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Autoschlüssel mit HUK-COBURG Anhänger

Von Servolenkung bis Einparkhilfe

Was unsere Autos komfortabler und sicherer gemacht hat.

Fuß vom Gas, Hände vom Steuer

Vom ersten Patent-Motorwagen zum autonomen Fahren. Wie sich das Automobil über Jahrzehnte hinweg verändert hat.

Bildnachweise: Daimler AG (6), ddp images (4), Creative Commons (2), dpa Picture-Alliance, Bridgeman Images, Honda, Toyota

Früher war alles besser. Nun ja, wenn es um das Auto, der Deutschen liebstes Fortbewegungsmittel und Statussymbol geht, stimmt das nicht ganz. Seit Erfindung des ersten Patent-Motorwagens 1886 haben Hersteller und Entwickler stets daran gearbeitet, das Gefährt komfortabler und sicherer zu machen. Zum Beispiel durch Erfindungen wie den Tempomat, den Airbag, das ABS oder das Navigationssystem, um nur einige der wohl wichtigsten Errungenschaften in der Weiterentwicklung des Autos zu nennen. Unter dem Gesichtspunkt lässt sich eher festhalten:

Heute ist alles besser!

Auto-Navigationssystem von Honda und Alpine Electronics

Auto-Navigationssystem von Honda und Alpine Electronics

Wer erinnert sich nicht mehr daran, als das Kurbeln des Steuers beim Einparken das Krafttraining im Fitnessstudio ersetzt hat. Oder, als man die Kassette noch herumdrehen und das Lieblingslied vor- oder zurückspulen musste. Das waren noch Zeiten. Zeiten, in denen die Urlaubsfahrt nach Italien oder Spanien ohne Klimaanlage und elektrische Fensterheber schnell zu einer schweißtreibenden Tortur werden konnte.
Kurbeln und schwitzen müssen die meisten schon lange nicht mehr – Servolenkung und Klimaanlage sei Dank. Heute übernehmen viele Autos den Einparkvorgang von alleine. Autofahrer müssen nichts weiter tun, als den Fuß vom Gas zu nehmen und die Hände hochzuhalten – schon steht das Auto in der Parklücke. Vorbei die Zeiten, in denen mühevoll vor und zurück rangiert werden musste.

Wer keinen Einparkassistenten hat, dem helfen zumindest Rückfahrkameras, Sensoren und akustische Signale, die Abstände besser einschätzen zu können. Die meisten dieser technischen Errungenschaften zielen darauf ab, das Unfallrisiko zu reduzieren. Entgegen aller Erwartungen ist es jedoch nicht so, dass es hierdurch zu einem Rückgang bei Parkschäden kommt, wie Jörg Rheinländer, Generalbevollmächtigter im Geschäftsfeld Schaden-/Unfallversicherung, im Interview mit auto motor und sport erklärt. „Einfache Einparkhilfen über akustische Signale haben die Schadenhäufigkeit nicht reduziert. Der Schadendurchschnitt ist sogar leicht nach oben gegangen, weil bei Parkschäden mittlerweile teure Sensorik beschädigt wird“, sagt Rheinländer. Bei uns werden jährlich noch rund eine halbe Milliarde Euro nur für Parkschäden ausgegeben.

Erfindungen wie das Antiblockiersystems, kurz ABS, und andere Fahrassistenzsysteme haben aber einen wichtigen Beitrag dazu geleistet, dass es grundsätzlich zu weniger Unfällen mit schweren Personenschäden kommt. Warum? Weil Autos schlichtweg nicht mehr so schnell von der Fahrbahn abkommen. Front- und Seitenairbag retten Leben. Auch die Anschnallpflicht, die seit 1976 für Personen auf den Vordersitzen und seit 1984 auf den Rücksitzen gilt, senkte die Zahl der Unfallopfer im Straßenverkehr maßgeblich. Heute bringt auch das integrierte Notrufsystem, der sogenannte eCall, der ab 2018 in allen Neuwagen Pflicht ist, noch mehr Sicherheit auf deutsche Straßen. Kommt es zu einem Unfall, wird automatisch Hilfe gerufen.

Im Gegensatz zu den vielen Sicherheitsaspekten gibt es einige Erfindungen, die, wie Klimaanlage oder die Sitzheizung, dazu dienen, das Wohlbefinden beim Autofahren zu erhöhen. Es kommt einem heute absurd vor, dass z. B. das Autotelefon in den Neunzigern für großes Staunen sorgte. Im Auto zu telefonieren? Wow! Damals für viele schier unfassbar. Aus heutiger Sicht ist man eher darüber verwundert, dass ein riesiger Hörer im Auto für heruntergefallene Kinnladen sorgte. Viele dieser Errungenschaften sind also längst überholt. Es ist aber die gleiche Art von Staunen, die heutzutage bei autonom fahrenden Autos aufkommt. Wie werden wir wohl ins Staunen kommen, wenn wir in zwanzig Jahren beim Autofahren lesen oder einfach nur entspannen können?

Was werden wir beim Autofahren überhaupt noch selbst verrichten müssen? Hier steht nämlich schon die nächste Innovation in den Startlöchern: Connected Parking. Die Idee dabei: Der Autofahrer kann aussteigen und das Auto fährt, durch Sensoren gesteuert, völlig fahrerlos in ein Parkhaus hinein und wieder heraus. Genauso funktioniert es natürlich auch bei einer normalen Parklücke. Und auch die lästige Parkplatzsuche könnte bald Vergangenheit sein. Der Automobilzulieferer Bosch will die Sensoren und Kameras in Autos nutzen um das Parkplatzmanagement in Großstädten zu optimieren. „Autos, die durch die Stadt fahren scannen freie Parkplätze sogar am Straßenrand, ständig und in Echtzeit“, sagt Bosch-Manager Rolf Nicodemus. Die Daten sollen anderen Autofahrern praktisch zeitgleich zur Verfügung stehen. Nicht abwegig wäre die Frage, ob Unfälle gänzlich vermieden werden, wenn beispielsweise der Verkehr komplett durch GPS gelenkt und geleitet wird?

Wohin die Fahrt geht, lässt sich nur abschätzen, aber eins steht fest: Auch über die automatische Einparkhilfe wird in 20 Jahren laut gelacht werden.

Der erste Patent-Motorwagen

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