MOH – Schmerzmittel als Verursacher von Kopfschmerzen
Medication Overuse Headache (MOH) – auf Deutsch in etwa Kopfschmerzen durch Medikamentenübergebrauch – so nennen Mediziner Kopfschmerzen, die durch einen übermäßigen Gebrauch von Schmerz- oder Migränemitteln entstehen.
Das ist bei etwa 1,4% der Betroffenen der Fall, die unter Kopfschmerzen leiden.
Meistens betrifft es übrigens Menschen mit Migräne. Allerdings ist man auch nur dann gefährdet, wenn man zu viele Schmerzmittel über eine zu lange Etappe eingenommen hat. Wer über drei Monate viele Schmerzmittel bei gleichzeitigem Dauerkopfschmerz einnimmt, sollte an MOH denken.
Die Deutsche Kopfschmerzgesellschaft schreibt dazu:
Treten die Kopfschmerzen an mehr als 15 Tagen im Monat auf, sind sie chronisch. Nehmen Sie an mehr als 10 Tagen ein Triptan ein, kann das zu einem MOH führen. Nehmen Sie an mehr als 15 Tagen einfache Analgetika ein, kann das ebenfalls zu einem MOH führen. Die Art und die Zufuhr der Schmerzmittel spielen für die Entscheidung keine Rolle. Jedes Kopfschmerzmittel kann problematisch werden, wenn es zu häufig eingesetzt wird.
Wodurch macht sich MOH bemerkbar?
Wenn man von „Medikamenteninduziertem Kopfschmerz“ spricht, ist damit in der Regel eine chronische Form des Kopfschmerzes gemeint. Diese macht sich durch ein dumpfes, drückendes Gefühl im Kopf bemerkbar. Typisch ist meist ein Dauerkopfschmerz, der morgens beim Aufstehen anfängt und dann über den ganzen Tag präsent bleibt.
Sie haben noch häufiger Migräne- und Kopfschmerzanfälle als früher. Sie haben auch außerhalb Ihrer Migräneattacken keinen klaren Kopf mehr. Wegen der Chronifizierung Ihrer Schmerzen nehmen Sie immer mehr Schmerzmittel ein. Irgendwann stecken Sie in der Dauerschleife von Kopfschmerzen und Schmerzmitteln.
Es ist schwer, die Symptome des Kopfschmerzes, der durch den Übergebrauch von Schmerzmittel verursacht wird, von denen des ursprünglich vorhandenen Kopfschmerzes zu unterscheiden. Ob ein medikamentenbedingter Kopfschmerz vorliegt, können Sie mit Sicherheit nur auf eine Art herausfinden: Stoppen Sie für mindestens zwei, besser acht Wochen die Einnahme von Medikamenten, die im Verdacht stehen die Symptomatik auszulösen.