HUK Ratgeber

Auswirkungen der CO₂-Steuer

Lesezeit: 12 Minuten
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Aktualisiert am: 20.08.2026
Ein Schlot bläst weißen Rauch aus, der den Begriff CO2 formt.

Was ist die CO₂-Steuer?

Bei der CO₂-Steuer (auch Kohlenstoffsteuer oder CO₂-Abgabe genannt) handelt es sich um eine Umweltsteuer auf die Emission von Kohlendioxid (CO₂) und andere Treibhausgase.

  • Ziel dieser Maßnahme sind Umwelt- und Klimaschutz durch die Senkung der CO₂-Emissionen.
  • Eingeführt wurde die Steuer in Deutschland im Januar 2019 mit dem „Klimaschutzplan 2030“.
  • Sie ist neben der Förderung von CO₂-Einsparung, Entlastung von Bürgern und staatlichen Eingriffen in einzelne Wirtschaftssektoren eine von vier Maßnahmen als Kontrollsystem zur Einhaltung der Klimaschutzziele.
  • Wenn Sie ein E-Auto besitzen, können Sie jedes Jahr Ihr CO2-Zertifikat verkaufen.

Gibt es die CO₂-Steuer nur in Deutschland?

Eine Umweltsteuer ist keine ausschließlich auf Deutschland beschränkte Maßnahme. Weltweit versuchen Länder, durch derartige CO₂-Abgaben den Klimaschutz zu fördern:

  • Finnland: Einführung 1990
  • Schweden: Einführung 1991
    (höchster Satz mit über 118–130 € pro Tonne)
  • Norwegen: Einführung 1991
  • Dänemark: Einführung 1992
  • Schweiz & Liechtenstein: Einführung 2008
  • Kanada: Einführung 2008
  • Irland & Island: Einführung 2010
  • Australien: Einführung 2012
  • Vereinigtes Königreich: Einführung 2013
  • Mexiko: Einführung 2014
    (Steuer auf im Land produzierte und importierte fossile Brennstoffe (Erdgas ausgenommen))
  • Frankreich: Einführung 2014
  • Spanien: Einführung 2014
  • Portugal: Einführung 2015
  • Südafrika: Einführung 2019
  • Niederlande: Einführung 2021
  • Luxemburg: Einführung 2021
  • Deutschland: Einführung 2021
    (nationaler Emissionshandel mit Festpreisen, u. a. 55 €)
  • Österreich: Einführung 2022 (ebenfalls 55 €)
  • Weitere osteuropäische/nationale Systeme: u. a. Polen (seit 1990), Slowenien (1996), Estland (2000) und Lettland (2004), teils mit sehr niedrigen Sätzen.

Wer muss die CO₂-Steuer zahlen?

Zahlen müssen alle Verursacher von CO₂-Emissionen.

Die CO₂-Steuer wurde so angelegt, dass klimaschädliches Verhalten teurer wird. Damit werden nicht nur Unternehmen zur Kasse gebeten, sondern auch nahezu jeder private Verbraucher.

Gleichzeitig wird klimafreundliches Verhalten günstiger.

Ob man durch die CO₂-Abgabe finanziell belastet wird, hängt vom individuellen Verhalten ab.

Übrigens

Berufspendler sollen für ihre Abgaben über die Pendlerpauschale entlastet werden.

Wie hoch ist die CO₂-Steuer?

Der Preis pro Tonne CO₂ liegt seit dem 1. Januar 2026 bei 55 bis 65 €.

In Deutschland verursacht eine Person (Stand 2026) im Durchschnitt jährlich 9,8 Tonnen Treibhausgase.

Durchschnittlich ergeben sich somit etwa 539 bis 637 € CO₂-Kosten pro Jahr, also ca. 45 bis 53 € monatlich (hierbei handelt es sich um theoretische Durchschnittswerte).

Was wird durch die Steuer teurer?

