Prostata-Vorsorge

Prostata-Vorsorge: Krebserkrankungen frühzeitig entdecken

Kein Grund, sich zu schämen: Die Prostata-Vorsorge ist die natürlichste Methode, Prostatakrebs und andere Krankheiten frühzeitig zu erkennen. Dennoch scheuen viele Patienten den Gang zum Arzt. Scham, Angst, Unsicherheit, aber auch mangelnde Kenntnis über den Ablauf der Untersuchung spielen dabei eine große Rolle.

Die Vorsorgeuntersuchung aufzuschieben ist jedoch nicht ratsam: Immerhin ist die Prostata eines der empfindlichsten Organe und kann von unterschiedlichen Erkrankungen betroffen sein. Zudem ist Prostatakrebs mit einem Anteil von 25% die am häufigsten bei Männern diagnostizierte Krebsart. Betroffen von einem Prostatakarzinom sind vor allem Männer im höheren Alter von durchschnittlich 70 Jahren, Erkrankungen im Alter von unter 40 Jahren treten dagegen kaum auf.

Gut zu wissen: Haben Sie bereits Symptome,  wie z. B. Blut in der Samenflüssigkeit oder im Urin, häufiger Harndrang, Probleme beim Urinieren oder Schmerzen in Rücken, Becken, Hüften oder Oberschenkeln, kann der Krebs schon weit fortgeschritten sein. Umso wichtiger ist die Prostatakrebs-Vorsorge: Sie hat eine hohe Treffsicherheit und hilft, frühzeitig eine passende Behandlung einzuleiten.

Wir erklären Ihnen im Folgenden, ab wann die Prostata-Vorsorge sinnvoll ist, wer sie vornimmt, wie der genaue Ablauf der Untersuchung aussieht – und warum es keinen Grund zum Schämen gibt.


Inhaltsverzeichnis


Prostata-Vorsorge: Ab wann, wie oft und wo?

Je nach Krebsart sind unterschiedliche Starttermine für regelmäßige Vorsorge- und Früherkennungsuntersuchungen vorgesehen. Während die Gebärmutterhalskrebsvorsorge bei Frauen bereits ab 20 Jahren durchgeführt wird und die Brustkrebsvorsorge mit 30 Jahren folgt, wird die Prostata-Vorsorge für Männer erst ab 45 Jahren empfohlen. Der Grund dafür ist, dass Prostatakrebs in der Regel erst in einem höheren Alter um die 70 auftritt und dann eher langsam wächst.

Eine gezielte Prostata-Vorsorge ab 30 Jahren ist daher noch nicht vorgesehen, jedoch kann ein genereller Gesundheitscheck helfen, Risikofaktoren frühzeitig aufzudecken.

Allgemein gilt: Sobald Sie Probleme beim Wasserlassen haben, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Dies kann unterschiedliche Ursachen haben, wie eine gutartige Prostatavergrößerung oder eine Prostataentzündung, und muss in jedem Fall medizinisch abgeklärt werden.

Wenn Sie 45 Jahre oder älter sind, sollten Sie einmal im Jahr eine Tastuntersuchung vornehmen lassen, denn das Risiko für Prostatakrebs steigt mit jedem Jahr an. Zusätzlich kann ein PSA-Test durchgeführt werden. Lesen Sie dazu mehr im Absatz „Die Prostata-Vorsorgeuntersuchung: Was wird gemacht?“

Aber welcher Arzt ist für die Prostata-Vorsorge zuständig? Hausarzt oder Urologe? Gehen Sie für die Untersuchung zum Urologen. Er ist Spezialist im Bereich der Harnorgane und führt Tastuntersuchungen regelmäßig und routiniert durch.

Die Prostata-Vorsorgeuntersuchung: Was wird gemacht?

