Ist Fliegen für das Baby gefährlich?
Ob traumhafter Strand an den Balearen, einsame Buchten in Thailand oder lebhaftes Treiben in Miami Beach: Mit dem Flieger können Sie innerhalb kürzester Zeit um die Welt reisen – auch mit Baby.
Ein Flug ist jedoch mit vielen Stressfaktoren und veränderten physischen Bedingungen verbunden, die Ihr Baby belasten können. Wägen Sie deshalb im Vorfeld gut ab, welchen Strapazen Sie Ihr Baby aussetzen möchten.
Fliegen mit Baby – Druckausgleich bei Start und Landung
Ohrenschmerzen durch starke Druckveränderungen bei Start und Landung – dieses Problem kennen auch die meisten Erwachsenen. Während großen Kindern schnell mit einem Kaugummi oder Bonbon geholfen ist, sind Babys auf die gezielte Hilfe Ihrer Eltern angewiesen.
Die Nasennebenhöhlen bei Babys sind noch nicht vollständig ausgebildet, ein automatischer Druckausgleich findet in der Regel noch nicht statt. Geben Sie Ihrem Baby beim Starten oder Landen deshalb unbedingt einen Schnuller oder etwas zu trinken; einem Kleinkind können Sie alternativ auch einen Quetschie oder ein Kaubonbon anbieten. Das Kauen und Schlucken unterstützt den Druckausgleich in den Ohren. Achten Sie darauf, dass Sie den richtigen Moment erwischen: Beim Start, wenn das Flugzeug beschleunigt, und bei der Landung etwa 20 Minuten vor der angegeben Landezeit. Generell wird der Ohrendruck beim Landen übrigens oft als unangenehmer empfunden.
Tipp: Für Kinder ab einem Jahr gibt es spezielle Ohrstöpsel, die die Druckveränderungen im Ohr verlangsamen und damit die unangenehmen Schmerzen verhindern können.
Veränderter Luftdruck kann Babys belasten
Die klimatischen Bedingungen an Bord unterscheiden sich stark von der gewohnten Umgebung: In der Flugzeugkabine herrscht ein anderer Luftdruck. Dadurch sinkt die Sauerstoffsättigung im Blut. Bei Neugeborenen bis zu einem Alter von 4-6 Wochen ist die Lunge mitunter noch nicht voll entwickelt – Sauerstoffschwankungen belasten das Organ dann zusätzlich. Auch Babys mit Atemwegsinfekten oder Herz- bzw. Lungenproblemen sollten deshalb nur nach Absprache mit dem Kinderarzt oder der Kinderärztin mit ins Flugzeug.
Stressfaktoren im Flugzeug
Neben den Sauerstoffschwankungen können auch die lauten Geräusche im Flugzeug sowie der schmerzhafte Ohrendruck bei den Start- und Landephasen bei Kleinkindern großen Stress verursachen.
Gefährliche Strahlung beim Fliegen?
Viele Eltern sorgen sich wegen der erhöhten Strahlenbelastung beim Fliegen mit Baby. Bisher zeigen Studien jedoch nur, dass Vielflieger und Bordpersonal ein höheres Risiko für gesundheitliche Folgen durch möglicherweise gefährliche Strahlung haben. Für Gelegenheitsflieger gilt die gesundheitliche Gefahr als äußerst gering – auch bei Babys und Kleinkindern.
Ungewohnte Nahrung und hohe Temperaturen
Neben dem anstrengenden Flug können auch die Bedingungen vor Ort problematisch für ein kleines Kind sein. Nicht nur die Nahrung, sondern auch das Klima ist ungewohnt. Der Körper eines Säuglings oder Kleinkinds braucht länger, um sich an eine höhere Umgebungstemperatur anzupassen. Gerade bei tropischen Reisezielen können die höheren Temperaturen deshalb auch schnell zu Flüssigkeitsverlust führen.
Wägen Sie im Vorfeld immer genau ab, ob die geplante Flugreise notwendig und sinnvoll ist. Damit Sie und Ihr Baby den Urlaub in vollen Zügen genießen können, sollten Sie auf jeden Fall die ersten Wochen abwarten, bevor Sie sich zum ersten Mal in ein Flugzeug setzen.