U-Untersuchungen –
Wichtige Vorsorge für Kinder

Vorbeugen ist besser als heilen!

Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen für Kinder sind absolut notwendig, um Erkrankungen oder Entwicklungsstörungen frühzeitig zu erkennen und zu behandeln. Ihr Kinderarzt wird aber auch genau hinhören, wenn Ihr Kind Sorgen in der Kita oder Schule hat. Der Arzt und das Praxisteam begleiten Ihr Kind durch seine ersten Lebensjahre – und legen die Grundsteine für ein gesundes Leben.


Inhaltsverzeichnis


U-Untersuchungen bei Kindern – was wird wann gemacht?

Bis zum Vorschulalter gibt es 10 Vorsorgeuntersuchungen (U1 bis U9, inkl. U7a). Jede dieser U-Untersuchungen ist in einem bestimmten Zeitraum durchzuführen, da manche Erkrankungen nur dann gut erkannt und gezielt behandelt werden können. Hier ist es also sinnvoll diese Untersuchungszeiträume einzuhalten und 4-5 Wochen vorher einen Vorsorgetermin beim Kinderarzt auszumachen. Oftmals erinnern auch die Krankenversicherungen an anstehende Früherkennungsuntersuchungen. Sollte beim Kinderarzt eine Entwicklungsverzögerung im Vergleich zu gleichaltrigen Kindern festgestellt werden, oder erste Anzeichen auf eine Erkrankung auffallen, wird gemeinsam mit den Eltern das weitere Vorgehen zu Abklärung, Behandlung oder Förderung abgesprochen.

Vier der U-Untersuchungen sind in den ersten Stunden, Tagen und Wochen nach der Geburt vorgesehen. Die U1 und U2 finden in der Regel im Krankenhaus statt.

Die erste Untersuchung beim Kinderarzt ist meistens dann die U3. Bei ihr lernt der Kinderarzt Ihr Baby zum ersten Mal richtig kennen. In dieser und allen folgenden Untersuchungen wird er das Kind zunächst messen und wiegen, um die Wachstumsentwicklung ins Gelbe Heft einzutragen. Bei jedem Termin wird zudem das alterstypische Bewegungsverhalten des Kindes und seine Geschicklichkeit untersucht. Dann bespricht er mit Ihnen alltägliche Themen wie Stillen / Ernährung, Schlafen und Verdauung. Bei jedem Früherkennungstermin sind bestimmte Tests vorgesehen, aber auch Zeit für Beratung. Fragen Sie Ihren Arzt alles, was Ihnen unter den Nägeln brennt: etwa zu den Themen Impfen, Ernährung, Allergien, plötzlicher Kindstod, Kariesprophylaxe, Unfallverhütung, Schreibaby oder UV-Schutz.

Achtung: Falls Sie ambulant oder zu Hause entbunden haben, sollten Sie auch die U2 vom Kinderarzt vornehmen lassen.

Babys Vorsorgeuntersuchungen: U1 bis U6

Das geschieht bei den ersten Vorsorgeuntersuchungen:

U1-Untersuchung

  • Direkt nach der Geburt wird das Neugeborene auf Verletzungen und Fehlbildungen untersucht. Zur U1 gehört auch der Apgar-Test, der die Vitalfunktionen Ihres Kindes überprüftund beurteilt, wie gut der Geburtsstress überstanden wurde.

U2-Untersuchung

  • Das ist die Neugeborenen-Basis-Untersuchung, die zwischen dem 3. und 10. Lebenstag meist noch im Krankenhaus erfolgt. Zu ihr gehört die Prüfung der Reflexe und Sinnesorgane, wie Augen und Ohren ebenso wie ein Stoffwechsel-Screening. Zudem berät Sie eine Hebamme oder eine entsprechend ausgebildete Kinderschwester zur Ernährung Ihres Babys und zu möglichen Stillproblemen. Zwischen U1 und U2 findet auch in der Regel das Neugeborenen-Hörscreening statt.