Die CO₂-Steuer beeinflusst Preisentwicklungen von fossilen Brennstoffen, sodass Heizöl, Kohle, Benzin und Diesel sowie Erdgas teurer werden.

Auswirkungen der CO₂-Steuer im Bereich Wohnen

Das Heizen mit fossilen Brennstoffen wird teurer. Das bedeutet, dass alle Haushalte, die mit Gas, Öl oder Kohle heizen, zahlen müssen. Und auf Hausbesitzer kommen sogar entsprechend höhere Kosten zu.

Denn Wohnen verursacht ca. 20 bis 22 % des gesamten deutschen Pro-Kopf-Fußabdrucks. Stand 2026 sind das etwa 2,0 bis 2,2 Tonnen jährlich.

Und laut Angaben des Bundesverbands der Deutschen Energie- und Wasserwirtschaft heizt über die Hälfte der Deutschen mit Gas, weitere 17 bis 18 % nutzen Heizöl.

Kann die CO₂-Steuer auf Mieter umgelegt werden?

Ja, Vermieter dürfen die Kosten die CO₂-Steuer seit dem Abrechnungsjahr 2023 zumindest teilweise auf den Mieter umlegen. Je höher der CO₂-Ausstoß des Hauses bzw. der Wohnung ist, desto höher ist der Anteil, den der Vermieter tragen muss.

Wie das genau aufgeteilt wird, ist im Kohlendioxidkostenaufteilungsgesetz (Co2kostaufg) geregelt.

Es gibt aber Ausnahmen, z. B. bei denkmalgeschützten Häusern.

Stufe CO₂-Emissionen
(kg CO₂/m² Wohnfläche und Jahr)
Mieteranteil Vermieteranteil
1 kleiner als 12 kg CO₂/m²/a 100 % 0 %
2 12 bis kleiner 17 kg CO₂/m²/a 90 % 10 %
3 17 bis kleiner 22 kg CO₂/m²/a 80 % 20 %
4 22 bis kleiner 27 kg CO₂/m²/a 70 % 30 %
5 27 bis kleiner 32 kg CO₂/m²/a 60 % 40 %
6 32 bis kleiner 37 kg CO₂/m²/a 50 % 50 %
7 37 bis kleiner 42 kg CO₂/m²/a 40 % 60 %
8 42 bis kleiner 47 kg CO₂/m²/a 30 % 70 %
9 47 bis kleiner 52 kg CO₂/m²/a 20 % 80 %
10 größer/gleich 52 kg CO₂/m²/a 5 % 95 %

In der jährlichen Heizkostenabrechnung zieht der Vermieter seinen eigenen Anteil von den Heizkosten ab, das gilt ggf. auch für die Warmwasserbereitung.

Wer als Mieter selbst die Brennstoffe wie Öl oder Gas bezieht, z. B. weil er ein Haus gemietet hat, muss seinen Anteil schriftlich (!) beim Vermieter einfordern. Dazu hat er nach Erhalt der Brennstoffrechnung 12 Monate Zeit.

Wie hoch ist die CO2-Steuer bei einer 90-qm-Wohnung?

Das hängt vom energetischen Zustand des Hauses, vom Energieträger (Öl, Gas, …) und vom Verbrauch ab. Bei dem für 2026 und 2027 geltenden Korridor von 55 bis 65 € je Tonne CO2 kann von einer Belastung zwischen 110 und 250 € ausgegangen werden

Preisanstieg bei Heizöl & Erdgas

Jahr Preis je Tonne CO₂ Heizöl Erdgas
2021 25 € 7,9 ct/l 0,6 ct/kWh
2022 30 € 9,5 ct/l 0,7 ct/kWh
2023 35 € 11,1 ct/l 0,8 ct/kWh
2024 45 € 14,2 ct/l 1,1 ct/kWh
2025 55 € 17,4 ct/l 1,3 ct/kWh
2026 55 - 65 € 20,7 ct/l 1,4 ct/kWh

CO₂-Steuer: Das müssen Autofahrer wissen

Benzin- und Dieselpreise steigen, jährlich gelten neue Steuerbeträge.

