Erste Hilfe im Straßenverkehr

Sofortmaßnahmen am Unfallort

Erste-Hilfe Kenntnisse auffrischen

Erste Hilfe kann Leben retten. Doch Studien zufolge liegt der letzte Erste-Hilfe-Kurs bei rund 37% aller deutschen Autofahrer mehr als 10 Jahre zurück. Das bedeutet konkret: Mehr als jeder dritte Fahrer dürfte nicht mehr genau wissen, wie er im Notfall einem Unfallopfer helfen sollte. Rettungsdienste wie der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) oder das Deutsche Rote Kreuz (DRK) empfehlen, Erste Hilfe Kenntnisse regelmäßig aufzufrischen.


Inhaltsverzeichnis


Jeder Fahrschüler muss einen achtstündigen Lehrgang zu lebensrettenden Sofortmaßnahmen absolvieren. Der Kurs soll den Führerschein-Anwärtern die Grundzüge der Erstversorgung von Unfallverletzten im Straßenverkehr vermitteln und sie mit lebensrettenden Erste-Hilfe-Maßnahmen vertraut machen. Denn jeder ist dazu verpflichtet bei einem Unfall zu helfen.

„Im jugendlichen Alter, in dem ein solcher Kurs meist absolviert wird, fehlt häufig die Einsicht. Es ist eben eine Pflicht, einen solchen Kurs zu machen. Erst später erkennen die Jugendlichen, dass diese Kenntnisse wichtig sind und eine Auffrischung von Nöten wäre“, erklärt Cornelia Florschütz vom ASB Coburg. „Die Erkenntnis, ihren Erste-Hilfe-Kurs auffrischen zu müssen, ist bei vielen da. Es mangelt oft jedoch an der Umsetzung.“

Unterlassene Hilfeleistung ist eine Straftat

Wenn man als einer der Ersten an einem Unfallort eintrifft gilt immer: unbedingt helfen! Denn das ist gesetzlich vorgeschriebene Pflicht – unterlassene Hilfeleistung eine Straftat. Da lässt der Paragraph 323 c Strafgesetzbuch (StGB) keine Zweifel: „Wer bei Unglücksfällen oder gemeiner Gefahr oder Not nicht Hilfe leistet, obwohl dies erforderlich und ihm den Umständen nach zuzumuten, insbesondere ohne erhebliche eigene Gefahr und ohne Verletzung anderer wichtiger Pflichten möglich ist, wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft", heißt es da. Zusätzlich drohen 3 Punkte im Zentralregister in Flensburg. Ausreden gelten nicht - nicht zu handeln ist schlimmer als die Angst etwas falsch zu machen und dabei untätig zu bleiben.

Rettungskette einhalten – so geht's!

Wir erklären was an einem Unfallort zu tun ist. Experten raten dabei, nach der sogenannten „Rettungskette" vorzugehen. Die beginnt damit, dass zunächst die Unfallstelle gesichert wird. Das bedeutet für Autofahrer, die am Umfallort eintreffen, dass sie die Warnblinkanlage einschalten und ihr Fahrzeug auf dem Pannenstreifen oder am äußersten rechten Fahrbahnrand abstellen. Dies sollte möglichst in einem sicheren Abstand zur Unfallstelle geschehen. Trotz verständlicher Aufregung sollten Autofahrer dabei darauf achten, am Unfallort nicht plötzlich abzubremsen. Bevor man sich zur Unfallstelle begibt, muss unbedingt die Warnweste angelegt werden. Aus dem eigenen Fahrzeug sollten gleich das Mobiltelefon, der Verbandskasten und das Warndreieck mitgenommen werden.

Warndreieck richtig aufstellen

Das Warndreieck wird in der richtigen Entfernung in Fahrtrichtung vor dem Unfallort aufgestellt. Diese Distanz beträgt

  • in der Stadt rund 50 Meter
  • auf Landstraßen 100 Meter
  • auf der Autobahn mindestens 150 Meter.

Bei Kurven und Hügeln oder Bergen ist das Warndreieck immer davor aufzustellen. Den Weg zum Platzieren des Warndreiecks sollte man – wenn vorhanden – hinter einer Schutzplanke zurücklegen, andernfalls am äußersten Straßenrand. Aus Sicherheitsgründen empfiehlt es sich, das aufgeklappte Warndreieck dabei vor sich herzutragen.

