Fahrraddiebstahl

So sichern Sie Ihr Fahrrad richtig

Schutz gegen Fahrraddiebstahl: Smarte Schlösser und passende Versicherung

Bei sonnigem Wetter verzichten viele Menschen freiwillig auf ihren motorisierten Untersatz und greifen zum guten Zweirad. Doch jährlich werden etwa 292.000 Fahrräder in Deutschland gestohlen – Tendenz aktuell sinkend. Die Zahl der Diebstähle von versicherten Rädern belief sich auf rund 160.000, wie der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) feststellte. Wie kann man sich schützen?

Die Aufklärungsquote für vermisste Fahrräder ist leider sehr gering: Nur in weniger als 10% der Fälle finden die Räder zurück zu ihren Besitzern. Laut Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft zahlten Versicherer 2018 für versicherte Fahrräder eine Entschädigungssumme von 90 Millionen €. Zurückzuführen ist dieser hohe Betrag auf einen Anstieg der durchschnittlichen Entschädigung pro Fahrrad. Der Wert der versicherten Fahrräder steigt und mit ihm auch die Entschädigung im Falle eines Diebstahls – von 360 € pro Rad im Jahr 1998 auf 630 € pro Rad im Jahr 2018.

Fahrrad-Diebstahl: So schützen Sie Ihr Bike

Damit es gar nicht so weit kommt, sollte man es Fahrraddieben so schwer wie möglich machen. Viele Täter schrecken nämlich dann vor dem Diebstahl zurück, wenn das Knacken des Schlosses mit viel Aufwand verbunden wäre. So empfiehlt es sich, das Fahrrad an einem festverankerten Gegenstand mit einem eigenständigen Schloss abzustellen, um es gegen Wegtragen zu sichern. Wer ein schweres Fahrradschloss mit einem komplexen Schlüssel verwendet, schreckt Diebe zusätzlich ab. Bewährt haben sich stabile Schlösser wie Bügelschlösser oder Panzerkabelschlösser. Im Fall eines Diebstahls ist es wichtig, den Hersteller, die Marke und die Rahmennummer des Fahrrads zu kennen. Auch die Einzigartigkeit eines Bikes kann Diebe abschrecken, da sich solche Räder einfacher wiedererkennen und schwerer weiterverkaufen lassen.

Am besten abgesichert ist Ihr Rad in einem videoüberwachten Fahrradparkhaus. Auch sollte man darauf achten, dass das Rad nicht tagelang an einer Stelle stehen gelassen wird. Das erleichtert es Dieben, das Fahrrad zu entwenden.

Hier noch einmal eine Checkliste für sicheres Abstellen Ihres Fahrrades:

  • Fahrrad nie unabgeschlossen alleine lassen. 
  • Rad an fest verankerte Gegenstände wie Fahrradständer anschließen.
  • Fahrrad nie lange an einer Stelle stehen lassen.
  • Einen belebten Ort zum Abstellen des Rades wählen, damit Diebe nicht ungestört "arbeiten" können.
  • Stabiles und schweres Schloss benutzen, besser zwei als eins.
  • Fahrrad an Vorder- und Hinterrad sowie Rahmen festschließen, da Räder oft einfach ausgehebelt werden können.

Zusätzlicher Schutz durch Codierung

Um Langfinger von vornherein abzuschrecken, ist es sinnvoll, das Fahrrad codieren zu lassen. Dabei wird mittels Gravur oder Aufkleber eine Zahlen- und Buchstabenkombination am Rahmen unterhalb des Sattels angebracht. Diese gibt eindeutig Aufschluss über den Eigentümer. Codierte Räder können dann nur mit einem Kaufvertrag und den Codierungspapieren neu übertragen werden, sodass der Weiterverkauf des Diebesgutes erschwert wird.

