Wohnmobil privat kaufen

Was Sie beim Gebrauchtkauf beachten müssen

Warum soll ich ein Wohnmobil kaufen?

Ein gebrauchtes Wohnmobil ist nicht erst seit Corona eine gute Investition. Junge Paare entscheiden mit einem Wohnmobil spontan und unabhängig, wohin sie fahren und wo sie bleiben. Auch junge Familien profitieren von einem Caravan-Trip. Mit dem Camper stehen sie auf verschiedenen Campingplätzen mit einem großen Angebot für Kinder und deutlich mehr Freiheiten als in einem Hotel, in dem häufig sogar die Frühstückszeiten vorgegeben sind. Zudem sind Wohnmobilstellplätze im Vergleich zu Hotelübernachtungen deutlich günstiger. Auch für ältere Paare ohne Kinder lohnt sich ein Wohnmobil. Ohne zeitliche Verpflichtung und ortsunabhängig können lange Reisen unternommen werden.


Inhaltsverzeichnis


Vorteile des Campings im eigenen Reisemobil

Für Ihr eigenes Reisemobil zahlen Sie keine Miete bei einem Verleih. Sie sind jederzeit mobil und unabhängig. Und Sie können auch spontan in den Urlaub starten, wenn sich eine Gelegenheit ergibt. Kleinere Wohnmobile wie Campingbusse oder Vans nutzen Sie auch ganzjährig als Alltagsfahrzeug. Für größere Wohnmobile brauchen Sie einen entsprechenden Stellplatz, entweder auf dem eigenen Grundstück oder alternativ zur Miete in einer Halle.

Alles eine Preisfrage?

Mit einem gebrauchten Wohnmobil sind Sie günstiger unterwegs, müssen aber eventuell Abstriche bei der gewünschten Ausstattung machen. Das Wohnmobil wurde nach den Wünschen des Vorbesitzers zusammengestellt und nicht alle Funktionen lassen sich nachträglich einbauen. Preisgünstiger als vom Händler kaufen Sie bei Privatpersonen. Der Händler ist allerdings bei Mängeln durch die Gewährleistung über eine Dauer von 12 Monaten zur Reparatur verpflichtet. Gewährleistungsansprüche können Sie bei Privatpersonen in der Regel nicht durchsetzen. Beim Händler erhalten Sie also eine höhere Sicherheit. 

Ein Neufahrzeug konfigurieren Sie nach Ihren eigenen Wünschen und müssen dabei nur Rücksicht auf den eigenen Geldbeutel nehmen. Im Vergleich zu einem gebrauchten Camper ist das neue Wohnmobil aber deutlich teurer

Wann ist die beste Zeit, um ein Wohnmobil zu kaufen?

Wie bei Motorrädern ist bei Wohnmobilen der beste Kaufzeitpunkt im Herbst oder Winter außerhalb der Saison. In der Regel ist das Angebot größer, weil Händler und Vermieter nach dem Ende der Saison ihre Flotte erneuern und gebrauchte Leihfahrzeuge verkaufen. Dann lassen sich auch günstigere Preise erzielen.

Welches Wohnmobil gebraucht kaufen?

Das gebrauchte Wohnmobil muss vor allem seinen Einsatzzweck erfüllen. Junge Paare brauchen meist weniger Platz und noch kein riesiges Wohnmobil. 

Wenn Sie mit einem Schlafplatz für Zwei und etwas Stauraum zufrieden sind, kann schon ein ausgebauter Kastenwagen wie ein VW Caddy in der Langversion oder ein Geländewagen mit Dachzelt ausreichend sein. Eine Sanitärzelle gibt es bei diesen Fahrzeugen nicht und auch keine Kochnische. Stattdessen wird draußen gekocht oder im Vorzelt.

Wer mit der Familie unterwegs ist, benötigt allerdings ausreichend Schlaf- und Sitzplätze. Stellt sich Familienzuwachs ein, darf es schon ein Campingbus oder -van sein, bei dem man bei Bedarf auch einen Wohnwagen anhängen kann. Alternativ wird zum Schlafen auf ein Zelt ausgewichen, das neben das Wohnmobil gestellt wird. 

Für junge Familien eignen sich also gut ein Bus oder ein Van mit Platz für 4 Personen. Die Sitzgelegenheiten lassen sich häufig zum Schlafplatz für die Eltern umbauen, Kinder schlafen z. B. im Aufstelldach oder im Alkoven. In den meisten Campingbussen sind bereits ein Kühlschrank und eine Kochnische verbaut. Sanitäreinrichtungen nutzt man auf dem Campingplatz. Zu den typischen Campingbussen gehören der VW Bulli, der Ford Transit oder der Fiat Ducato.

