? Gegen die Bakterieninfektion kann man selbst etwas tun.

Zecken an sich sind nicht gefährlich, ein Zeckenstich ist nicht viel schlimmer als ein Mückenstich. Zur Gefahr werden die kleinen Vampire nur, wenn sie Träger von Krankheitskeimen sind. Das ist beim FSME-Virus sehr selten und bei Borreliose häufiger der Fall. Zecken sitzen gern in hohem Gras, in Büschen und Unterholz und gelangen von dort auf ihre Wirtstiere und den Menschen. Sie bevorzugen kuschelige Hautstellen in Armbeuge, Haaransatz und Kniekehle.

Zecken haben inzwischen fast durchgehend Saison – milde Winter machen’s möglich.

Die STIKO, das ist die Ständige Impfkommission des Robert-Koch-Instituts, hat in den vergangenen Jahren aus Sicherheitsgründen immer mehr Gebiete in Deutschland als FSME-Risikogebiete festgelegt. Das bedeutet aber nicht, dass in diesen Gebieten alle Zecken gefährlich wären: auch dort sind es nur höchstens fünf Prozent der Zecken.


Inhaltsverzeichnis


Was ist FSME?

FSME bedeutet Frühsommer-Meningoenzephalitis und ist eine von Zecken übertragene virusbedingte Entzündung des Gehirns und der Hirnhäute. Menschen können das FSME-Virus nicht übertragen. Ebenso wie viele Viruserkrankungen auch lässt sich FSME nicht ursächlich behandeln, nur lindern. Daher ist eine Impfung eine gute Idee, denn sie ist die einzige Möglichkeit, sich zuverlässig zu schützen. Laut Auskunft des Robert-Koch-Instituts gibt es in Deutschland jedes Jahr 200 bis 500 FSME-Fälle. Tendenz steigend. 2018 waren es schon 583 Fälle von FSME.
 

Symptome einer FSME sind

  • Kopfschmerzen und Fieber wie bei einer Erkältung. In Zweidrittel aller Fälle bleibt es bei diesen harmlosen Symptomen.
  • In einem Drittel der Fälle ist jedoch das zentrale Nervensystem betroffen, was sich zum Beispiel in einer Hirnhautentzündung äußert.
  • Eine Hirnhautentzündung (Meningitis) zeigt sich in hohem Fieber, Schwindel, starken Kopfschmerzen, Übelkeit sowie einem ausgeprägten Krankheitsgefühl.
  • Noch ärger ist eine Hirnhaut- und Hirnentzündung (Meningoenzephalitis), wo zu den oben genannten Beschwerden noch neurologische Ausfälle (etwa Lähmungen, Sprachstörungen) hinzukommen.
  • Entzündet sich zudem das Rückenmark, ist auch die willkürliche Muskulatur betroffen (Lähmungen der Gliedmaßen, Schluckstörungen). Das ist die schlimmste Form der FSME. Mit bleibenden Schäden ist vor allem bei älteren Personen zu rechnen.
  • Manche FSME-Infizierte bekommen überhaupt keine Symptome.

Wie kann ich mich vor einem Zeckenstich schützen?

Am besten lassen Sie an Ihre Haut keine Zecke.

  • Wandern oder joggen Sie lieber in langer Hose und mit festem Schuhwerk.
  • Wenn Sie durchs Gebüsch streifen, stecken Sie die Hose in die Socken.
  • Tragen Sie Repellents (Insektenschutzmittel) zum Schutz auf Haut und Kleidung auf.
  • Entfernen Sie die Zecke rasch, falls sich eine an Ihnen festgesaugt hat.

Achtung: Ein rasches Entfernen der Zecke schützt vor Borreliose, gegen FSME wirkt es nicht. Vor der Viruserkrankung schützt allein eine Impfung.

Wann macht eine Impfung gegen FSME Sinn?

Eine Impfung gegen FSME macht Sinn,

  • wenn Sie in einem der Risikogebiete wohnen.
  • wenn Sie dort Urlaub machen.
  • wenn Sie älter als 65 Jahre sind und sich in einem FSME-Gebiet aufhalten. Ältere Personen sind besonders von schweren FSME-Verläufen betroffen.

Was ist Borreliose?

Borreliose ist eine von Bakterien (den Borrelien) verursachte Infektionserkrankung, die durch Zecken übertragen wird. Menschen können die Krankheit nicht direkt weitergeben. Im Fall der Zecken heißt die Erkrankung Lyme-Borreliose und ist wesentlich häufiger als FSME. Gegen die Erreger gibt es keine Impfung; Borreliose lässt sich aber sehr wirkungsvoll mit Antibiotika behandeln. Die Wahrscheinlichkeit der Übertragung steigt, je länger die Zecke Blut saugen kann. Deshalb sollten die Tiere so schnell wie möglich aus der Haut entfernt werden.

  • Borreliose macht sich häufig durch die typische Wanderröte rund um den Zeckenstich, aber auch an anderen Körperstellen bemerkbar.
  • Zwischen Ansteckung und Ausbruch der Erkrankung können Tage, Wochen und Monate vergehen.
  • Borrelien gelangen erst nach Stunden ins Blut des Wirtstieres, daher die Zecke immer möglichst rasch entfernen.

Was muss ich tun, wenn ich eine Zecke entdecke?

Sind Sie oder Ihre Kinder in Wald und Wiese unterwegs gewesen, sollten Sie die Haut immer gründlich nach Zeckenstichen untersuchen. Auch bei Katze oder Hund empfiehlt sich dieses Vorgehen.

Eine festgebissene Zecke liegt in der Regel flach auf der Haut auf. Richten Sie die Zecke zunächst ein wenig auf, sodass sie besser zu greifen ist. Greifen Sie nun bspw. mit einer Zeckenzange unter die Zecke – möglichst dicht an der Hautoberfläche, direkt am Zeckenkopf. Dann ziehen Sie sie vorsichtig von der Haut weg und anschließend kontrolliert, mit einer Drehbewegung (Vierteldrehung), heraus. Die Drehbewegung hat sich als recht effektiv erwiesen, da hier das Zurückbleiben des Stechapparates in der Haut verhindert wird. Zecken haben kein Gewinde, sie halten sich aktiv mit ihren Widerhaken fest.

Wenn das Entfernen im ersten Versuch nicht gelingt, probieren SIe es noch einmal und bleiben Sie dabei ruhig.

Bei einer Zeckenentfernung kann es durchaus vorkommen, dass Reste der Zecke unter der Haut bleiben. In der Regel handelt es sich hierbei jedoch nicht um den Kopf, sondern um einen Teil des Stechapparates. Der kleine Fremdkörper wird nach kurzer Zeit meist von selbst abgestoßen.

Bei Beschwerde nach Zeckenstichen ist es unbedingt ratsam, einen Arzt aufzusuchen. Beispielsweise wenn eine Rötung an der Einstichstelle nicht zurückgeht oder sich ausbreitet, wenn die Einstichstelle anschwillt, schmerzt, heiß wird und pocht oder grippeähnliche Symtome auftreten. 

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