Und der Verkehrssektor hat nach Energiewirtschaft und Industrie den dritthöchsten Anteil an CO₂-Emissionen in Deutschland. Allein 60 % dieser Emissionen werden durch Pkw verursacht. Deshalb gibt es auch für Autofahrer in Sachen CO₂-Abgaben einiges zu beachten.

Mehrkosten durch die CO₂-Steuer für Autofahrer

Autofahrer sind an zwei Stellen von der CO₂-Steuer betroffen: Sowohl bei der Kfz-Steuer als auch an der Tankstelle.

Während bei der Steuer der Schadstoffausstoß des Automodells Einfluss auf die Höhe der Kfz-Steuer hat, hängen die Kosten an der Tankstelle davon ab, wieviel getankt wird.

Aufs Jahr gerechnet spielt hier also auch eine Rolle, wie hoch der Verbrauch auf 100 km ist und wie viele km im Jahr gefahren werden.

CO₂ und die Kfz-Steuer

Bei Pkw ist seit 2009 eine CO₂-Komponente in der Kfz-Steuer erhalten. Diese fällt je nach Erstzulassung des Pkw unterschiedlich aus.

Diesel-Pkw werden höher besteuert, weil die Mineralölsteuer, die an der Tankstelle anfällt, für Diesel geringer ist. Einige Beispiele zur Kfz-Steuer anhand gängiger VW-Modelle:

Modell Benzin/ Diesel Erstzu­lassung Hubraum kw/PS CO₂/km Steuer

VW Golf VI

B

1/2011

1.197

63/86

129 g

42 €

VW Polo

B

4/2016

1.197

66/90

107 g

48 €

VW VII Sportsvan

B

1/2021

1.498

96/130

134 g

111 €

VW Golf VIII

B

1/2026

1.498

85/116

122 g

87 €

VW Golf VIII TDI

D

1/2026

1.968

85/116

115 g

230 €

Einfluss des CO₂-Ausstoßes auf die Kfz-Steuer

  • Erstzulassung vor dem 01.07.2009

    Bei Erstzulassung bis 30.06.2009 gibt es noch keinen CO₂-abhängigen Zuschlag.

  • Erstzulassung Mitte 2009 bis Ende 2020

    Für Pkw mit Erstzulassung zwischen 01.07.2009 und 31.12.2020 gibt es neben dem hubraumabhängigen Grundbetrag der Kfz-Steuer (2 €/100 ccm für Benziner bzw. 9,50 €/100 ccm für Diesel) einen vom Schadstoffausstoß abhängigen Zuschlag.

    Je nach Erstzulassung gelten Grenzwerte für den CO₂-Ausstoß zwischen 120 g/km und 95 g/km:

    • Erstzulassung 01.07.2009 bis 31.12.2011: 120 g/km
    • Erstzulassung 01.01.2012 bis 31.12.2013: 110 g/km
    • Erstzulassung 01.01.2014 bis 31.12.2020: 95 g/km

    Für jedes Gramm darüber steigt die Kfz-Steuer um 2 € je g/km.

    Beispiel: Für einen 2012 erstzugelassenen Benziner-Pkw mit 2000 ccm Hubraum und mit 200g CO₂/km beträgt die Kfz-Steuer 220 € und setzt sich wie folgt zusammen:

    • je 100 ccm Hubraum 2 € (20 x 2 €) = 40 €
    • Grenzwert 2012: 110 g/km; (90 g drüber): 90 x 2 € = 180 €
    • Summe: 220 € Kfz-Steuer
  • Erstzulassung ab 2021

    Bei Erstzulassung des Pkw ab 01.01.2021 gilt neben dem hubraumabhängigen Grundbetrag der Kfz-Steuer (unverändert 2 €/100 ccm für Benziner bzw. 9,50 €/100 ccm für Diesel) eine gestaffelte CO₂-Komponente. Je höher der CO₂-Ausstoß, desto höher fällt der Zuschlag aus.