U3-Untersuchung

  • Sie findet in der 4. bis 6. Lebenswoche statt. Der Kinderarzt untersucht, ob sich Ihr Baby bislang gut entwickelt hat. 150 Gramm in der Woche sollte der Säugling zunehmen. Zur U3 gehört auch ein Ultraschall des Hüftgelenks. Bei der U3 berät der Kinderarzt auch bereits zu möglichen Impfungen.

U4-Untersuchung

  • Zwischen dem 3. und 4. Lebensmonat überprüft der Arzt auch Babys Hör- und Sehvermögen. Er wird die Fontanelle abtasten und die Beweglichkeit sowie das Reaktionsvermögen Ihres Kindes testen. Und auch nachfragen, ob es Probleme beim Schlafen oder Trinken hat. Mit wachsender Beweglichkeit des Kindes, wird der Kinderarzt auch Tipps zur Unfallvorbeugung geben.

U5-Untersuchung

  • Um das erste halbe Lebensjahr herum erfolgt diese Untersuchung. Neben Fragen der Ernährung geht es auch um die motorische Entwicklung Ihres Kindes. Kann es nach Gegenständen greifen? Macht es erste Versuche, sich zu drehen? Auch das Thema Zähne wird besprochen.

U6-Untersuchung

  • Diese Untersuchung zwischen dem 10. und dem 12. Lebensmonat konzentriert sich auf eventuelle Entwicklungsverzögerungen Ihres Kindes. Typische Fragen des Kinderarztes: Zieht es sich zum Stehen hoch? Wie ist seine Sprachentwicklung? Was zeigt es für ein Essverhalten? Stimmt die Verdauung? 
Kind bei Ärztin

Kleinkind Vorsorgeuntersuchungen: U7 bis U9

Bei der U7-Untersuchung gegen Ende des zweiten Lebensjahres geht es – neben der körperlichen Untersuchung – jetzt verstärkt um die geistige Entwicklung Ihres Kindes. Kann es mehr als zehn Wörter sagen? Bildet es schon kleine Sätze und reagiert auf sprachliche Aufforderungen? Die U7a Ende des dritten Lebensjahres nimmt die Zähne des inzwischen fast Dreijährigen unter die Lupe. Bei der U8 im Alter von vier Jahren stehen die geistige Entwicklung und das Hörvermögen Ihres Kindes im Fokus. Abgeschlossen wird die Reihe der Untersuchungen mit der U9 im Alter von über fünf Jahren. Jetzt geht’s auch um das Sozialverhalten Ihres Vorschulkindes.

Vorsorgeuntersuchung für Ihr Schulkind: U10 und U11

Ihr Kind geht bereits in die Grundschule, wenn die nächste Vorsorgeuntersuchung im Alter von sieben bis acht Jahren ansteht. Der Arzt wird staunen, was es jetzt schon alles kann – aber auch nach Problemen im Schulalltag fragen. Liegt eine Lese-Rechtschreib- oder Rechenstörung vor? Kann sich das Kind gut konzentrieren? Die U11 zwei Jahre später schaut ebenfalls auf die schulische Entwicklung. Sie wird aber nicht von allen Krankenkassen übernommen.

Große Jugendvorsorge J1

Die J1 zwischen dem 12. und 14. Lebensjahr ist der große Gesundheitscheck für alle Jugendlichen. Die wichtigen Themen sind jetzt Impfstatus, Blut- und Harnuntersuchung, psychische Probleme und andere Sorgen. Wenn der Kinderarzt über die Jahre Vertrauen aufbauen konnte, kann er jetzt seine Rolle als Berater nutzen und mit dem Jugendlichen über Verhütung, Drogen und familiäre Probleme sprechen. Die Eltern sind bei der Jugendgesundheitsuntersuchung nicht mehr dabei.

