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Impfungen

Lesezeit: 7 Minuten
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Aktualisiert am: 30.12.2024
Arzt füllt Impfpass aus.

Warum schützen Impfungen nicht nur uns selbst?

Impfungen schützen vor teils lebensgefährlichen Infektionskrankheiten und tragen gleichzeitig dazu bei, Menschen zu schützen, die (noch) nicht geimpft werden können. Doch wie funktionieren Impfungen eigentlich, welche Rolle spielt dabei unser Immunsystem und warum schützt eine Impfung nicht nur den eigenen Körper?

In unserem Ratgeber erfahren Sie mehr über die Funktionsweise von Impfungen und ihre Bedeutung für den individuellen und gemeinschaftlichen Schutz.

Das ist unser Immunsystem

Wer verstehen will, wie eine Impfung funktioniert, sollte sich zunächst genauer mit dem Immunsystem auseinandersetzen. Denn dessen Abläufe sind letztendlich für den Aufbau des Impfschutzes zuständig.

Unser Immunsystem hat die Aufgabe, schädliche Prozesse abzuwehren. Diese können von fremden Erregern, die von außen in den Körper eindringen, verursacht werden oder von unserem Körper selbst. Die Abwehrreaktion wird z. B. in diesen Fällen ausgelöst:

  • Infektionen durch Krankheitserreger, wie z. B. Viren oder Bakterien
  • Schadstoffe aus der Umgebung
  • Krankhafte Veränderungen, wie z. B. Krebs.

Die Abwehrzellen in unserem Köper erkennen diese potenziell schädlichen Eindringlinge an den sogenannten Antigenen. Wurden die Antigene erkannt, veranlassen die Abwehrzellen die Antwort durch die anderen beteiligten Zelltypen.

Das Immunsystem eines jeden Menschen steht auf zwei Beinen: Dem angeborenen Immunsystem und der adaptiven Immunabwehr.

Das angeborene Immunsystem…

… wird allein durch die Genetik festgelegt und ist nicht anpassbar
… reagiert schnell, aber unspezifisch.
… kommt vor allem bei Schadstoffen und Keimen zum Einsatz.
… reagiert z. B. mit Entzündungen.

Die adaptive Immunabwehr…

… erarbeitet ihre Abwehr auf Zellebene und produziert Antikörper, die genau auf den Erreger passen.
… reagiert sehr spezifisch auf neue und bislang unbekannte oder bereits bekannte Gefahren.
… sorgt dafür, dass nach der Infektion Informationen in sogenannten Gedächtniszellen zurückbleiben. So wird die Bekämpfung bei erneuter Infektion erleichtert.

Genau diese adaptive Immunabwehr machen sich Impfungen zunutze.

Wie funktionieren Impfungen?

Das Ziel einer jeden Impfung ist es, Infektionskrankheiten zurückzudrängen. Beispiele wie Masern, Cholera, Hepatitis A und B, Polio, Röteln, Mumps, Typhus und Tollwut zeigen, wie das funktionieren kann. Auch Krebserkrankungen, wie z. B. Gebärmutterhalskrebs, die von sogenannten HP-Viren ausgelöst werden, können durch Impfungen erfolgreich eingedämpft werden.

Die Idee der Impfung ist einfach: Es wird eine Immunreaktion provoziert, ohne dass eine Gefahr für den Körper besteht. So wird der Körper auf das Eindringen des Erregers vorbereitet. Die direkten körperlichen Reaktionen auf den Impfstoff sind in der Regel mild.

  • Lokale Reaktionen: Rötung, Warmwerden oder Schmerzen an der Einstichstelle
  • Allgemeine Reaktionen: Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, Durchfall oder Übelkeit und Mattheit.

Diese Symptome sind kein schlechtes Zeichen: Sie deuten darauf hin, dass der Körper die Impfung verarbeitet.