Für höhere Ansprüche beim Camping darf es etwas mehr sein. Eine eigene Sanitärzelle, eine vollwertige Kochnische und eine Sitzgruppe im Inneren des Wohnmobils werden wichtig. Statt eines Campingbusses lohnt sich hier ein teil- oder vollintegriertes Modell an. Neben Festbetten gibt es die Möglichkeit, für erhöhten Komfort ein Hubbett einzubauen. Integrierte Reisemobile gibt es in verschiedenen Varianten von Anbietern wie z. B. Hymer – inklusive der Marken Bürstner und Dethleffs –, Knaus oder Pössl.

Wohnmobile sind übrigens sehr wertstabil!

Diesel oder nicht?

Aus dem Wohnmobilbereich sind Dieselmotoren nicht wegzudenken. Sie sind leistungsstärker und effizienter als Benziner, dazu relativ langlebig. Zum Diesel gibt es beim Wohnmobil in Bezug auf Leistung und Lauffreudigkeit derzeit noch keine Alternativen, allenfalls bei Kastenwagen oder Transportern der neuen Baujahre finden sich einige Benzinmodelle. 

Auf die grüne Plakette achten

In einigen Städten und Ballungsregionen gibt es bereits jetzt Fahrverbote für ältere Dieselmodelle, die nicht mindestens die Abgasnormen Euro 4 oder besser erfüllen. In einigen Städten wird sogar Euro 5 gefordert. Wenn Sie also in einer der betroffenen Städte wohnen oder hauptsächlich Urlaub in Deutschland machen wollen, sollten Sie auf die passende grüne Plakette achten.

Hier finden Sie ausführliche Infos zur Umweltplakette.

Welche Abgasnorm Ihr Wunschfahrzeug erfüllt, sehen Sie bei einem Blick in die Fahrzeugpapiere. Abhängig von der Erstzulassung finden Sie die Angabe

  • entweder in der linken oberen Ecke des Fahrzeugscheins unter der Schlüsselnummer zu 1 bei Fahrzeugen, die vor dem 01.10.2005 zugelassen worden 
  • oder in der Zulassungsbescheinigung Teil 1 in Feld 14.1 – und ggf. in Feld 14 im Klartext – bei allen Fahrzeugen, die nach dem 01.10.2005 angemeldet wurden.

Automatik oder Schaltgetriebe?

In der 3,5-Tonnen-Klasse, die für die meisten Reisemobile interessant ist, setzen die Hersteller vor allem automatisierte Schaltgetriebe und Wandler-Automatiken ein. Letztere sind komfortabler und leichter, sodass sie vor allem bei jüngeren Fahrzeugen vermehrt eingesetzt werden. Schaltgetriebe sind aber ebenfalls üblich. Letztendlich ist es vor allem eine Frage des persönlichen Geschmacks, ob Sie lieber von Hand schalten möchten oder eine Automatik bevorzugen. Wohnmobile mit Automatik sind in der Anschaffung etwas teurer.

Teilintegrierte oder integrierte Modelle – wo ist der Unterschied?

Bei teilintegrierten Modellen verwenden die Hersteller das originale Fahrerhaus des Basisfahrzeugs. Die Vordersitze sind dann in der Regel drehbar und ergänzen die Sitzgruppe im Wohnbereich. Je nach Modell kann über der Fahrerkabine noch ein Alkoven verbaut sein, in dem sich eine Schlafnische befindet.

Bei integrierten Modellen nutzen die Hersteller nur das Fahrgestell des Basisfahrzeugs und entwickeln ein eigenes Fahrerhaus. Die Bugmaske des Wohnmobils wird von jedem Hersteller individuell gestaltet.

Tipps für den Kauf

Vereinbaren Sie vor dem Kauf eines Wohnmobils auf jeden Fall eine Besichtigung und eine Probefahrt. Lassen Sie sich gerade bei Privatkäufen die Fahrzeugpapiere und die Berichte der letzten Hauptuntersuchungen zeigen. Auch die Nachweise für die Wartungsintervalle und die Gas- und Dichtigkeitsprüfungen sind wichtig. Bei nachträglichen Nachrüstungen von z. B. einer Markise, oder einem Fahrradträger gibt es im besten Fall Quittungs- oder Rechnungsbelege

Achten Sie auf das Vorhandensein von Bedienungsanleitungen für die verbauten Geräte. Prüfen Sie die Anzahl der Vorbesitzer, eine Info dazu finden Sie immer im Fahrzeugbrief. Gab es Unfälle oder Defekte, wurden diese fachgerecht behoben? Kennt der Verkäufer Mängel, die noch behoben werden müssen? Werfen Sie auch einen Blick auf den Kilometerstand. Wenn dieser sehr niedrig ist, das Lenkrad und der Fahrersitz aber bereits stark abgenutzt, könnte der Tachostand geändert worden sein. War das Fahrzeug ganzjährig oder nur in der Saison in Betrieb? Schauen Sie auch auf die Feinstaub-Plakette.