    Die Kosten für den CO₂-Anteil steigen progressiv mit dem amtlichen Prüfwert:

    • Bis 95 g/km: 0,00 € (steuerfrei in dieser Komponente)
    • Über 95 bis 115 g/km: 2,00 € pro g/km
    • Über 115 bis 135 g/km: 2,20 € pro g/km
    • Über 135 bis 155 g/km: 2,50 € pro g/km
    • Über 155 bis 175 g/km: 2,90 € pro g/km
    • Über 175 bis 195 g/km: 3,40 € pro g/km
    • Über 195 g/km: 4,00 € pro g/km

    Gleiches Beispiel wie oben, allerdings mit Erstzulassung 2025 (Benziner-Pkw mit 2000 ccm Hubraum und mit 200g CO₂/km). Hier beträgt die Kfz-Steuer 320 € und setzt sich wie folgt zusammen:

    • je 100 ccm Hubraum 2 € = 40 €
    • 95 – 115 g/km: 20 x 2,00 €= 40 €
    • 116 – 135 g/km: 20 x 2,20 € = 44 €
    • 136 – 155 g/km: 20 x 2,50 € = 50 €
    • 156 – 175 g/km: 20 x 2,90 € = 58 €
    • 176 – 195 g/km: 20 x 3,40 €= 68 €
    • 196 – 200 g/km: 5 x 4,00 € = 20 €
    • Summe: 320 € Kfz-Steuer
HUK-COBURG-Experte Karl
Karl Kräußlich
Marketing, HUK-COBURG
„Den Schadstoffausstoß Ihres Pkw finden Sie bei ab 2005 zugelassenen Fahrzeugen in der Zulassungsbescheinigung Teil I („Fahrzeugschein“) im Feld V.7.“
Mehr zu unserem Experten

Wie viel CO₂-Steuer zahlt ein Pkw pro Jahr?

An der Tankstelle beträgt der Mehrpreis bei 12.000 km im Jahr und 7 Liter/100 km bei einem Benziner etwa 143 Euro. Bei der Kfz-Steuer lässt sich das nicht so genau sagen, da das stark von der Erstzulassung, Antriebsart (Benziner oder Diesel) und Schadstoffausstoß abhängt. Bei Pkw bis Erstzulassung 2008 z. B. kommt kein CO2-abhängiger Zuschlag auf die Kfz-Steuer.

CO₂ an der Tankstelle

Die CO₂-Bepreisung wirkt sich direkt auf den Benzinpreis aus. Und das gilt natürlich auch für Diesel. Im Jahr 2026 liegt die CO₂-Abgabe in einem Preiskorridor von 55 bis 65 € je Tonne CO₂. Ein Liter Benzin enthält 2,33 kg CO₂., ein Liter Diesel enthält 2,62 kg CO₂. Umgerechnet auf den Liter-Preis macht das aktuell einen Zuschlag von knapp 17 Cent beim Liter Benzin (Super E10) und von 17 bis 19 Cent beim Liter Diesel (B7).

Beispiel: Wer zweimal im Monat jeweils 50 Liter Benzin E10 tankt, wird also im Jahr mit CO₂-Kosten ink. Mehrwertsteuer von rund 200 € belastet.

Der Preis für CO₂-Emissionen in den Bereichen Verkehr und Heizen wird in Deutschland jährlich von der Bundesregierung neu festgelegt. Über Auktionen an der Leipziger Energiebörse EEX ergibt sich ein Marktpreis, der staatlich über einen Korridor (aktuell zwischen 55 und 65 €/t) gedeckelt ist. Und billiger wird´s vermutlich nicht werden, wie ein Blick auf die Entwicklung zeigt:

  • 2021: Festpreis 25 €/t
  • 2022: Festpreis 30 €/t
  • 2023: Festpreis 30 €/t
  • 2024: Festpreis 45 €/t
  • 2025: Festpreis 55 €/t
  • 2026: Preiskorridor von 55 bis 65 €/t
  • 2027: laut Gesetzentwurf vom 2. Juli 2026 soll Preiskorridor von 55 bis 65 €/t bleiben
  • 2028: voraussichtlich deutlich teurer

Ab dem Jahr 2028 soll ein europaweites Handelssystem eingeführt werden, das den Preis rein durch Angebot und Nachfrage bestimmt. Expertenprognosen gehen von Preisen bis 130 € aus, manche Szenarien sogar deutlich darüber.