Was ist an der Unfallstelle zu tun?

An der Unfallstelle muss sich der Ersthelfer einen Überblick verschaffen, um bei dem anschließend abzusetzenden Notruf alle für die Rettungskräfte wichtigen Informationen übermitteln zu können:

  • Wo befindet sich der Unfallort?
  • Was ist passiert?
  • Wie viele Personen sind betroffen? 
  • Welche Verletzungen liegen vor? 

Erst dann beginnt die eigentliche Erste Hilfe:

  • Den oder die Verletzten aus dem Gefahrenbereich zu schaffen.
  • Den Zustand des oder der Verletzten zu prüfen: Atmung, Bewusstsein, Verletzungen etc.
  • Bewusstlose Unfallopfer, die aber normal atmen, bringt man in die stabile Seitenlage
  • Bei einem Atemstillstand ist sofort mit Wiederbelebungsmaßnahmen zu beginnen.

Cornelia Florschütz vom ASB Coburg: „Unsere Erfahrung zeigt, dass die Hilfsbereitschaft der Verkehrsteilnehmer bei Unfällen grundsätzlich vorhanden ist. Mangels Übung sind viele Autofahrer aber sehr unsicher und haben Angst etwas falsch zu machen.“

Stabile Seitenlage: Schritt-für-Schritt-Anleitung im Video

Stabile Seitenlage: Schritt-für-Schritt-Anleitung im Video

Erste-Hilfe-Kurs alle 5 Jahre auffrischen

Wissen Sie noch wie Sie einen Verletzten in die stabile Seitenlage bringen? Wie ging nochmal der Rettungsgriff?

In Notsituationen hat man keine Zeit lange zu überlegen, da müssen alle Handgriffe sitzen. Deshalb empfehlen Experten, mindestens alle 5 Jahre einen Auffrischungskurs zu lebensrettenden Sofortmaßnahmen zu absolvieren.  Die geringen Kosten und die Zeit, die Autofahrer dafür aufwenden, können sich auch für sie selbst auszahlen – wenn sie als Unfallopfer mal auf sachkundige Ersthelfer angewiesen sind. Denn dann ist man meist für jeden dankbar, der weiß, was er tut.

„Der ASB bietet Erste-Hilfe-Fresh-up-Kurse an, bei denen die Teilnehmer in einem Abendlehrgang ihre Kenntnisse erneuern können. Das Ganze dauert lediglich 3 Stunden und kostet nur 15 €. Leider sind bisher nur wenige bereit, diese Zeit aufzubringen“, so Cornelia Florschütz. Auch das DRK bietet solche Kurse an.

Sie möchten Ihren Erste-Hilfe-Kurs auffrischen? Der ASB berät Sie gerne und hilft Ihnen, Ihre Kenntnisse zu erneuern.

Erste-Hilfe-Ausrüstung prüfen

Ist der Inhalt des Verbandkastens komplett und das Haltbarkeitsdatum für Verbandsmaterial noch nicht überschritten?

Viele Verbandkästen werden nur für ein Pflaster geöffnet und dann wieder weggepackt. Geplünderte Kästen sind im Ernstfall aber keine Hilfe. Deshalb sollten Sie verbrauchten Inhalt sofort ersetzen. Sonst fehlen im Notfall Verbandpäckchen, Kompressen und Wundschnellverbände. Oft wird der Kasten auch im Auto deponiert und dort nie wieder beachtet. So hat man ihn zwar immer dabei, die böse Überraschung ist aber vorprogrammiert: Das Verfallsdatum ist überschritten, Verbandsmaterial und Pflaster sind unbrauchbar, Einmalhandschuhe spröde. Nachfüllpacks sind sehr günstig zu bekommen, Verbandskästen gibt es in fast jeder Tankstelle.

Der Verbandkasten gehört nicht in den Kofferraum

Verbandkasten und Warndreieck sollten bei jeder Fahrt immer schnell und einfach zugänglich sein.

Der beste Aufbewahrungsort für die Verbandtasche, bzw. den Verbandkasten ist übrigens nicht der Kofferraum. Der wird bei Unfällen oft beschädigt. Bewahren Sie den Verbandkasten in der Fahrgastzelle auf. Auch die Warnweste sollte immer griffbereit im Auto liegen.  

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