Bitte mitbringen: Das gelbe Kinderuntersuchungsheft

Bereits im Krankenhaus bekommen Sie das gelbe U-Heft ausgehändigt, das Sie und Ihr Kind die nächsten Jahre durch alle Vorsorge-Untersuchungen begleiten wird. Die Termine für die U3 bis U9 sowie die Impftermine stehen auf dem Deckblatt. Dieses Heft sollten Sie gut aufbewahren und zu jedem Arztbesuch mitbringen. Ihr Kinderarzt wird darin alle Testergebnisse und die wichtigsten Gesundheitsdaten Ihres Kindes eintragen. Es lohnt sich das Kinderuntersuchungsheft und den Impfausweis an einem Ort aufzubewahren, da diese oft zusammen benötigt werden. Ebenso mit zum Arztbesuch gehört die Krankenversicherungskarte des Kindes, falls vorhanden.Seit 2017 gibt es ein neues gelbes U-Untersuchungsheft, das u.a. eine entnehmbare Teilnahmekarte enthält. Dort wird die Teilnahme an den Gesundheitsuntersuchungen bestätigt, um sie bei Bedarf in der Kita, in der Schule oder beim Jugendamt vorzulegen. So muss man nicht das ganze Vorsorgeheft samt persönlicher Informationen und Befunde mitbringen. Weder Kindergarten noch Schule dürfen Einblick in das Gelbe Heft verlangen.

Zusätzlich gibt das grüne Checkheft Informationen über weitere Vorsorgeuntersuchungen, die Sie aber in der Regel selbst bezahlen müssen.

U-Untersuchung bei Kindern verpasst – was tun?

Für den Fall, dass ein Termin zur U-Untersuchung vergessen wurde, gibt es die „Toleranzzeit“. Je nach U-Untersuchung beträgt diese ein paar Tage bis Monate. Falls Sie auch diese Frist für eine U-Untersuchung versäumt haben, lässt sie sich trotzdem nachholen. Bloß kommt in dem Fall nicht mehr die Krankenkasse für die Kosten auf und die Untersuchung wird als IGel-Leistung berechnet.

  Gesetzlich vorgesehene Untersuchungen Toleranzgrenze
U1 unmittelbar nach der Gebur keine
U2 3. bis 10. Lebenstag 3. bis 14. Lebenstag
U3 4. bis 5. Lebenswoche 3. bis 8. Lebenswoche
U4 3. bis 4. Lebensmonat 2. bis 4 ½. Lebensmonat
U5 6. bis 7. Lebensmonat 5. bis 8. Lebensmonat
U6 10. bis 12. Lebensmonat 9. bis 14. Lebensmonat
U7 21. bis 24. Lebensmonat (mit etwa 2 Jahren) 20. bis 27. Lebensmonat
U7a 34. bis 36. Lebensmonat (mit etwa 3 Jahren) 33. bis 38. Lebensmonat
U8 46. bis 48. Lebensmonat (mit etwa 4 Jahren) 43. bis 50. Lebensmonat
U9 60. bis 64. Lebensmonat (mit etwa 5 Jahren) 58. bis 66. Lebensmonat
J1 im Alter von 13 Jahren 13. bis vollendetes 15. Lebensjahr
U10 im Alter von 7 bis 8 Jahren keine
U11 im Alter von 9 bis 10 Jahren keine
J2 im Alter von 16 bis 17 Jahren keine

Die Aufmerksamkeit der Eltern ist unersetzlich

Fast alle Eltern nutzen die Früherkennung (Vorsorge) beim Kinderarzt und lassen auch eine Grundimmunisierung (Impfungen) ihres Kindes vornehmen. Zugleich sollten Sie nicht versäumen, Ihr Kind ab und zu genau zu beobachten. Sind die Augen in Ordnung? Hört es gut? Wie sind sein Gang und seine Körperhaltung? Fühlt es sich wohl in der Kita, Schule oder zieht es sich zurück? Sie kennen Ihr Kind am besten. Darum sind Ihre Beobachtungen für den Kinderarzt wichtige Hinweise bei einer U-Untersuchung. Machen Sie sich bei Auffälligkeiten am besten vorher Notizen. Gehen Sie besser einmal mehr zu einer Untersuchung als umgekehrt, denn die meisten Entwicklungsverzögerungen lassen sich durch entsprechende Unterstützung leicht nachholen.

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