Die Prostata-Vorsorgeuntersuchung in urologischen Praxen folgt einem routinierten Ablauf. Oftmals müssen Sie bereits im Wartezimmer einen Fragebogen zu Ihrem allgemeinen Gesundheitszustand ausfüllen. Anhand Ihrer Angaben möchte der Arzt das Risiko für Prostatakrebs ermitteln.

Im Behandlungszimmer folgt als Nächstes ein Gespräch, um dem Patienten die Scheu und Unsicherheit zu nehmen. Um erste Anzeichen einer Erkrankung abzuklären, fragt der Arzt Sie auch, wie Sie sich beim Urinieren und Ejakulieren fühlen, wie hoch die Urinmenge und die Konsistenz des Ejakulats ist. Ebenfalls erkundigt sich der Arzt nach Vorbelastungen und Vorerkrankungen: Prostataerkrankungen können z. B. durch Nierensteine und Blasenentzündungen begünstigt werden. Auch Fragen zum sexuellen Verlangen und zur Häufigkeit von Samenergüssen sind Routine.

Die eigentliche Untersuchung startet mit dem Abtasten Ihres Intimbereichs nach Knoten und Verhärtungen. Dabei wird der Arzt Ihren Bauch, Hoden und Penis abtasten und auch die Vorhaut zurückschieben. Das Auftreten von Erektionen ist dabei völlig normal.

Es folgt die rektale Tastuntersuchung, für die man sich auf die Seite legt und die Knie anzieht. So ist die Prostata für den Arzt gut zu erreichen, wenn er den Finger einführt. Hierbei nutzt er Gummihandschuhe und trägt ein Gleitgel auf, um Schmerzen zu vermeiden. Trotz der ungewohnten Situation ist es wichtig, dass sich der Patient bei der Tastuntersuchung entspannt.

Der Arzt prüft Größe, Form und mögliche Verhärtungen der Prostata. Der dadurch entstehende Druckreiz kann einen unmittelbaren Orgasmus mit Samenerguss auslösen. Was Sie als peinlich empfinden mögen, gehört für den Arzt zur Routine in seinem Arbeitsalltag, und insgesamt dauert die Untersuchung nur 10 bis 30 Sekunden.

Eine transrektale Ultraschalluntersuchung erfolgt meist nur, wenn der Arzt eine verhärtete Prostata ertastet hat. Hierbei wird eine Ultraschallsonde über den After eingeführt. Diese Untersuchung empfinden Patienten häufig als unangenehmer, aber nach circa einer Minute ist sie beendet. Sollte der Ultraschall kein klares Ergebnis liefern, kann Ihnen der Arzt bei einer Biopsie auch etwas Prostatagewebe mittels einer dünnen Nadel entnehmen.

Eine Alternative ist der sogenannte „PSA-Test“, bei dem Blut abgenommen und auf prostataspezifische Antigene (PSA) hin untersucht wird. Je höher die Antigen-Konzentration ist, desto erhöhter ist das Krebsrisiko. Da es jedoch noch keinen eindeutigen Grenzwert gibt, ab wann ein Ergebnis besorgniserregend ist, sollten Sie das gut mit Ihrem Arzt besprechen. Er entscheidet auch je nach Testergebnis, wann ein erneuter PSA-Test sinnvoll ist.

Zudem gibt es noch andere Vor- und Nachteile eines PSA-Tests, über die Sie mit Ihrem behandelnden Arzt sprechen sollten, darunter die Gefahr einer „Überdiagnose“: Durch den Test werden viele Tumore entdeckt und mit allen psychischen und physischen Nebenwirkungen behandelt, die auch ohne Behandlung nie Beschwerden verursacht hätten.

Prostata-Vorsorge und Kosten: Wer zahlt die Untersuchung?

Die Tastuntersuchung ist Teil des gesetzlichen Früherkennungsprogramms. Die Kosten werden daher als empfohlene Prostatakrebs-Vorsorge von der Krankenkasse übernommen.

Ein PSA-Test zählt nicht zum Früherkennungsprogramm. Die Kosten von circa 25 € müssen Sie daher selbst bezahlen. Hinzu kommen 20 € für das Besprechen der Ergebnisse mit dem Arzt.

