Berufspendler im Stress

Was sind die Folgen?

Stressvermeidung beim Pendeln

Immer mehr Menschen müssen täglich zum Teil viel Zeit aufbringen und oft auch größere Entfernungen überwinden, um zu ihrer Arbeitsstelle und wieder zurück nach Hause zu gelangen. Laut aktuellen Daten des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung gelten in Deutschland mehr als 19 Millionen Menschen als Pendler bzw. Beschäftigte, die „vom Wohnort zur Arbeit in eine andere Gemeinde fahren müssen“, so die offizielle Bezeichnung.

Warum Pendeln?

Die Gründe für diese „Massenbewegung“ sind häufig befristete oder unsichere Arbeitsverhältnisse, zu hohe Mieten am Arbeitsort oder einfach nur der Wunsch, die Familie bei einem Jobwechsel nicht aus intakten sozialen Strukturen reißen zu wollen.

Dafür nehmen viele Arbeitnehmer ein Pendlerdasein auf sich – und den damit verbundenen Stress. Denn Mediziner und Psychologen sind sich einig, dass Pendeln eine Gefahr für die Gesundheit der Betroffenen darstellt. Dafür sorgen unter anderem überfüllte Autostraßen und volle, oft auch unzuverlässige öffentliche Verkehrsmittel während des Berufsverkehrs.

Das bedingt hohe Anspannung bei den Pendlern, und zwar in Bahn, Bus oder Zug. Aber besonders auch im Auto, denn hier sind Verspätungen auf dem Arbeitsweg absehbar und schwerer zu kalkulieren. Das führt zu Zeitdruck, möglicherweise zu platzenden Terminen und damit verbundenem Ärger am Arbeitsplatz. So etwas passiert Pendlern aber leider nicht nur hin und wieder, sondern gehört oft genug zu ihrem Arbeitsalltag.

Was sind „klassische“ Stresssymptome bei Berufspendlern?

Aus Untersuchungen ist inzwischen bekannt, dass für Auto- und Bahnpendler schon ab 30 Minuten Fahrzeit die gesundheitlichen Risiken spürbar zunehmen. Der Stress äußert sich bei diesen Menschen in Form von typischen Symptomen: Kopf- und Rückenschmerzen, Schlafstörungen, Nervosität und Bluthochdruck.

Was ist Stress?

Stress ist „die Würze des Lebens“, so Hans Selye, Vater der Stressforschung. Bei Stress wird ein komplexer Kampf- und Fluchtmechanismus in Gang gesetzt, der einmal unser Überleben gesichert hat. Das ist tief in uns verankert und als genetisches Programm abgespeichert. Dies kann zu Höchstleistungen motivieren und ist der Antrieb für Fortschritt. Aber: Zu viel Stress macht krank!

Häufig fehlt nach der stressbedingten Anspannung die nötige Entspannung. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sieht Stress als eines der größten Gesundheitsrisiken des 21. Jahrhunderts. Für mehr als die Hälfte der Deutschen ist Stress Alltag, so eine aktuelle Studie zur „Stresslage der Nation“. 

Gewichtszunahme durch Stress

Während der Reaktion des menschlichen Organismus auf Stress werden u. a. Stresshormone (z. B. Adrenalin und Kortisol) ausgeschüttet und Zuckerreserven aus der Leber vermehrt ins Blut abgegeben. Dabei bedeutet heute in den allermeisten Fällen Stress nicht mehr Angriff, Kampf und Flucht, sondern belastende Anforderungen des Alltags. Das kann neben dem Pendeln Ärger mit dem Chef, Arbeitskollegen, dem Lebenspartner oder den Kindern sein.

Chronischer Stress fördert Übergewicht

Häufig spielt die Anzahl der gleichzeitig zu erledigenden Aufgaben, deren Schwierigkeitsgrad und Zeitdruck eine Rolle. Die zusätzlich ausgeschüttete Energie wird aber bei solchen Tätigkeiten nicht mehr verbraucht, sondern in den Fettzellen abgespeichert. Wenn sich solche belastenden Ereignisse ständig wiederholen, spricht man von chronischem Stress und der Körper leidet unter einem ständig erhöhten Stresshormonspiegel. Dabei fördert Kortisol über einen längeren Zeitraum ähnlich wie das Medikament Cortison die Gewichtszunahme. Wer dann nach einem stressigen Tag aufs zum Fernsehen auf das Sofa legt und Kalorienreiches als Nervennahrung zu sich nimmt, hat die Gewichtszunahme vorprogrammiert. Mit den Jahren wird man immer kränker und „dicker“.