Checkliste Überprüfung des Zustands

Prüfen Sie das Fahrzeugäußere und Fahrzeuginnere.

Im Äußeren achten Sie auf:

  • Roststellen an den Türschwellern, Kotflügeln oder Längsträgern
  • Risse an der Außenhaut, sichtbare Spachtelstellen
  • Zustand der Gummidichtungen an Fenstern und Türen, insbesondere bei Dachfenstern und Hubdächern
  • Zustand des Hubdaches von außen
  • Markise
  • Allgemeinzustand und Alter der Reifen, Profiltiefe
  • Zustand des Auspuffs
  • Aussehen des Motors: ist der Motor ölverschmiert, wie ist der Ölstand, sind Beschädigungen an Schläuchen oder Dichtungen erkennbar
  • Im besten Fall überprüfen Sie auch den Unterboden und die Aufhängungen auf einer Hebebühne

Im Inneren achten Sie auf:

  • Türen der Einbauschränke: Schließen sie einwandfrei?
  • Gibt es Feuchtigkeitsschäden wie feuchte Stellen, wellige Bodenbeläge oder einen modrigen Geruch?
  • Funktion der Bordelektronik und der sanitären Anlagen
  • Besteht auf den Innenausbau gegebenenfalls noch eine Gewährleistung?
  • Sind an den Möbeln und der weiteren Ausstattung Schäden zu erkennen?

Check während der Probefahrt

  • Springt der Wagen an? Hört sich das Motorengeräusch normal an?
  • Funktionieren Kupplung und Bremsen normal?
  • Ist die Lenkung ausreichend präzise und hat kein oder nur sehr wenig Spiel?
  • Bei Handschaltung: Arbeitet die Schaltung leichtgängig?
  • Funktionieren alle Beleuchtungsanlagen?
  • Arbeiten Klimaanlage, Scheibenwaschanlage und Spiegelverstellung normal?

Im Idealfall unterstützt Sie ein Fachmann bei der Bewertung des Fahrzeugs.

Wie versichere ich mein Wohnmobil?

Für ein Wohnmobil ist wie für jedes Kraftfahrzeug in Deutschland eine Kfz-Haftpflichtversicherung notwendig. Speziell für Wohnmobile bieten wir eine Wohnmobilversicherung für neue und gebrauchte Camper. Auch wenn es sich um gebrauchte Reisemobile handelt: Camper sind wertstabil und verlieren nur langsam an Wert. Denken Sie auf jeden Fall auch über eine Kaskoversicherung nach, die z. B. bei Beschädigungen durch Hagel oder Brand leistet. 

Kann ich das ins Auge gefasste Wohnmobil fahren?

Informieren Sie sich einfach vor dem Kauf über die passende Fahrerlaubnis in unserem Ratgeber Führerscheine für Wohnmobile und Gespanne.

Wenn Sie planen mit dem Gespann in Urlaub zu fahren…

Achten Sie darauf, dass Ihr Wohnmobil ausreichend motorisiert ist, wenn Sie einen Wohnwagen anhängen. Der Zug darf zudem nicht zu schwer werden, damit Sie das Gespann auch noch bewegen dürfen. Lesen Sie dazu mehr in unserem Ratgeber Anhängelast

Lesen Sie auch, wie Sie Wohnmobile und Wohnwagen richtig beladen.

Grundlegende Informationen zum Reisen mit Gespannen finden Sie in den Ratgebern Mit dem Auto in den Urlaub und Urlaub mit dem Wohnwagen.

Noch Fragen?

Bei allen Fragen zur Wohnmobilversicherung steht Ihnen Ihr persönlicher Berater vor Ort zur Verfügung. Gerne wenden Sie sich diesbezüglich auch an unsere Servicehotline (0800 2153153). Zusammen finden wir die perfekte Absicherung für Ihren Campingurlaub!

Hier finden Sie Ihren Ansprechpartner vor Ort:

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