Auf diese Weise wird ein Schutz aufgebaut, der einen Ausbruch der Krankheit im Ernstfall verhindert oder zumindest einen milderen Verlauf sichert. Wir sprechen hier auch von aktiver Immunisierung, denn der Körper muss aktiv etwas tun, um den Schutz aufzubauen.

Passive Immunisierung

Während bei einer aktiven Immunisierung der Körper selbst dazu angeregt wird, Antikörper zu bilden, werden bei einer passiven Immunisierung die entsprechenden Antikörper direkt zugeführt, die eine Erkrankung verhindern bzw. bekämpfen können. Diese Antikörper werden entweder aus Blutplasma gewonnen oder gentechnisch hergestellt. Das Immunsystem bleibt dabei passiv, weshalb man diese Form der Immunisierung auch nicht wirklich als Impfung bezeichnen kann.

Der Vorteil ist, dass die passive Immunisierung auch zur direkten Behandlung eingesetzt werden kann, ohne dass unser Immunsystem erst „hochfahren“ muss. Die Wirkungsdauer ist allerdings das Problem: Sie hält nur so lange an, bis der Körper die Antikörper abgebaut hat, also ca. 30 Tage. Passive Immunisierung wird z. B. bei Tetanus oder Tollwut eingesetzt.

Welche Impfstoffe gibt es?

Um eine entsprechende Immunreaktion des Körpers zu erzeugen, gibt es verschiedene Herangehensweisen mit unterschiedlichen Arten von Impfstoffen.

  • Lebendimpfstoffe

    Bei einer Impfung mit Lebendimpfstoffen werden tatsächlich lebende Erreger injiziert. Dabei modifiziert man die Stämme allerdings so, dass sie die eigentliche Krankheit nicht mehr auslösen können. Trotzdem sind sie weiterhin in der Lage, sich zu vermehren. Darum bezeichnet man sie auch als „lebend“.

    Die Erreger sind mit den „richtigen“ Krankheitserregern so stark verwandt, dass sie dieselbe Antwort des Immunsystems provozieren. Die Krankheit bleibt aber aus. Für die Impfung folgender Krankheiten werden Lebendimpfstoffe verwendet:

    • Masern
    • Mumps
    • Röteln
    • Pocken
    • Influenza
    • Tollwut
    • Typhus
    • Cholera
    • Gelbfieber

    In der Regel reicht hier eine einmalige Impfung aus, um eine lebenslange Immunität herzustellen.

  • Totimpfstoffe

    Totimpfstoffe enthalten, anders als Lebendimpfstoffe, kein vermehrungsfähiges Material. Sie bestehen vielmehr aus abgetöteten Krankheitserregern bzw. aus einzelnen Antigenen. Totimpfstoffe werden in der Regel zu unterschiedlichen Impfstoffen weiterentwickelt:

    • Spaltimpfstoffe: Die Erreger werden mit Tensiden oder Lösungsmitteln zerstört. Die einzelnen Proteine werden dann für die Impfstoffproduktion verwendet.
    • Subunit-Impfstoffe: Hier ist nur noch das Antigen selbst im Impfstoff enthalten.
    • Konjugatimpfstoffe: Das Antigen wird an ein Proteinmolekül als Träger gekoppelt. Dadurch erreicht es eine längere und zuverlässigere Wirksamkeit.
    • VLP-Impfstoffe (Virus-Like-Protein-Impfstoffe): Die Antigene werden mit anderen Molekülen zusammengesetzt, sodass ein „Virus“ entsteht, das dem richtigen Virus sehr ähnelt, aber nicht vermehrungsfähig ist. VLP-Impfstoffe können wirksamer als andere Impfstoffe sein.

    Totimpfstoffe kommen vor allem gegen diese Krankheiten zum Einsatz:

    • FSME
    • Diphtherie
    • HP-Viren (z. B. Gebärmutterhalskrebs)
    • Tetanus
    • Influenza
    • Cholera
    • Keuchhusten

    Oftmals sind hier Auffrischungsimpfungen notwendig, um eine ausreichende Wirkung zu gewährleisten.