Wie berechnet sich der CO₂-Aufschlag pro Liter Kraftstoff?

Ein Liter Benzin enthält 2,33 kg CO₂. Wenn die Tonne CO2 im Mittel 60 € kostet, sind das 0,06 € oder 6 Cent pro kg. Für den Liter Benzin also 2,33 x 6 Cent entspricht 12,815 Cent. Plus Umsatzsteuer kommt dann der Liter 15,25 Cent teurer.

Ein Liter Diesel enthält 2,62 kg CO2, der Mehrpreis beträgt also ca, 18,7 Cent.

Wie hoch ist der CO₂-Preis pro Tonne in diesem und im nächsten Jahr?

Für 2026 und voraussichtlich auch 2027 beträgt die CO2-Abgabe 55 - 65 € je Tonne CO₂.

Preisanstieg Kraftstoffe/ Brennstoffe (brutto inkl. 19 % MwSt.)

Jahr Benzin
(pro Liter)
Diesel oder Heizöl
(pro Liter)
Erdgas
(pro kg)
Autogas
(LPG, pro Liter)
2021 ca. 7 ct ca. 8 ct ca. 8,7 ct ca. 5 ct
2022 ca. 8,4 ct ca. 9,5 ct ca. 10,4 ct ca. 6 ct
2023 ca. 9,8 ct ca. 11 ct ca. 12,2 ct ca. 7 ct
2024 ca. 12,6 ct ca. 14 ct ca. 15,7 ct ca. 9 ct
2025 ca. 15 ct ca. 17 ct ca. 19,2 ct ca. 11 ct

Hinweis: Der Preisanstieg ist immer bezogen auf das Basisjahr 2020

Wie viel teurer wird der Liter Benzin und Diesel durch den CO₂-Preis im aktuellen Jahr?

Für 2026 und voraussichtlich auch 2027 beträgt die CO₂-Abgabe pro Liter Benzin ca. 15 - 17 Cent und pro Liter Diesel ca. 17 - 19 Cent.

Wie hoch sind meine jährlichen Mehrkosten durch die CO₂-Steuer?

Nimm den Mehrpreis je Liter (Benzin ca. 15 – 17 Cent, Diesel ca. 17 bis 19 Cent) und multipliziere ihn mit den jährlich verfahrenen Litern.

Wenn du nicht weißt, wie viele Liter du im Jahr tankst, aber du weißt den Durchschnittsverbrauch deines Autos und wie viele km du im Jahr fährst, nimm folgende Formel: (jährliche Fahrleistung / 100) x Durchschnittsverbrauch x Mehrpreis.

Gibt es Entlastungen für Autofahrer wegen der CO₂-Steuer?

Wer das Auto für den Weg zur Arbeit braucht, wird etwas entlastet. So wurde wegen der CO₂-Steuer die Pendlerpauschale ab dem 31. Kilometer von 30 auf auf 38 Cent erhöht.

Wie kann man als Autofahrer der CO₂-Steuer aus dem Weg gehen?

Wer bei der Kfz-Steuer sparen will, hat einige Möglichkeiten. Das fängt bereits beim Autokauf an. Achten Sie auf einen geringen CO₂-Ausstoß. Unter 95 g/km fällt die CO₂-Komponente in der Kfz-Steuer weg. Das schaffen zum Beispiel moderne Kleinwagen, aber auch Plug-in-Hybridfahrzeuge und natürlich alle Elektroautos (BEV). Bei einem E-Auto kann das eingesparte Treibhausgas („THG“) sogar verkauft werden. Mehr dazu in unserem Ratgeber zur THG-Quote

Oder Sie kaufen sich einen Oldtimer mit H-Kennzeichen. Dann beträgt die Steuer pauschal 191 € im Jahr, auch wenn es ein Jaguar-12-Zylinder mit 6 Liter Hubraum ist.