Was tun um Stress abzubauen?

Steuern Sie rechtzeitig gegen und versuchen Sie Stress grundsätzlich durch Bewegung und Training abzubauen. Sorgen Sie nach Momenten der Anspannung auch immer wieder für die ausreichende Entspannung. In einem Stressbewältigungs-Seminar kann man alternative Lösungsstrategien für den Umgang mit persönlichen Stressoren sowie geeignete Entspannungstechniken erlernen. Solche Kurse werden von einigen Krankenkassen, der VHS und verschiedenen Gesundheitszentren angeboten.

Was kann ich unterwegs tun, um nicht so in Stress zu geraten?

Gerade Berufspendler, die sich gestresst fühlen, sollten deshalb versuchen, bereits auf dem Weg zur Arbeit etwas zu unternehmen, um Erkrankungen vorzubeugen. Hier einige Vorschläge:

  1. Fachleute empfehlen zum einen, durch zeitliche Veränderungen zu versuchen, auf dem Arbeitsweg dem Hauptberufsverkehr zu entgehen. Zum anderen, während des Pendelns die Zeit bewusst für sich zu nutzen. Konkret bedeutet das zum Beispiel, die Möglichkeit von flexiblen Arbeitszeiten so zu nutzen, dass man nicht dann unterwegs ist, wenn alle unterwegs sind. So lässt sich vielfach Zeit einsparen. Autofahrer kommen oft auch staufreier ans Ziel, wenn sie schon nur ein wenig früher losfahren als „auf den letzten Drücker“. Dies trifft in zahlreichen Fällen ebenfalls für Pendler in öffentlichen Verkehrsmitteln zu. In jedem Fall verschafft man sich als Arbeitnehmer so einen gewissen zeitlichen Puffer, vermeidet also schon den Stress aufgrund der Sorge zu spät zu kommen.
  2. Mit der bewussten Entscheidung für eine Veränderung der bislang gewohnten Routine können Berufspendler auch einer weiteren Empfehlung von Psychologen nachkommen, die helfen soll, stressfreier zur Arbeit und wieder heimzukommen. Diese Stressberater empfehlen, Pendelfahrten so zu gestalten, dass sie nicht mehr als ein notwendiges Übel erfahren werden, sondern als eine aktive eigene Entscheidung. Dazu muss man sich zum einen die Gründe vergegenwärtigen, warum man beschloss zu pendeln, und was die vielfach als unangenehmer eingeschätzte Alternative wäre. Dann verliert der gestresste Pendler eher das Gefühl, Opfer zu sein, und verdeutlicht sich stattdessen, dass er ja eine Wahl hat(te). Das entlastet psychisch, denn wer etwas freiwillig tut, tut es meist mit deutlich weniger Widerwillen.
  3. Zudem lassen sich Pendelstrecken mit angenehmen Tätigkeiten verbinden, wie etwa einem Besuch im Fitnessstudio auf dem Rückweg vom Job, einem Stopp am Supermarkt zum Einkaufen oder einem Treffen mit Freunden oder Bekannten. Dann wird das Pendeln auch weniger als verlorene Zeit wahrgenommen. Diesem unguten Gefühl lässt sich ebenfalls entgegenwirken, indem etwa der Pendler in der Bahn ein Buch liest oder der Autofahrer unterwegs im Stau zu einem Hörbuch greift. Grundsätzlich kann sich heutzutage jeder Pendler während seiner Fahrt auch mit seiner Lieblingsmusik verwöhnen – auch das entspannt deutlich.
  4. Und last, but not least: Vielfach können Fahrgemeinschaften dazu beitragen, die täglichen Fahrten von und zur Arbeit als weniger belastend zu empfinden, weil man sich währenddessen miteinander unterhalten kann. Und wer statt allein mit Kollegen pendelt, tut auch noch aktiv etwas für die Entlastung der Straßen, gegen den Ausstoß von Abgasen und für eine sinnvolle Nutzung von knappem Parkraum.

Ihre Gesundheit wird es Ihnen danken und Sie werden entspannter und zufriedener an Ihrem Arbeitsplatz eintreffen.

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