Gebrauchtes Motorrad kaufen

Worauf Sie beim Kauf eines gebrauchten Motorrads achten sollten

Nicht jeder kann oder will sich ein neues Motorrad kaufen. Mit einem guten gebrauchten kann man mit Sachverstand und etwas Glück richtig Geld sparen. Vor dem Gebrauchtkauf eines Motorrads sollte man einige Tipps beachten, damit sich das vermeintliche Schnäppchen später nicht als Reinfall entpuppt.

Eine Frage des Geldes – gut vergleichen

Beim Gebrauchtmotorrad spielt allen voran der Preis eine entscheidende Rolle. Angesichts des großen Angebots auf dem Markt für Gebraucht-Motorräder sollte deshalb zuerst die persönliche Preisspanne abgesteckt werden, um die Suche von vornherein auf den eigenen Geldbeutel zuzuschneiden. Wie teuer ist das gesuchte Modell bei einschlägigen Internet-Portalen und wie viel Geld verlangen Motorradhändler für die Maschine? Bereits dieser Vergleich bewahrt vor überzogenen Angeboten.

Händler oder privat? Auf Gewährleistung achten

So verlockend das Angebot im Internet sein mag – beim Gebrauchtkauf gilt es unbedingt mit angezogener Euphoriebremse zu agieren. Denn im Unterschied zum Neukauf wird die allgemeine zweijährige Gewährleistungsfrist durch den Händler häufig auf ein Jahr halbiert. Bei einem Geschäft zwischen privatem Anbieter und privatem Käufer kann die Gewährleistung sogar komplett wegfallen. Bei anfallenden Rückfragen sollte der Verkäufer unmittelbar kontaktiert werden können. Dabei spielt auch die räumliche Nähe eine große Rolle. Denn Reparaturen innerhalb der Gewährleistungsfrist müssen in der Regel über den Verkäufer abgewickelt werden, damit der Erstattungsanspruch greift. Wird ein Mangel innerhalb der ersten 6 Monate nach Fahrzeugübergabe durch den Käufer erkannt, so wird vermutet, dass der Schaden bereits bei der Motorradübergabe vorhanden war. Es liegt somit am Verkäufer, den Makel zu bereinigen bzw. das Gegenteil (Beschädigung durch den Käufer) nachzuweisen.

Was sollten Sie bei einer Besichtigung des Gebrauchtmotorrads beachten?

Fotos und Beschreibungstexte eines gebrauchten Motorrads reichen nicht aus, um sich ein Bild über den tatsächlichen Zustand der Maschine zu machen. Für Interessenten ist es deshalb unbedingt ratsam, das Bike und auch den Verkäufer vor Ort genauestens zu mustern. Ist die Maschine wirklich unfallfrei, stimmt die Abnutzung mit dem Kilometerstand überein? Probesitzen und Probefahrt sollten unbedingt Teil der Erstbesichtigung sein und geben bereits wichtige Aufschlüsse darüber, ob die Maschine den eigenen Vorstellungen entspricht. Gleichzeitig sollten die folgenden einzelnen Bestandteile des Motorrads genauestens kontrolliert und vor allem der Zustand der Verschleißteile inspiziert werden.
 

Reifen und Felgen

Bei der Reifenkontrolle kommt es auf Hersteller, Herstellungsdatum und Profiltiefe an. Vorder- und Hinterreifen sollten unbedingt vom gleichen Hersteller stammen, damit es im Falle eines Unfalls nicht zu Problemen bei der Motorrad-Versicherung kommt. Zu alte Modelle können Risse aufweisen und auch bei wenig Benutzung an Grip verlieren. Unter einer Profiltiefe von 1,6 mm sollte generell kein Deal abgeschlossenen werden. Schäden am Übergang zwischen Felge und Reifen sind häufig auf vorangegangene Unfälle zurückzuführen.
 

Karosserie, Abgasanlage und Bremsen

Wie steht es um den Zustand von Verkleidung und Rahmen? Kleinere Kratzer sind für den Fahrbetrieb irrelevant, können allerdings zu erheblichen Preisminderungen führen. Größere Dellen stammen meist von Unfällen. Besonders der Lenker bleibt bei Stürzen selten verschont und gibt Aufschluss über das Vorleben des Bikes. Die Funktionsweise der Lichtanlage und der Griffe sollte ebenfalls überprüft werden. Bei einem Auspuff aus dem Zubehörregal sollte unbedingt die Zulassung für den Straßenverkehr gecheckt werden. Die Bremsschläuche sind auf Risse, die Bremsscheiben auf größere Riefen und die Bremsbeläge auf ausreichend Stärke zu prüfen.

Getriebe und Motor

Bei einer ausgiebigen Probefahrt sollten schließlich auch die Kupplung, das Getriebe und der Motor unter die Lupe genommen werden. Auf einer verkehrsarmen Straße lassen sich laute und damit verdächtige Motor- und Getriebegeräusche am ehesten wahrnehmen. Zum Abschluss sollten Motor und Gabel auf ihre Dichtigkeit untersucht werden.


Wartungs- und Nebenkosten

Hat das Motorrad einen gültigen TÜV und ist sichergestellt, dass es durch den nächsten TÜV kommt? Sind Ersatzteile erhältlich und bezahlbar und wie steht es um den Spritverbrauch? Neben dem Motorradpreis an sich müssen diese Dinge und mögliche Nebenkosten mit in die Kaufentscheidung einbezogen werden.

Bei der Fahrzeugbesichtigung sollte am besten ein erfahrener Begleiter zu Rate gezogen werden und auch hinsichtlich des Maschinenvergleichs gilt es, sich ausreichend Expertentipps einzuholen, damit sich der Gebrauchtkauf des Motorrads auch wirklich bezahlt macht. Letztlich spielt auch das persönliche Bauchgefühl eine Rolle. Kaufen Sie nur, wenn einem Angebot und Verkäufer wirklich seriös erscheinen.

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