An der Tankstelle wird das mit dem Sparen schon schwieriger. Den Preis an der Zapfsäule können Sie nicht beeinflussen. Aber: Je weniger Sprit in den Tank läuft, desto weniger CO₂-Abgabe fällt an. Die beiden Hebel sind der Verbrauch auf 100 km und die gefahrenen km.

Wer also weniger CO₂-Steuer an der Tankstelle zahlen will, muss:

  • ein sparsames Auto aussuchen.
  • spritsparend fahren. Im Verkehr mitschwimmen, kein Vollgas, usw.
  • unnötige Fahrten weglassen. Also wenn möglich z. B. mal zu Fuß gehen, das Rad nehmen, ÖPNV nutzen.
HUK-COBURG-Experte Karl
Karl Kräußlich
Marketing, HUK-COBURG
„Die Fahrweise hat mehr Einfluss auf den Verbrauch, als viele denken. Denn ab 80 km/h spielt der Luftwiderstand eine immer größere Rolle. Bei 110 km/h ist der Verbrauch oft 1/3 niedriger als bei Tempo 180.”
Mehr zu unserem Experten

Lohnt sich ein Elektroauto steuerlich?

Das lohnt sich bei der Kfz-Steuer fast immer. E-Autos, die bis 31.12.2030 zugelassen werden, sind bis zu 10 Jahren (maximal bis Ende 2035) von der Kfz-Steuer befreit.

Bei einem Verkauf geht die Steuerfreiheit auf den Käufer über, also auch der Gebrauchtwagenkäufer profitiert davon noch.

Dienstwagenfahrer kommen in den Genuss einer stark reduzierten Dienstwagenbesteuerung, wenn sie einen vollelektrischen Pkw (BEV) wählen.

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Auswirkungen der CO₂-Steuer auf den Luftverkehr

Der Luftverkehr verursacht weltweit einen erheblichen Anteil der CO₂-Emissionen. Für Fluggesellschaften gibt es deshalb mehrere Instrumente, die klimaschädliche Emissionen verteuern und den Einsatz klimafreundlicher Kraftstoffe fördern sollen.

Eine einheitliche „CO₂-Steuer“ auf Flugtickets gibt es dabei nicht. Für Reisende wirken sich insbesondere die deutsche Luftverkehrsteuer und indirekt die Kosten des europäischen Emissionshandels auf die Ticketpreise aus.

EU-Emissionshandel verteuert CO₂-Ausstoß

Fluggesellschaften innerhalb des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR) unterliegen dem europäischen Emissionshandelssystem EU-ETS. Für die verursachten CO₂-Emissionen müssen sie Emissionszertifikate erwerben. Seit 2026 werden für den Luftverkehr keine kostenlosen Zertifikate mehr ausgegeben. Dadurch steigt der Anteil der CO₂-Kosten, den die Airlines selbst tragen müssen.

Die Kosten des Emissionshandels können von den Fluggesellschaften teilweise in die Ticketpreise eingerechnet werden. Wie stark sich das auf den Preis eines einzelnen Flugtickets auswirkt, hängt unter anderem vom CO₂-Preis, dem Treibstoffverbrauch des Flugzeugs, der Flugstrecke und der Auslastung ab. Eine feste CO₂-Abgabe pro Flug oder Ticket lässt sich deshalb nicht angeben.

Deutsche Luftverkehrsteuer: Seit Juli 2026 wieder niedriger

Zusätzlich zum EU-Emissionshandel gibt es in Deutschland die Luftverkehrsteuer. Sie wird pro Fluggast erhoben und richtet sich nach der Entfernung zum Ziel. Seit dem 1. Juli 2026 gelten wieder die niedrigeren Steuersätze, die vor der Erhöhung im Mai 2024 gültig waren.

