UV-Schutz –
die Tücken der Sonne

Lieber blass als runzlig – warum UV-Strahlen so tückisch sind

Sonnenschutz ist eine Selbstverständlichkeit – das schreibt sich so leicht. Wer seine Haut nicht ausreichend schützt, bekommt die Folgen der UV-Strahlung im Alter zu spüren. Vor allem im Gesicht und an den Händen zeigen sich unschöne Pigmentierungen, die ein geeigneter UV-Schutz verhindert hätte. Die Schäden, die wir unserer Haut durch zu viel UV-Licht antun, addieren sich über die Jahre – von der Jugend bis ins Alter. Die Haut führt Buch und rechnet die Schäden durch UV-Strahlung zusammen. Deshalb gilt:

  • Jede UV-Überdosierung führt zu Schädigungen an der Erbsubstanz der Hautzellen – und das kann in der Summe zu einem malignen Melanom (schwarzer Hautkrebs) führen.
  • Jeder Schutz vor UV-Strahlung macht Sinn, denn die Haut vergisst nichts.

Inhaltsverzeichnis


Warum ist UV-Licht schädlich?

Vorneweg: Lebewesen brauchen UV-Licht (ultraviolettes Licht). Das starke, unsichtbare Licht wirkt antibakteriell, kitzelt Vitamin D aus der Haut, das der Körper für viele Stoffwechselprozesse benötigt und es macht gute Laune. Sie brauchen also bei gutem Wetter nicht auf Ihren Nachmittagsspaziergang verzichten. Das Problem ist das Maß der Bestrahlung, die Sie Ihrem Körper beim Bad in der Sonne zumuten. Aber auch stundenlange Aktivitäten im Freien können gefährlich sein. Hier wird oft vielfach die Schwelle zum Sonnenbrand überschritten. Und auch im Schatten sind noch bis zu 70% der ultravioletten Strahlung vorhanden. Schützen Sie Ihre Haut deshalb am besten immer vor der Sonne wenn Sie sich länger draußen aufhalten.

Zum besseren Verständnis lohnt sich ein Blick auf die UV-Licht Wellenlängen: Verantwortlich für schöne gebräunte Haut, aber auch Sonnenbrand, ist die UVB-Strahlung. Gefährlicher und oft unterschätzt sind jedoch die UVA-Strahlen, die in die tieferen Hautschichten eindringen und dort Hautschäden verursachen können. UVC-Strahlen hingegen werden von der Ozonschicht blockiert, bevor die die Erdoberfläche erreichen können. Wichtig zu merken ist:

  • Jeder Sonnenbrand zieht Zellschäden nach sich.
  • Und das Krebsrisiko steigt mit der Summe der Stunden, die Sie insgesamt ungeschützt in der Sonne verbracht haben.

So schützen Sie Ihre Haut am besten vor UV-Strahlung

Niemand kann genau sagen, welche UV-Dosis für Ihre Haut noch verträglich ist und wo es gefährlich wird. Um Krebs, als auch frühzeitiger Hautalterung vorzubeugen, sollten Sie Ihre Haut immer vor UV-Licht schützen.

  • Benutzen Sie grundsätzlich eine Tagescreme mit Lichtschutzfaktor.
  • Die Haut an den Lippen ist besonders empfindlich. Hier empfiehlt sich eine Lippenpflege mit Lichtschutzfaktor. Durch Essen und Sprechen wird der Schutzfilm jedoch abgetragen und sollte zwischendurch neu aufgetragen werden.
  • Wählen Sie Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor (mindestens 20, besser 50).
  • Nehmen Sie mittags zwischen 11 und 15 Uhr keine Sonnenbäder.
  • Achten die vor dem Sonnenbad darauf, dass sie keine Medikamente einnehmen müssen, bei denen es zu Nebenwirkungen durch Sonnenlicht kommen kann. Auch die falschen Kosmetika können zu Pigmentstörungen führen.
  • Gehen Sie stets bekleidet in die Sonne (langärmelige Kleidung, lange Hosen und Röcke).
    Übrigens: Dunkle, dicht gewebte Kleidung schützt besser als helle.
  • Beim Baden ist man durch die Reflektion des Wassers besonders viel UV-Strahlung ausgesetzt. Hier lohnt es sich im Wasser ein T-Shirt oder spezielle UV-Badekleidung zu tragen.
  • Behalten Sie einen kühlen Kopf mit einem Sonnenhut, der Sonnenbrand auf der empfindlichen Kopfhaut vorbeugt und gleichzeitig etwas Schatten für Gesicht und Schultern spendet.
  • Denken Sie auch an Schutz für die Augen: Gibt es kein Plätzchen im Schatten mehr, lohnt es eine Sonnenbrille mit ausreichend UV-Schutz aufzusetzen. Achten Sie dabei auf die Kennzeichnung "UV-400“.
  • Erhöhen Sie den Lichtschutzfaktor, wenn Sie im Gebirge, im Schnee oder am Meer unterwegs sind.

Sonnenschutz für Babys & Kinder

Zarte Babyhaut ist besonders empfindlich und darf im ersten Lebensjahr keiner direkten Sonnenstrahlung ausgesetzt werden. Da Sonnencreme eine Belastung für junge Haut ist, sollte auch darauf in den ersten 12 Monaten verzichtet werden. Gerade bei Babys sollte man an warmen Tagen zudem auf genügend Hitzeschutz achten.

Auch Kleinkinder sollten möglichst wenig direkte Sonne abbekommen. Die Haut hat noch nicht gelernt UV-Schäden ausreichend zu „reparieren“. Diese Fähigkeit erlernt der Körper erst über Jahre hinweg. Darum sind Rötungen und Sonnenbrände im Kindsalter absolut zu vermeiden. 

