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Berufsunfähigkeitsrente beantragen

Berufsunfähigkeit – der Ernstfall

Der Ernstfall ist tatsächlich eingetroffen. Aufgrund einer schweren Erkrankung können Sie Ihren Beruf für einen langen Zeitraum nicht mehr ausüben. Je nach vorheriger Tätigkeit und der Krankheit können Sie sogar nie mehr in Ihrem erlernten Beruf tätig werden. Sie haben aber vor einigen Jahren eine Berufsunfähigkeitsversicherung abgeschlossen und möchten nun Leistungen aus dem Vertrag beantragen. Wir zeigen Ihnen, worauf Sie achten müssen und welche Leistungen Sie von staatlichen Stellen erwarten dürfen.

Einen Antrag auf Berufsunfähigkeitsrente stellen – darauf müssen Sie achten

Wir befassen uns an dieser Stelle mit der Beantragung der Berufsunfähigkeitsrente bei einem privaten Versicherer. Die Vorgehensweise bei der Beantragung von Erwerbsminderungsrenten bei der gesetzlichen Rentenversicherung wird in einem separaten Absatz kurz thematisiert. Die private Berufsunfähigkeitsversicherung erbringt im Regelfall eine Leistung, wenn Sie Ihre bisherige Tätigkeit nur noch zu weniger als 50% ausüben können. Wir prüfen dabei nicht unbedingt nur den reinen Zeitaufwand, sondern auch die Wichtigkeit der einzelnen Tätigkeiten für Ihren bisherigen Beruf.

Wenn Sie bei uns einen Antrag auf Berufsunfähigkeitsrente stellen möchten, unterstützen Sie unsere Vertrauensleute in den Geschäftsstellen vor Ort sehr gern. Wir fragen dabei zunächst einige allgemeine Angaben rund um Ihre bisherige Tätigkeit ab und bitten Sie, genaue Angaben zu Ihrer Erkrankung zu machen. Je umfangreicher Ihre Angaben sind, desto schneller können wir Ihren Antrag prüfen und bearbeiten.

Relevant für unsere Prüfung sind z. B.:

  • Krankenhausentlassungsberichte
  • Arztberichte
  • Ärztliche Atteste
  • gegebenenfalls Röntgenbilder oder ähnliches
  • eine Beschreibung Ihres bisherigen Arbeitsalltags
  • Adressen von sämtlichen Ärzten, die Sie bisher behandelt haben

Abhängig von Ihrem Krankheitsbild kann es sein, dass wir einen Gutachter einschalten, der Sie beurteilt. Diese Einschätzung ist für Sie nicht mit Kosten verbunden, wir übernehmen im Regelfall auch die Anreisekosten für Sie.

Droht eine Kündigung wegen Berufsunfähigkeit?

Ihr Arbeitgeber darf eine Kündigung aussprechen, wenn Sie komplett berufsunfähig werden sollten und es keine Aussicht auf eine Besserung gibt. Wenn Sie Ihren Beruf aber noch zum Teil ausüben können und durch eine Erkrankung nur teilweise eingeschränkt werden, hat Ihr Arbeitgeber nicht unbedingt das Recht zur Kündigung. Wenn Sie eine Kündigung aufgrund Ihrer Erkrankung erhalten, schalten Sie im Zweifelsfall einen Anwalt ein, der die Rechtmäßigkeit der Kündigung überprüfen kann.

Kann mich der Versicherer auffordern, einen anderen Beruf auszuüben?

Wir verzichten in allen Berufsunfähigkeitstarifen auf die sogenannte abstrakte Verweisung. Das bedeutet, dass wir Sie nicht abstrakt auf einen anderen Beruf verweisen können.

Ein Beispiel: Bisher arbeiten Sie als Kundendienstmonteur für einen Elektrofachbetrieb. Aufgrund eines Bandscheibenvorfalls können Sie nicht mehr als Monteur arbeiten, weil das Heben von schweren Gegenständen und die ständige gebückte Haltung für Sie nicht mehr möglich sind. Bei der Prüfung Ihres Antrags auf Berufsunfähigkeitsrente stellt der Leistungsprüfer fest, dass Sie im Büro eines Fachbetriebs arbeiten könnten, um dort z. B. Angebote und Rechnungen zu erstellen. Daraufhin führt der Versicherer eine abstrakte Verweisung an diese Tätigkeit durch und Sie erhalten keine Leistungen. Ob Sie tatsächlich so eine Arbeitsstelle finden, ist bei der abstrakten Verweisung nicht wichtig.

Unsere Tarife erlauben uns nur eine konkrete Verweisung. Im oben genannten Beispiel würde Ihnen Ihr bisheriger Arbeitgeber eine Stelle im Büro bei gleichem Lohn und gleichen Arbeitszeiten anbieten. In diesem Fall würden wir bei der Leistungsprüfung konkret auf die ausgeübte Tätigkeit verweisen.

Gelten für Selbstständige andere Regeln?

Wenn Sie durch eine Erkrankung Ihre selbstständige Tätigkeit nicht mehr ausüben können, gelten grundsätzlich die gleichen Regelungen wie bei abhängig beschäftigten Personen. In der Leistungsprüfung überprüfen wir allerdings, ob Sie durch eine Umorganisation Ihres Betriebs weiterhin leistungsfähig sein können. Die Umorganisation muss aber angemessen sein und Sie nicht benachteiligen. Die Prüfung, inwieweit eine Umorganisation in Betracht kommt, wird immer auf den Einzelfall abgestellt und berücksichtigt Ihre individuelle Situation. Als Anhaltspunkt zur Angemessenheit betrachten wir verschiedene Grundsatzurteile des Bundesgerichtshofs.