Entfernung zum Ziel Luftverkehr­steuer seit 1. Juli 2026 Luftverkehr­steuer seit 01. Mai 2024 Luftverkehr­steuer seit 01. April 2020 Luftverkehr­steuer bis 31. März 2020
bis 2.500 km 13,03 €
pro Fluggast
15,53 €
pro Fluggast
13,01 €
pro Fluggast
7,50 €
pro Fluggast
2.500 bis 6.000 km 33,01 €
pro Fluggast
39,34 €
pro Fluggast
33,01 €
pro Fluggast
23,43 €
pro Fluggast
mehr als 6.000 km 59,43 €
pro Fluggast
70,83 €
pro Fluggast
59,43 €
pro Fluggast
42,18 €
pro Fluggast

Die Beträge gelten je Fluggast und werden grundsätzlich über den Ticketpreis weitergegeben. Ob eine Steuersenkung tatsächlich vollständig bei Reisenden ankommt, entscheiden die Fluggesellschaften.

Klimafreundlicherer Flugkraftstoff soll Emissionen senken

Neben der CO₂-Bepreisung setzt die EU auf nachhaltige Flugkraftstoffe (Sustainable Aviation Fuels, SAF). Die Regelung „ReFuelEU Aviation“ schreibt seit 2025 einen steigenden Mindestanteil nachhaltiger Flugkraftstoffe vor. Ab 2025 sind zunächst 2 % SAF vorgeschrieben; der Anteil soll schrittweise auf 70 % im Jahr 2050 steigen.

Für Flugreisende bedeutet das: Die Klimakosten des Fliegens werden zunehmend über mehrere Instrumente berücksichtigt. Dazu gehören der EU-Emissionshandel, die Luftverkehrsteuer und Vorgaben für nachhaltige Flugkraftstoffe. Trotzdem wird Fliegen dadurch nicht automatisch klimaneutral. Auch andere klimarelevante Effekte des Luftverkehrs, etwa Auswirkungen von Emissionen in großer Flughöhe, werden durch eine reine CO₂-Bepreisung nicht vollständig abgebildet.

Was bedeutet das für Flugreisende?

Für Verbraucher sind die Auswirkungen vor allem beim Ticketpreis sichtbar. Die Höhe lässt sich jedoch nicht allein anhand einer „CO₂-Steuer“ berechnen, weil mehrere Kostenbestandteile zusammenwirken. Die deutsche Luftverkehrsteuer ist seit Juli 2026 zwar gesunken, gleichzeitig können steigende Kosten für Emissionszertifikate und nachhaltige Flugkraftstoffe die Kosten der Airlines erhöhen.

Wer die eigene Klimawirkung reduzieren möchte, kann insbesondere die Zahl der Flüge und die zurückgelegte Flugstrecke berücksichtigen. Bei kürzeren Reisen können Bahn oder andere Verkehrsmittel eine Alternative zum Flugzeug sein.

Wer kann sich die CO₂-Abgaben sparen?

Nutzer von Strom aus regenerativen Quellen dürfen sich über geringere Kosten freuen: Denn die Strompreise sollen sinken, sofern es sich um Ökostrom handelt.

Gut zu wissen

Wer ein E-Auto fährt kann die eingesparten Emissionen zu Geld machen. Mehr zum Thema in unserem Ratgeber-Artikel CO2-Emissionsrechte verkaufen.

Unser Fazit zur CO₂-Steuer

Bei der Wahl der neuen Heizanlage für Ihr Eigenheim oder beim Kauf eines neuen Autos sollten Sie sich vorab informieren, welche Kosten auf lange Sicht auf Sie zukommen und dies bei Ihrer Entscheidung berücksichtigen.

In unserem Ratgeberbereich Autokauf finden Sie weitere Entscheidungshilfen. Hier können Sie sich auch über die Unterhaltskosten beim Auto informieren.

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