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Wohnwagen beladen

Beladen oder überladen? So packen Sie Ihren Wohnwagen richtig!

Vorzelt, Tisch und Stühle müssen unbedingt mit auf die Reise. Ebenso Getränkekisten, Konservendosen und Geschirr. Nicht zu vergessen die Fahrräder für die Eltern und das Schlauchboot für die Kleinen. Wer mit dem Wohnwagen in Urlaub fährt, reist gern mit großen Gepäck - Stauraum scheint ja genügend vorhanden.

Aber Achtung: Schnell haben Sie mehr zugeladen als erlaubt. Das kann gefährlich werden – in manchen Ländern wie der Schweiz auch richtig teuer.

Welche Gewichtsgrenzen sind zu beachten?

Sie müssen unterscheiden zwischen dem zulässigen Gesamtgewicht (zGG) des Wohnwagens und der maximal zulässigen Anhängelast des Pkw.

Stützlast sollte Maximalwert erreichen

Wichtig: Die Stützlast ist kein fester Wert, sondern hängt davon ab, wie Sie den Anhänger beladen haben. Paragraph 44 der StVZO besagt, dass der Anhänger mit einer Stützlast von mindestens vier Prozent (oder mindestens 25 kg) seines tatsächlichen Gewichts auf die Kupplung des Zugfahrzeugs drücken muss.

Achten Sie darauf, dass die Stützlast des beladenen Caravans immer den Maximalwert erreicht. Denn je höher die Stützlast, desto geringer die Pendelanfälligkeit des Caravans. Und desto höher Ihre Fahrsicherheit. Wie Sie die Stützlast bestimmen? Entweder der Caravan hat bereits ein Stützrad mit integrierter Waage an Bord. Oder Sie klemmen einfach eine entsprechend zugeschnittene Holzlatte zwischen die Zugöse Ihres reisefertig gepackten Caravans und Ihre Badezimmerwaage.

Was bezeichnet man als Anhängelast?

Die Anhängelast ist die höchste Last, die Ihr Auto ziehen darf (die tatsächlich gezogene Last). Sie entspricht dem tatsächlichen Gewicht des beladenen Anhängers abzüglich der Stützlast, mit der die Deichsel des Anhängers auf dem Kugelkopf des Zugwagens lastet.

Die „Anhängelast (kg) bei Anhänger mit Bremse“ finden Sie in der neuen Zulassungsbescheinigung Teil I im Feld 0.1 und im alten Fahrzeugschein unter Ziffer 28.

Was ist die richtige Anhängelast?

Generell eignen sich Autos der Ober- oder Mittelklasse besser als Zugwagen für Anhänger als Autos kleinerer Kategorien. Sie haben die leistungsstärkeren Motoren, den längeren Radstand und ein höheres Eigengewicht. Und ihre Hinterachsen können die größere Anhängelast tragen.

Optimal für die Fahrsicherheit ist es, wenn die Anhängelast des Pkw klar über dem zulässigen Gesamtgewicht (zGG) des Wohnwagens liegt. Dann können Sie Ihren Wohnwagen auch bis zur Grenze seines zulässigen Gesamtgewichts beladen.

Gerade noch auf der sicheren Seite sind Sie, wenn sich die Anhängelast des Pkw mit dem zGG des Caravans deckt.

Unsicher wird es, wenn das zGG des Caravans über der Anhängelast des Pkw liegt. Dann dürfen Sie den Caravan nicht mehr voll beladen, damit sein tatsächliches Gewicht nach Abzug der Stützlast nicht die Anhängelast des Pkw überschreitet.

Beispiel: Die Anhängelast Ihres Autos ist auf 1000 kg begrenzt und das zGG des Caravans auf 1250 kg (900 kg Eigengewicht plus 350 kg erlaubte Zuladung). Dann müssen Sie sich mit maximal 100 kg Zuladung begnügen.

Achten Sie auf das Kleingedruckte

Es lohnt sich, die Zulassungsbescheinigung genau zu lesen - hinter manchen kryptischen Textstellen verbergen sich Ausnahmegenehmigungen, die die Anhängelast doch noch erhöhen.

Die maximal zulässige Anhängelast gilt für alle Steigungen, bis hin zu den steilsten Passstraßen. Darum ist in der Zulassungsbescheinigung der meisten Pkws bereits eine Ausnahmegenehmigung mit eingetragen, die so oder ähnlich lautet: * ZU 0.1: 1500 BIS 10 PROZ. STEIG. *

Das bedeutet: Wenn Sie eine Flachland-Tour machen, also keine Steigungen von mehr als 10 Prozent überwinden müssen, darf Ihr PKW statt 1.300 kg sogar 1.500 kg ziehen.

Oft wird im Zuge dieser Ausnahmegenehmigung auch das zulässige Gesamtgewicht des Zuges (PKW und Anhänger zusammen) begrenzt. Der Text zu Feld 0.1 lautet dann so oder ähnlich: * ZU 0.1: BIS 1500 ZUL.B.GES.GEW.DES ZUGES MAX.4500KG *

Das heißt übersetzt: Sie dürfen maximal 1.500 kg an Ihren PKW anhängen, wenn das tatsächliche Gesamtgewicht des Zuges nicht über 4.500 kg liegt. Beispiel: Ihr PKW ist so vollgeladen, dass er bereits selbst 3.200 kg wiegt. Dann darf Ihr Wohnwagen nur 1.300 kg wiegen (3.200 kg + 1.300 kg = 4.500 kg) - obwohl er laut Zulassung eigentlich 1.500 kg schwer sein dürfte. Bringt er dieses Gewicht tatsächlich auf die Waage, darf Ihr Pkw im Umkehrschluss nur 3.000 kg wiegen.

 

Wie belade ich Pkw und Caravan richtig?

Die Nutzlast Ihres Pkw im Zugbetrieb errechnen Sie, indem Sie das Leergewicht vom zulässigen Gesamtgewicht abziehen (Felder G und F.2 und in der Zulassungsbescheinigung Teil I bzw. Ziffern 14 und 15 des alten Fahrzeugscheins). Davon müssen Sie dann noch die Stützlast des Hängers abziehen.

Welche Zuladung der Caravan verkraftet, ist schwerer zu ermitteln. In den Fahrzeugpapieren finden Sie zwar das höchstzulässige Gesamtgewicht (Felder F.2 bzw. Ziffern 15), aber kein Leergewicht. Verlangen Sie also beim Kauf eine Bestätigung des Herstellers oder Händlers, was der Caravan mit allen Einbauten tatsächlich wiegt. Oder bringen Sie den unbeladenen Caravan zu einer Fahrzeugwaage. Das Leergewicht ziehen Sie dann vom zulässigen Gesamtgewicht ab.

Nützliche Links für weitere Informationen

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