Ist eine Berufs­unfähigkeits­versicherung sinnvoll?

Wie versichere ich mich in der Berufsunfähigkeit richtig?

Nicht mehr arbeiten können – kaum vorstellbar für die meisten. Dennoch sind mehr als 25% aller Erwerbstätigen im Laufe ihres Arbeitslebens davon betroffen. Pflichtversicherte in der gesetzlichen Rentenversicherung erhalten zumindest eine Grundabsicherung über die Erwerbsminderungsrente. Selbstständige und Freiberufler, die nicht in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen, sind überhaupt nicht abgesichert, wenn sie ihrer Tätigkeit nicht mehr nachgehen können. Wir zeigen Ihnen, welche Absicherungsmöglichkeiten es gibt und worauf Sie bei der Auswahl des richtigen Produkts achten sollten.

Was ist eine Berufs­unfähigkeits­versicherung? Wann leistet Sie?

Die Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) zahlt Ihnen eine monatliche Rente, wenn Sie Ihre bisherige Tätigkeit aufgrund einer Erkrankung, einer Körperverletzung, beispielsweise infolge eines Unfalls, oder einem mehr als altersentsprechenden körperlichen Verfall nur noch zu weniger als 50% ausüben können. Die Berufsunfähigkeitsversicherung bietet damit einen weitreichenden finanziellen Schutz, wenn Sie Ihren Beruf aufgeben müssen. Die BU-Versicherung versichert immer den zuletzt ausgeübten Beruf. Wenn Sie berufsunfähig werden, verweisen wir im Gegensatz zur staatlichen Erwerbminderungsversicherung nicht auf einen beliebigen anderen Beruf.

Diese sogenannte abstrakte Verweisung ist bei einigen Versicherern nach wie vor in den Tarifen zur Berufsunfähigkeitsversicherung enthalten. Diese Tarife werden häufig als besonders günstig beworben.

Die Prüfung auf Berufsunfähigkeit erfolgt durch den Versicherer. Abhängig von der Schwere und der Art der Erkrankung kann es sein, dass ein Gutachter Ihre Leistungsfähigkeit einschätzt. Eventuell sind die Unterlagen und die Einschätzung Ihrer Ärzte aber vollkommen ausreichend. Wir prüfen jeden Leistungsantrag individuell und beziehen Ihre persönliche Situation mit ein.

Plötzlich krank – Wie wichtig ist eine Berufs­unfähigkeits­versicherung?

Beispiel:
Frau Nouri ist 37 und arbeitet seit 20 Jahren als Krankenschwester auf der Kinderstation einer Uniklinik. Zumindest hat sie das einmal: Frau Nouri ist seit Monaten krank, sie hat dauerhafte Schmerzen in der Hüfte. Sie beschreibt ihre Situation so:

„Angefangen hat es vor einem Jahr. Mir tat immer mal wieder die Hüfte weh. Zunächst beim Treppensteigen, später beim normalen Gehen. