Wildunfälle im Frühling: Warum jetzt die Gefahr steigt und wer zahlt
Was Sie jetzt wissen müssen:
- Im Frühling steigt die Gefahr von Wildunfällen durch Paarungszeit und Reviersuche.
- Die Zeitumstellung auf Sommerzeit führt zu mehr Fahrten in der wildwechselreichen Dämmerung.
- Schäden am Fahrzeug durch Wildunfälle sind über die Teilkaskoversicherung abgedeckt.
Warum die Gefahr von Wildunfällen im Frühling zunimmt
Mit dem Frühling beginnt für viele Wildtiere die Paarungszeit und die Suche nach neuen Revieren. Dadurch überqueren sie häufiger Straßen, besonders in den frühen Morgen- und Abendstunden. Ein zusätzlicher Faktor ist die Zeitumstellung auf die deutsche Sommerzeit: Während die Tiere ihren gewohnten Rhythmus beibehalten, verschieben sich für Autofahrer die Hauptverkehrszeiten in die Dämmerung.
„In Waldgebieten und bei Schildern mit dem Hinweis ‚Wildwechsel‘ sollten Sie besonders vorsichtig fahren“, rät Karl Kräußlich, Experte der HUK-COBURG. „Schon 20 km/h weniger können den Bremsweg entscheidend verkürzen. Dort, wo ein Fahrer bei 80 km/h bereits steht, ist ein Fahrer mit 100 km/h noch 40 km/h schnell.“
Wildunfall: Wer zahlt und wie sind Sie versichert?
Ein Wildunfall kann schnell hohe Kosten verursachen. Doch wer kommt für den Schaden auf?
So sind Sie abgesichert:
- Teilkaskoversicherung: Deckt in der Grundform Schäden durch den direkten Zusammenstoß mit Haarwild (z. B. Rehe, Wildschweine), je nach Tarif auch mit anderen Tierarten – schauen Sie in Ihre Bedingungen.
- Vollkaskoversicherung: Schäden durch Ausweichmanöver sind oft ein Fall für die Vollkasko, können unter bestimmten Bedingungen (Rettungskosten) aber auch die Teilkasko betreffen.
- Kfz-Haftpflichtversicherung: Diese greift nicht bei Schäden am eigenen Fahrzeug, sondern nur bei Schäden Dritter.
Prüfen Sie Ihre Police, um sicherzugehen, dass Sie umfassend abgesichert sind. Hier lesen Sie mehr über den Unterschied zwischen Teilkasko, Vollkasko und Kfz-Haftpflicht.
Wildschaden melden – so geht’s
Wildunfälle mit größeren Wildtieren müssen gemeldet werden, da in vielen Bundesländern eine gesetzliche Pflicht dazu besteht. Mit dem Verstoß gegen die Pflicht begehen Sie eine Ordnungswidrigkeit, die mit empfindlichen Bußgeldern geahndet werden kann. Zudem zahlen viele Versicherungen einen Wildschaden am Auto nur dann, wenn eine offizielle Bescheinigung vorliegt. So gehen Sie beim Melden des Wildschadens richtig vor:
- Die Polizei verständigen: Sie sichert vor Ort Spuren und informiert den zuständigen Jäger oder Förster. Dieser stellt eine Wildunfallbescheinigung aus, die Sie für Ihre Versicherung brauchen.
- Fotos machen: Dokumentieren Sie die Schäden am Fahrzeug und die Unfallstelle. Entfernen Sie keine Tierhaare oder Blutspuren am Fahrzeug, die den Zusammenstoß beweisen. Auch Zeugenaussagen können unter Umständen wichtig sein.
- Den Schaden der Versicherung melden: Am besten direkt über die Hotline oder App Ihrer Versicherung.
Gut zu wissen: Wie unsere HUK-Pannenstatistik 2024 zeigt, passieren im Frühsommer rund ein Drittel aller Wildunfälle, vor allem im April, Mai und Juni. Gründe sind die Setz- und Wanderzeiten der Tiere sowie dichterer Bewuchs am Fahrbahnrand. In 3 % der Fälle kommt es zudem zu verletzten Personen, die medizinisch versorgt werden müssen.
Tipps zur Vermeidung von Wildunfällen
Um das Risiko eines Wildunfalls zu minimieren, sollten Sie folgende Tipps beachten:
- Fuß vom Gas: Reduzieren Sie die Geschwindigkeit in Waldgebieten und bei Dämmerung.
- Besonders aufmerksam fahren: Halten Sie Ausschau nach Wildwechsel-Schildern und reflektierenden Augen.
- Richtig reagieren: Bremsen Sie bei einem Wildwechsel kontrolliert ab und weichen Sie nicht unkontrolliert aus. Bei großem Wild (Wildschwein, Reh) ist Bremsen besser als Ausweichen. Achtung: Bei Kleintieren (Hase, Igel) sollten Sie den nachfolgenden Verkehr nicht durch eine Vollbremsung gefährden.
Was tun nach einem Wildunfall?
Nach einem Wildunfall sollten Sie:
- Die Unfallstelle sichern: Warnblinker einschalten und ein Warndreieck aufstellen.
- Kein Wild anfassen: Verletzte Tiere können gefährlich sein. Der Jäger wird sich um das angefahrene Tier kümmern.
- Polizei und Versicherung informieren: Diese Schritte sind wichtig für die Schadensregulierung.
Was Sie bei einem Unfall mit einem Leasingfahrzeug beachten müssen, können Sie in unserem Ratgeber nachlesen.