Codierungen werden direkt beim Fahrradhändler, Fahrradclub (ADFC) oder der Polizei vorgenommen und kosten maximal 15 €. Dazu wird eine Rechnung mit Rahmennummer als Eigentumsnachweis benötigt. In Verbindung mit einem Fahrradpass, in welchem wesentliche Informationen über das Rad enthalten sind, ist eine Codierung ein guter Schutz vor Diebstählen oder erhöht zumindest die Chance auf Aufklärung des Diebstahls.

Auch die Technik kann helfen verschwundene Fahrräder wieder ausfindig zu machen: Versteckt angebracht kann ein GPS-Tracker ein Signal an das Smartphone des Besitzers senden und so seinen Standort mitteilen. Bei manchen Produkten kann auch eine Routen-Nachverfolgung aktiviert werden, um zu sehen, wo das Fahrrad gewesen ist. Wird das Fahrrad jedoch in Innenräumen versteckt, darf man sich nicht einfach Zutritt verschaffen. Hier ist die Zusammenarbeit mit der Polizei ein Muss. 

Sofort Fahrraddiebstahl melden!

Trotz aller Vorsicht passiert es manchmal eben doch: Das Fahrrad wurde geklaut, was tun? Der erste Weg sollte direkt zur Polizeidienststelle führen, am besten mit aktuellen Fotos vom Fahrrad und dem Fahrradpass. Für die Fahndung nach dem Rad bieten sich ggf. auch Detailaufnahmen von auffälligen Merkmalen an. Mancherorts kann man sogar einen Fahrraddiebstahl online melden. Dies sollte mindestens innerhalb von 48 Stunden erfolgen, sonst sinken die Chancen das Fahrrad wieder zu finden. Wegen Fahrraddiebstahls sollte immer eine Anzeige gestellt werden.

Als nächstes ist der Verlust der Versicherung zu melden. Hier können die Anzeige der Polizei, sowie Rechnungsbelege und Fotos gleich mitgeschickt werden. Häufig wird auch eine Bescheinigung des Fundbüros benötigt, dass das Fahrrad nicht aufgefunden wurde. Ort und Zeit des Diebstahls, sowie Art der Sicherung sollten bei Polizei und Versicherung möglichst genau angegeben werden. 

Auch Eigeninitiative kann helfen den Fall zu lösen. Geklaute Fahrräder werden häufig im Internet zum Verkauf angeboten. Die Augen aufzuhalten, kann sich also lohnen.

Fahrraddiebstahl – Welche Versicherung zahlt?

Vor dem Verlust des Fahrrads kann eine Versicherung zwar nicht schützen – wohl aber vor dem finanziellen! Ihr Rad können Sie im Rahmen der Hausratversicherung absichern. Der Schutz umfasst übrigens nicht nur Fahrräder, sondern auch nicht versicherungspflichtige Pedelecs und Fahrradanhänger.

Wenn eine Hausratversicherung mit Fahrraddiebstahlschutz abgeschlossen wurde, wird im Schadenfall der Wiederbeschaffungswert des Fahrrads ersetzt. Das heißt, dass der Betrag für ein gleichwertiges neues Fahrrad ausbezahlt wird. Bei Abschluss derFahrraddiebstahlversicherung wird in der Regel eine Höchstentschädigungssumme vereinbart. Sie sollte dem Neuwert des Fahrrads entsprechen. Für die Wertermittlung und Schadenregulierung sind der Kaufbeleg und ein Foto des Drahtesels hilfreich.

Als Hausratgegenstände sind Fahrräder, nicht versicherungspflichtige Pedelecs und Fahrradanhänger gegen Einbruchdiebstahl geschützt. Kein Versicherungsschutz besteht gegen die Gefahr des einfachen Diebstahls, d.h. wenn das Fahrrad außerhalb verschlossener Abstellräume, Keller oder Wohnungen auf offener Straße gestohlen wird. Dies ist bei einem Großteil der Diebstähle der Fall. Der einfache Fahrraddiebstahl kann jedoch gegen einen Zusatzbeitrag als „Fahrradversicherung“ mitversichert werden.

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