7. November 2018
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Kategorie: Unterwegs

Härtere Strafen für Raser

--- Lesezeit: 2 Minuten --- 

Der Gesetzgeber hat die Strafen für Raser und für Teilnehmer illegaler Autorennen verschärft. Denn allzu oft kommen dabei Unbeteiligte zu Schaden. Konkret wurde dazu in Paragraf 315d des Strafgesetzbuches ein neuer Tatbestand eingeführt, der die entsprechende Vorschrift in der Straßenverkehrsordnung ersetzt.

Danach wird, wer im Straßenverkehr ein nicht genehmigtes Kraftfahrzeugrennen veranstaltet oder als Kraftfahrzeugführer an einem nicht genehmigten Kraftfahrzeugrennen teilnimmt, mit einer Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren oder mit einer Geldstrafe belegt. Werden dabei andere Menschen oder Gegenstände von bedeutendem Wert gefährdet, droht bei Fahrlässigkeit eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren oder eine Geldstrafe. Handelt der Angeklagte vorsätzlich, steht ihm eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren oder wiederum eine Geldstrafe ins Haus. Und kommen bei einem illegalen Autorennen Menschen zu Tode oder werden schwer verletzt, kann die Freiheitsstrafe bis zu zehn Jahre dauern. Außerdem können die Fahrzeuge der beteiligten Raser eingezogen werden.

Der Gesetzgeber will aber auch gegen Raser vorgehen, die nicht mit anderen Autofahrern ein illegales Rennen austragen, sondern allein „gegen die Uhr“ antreten. Deshalb ist ebenfalls die Regelung neu, dass wer „mit nicht angepasster Geschwindigkeit grob verkehrswidrig und rücksichtslos fährt, um eine möglichst hohe Geschwindigkeit zu erreichen“, auch mit einer Geldbuße oder bis zu zwei Jahren Haft bestraft werden kann. Damit sollen auch diejenigen Fälle erfasst werden, in denen nur ein einziges Fahrzeug „objektiv und subjektiv ein Kraftfahrzeugrennen nachstellt“, wie es in der Begründung des Gesetzentwurfs heißt. Und darüber hinaus ist nun auch bereits der Versuch, ein illegales Rennen durchzuführen, strafbar, selbst wenn dieses dann nicht stattfindet. So soll verhindert werden, dass Organisatoren straflos davonkommen, wenn die Polizei von ihrem Vorhaben erfährt und es vereitelt.

Unsicherer Versicherungsschutz

Abgesehen von den härteren Strafen sollten Raser wissen, dass sie für die von ihnen gegebenenfalls verursachten Schäden auch finanziell geradestehen müssen. Der kann unter Umständen, speziell bei Personenschäden eklatant hoch sein. Raser können nicht grundsätzlich davon ausgehen, dass ihre Versicherung dann komplett für den Schaden aufkommt. Hier werden die Versicherungen jeden Fall sorgfältig zu prüfen. Natürlich wird ein Opfer eines solchen Unfalls entschädigt, aber der Kraftfahrthaftpflicht-Versicherer kann unter Umständen bis zu einer Höchstsumme von 5.000 Euro Regress nehmen.

Mehr Polizeikontrollen gefordert

Während die Politik nun hofft, mit den härteren Strafen eine abschreckendere Wirkung auf die Teilnehmer illegaler Autorennen erzielen zu können, ist der Leiter der Unfallforschung der Versicherer, Siegfried Brockmann, in der Beziehung skeptischer. Er hält grundsätzlich zusätzliche Kontrollen für wirkungsvoller, um die Disziplin im Straßenverkehr zu verbessern, als höhere Bußgelder und Strafen. Denn die meisten Kraftfahrer würden eine einfache Rechnung anstellen, argumentiert Brockmann: Sie setzen die bekannte Bußgeldhöhe in Relation zu der Wahrscheinlichkeit, erwischt zu werden. Aus dem Grund seien ebenfalls gravierende, aber nur schwer und personalaufwendig zu kontrollierende Delikte, wie etwa das Schreiben einer Textnachricht während der Fahrt oder das Unterlassen des Schulterblicks beim Abbiegen, sehr häufig, stellt Brockmann fest. Um allgemein mehr für die Verkehrssicherheit zu tun, hält es der Experte für sinnvoller, die Verkehrspolizei aufzustocken, um mehr Kontrollen durchführen zu können.

Autor:

Stefan Eichhorn

Unternehmenskommunikation

 

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