Reisekrankheit – die besten Tipps und Tricks

Reise- oder seekrank – was ist das?

Was früher Seefahrern vorbehalten war, betrifft heute viele Reisende auf großen und kleineren Schiffen. Selbst Kreuzfahrttouristen auf den Riesenpötten sind betroffen.

Mediziner nennen die See- oder Reisekrankheit auch Bewegungskrankheit (Kinetose oder Motion Sickness) – obwohl sich der Betroffene meistens gar nicht bewegt. Das ist nämlich genau das Problem. Wir selbst bewegen uns nicht, dafür aber das Fahrzeug, mit dem wir unterwegs sind – egal ob Schiff, Auto, Karussell oder Flugzeug. Die Übelkeit hat damit zu tun, dass unser Gehirn die verschiedenen Sinneseindrücke nicht unter einen Hut bekommt. Die Augen, die auf die unbewegliche Rückenlehne des Vordermanns blicken oder auf die Kabinenwand im Schiff, melden etwas anderes als das Gleichgewichtsorgan, das die Bewegung des Fahrzeugs spürt.


Inhaltsverzeichnis


Symptome der Reisekrankheit

Je nachdem, wie stark Sie die Reisekrankheit erwischt, müssen Sie mit folgenden Symptomen rechnen:

  • Müdigkeit, Gähnen
  • Kalter Schweiß, Schwindel, Blässe
  • Übelkeit, Erbrechen
  • Atembeschwerden, Beklemmungsgefühl 

Reiseübelkeit – das verstärkt die Symptome

Es gibt Faktoren, die eine Reisekrankheit zusätzlich triggern. Dazu gehören:

  • Alkohol und Nikotin
  • Ein zu voller oder auch zu leerer Magen
  • Eine Sitzhaltung, bei der die Augen der äußeren Bewegung nicht folgen können
  • Angst vor der Übelkeit
  • Lebensmittel, die Histamin enthalten (z. B. Thunfisch, Emmentaler, Salami, Sauerkraut und Rotwein)
  • Lesen unter Deck oder im Auto

Was hilft gegen Seekrankheit?

Auf Schiffs-Reisen ist es hilfreich, wenn Sie es Ihren Sinnen ermöglichen die Bewegungen nachzuvollziehen, sich zum Beispiel an den Bug stellen und Steuermann spielen. Beim Autofahren ist es z. B. auch die beste Lösung, sich selbst ans Steuer zu setzen. Denn mit dem Blick auf Straße und Horizont nimmt man die Bewegung bewusst wahr. 
 

Tipps für seekranke Reisende:

  • Sich, wenn möglich, an Deck aufhalten.
  • Das offene Meer im Blick behalten.
  • Sich vorn ans (imaginäre) Steuer stellen und das Schiff lenken. Funktioniert auch ohne nautische Kenntnisse.
  • Sich an einem ruhigen Punkt in der Schiffsmitte aufhalten.
  • Die Schiffsbewegungen mit den Beinen ausgleichen.
  • Wenn alle Stricke reißen: Unter Deck hinlegen und die Augen schließen.

Medikamente gegen See- und Reisekrankheit

Glücklicherweise gibt es Mittel gegen Reisekrankheit. Zu den bewährten Substanzen gehört an erster Stelle Dimenhydrinat, das oft in Kombination mit Cinnarizin zur Akuttherapie verordnet wird. Es gehört zur Gruppe der Antihistaminika.

Folgende Wirkstoffe sind für den Akutfall und zur Vorbereitung auf die Kreuzfahrt medizinisch anerkannt:

  • Antihistaminika – bei der Reisekrankheit sind zu viele Histamine im Körper. Dimenhydrinat, Diphenhydramin oder Cinnarizin drosseln den Histaminspiegel.
  • Scopolamin – mit Bilsenkraut und Stechapfel gegen Übelkeit und Brechreiz. Das Mittel wirkt prophylaktisch und sollte 6 bis 8 Stunden vor Reiseantritt eingenommen werden. 

Mit Naturheilkunde gegen See- und Reisekrankheit

In früheren Zeiten nutzten Seeleute Antiemetika (Anti-Brechmittel) aus der Natur – wie Ingwer und Vitamin C.

  • Ingwer ist ein anerkanntes Hausmittel gegen Übelkeit und Erbrechen.
  • Hochdosiertes Vitamin C nehmen Sie bei ersten Anzeichen der Reisekrankheit, wie etwa Gähnen und Mattigkeit.

Neuerdings gibt es übrigens auch Brillen gegen Seekrankheit. Das sind Brillen oder „head mounted“-Displays, die einen Horizont vortäuschen. Einfach mal ausprobieren. 

Der Seekrankheit vorbeugen – geht das?

Sagen wir mal so: Es kann jeden treffen, auch erfahrene Seeleute. Der Seekrankheit vorbeugen können Sie in der Regel nicht. Generell weiß man, dass Babys nicht reisekrank werden können, weil ihr Gleichgewichtsorgan noch nicht ausgereift ist (das ist es ab 2 Jahren) und dass Frauen mehr leiden als Männer. Die Seegang-Toleranz ist bei jedem anders ausgeprägt – und hängt nicht zuletzt von Wellenbewegungen und Kurven ab.

Kleiner Trost für Reisekranke:

  • Die Zeit arbeitet für Reisekranke: Egal ob auf einem Segeltörn oder als Gast eines Kreuzfahrtschiffes – das Gehirn gewöhnt sich an den schwankenden Untergrund. Nach 2 bis 3 Tagen ist alles gut.
  • Moderne Kreuzfahrtschiffe gleichen den Seegang durch Stabilisatoren aus.
  • Ab dem Alter von 50 Jahren ist man weniger anfällig für die Reisekrankheit. 

Landkrankheit – die seltene Schwester der Reisekrankheit

In der Regel gilt: Sobald Sie wieder festen Boden unter den Füßen haben, wird es Ihnen besser gehen. Mit einer Ausnahme: Es erwischt Sie die Landkrankheit. Viele kennen das Gefühl, wenn sie nach einer Schiffsfahrt wieder festen Boden unter den Füßen haben, dass die Erde noch leicht schwankt. Meist verschwindet dieses Phänomen nach wenigen Minuten. Wenn es länger anhält, dann sprechen Mediziner von der „Landkrankheit“. Dann hilft nur abwarten und hoffen, dass die Symptome bald wieder verschwinden.

Reisekrankheit beim Kind

„Mir ist so schlecht!“ Kaum ist man losgefahren, tönt es von der Rückbank. Kinder sind häufig von der Seekrankheit betroffen, vor allem im Alter zwischen 2 und 12 Jahren. Auf dem Schiff gelten die gleichen Empfehlungen wie für Erwachsene. Setzen Sie Ihr Kind so, dass es oben auf Deck die Bewegungen des Schiffs verfolgen kann und den Horizont sieht. Im Auto geben Sie einem Kind mit Reisekrankheit einen Platz mit Blick nach vorne auf die Straße.
 

Gute Reise!

Das könnte Sie auch interessieren


Die passende Versicherung für Sie

Private Kranken­versicherung

Mit unserer privaten Krankenversicherung genießen Sie Vorzüge eines Privatpatienten. Unsere PKV bietet sich für Arbeitnehmer mit einem Mindesteinkommen von 62.550 € brutto, Selbstständigen und Freiberuflern an.

Jetzt berechnen