  • Genbasierte Impfstoffe

    Während bei Lebend- und Totimpfstoffen die Antigene des eigentlichen Erregers zum Einsatz kommen, regen genbasierte Impfstoffe den Körper dazu an, diese Antigene selbst zu produzieren. Die provozierte Reaktion im Körper läuft dabei nicht nur zwischen den Zellen ab (humoral), sondern auch innerhalb der Zellen selbst. Wir unterscheiden hier zwischen Vektor-, mRNA- und DNA-Impfstoffen.

    • Vektorimpfstoffe bestehen aus genetisch veränderten, harmlosen Viren (auch Adenoviren). Diesen Viren wird ein Bestandteil des eigentlichen Virus mitgegeben. Nachdem sie in den Körper injiziert werden, kommt es zur Produktion sogenannter Spike-Proteine. Diese stuft das Immunsystem wiederum als körperfremd ein.Die Folge: Der Körper produziert passende Antikörper und legt die entsprechenden Informationen in den Gedächtniszellen ab. Vektorimpfstoffe kennen wir vor allem im Zusammenhang mit Impfungen gegen Covid-19. AstraZeneca, Johnson & Johnson sowie der russische Stoff Sputnik V gehören zu dieser Gruppe. Aber auch gegen Dengue-Fieber und Ebola kommen Vektorimpfstoffe zum Einsatz.
    • Sogenannte mRNA-Impfstoffe funktionieren nach einem ganz ähnlichen Prinzip. Hier wird jedoch die mRNA mit dem Bauplan für die Protein-Spikes in die Zelle des Körpers eingeschleust. Ihre Hülle aus Fetten erlaubt es ihr, die Zellwände zu passieren. Das regt die Körperzellen an, diese Spike-Proteine ebenfalls zu produzieren. Das Immunsystem reagiert darauf, indem es sie mit Antikörpern bekämpft. Bekannt wurden mRNA-Impfstoffe durch Injektionen gegen Covid-19 von BioNTech/Pfizer und Moderna. Dies sind momentan auch die einzigen Impfstoffe dieser Art, die für die Bevölkerung zugelassen sind. Doch auch für andere Krankheiten werden diese Präparate derzeit erforscht und getestet.
    • DNA-Impfstoffe sind noch ein absolutes Nischenprodukt. Ausschlaggebend ist hier, dass statt der mRNA ein Stück DNA verwendet wird. Die Zelle schreibt dieses Stück DNA dann selbst in mRNA um. Im Anschluss reagiert der Körper genau wie bei mRNA-Impfstoffen. Seit 2021 ist der erste und bis jetzt auch der einzige DNA-Impfstoff gegen Covid-19 auf dem Markt, nämlich ZyCoV-D.

Warum Impfungen wichtig sind

Impfungen schützen nicht nur die geimpfte Person selbst, sondern tragen wesentlich zur Sicherheit der gesamten Bevölkerung bei.

Schutz für sich selbst und andere
Wer sich gegen eine Krankheit impfen lässt, profitiert doppelt:

  • Eigener Schutz: Geimpfte Personen erkranken seltener oder weniger schwer.
  • Schutz des Umfelds: Der individuelle Impfschutz hilft auch Menschen im Umfeld, die sich aus gesundheitlichen Gründen nicht impfen lassen können.

Beispiele:

  • Neugeborene: Eltern mit einem Neugeborenen, das für bestimmte Schutzimpfungen noch zu jung ist, können sich in einem Umfeld sicherer fühlen, in dem Kinder und Erwachsene geimpft sind.
  • Schwer erkrankte Personen: Wichtige Impfungen schützen Menschen, die zum Beispiel an Krebs erkrankt sind oder sich aufgrund einer chronischen Erkrankung nicht impfen lassen können.