Ich bin Beamter – was muss ich beachten?

Bei Beamten gibt es einen speziellen Begriff: die Dienstunfähigkeit. Anders als eine Berufsunfähigkeit wird diese nicht durch einen Arzt, sondern durch den Dienstherrn festgestellt. Dienstunfähig ist, wer aufgrund des körperlichen Zustands oder aus gesundheitlichen Gründen zur Erfüllung der Dienstpflicht nicht in der Lage ist. Ebenfalls dienstunfähig können Beamte werden, die innerhalb der letzten 6 Monate weniger als 3 Monate dienstfähig waren und eine Verbesserung des Zustands in den nächsten 6 Monaten nicht zu erwarten ist.

Für einige Berufsgruppen innerhalb der Beamtenschaft gibt es besondere Regelungen. Bei Polizisten und Beamten im Justizvollzug verlängert sich der Begutachtungszeitraum bei Erkrankungen z. B. auf 2 Jahre. Dienstunfähig werden Sie dann also nur, wenn die ärztliche Prognose für die nächsten 2 Jahre negativ ausfällt und Sie innerhalb dieser Zeit wahrscheinlich nicht in den Beruf zurückkehren können.

Beamte auf Lebenszeit werden bei Dienstunfähigkeit in den Ruhestand versetzt, wenn Sie einen bestimmten Zeitraum als Beamter erfüllen können. Beamte auf Widerruf und Beamte auf Probe werden bei Dienstunfähigkeit aus dem Dienst entlassen und nur in der gesetzlichen Rentenversicherung nachversichert. Der Abschluss einer Dienstunfähigkeitsversicherung ist bei allen Beamtengruppen empfehlenswert.

Besonders wichtig ist die Absicherung für alle Beamten, die bisher noch nicht den Status Beamter auf Lebenszeit erreicht haben!

Die Beantragung von Leistungen aus der Dienstunfähigkeitsversicherung erfolgt analog zur Beantragung von Leistungen aus der Berufsunfähigkeitsversicherung. Bitte reichen Sie die Bescheinigung Ihres Dienstherrn zur Dienstunfähigkeit mit ein, eine weitere Prüfung durch uns findet dann nicht statt. Unsere Vertrauensleute unterstützen Sie gern beim Ausfüllen des Antrags.

Welche Leistungen kann ich vom Staat erwarten?

Die gesetzliche Rentenversicherung zahlt unter Umständen eine Erwerbsminderungsrente, wenn Sie Ihren Beruf nicht mehr ausüben können. Die Prüfung erfolgt dabei unter komplett anderen Gesichtspunkten als bei einer privaten Versicherung.

Die Höhe der Erwerbsminderungsrente richtet sich nach den bisher erworbenen Entgeltpunkten in der gesetzlichen Rentenversicherung. Die Höhe der Rente und die erworbenen Punkte können Sie der Rentenauskunft entnehmen, die Sie einmal jährlich erhalten. Durchschnittlich können Sie bei einer vollen Erwerbsminderungsrente mit 30% Ihres letzten Bruttoeinkommens rechnen. Diese erhalten Sie aber nur, wenn Sie gar keine Tätigkeit zu mehr als 3 Stunden täglich ausüben können. Der Rentenversicherungsträger prüft dabei nicht das Ansehen und die bisherige Qualifikation Ihrer Tätigkeit. Das bedeutet, dass auch der hoch qualifizierte Facharzt auf eine Tätigkeit als Nachtwächter verwiesen werden kann, wenn er diese Tätigkeit noch ausüben kann. Wenn Sie pro Tag nur noch zwischen 3 und 6 Stunden arbeiten können, erhalten Sie gegebenenfalls eine Erwerbsminderungsrente in halber Höhe.

Den Antrag auf Erwerbsminderungsrente stellen Sie bei dem für Sie zuständigen Rentenversicherungsträger.

Darf ich etwas dazu verdienen, wenn ich eine BU-Rente erhalte?

Wenn Sie eine Berufsunfähigkeitsrente von einem privaten Versicherer erhalten, dürfen Sie in unbegrenzter Höhe weiteres Einkommen erzielen.
Wir prüfen allenfalls, ob Sie in Ihrem vorher ausgeübten Beruf nach wie vor berufsunfähig sind. Wenn Sie Leistungen aus der gesetzlichen Rentenversicherung erhalten, gibt es Einschränkungen beim möglichen Zuverdienst. Abhängig von der Höhe Ihres Einkommens wird die Erwerbsminderungsrente gekürzt oder entfällt sogar komplett. Die exakten Grenzen erfragen Sie bei Ihrem Rentenversicherungsträger.

Noch Fragen? Nehmen Sie Kontakt mit uns auf

Wir bieten Ihnen eine umfassende Beratung rund die richtige Absicherung Ihrer Arbeitskraft. Unser Kundenservice ist jederzeit per E-Mail, telefonisch oder persönlich für Sie da. Nutzen Sie unsere Geschäftsstellen in Ihrer Nähe für einen direkten Kontakt zu uns. Wir helfen Ihnen gern weiter.

Hier finden Sie Ihren Ansprechpartner vor Ort:

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Bitte beachten Sie: Nur eine persönliche Beratung garantiert Ihnen einen bedarfsgerechten Versicherungsschutz.

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