Kann man die Prostata selbst abtasten?

Die Prostata lässt sich auch selbst ertasten und entsprechend selbst abtasten. Dieser Selbsttest anstelle einer urologischen Untersuchung ist jedoch nicht empfehlenswert. Das Risiko einer Verletzung oder Infektion ist wesentlich höher, ebenso die Wahrscheinlichkeit einer Fehlinterpretation.

Bedenken Sie außerdem, dass der Arzt die Untersuchung bei einer ertasteten Auffälligkeit sowieso wiederholen muss. Das zuverlässigste und schnellste Ergebnis erhalten Sie also nach einer Prostata-Vorsorgeuntersuchung beim Urologen.

Wie kann man Prostatakrebs vorbeugen?

Wie bei Krebs üblich, sind die Möglichkeiten der Vorbeugung leider begrenzt. Allerdings gibt es einige Faktoren, die eine Prostatavergrößerung,
-entzündung oder -krebs begünstigen:

  • Gewicht: Übergewicht und wenig Bewegung begünstigen eine Krebserkrankung. Achten Sie darauf, Ihr Normalgewicht zu halten und genügend Bewegung und Sport in Ihren Alltag einzubauen.
  • Ernährung: Vor allem rotes Fleisch, eine ungesunde Ernährung und zu viel Alkoholkonsum sind kontraproduktiv. Planen Sie viele pflanzliche Produkte bei Ihrer Ernährung ein, verzichten Sie öfter auf Fleisch und trinken Sie Alkohol nur in moderaten Mengen.
  • Onanieren und ejakulieren: Studien haben ergeben, dass regelmäßiges Onanieren einen schützenden Effekt haben könnte, da bei der Ejakulation Stoffe, die krebserregend sind, aus dem Körper gespült und Hormone freigesetzt werden.

Generell gilt: Möchten Sie Prostatakrebs vorbeugen, achten Sie auf einen gesunden Lebensstil und gehen Sie regelmäßig zur Vorsorge.

Wichtig: Intensive Prostata-Vorsorge bei Vorbelastung

Die familiäre Vorbelastung mit Prostatakrebs spielt bei der Prostata-Vorsorge eine große Rolle: Haben bzw. hatten Ihr Vater oder Ihr Bruder Prostatakrebs, steigt auch Ihr eigenes Risiko, selbst daran zu erkranken. Pauschal gilt: Je mehr Verwandte ersten Grades von einem Prostatakarzinom betroffen sind, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit einer eigenen Erkrankung.

Auch das Alter bei der Diagnose spielt eine Rolle: Je jünger Ihre Verwandten bei der Diagnose waren, desto mehr steigt auch Ihr Risiko.

Für eine intensive Beratung sollten Sie Ihrem Arzt bei Ihrer Prostata-Vorsorge von familiären Vorbelastungen unbedingt berichten.

Fazit: Prostata-Vorsorge ist überlebenswichtig und kein Grund zum Schämen

Viele Männer scheuen die Untersuchung beim Urologen, da der männliche Genitalbereich ein empfindliches Thema ist. Mögliche Nebenwirkungen wie Erektion, Orgasmus bis hin zur Ejakulation während der Untersuchung sind ihnen peinlich – für den behandelnden Arzt jedoch Alltag und kein Grund, die Vorsorgeuntersuchung aufzuschieben.

Denn: Prostataerkrankungen können innere Organe schädigen und das Krebsrisiko erhöhen. Wird die Diagnose Prostatakrebs spät gestellt, muss der Patient mit erheblichen Einschränkungen in seinem Leben rechnen. Bleibt der Krebs unerkannt, verläuft er zudem meist tödlich.

Um sich selbst zu schützen, nehmen Sie unbedingt die kostenlosen Untersuchungen zur Prostatakrebs-Früherkennung regelmäßig wahr!

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