Je mehr Menschen geimpft sind, desto schwerer haben es Krankheitserreger, sich auszubreiten. Diesen Schutz der Gemeinschaft nennt man Herdenimmunität.
Nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts starben zwischen 2007 und 2017 etwa 190.000 Menschen in Deutschland an den Folgen von Infektionen, vor denen Impfungen hätten schützen können.

Zwei Ebenen des Impfschutzes

Impfungen wirken auf zwei Ebenen bei der Bekämpfung gefährlicher Krankheiten:

  • 1. Individuell: Wer geimpft ist, erkrankt seltener oder weniger schwer an der betreffenden Krankheit.
  • 2. Gesellschaftlich: Lassen sich genügend Menschen impfen, wird der Erreger zurückgedrängt und im Idealfall weitgehend ausgerottet. In diesem Fall spricht man von Herdenimmunität.

Sicherheit von Impfstoffen

Da bei einer Impfung körperfremde Stoffe in den Organismus gelangen, bestehen häufig Sorgen hinsichtlich möglicher gesundheitlicher Schäden. Impfstoffe unterliegen jedoch strengen Kontrollen und mehreren Sicherheitsebenen. Grundsätzlich kann bei Impfstoffen von sehr sicheren Arzneimitteln ausgegangen werden.
Wesentliche Aspekte der Sicherheit sind:

  • 1. Zulassungsverfahren: Das Zulassungsverfahren für Impfstoffe unterliegt sehr hohen Anforderungen.
  • 2. Risiko-Nutzen-Abwägung: Bei der Empfehlung für den Einsatz von Impfstoffen werden Risiko und Nutzen sorgfältig gegeneinander abgewogen.
  • 3. Überwachung des Einsatzes: Der Einsatz von Impfstoffen wird umfassend überwacht, um auch seltenste Nebenwirkungen zu erkennen. Dies wird als Pharmakovigilanz bezeichnet.

Nebenwirkungen von Impfungen

Wie bei jedem anderen Arzneimittel können auch bei Impfungen unerwünschte Nebenwirkungen auftreten. Dabei handelt es sich jedoch um absolute Ausnahmefälle.

Zwischen 2005 und 2009 wurden über 211 Millionen Impfdosen verabreicht. In diesem Zeitraum kam es zu 169 Fällen, in denen eine dauerhafte Schädigung nachgewiesen werden konnte. Das entspricht einer Wahrscheinlichkeit von 0,00008%.

Was bringen Impfungen?

Das Ziel der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist es, bestimmte Infektionskrankheiten – wie Kinderlähmung und Masern – durch Impfungen weltweit auszurotten. Damit dies gelingt, ist eine Impfquote von rund 95 % erforderlich.

  • Kinderlähmung (Polio): Bei der Kinderlähmung (Polio) ist dieses Ziel in Europa bereits erreicht. Durch hohe Durchimpfungsraten gilt: Polio ist bei uns ausgerottet.
  • Masern: Bei den Masern kommt es dagegen immer wieder zu heftigen Ausbrüchen. Ein wesentlicher Grund dafür ist, dass viele Eltern die Gefahr von Masern unterschätzen und ihre Kinder nicht impfen lassen. Masern gehören nach wie vor zu den ansteckendsten Infektionskrankheiten überhaupt. Die vermeintlich „harmlose“ Kinderkrankheit kann zu schweren Komplikationen bis hin zum Tod führen.

Um einen ausreichenden Schutz sicherzustellen, ist es sinnvoll, den eigenen Impfstatus regelmäßig ärztlich kontrollieren zu lassen oder selbst einen Blick in den Impfausweis zu werfen.

