Ständig erkältet?

So schützen Sie sich vor Infektionen

Der tägliche Trip in Bus und Bahn – Training oder Dauerstress für die Abwehr?

„Wer keine Angst vor Ansteckung hat, steckt sich auch nicht an“, pflegen Kinderärzte oft zu sagen. Rein wissenschaftlich gesehen, ist das natürlich nicht haltbar. Man zuckt auch ich immer wieder zusammen, wenn dicht neben einem in der U-Bahn jemand einen Niesanfall bekommt. Man könnte, um sich während der Erkältungszeit vor einer Ansteckung zu schützen, im öffentlichen Nahverkehr Handschuhe tragen, und versuchen daran zu denken, sich möglichst nicht ins Gesicht zu greifen. Mindestens aber genauso riskant wie die Fahrt in öffentlichen Verkehrsmitteln allerdings: gemeinsames Essen mit einem erkälteten Familienmitglied. Das geht eigentlich immer viral. Wenn man kaum erkältet ist, liegt das vielleicht an der Lebensweise? Oder vielleicht doch an einer positiven Einstellung?


Inhaltsverzeichnis


Grippe und Erkältung – so vermeiden Sie eine Ansteckung

Eine harmlose Erkältung (grippaler Infekt) und eine ernstzunehmende Grippe (Influenza) sind Virusinfektionen, die durch Tröpfchen übertragen werden. Die Erreger stecken in den Speicheltröpfchen, die Sie wie ein Zerstäuber verteilen, wenn Sie niesen oder husten. Die Krankheitserreger setzen sich auf Türgriffen und Armlehnen ab und gelangen von dort in die Atemwege Ihrer Mitmenschen – sie wandern über die Hand in Mund, Nase und Augen. Daher sollten Sie, wenn Sie erkältet sind, nicht in die Hand niesen oder husten, sondern in die Armbeuge.

Folgende Tipps sind ein guter Virenschutz:

  • Die Hände gründlich mit Seife waschen. Vor jedem Essen und immer, wenn Sie nach Hause kommen.
  • Hände raus aus dem Gesicht. Denn sie könnten auf der Rolltreppe einen Keim erwischt haben, der nun über Mundwinkel, Nase oder Auge in den Körper wandert.
  • Wer hat aus meinem Becherchen getrunken? Wer von meinem Tellerchen gegessen? Wer mein Nasenspray benützt? Das alles sind potenzielle Quellen der Ansteckung.
  • Gönnen Sie Ihrer Nase eine Spülung mit Kochsalzlösung, vor allem, wenn Sie sich mit vielen Leuten in geschlossenen Räumen befunden haben.
  • Stecken Sie Desinfektionsmittel bzw. einige Desinfektionstüchlein in Ihre Handtasche. So haben Sie eine kleine Notversorgung, falls kein Waschbecken in der Nähe ist.

Grippewelle – schützt uns das eigene Immunsystem?

Unser Immunsystem ist eine starke Waffe im Kampf gegen Infektionen. Wir sollten ihm hier voll vertrauen. Aber es benötigt von Zeit zu Zeit auch etwas Training. Deshalb spricht nichts dagegen, mit Menschen, die eine leichte Erkältung haben, in Kontakt zu kommen. Einer Untersuchung irischer und französischer Forscher zufolge bewirken leichte Infektionen, dass wir unser Immunsystem immer wieder updaten. Wahrscheinlich steckt dieses Phänomen hinter der Weisheit, wer keine Angst vor Ansteckung habe, stecke sich auch nicht (mit ernsten Infekten) an: Das Immunsystem lernt ständig neu, wie es sich gegen aktuelle Viren und Bakterien zu wehren hat.

Das gilt allerdings nicht für Senioren und Menschen, die aufgrund von chronischen Erkrankungen bereits ein geschwächtes Immunsystem haben.
 

Stärken können Sie Ihr Immunsystem durch

  • gesunde Ernährung und viel Bewegung an der frischen Luft,
  • ausreichend Schlaf: Laut einer aktuellen Studie schwächt erheblicher Schlafmangel unsere Körperabwehr.
  • Vermeidung von Stress: Er führt dazu, dass wir anfälliger für Infektionen werden.

Erkältungen, das wissen Fachleute schon lang, sind kein Zeichen für ein schwaches Immunsystem. Atemwegsinfektionen erwischen jeden von uns gelegentlich, selbst dann, wenn man alles tut, um sie zu vermeiden.
 

Tipps

  • Im Winter für warme Füße sorgen. Kalte Füße machen anfällig für Ansteckungen.
  • Wechselduschen und Saunabesuche härten den Körper ab.
  • Lüften Sie Ihr Büro und Ihr Zuhause mehrmals am Tag.

Der beste Schutz gegen Influenza ist die Grippeimpfung

Gegen grippale Infekte (Erkältungen) wirkt die jährliche Grippeimpfung zwar nicht, aber sie schützt vor der echten Influenza, die einen für mindestens 10 Tage niederstreckt und den Körper nachhaltig schwächt. Eine Grippe zählt zu den schwereren Erkrankungen, sie kann durchaus zu Komplikationen führen. Im Vergleich dazu sind mögliche Nebenwirkungen einer Grippeimpfung eher harmlos.

Weil sich die Viren immer wieder verändern, bietet die Grippe-Impfung keinen vollen Schutz. Er beträgt etwa 60%. Was aber nicht verkehrt ist, wenn Sie zu den 60% gehören, die in einer Grippewelle keine Grippe bekommen. Oder zu den Menschen, bei denen eine Grippe durch die Impfung zwar nicht verhindert werden konnte, aber weniger schwer verläuft.

Quellen

https://www.gesundheitsinformation.de/wie-schuetzt-man-sich-vor-erkrankungen-der.2501.de.html
https://www.infektionsschutz.de/infektionskrankheiten/uebertragungswege/troepfcheninfektion/
https://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/erkaeltung-schlaf-ist-oft-die-beste-medizin-und-foerdert-das-immunsystem-a-1253069.html
https://www.internisten-im-netz.de/aktuelle-meldungen/aktuell/krankenbesuche-trotz-erkaeltung.html
https://www.hno-aerzte-im-netz.de/krankheiten/schnupfen/vorbeugende-tipps.html

Das könnte Sie auch interessieren

Private Kranken­versicherung

Mit unserer privaten Krankenversicherung genießen Sie Vorzüge eines Privatpatienten. Unsere PKV bietet sich für Arbeitnehmer mit einem Mindesteinkommen von 62.550 € brutto, Selbstständigen und Freiberuflern an.

Jetzt berechnen