Für eine gesunde Entwicklung und die Bildung von genügend Vitamin D ist das tägliche Spielen im Freien jedoch unverzichtbar. Hier einige zusätzliche Tipps für den Sonnenschutz von Babys und Kindern:

  • Der beste Schutz ist Schatten: Gibt es keinen, schaffen Sie welchen, z.B. mit einem Schirm oder einer Strandmuschel. 
  • Schützen Sie den Kopf mit einem Hut oder einer Kappe mit Nackenschutz. Auch eine Kinder-Sonnenbrille ist sinnvoll.
  • Achten Sie auf lange, luftige Kleidung. Bei UV-Schutzkleidung für Babys sollte der UV-Schutzfaktor (UPF) mindestens bei 30 liegen.
  • Verwenden Sie bei Kleinkindern spezielle Sonnencreme für Kinder. Diese trocknen die Haut weniger aus. Lassen sie sich bei empfindlicher Haut ggf. von Ihrem Kinderarzt beraten.
  • Tragen sie die Sonnencreme mindestens 30 Minuten vor dem Hinausgehen auf und cremen sie zwischendurch nach. Kinder sind ständig in Bewegung und reiben Creme so schnell ab.
  • Beim Baden ist auf wasserfeste Sonnencreme zu achten. Nach jedem Baden muss man trotzdem erneut eincremen. Auch hier lohnt sich zusätzliche UV-Kleidung.
  • Seien Sie ein gutes Vorbild: Kinder lieben es das Verhalten der Großen nachzumachen. Gehen die Eltern mit gutem Beispiel voran, lernen sie schnell den richtigen Umgang mit der Sonne.

So wirken Sonnenschutzmittel

Sonnenschutzmittel schützen durch chemische oder physikalische Filter, viele moderne Mittel kombinieren inzwischen beides. Physikalische Filter aus Titaniumoxid oder Zinkoxid bauen eine reflektierende Schicht aus Mineralien auf, die das ultraviolette Licht wie ein Spiegel zurückwirft. Mineralische Sonnencreme verspricht somit einen UV-Schutz ohne Nebenwirkungen. Im Unterschied zu diesen physikalischen Filtern, die an der Hautoberfläche wirken, dringen chemische Filter tiefer in die Haut ein und verwandeln die kurzwellige UV-Strahlung in langwellige Wärmeenergie. Das geschieht aber nicht ohne hormonelle Wirkung. Wie sich chemische Sonnencremes auf den Organismus auswirkt, ist noch nicht geklärt.

Der auf der Packung angegebene Lichtschutzfaktor zeigt an, um welchen Faktor sich die Schwelle, bei der Sie einen Sonnenbrand riskieren, erhöht. Faktor 20 heißt: die Sonnenbrandschwelle tritt nicht nach geschätzten 10 Minuten (bei starker Sonnenstrahlung), sondern nach 200 Minuten ein.

Ganz unproblematisch ist die Verwendung der Sonnenschutzmittel allerdings nicht: Die ökologischen Folgen vieler Sonnenschutzmittel sind für Gewässer und Natur verheerend. Auf Hawaii sind die klassischen Cremes, Sprays und Lotionen daher verboten. Aber nicht nur die Chemie, auch Nanopartikel aus Mineralien werden inzwischen kritisch gesehen.

UV-Schutz durch Sonnencreme – nicht kleckern, sondern klotzen!

Ein hauchdünne Schicht von der teuren Creme auftragen? Das ist bei Sonnencreme ein Fehler. Allein für Ihr Gesicht sollten Sie einen gehäuften Teelöffel Creme veranschlagen. Vorsicht auch beim Thema wasserfeste Creme. Sie rubbelt sich beim Trocknen ab und bleibt in der Regel nur zu 20% auf der Haut.
 

Wichtig zu wissen:

  • Sonnenschutzmittel 30 Minuten vor dem Sonnenbad auftragen.
  • Eigenen Hauttyp beachten und Sonnenschutz entsprechend erhöhen.
  • Helle Haut und blaue Augen brauchen mehr UV-Schutz als dunkle Haut- und Augentypen.
  • Sonnenschutzmittel mehrmals am Tag auftragen, um den UV-Schutz zu erhalten.

UV-Schutz und alles ist gut? So einfach ist es leider nicht

Das Amt für Strahlenschutz warnt: Sonnenschutzmittel schützen nicht vor langfristigen Schäden der Haut und Hautkrebs. Im Gegenteil: Studien zeigen, dass gerade Menschen, die viel Sonnenschutzmittel benutzen, besonders gefährdet sind. Wie kommt das? Es liegt daran, dass sich gut eingecremte Menschen sicher fühlen – und die Gefahren der UV-Strahlung unterschätzen. Der beste Schutz vor frühzeitiger Hautalterung, Hautschäden und Hautkrebs ist und bleibt die direkte Sonne zu meiden, vor allem, wenn sie hoch am Himmel steht oder reflektiert wird. Sonnenschutzmittel können ein geeigneter Schutz gegen Sonnenbrand sein, ersetzen aber auf keinen Fall andere Schutzmaßnahmen.

Was bedeutet UV-Index?

Der UV-Index beschreibt die erwartete Stärke der Sonnenbrandwirksamen UV-Strahlung und kann somit helfen den Sonnenschutz für den Tag zu planen: Von April bis September werden Prognosen für die Strahlungsintensität veröffentlicht, basierend auf gemessenen UV-Daten und der Wettervorhersage. Je nach UV-Index Wert werden verschiedene empfohlene Maßnahmen der Weltgesundheits-Organisation (WHO) zugeordnet.

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