Die Vorteile von Schutzimpfungen

Schutz vor bestimmten Infektionskrankheiten
Unterbrechung von Infektionsketten
Aufbau einer Herdenimmunität
Langfristig: Ausrottung des Erregers

Wichtige Impfungen für Babys, Kinder & Jugendliche

Die Ständige Impfkommission (STIKO) gibt jährlich aktualisierte Impfempfehlungen heraus. Der Impfkalender (auf Seiten des Robert Koch Instituts - RKI) listet auf, welche Standardimpfungen in welchem Lebensalter sinnvoll sind.

Unterschätzte Schutzimpfungen

Gefährliche Krankheiten wie Pocken oder Kinderlähmung kennen viele Menschen heute nur noch aus Geschichtsbüchern. Durch erfolgreiche Impfprogramme haben zahlreiche Krankheiten ihren Schrecken verloren – und gerade das führt häufig zu einer gewissen Sorglosigkeit.

Dabei sind die Erreger von Masern, Mumps, Röteln, Keuchhusten und anderen Infektionskrankheiten nach wie vor weit verbreitet.

Aktuelles Risiko durch vermeintlich „alte“ Krankheiten

Immer wieder kommt es bei

  • ungeimpften Kindern und Erwachsenen sowie
  • abwehrgeschwächten Personen

zu schweren Erkrankungen und bleibenden Schädigungen.

Um frühzeitig einen ausreichenden Grundimmunisierungsschutz zu erreichen, empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) eine frühzeitige Impfung von Babys und Kindern gegen rund ein Dutzend Krankheiten.

Wichtige Punkte:

  • Häufig werden Mehrfachimpfungen eingesetzt, um mit wenigen Terminen mehrere Schutzimpfungen abzudecken.
  • Die Impftermine werden meist direkt im Rahmen der Vorsorgeuntersuchungen vereinbart.

Impfungen im Jugendalter

Auch im Jugendalter sollten Impfungen trotz seltenerer Arztbesuche nicht in Vergessenheit geraten.

Besonders zu beachten: Bei Klassenfahrten ins Ausland ist ein vollständiger Impfschutz besonders wichtig. Nach einer erfolgreichen Grundimmunisierung sind im Jugendalter in der Regel Auffrischungsimpfungen erforderlich, um den Schutz langfristig zu erhalten:

  • Diphtherie
  • FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis)
  • Hepatitis B
  • Hib (Haemophilus influenzae Typ b) – bis zum 5. Lebensjahr
  • HPV (Humane Papillomaviren) – ab dem 9. Lebensjahr
  • Keuchhusten (Pertussis)
  • Masern
  • Meningokokken
  • Mumps
  • Pneumokokken – bis zum 2. Lebensjahr
  • Polio (Kinderlähmung)
  • Rotaviren – bis zum 5. Monat
  • Röteln
  • Tetanus (Wundstarrkrampf)
  • Windpocken (Varizellen)

Empfohlene Standardimpfungen für Erwachsene

Auch Erwachsene sollten regelmäßig empfohlene Impfungen auffrischen.

So empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) Erwachsenen, beispielsweise Impfungen gegen Diphtherie, Wundstarrkrampf und Keuchhusten alle zehn Jahre zu wiederholen.

Zu den empfohlenen Impfungen ab 60 Jahren zählen Pneumokokken und Grippe.

Wichtige Impfungen bei Erwachsenen sind:

  • Diphtherie
  • FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis)
  • Grippe (Influenza)
  • Keuchhusten (Pertussis)
  • Masern
  • Pneumokokken
  • Polio (Kinderlähmung)
  • Tetanus (Wundstarrkrampf)
  • Herpes zoster

Tipp: Fragen Sie Ihren Arzt nach einer Impfberatung. Die Kosten der Beratung werden bei Impfungen, die die STIKO empfiehlt, von der Krankenkasse übernommen.
Die Beratung zu Reiseimpfungen zählt dagegen zu den individuellen Gesundheitsleistungen. Diese müssen Sie in der Regel selbst bezahlen.

Mythen und Halbwahrheiten rund ums Impfen

Viele Eltern sind der Ansicht, dass das Durchmachen von Krankheiten für die Entwicklung eines Kindes wichtig sei. Oft wird dabei darauf verwiesen, dass frühere Generationen Masern, Mumps oder Röteln durchgemacht hätten, ohne dass es ihnen angeblich geschadet habe.

Ein weiteres Argument von Impfgegnern lautet, Neugeborene erhielten von der Mutter ausreichend Abwehrstoffe, sodass ein zusätzlicher Impfschutz nicht notwendig sei.

Andere sind überzeugt, dass die Wirkung von Impfungen nie belegt worden sei und vor allem die Pharmaindustrie von Impfstoffen profitiere. Häufig wird auch auf Kinderärzte verwiesen, die angeblich generell vom Impfen abraten.

Die Mythen und Halbwahrheiten rund um das Thema Impfen halten sich seit Jahren hartnäckig. Dies ist problematisch, denn:

  • bestimmte Infektionskrankheiten können dadurch nicht ausgerottet werden
  • die Gesundheit von besonders gefährdeten Personen wird dadurch zusätzlich belastet

Seriöse und wissenschaftlich fundierte Antworten auf die 20 häufigsten Argumente gegen das Impfen finden Sie auf der Website des Robert Koch-Instituts (RKI).

Ein Exkurs in die Geschichte der Impfung

Der Beginn der systematischen Impferforschung geht zurück auf die großen Pockenepidemien im 18. Jahrhundert. Der englische Arzt Edward Jenner gilt seit jeher als Pionier in der Impfforschung. Er hatte im Jahr 1798 eine bahnbrechende Entdeckung gemacht, die später wesentlich zur Erschaffung der Impfstoffe beitrug. Jenner beobachtete, dass Frauen sich beim Melken von Kühen häufig mit Kuhpocken infizierten. Im Gegensatz zu den „normalen“ Pocken schien diese Krankheit für Menschen aber ungefährlich zu sein. Was ihn stutzig machte: Wer eine Kuhpockeninfektion überstanden hatte, infizierte sich nicht mehr mit den für den Menschen gefährlichen Pocken.

Ein Feldversuch bestätigte Jenners Vermutung: Er infizierte einen kleinen Jungen zunächst mit den ungefährlichen Kuhpocken. Als er genesen war, steckte er ihn mit den lebensbedrohlichen Pocken an. Das Ergebnis: Der Junge hatte eine Abwehr entwickelt und blieb nach der Pockeninfektion unversehrt – die Pockenimpfung war geboren.

Wie genau das Prinzip der Impfung tatsächlich funktionierte, wurde erst später aufgedeckt. Ausschlaggebend waren hier die Werke von Louis Pasteur (Theorie der Keime, 1864) und Robert Koch (Existenz des Milzbranderregers, 1876, und des Tuberkulose-Bakteriums, 1881).

England führte die Impfpflicht gegen Pocken im Jahr 1867 ein, Deutschland im Jahr 1874. Im Laufe der Zeit wurden mehr und mehr Impfstoffe entwickelt und große staatliche Impfkampagnen aufgelegt. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) veranstaltet seit 1967 großangelegte internationale Impfprogramme.

Auch heute noch können wir für Jenners Entdeckung dankbar sein: Viele ehemals gefährliche und weitverbreitete Krankheiten sind durch entsprechende Impfungen verschwunden oder zumindest stark zurückgedrängt worden. Pockenerreger existieren beispielsweise nur noch in 2 Laboren weltweit, Kinderlähmung und Diphtherie sind heute sehr selten.

Fazit: Mehr Schutz durch Impfungen

Wir können uns glücklich schätzen, dass es Medizinern und Forschern damals gelungen ist, das Prinzip der Impfung zu entdecken. Nur so ist es uns möglich, Pandemien und andere gefährliche Krankheiten zurückzudrängen.

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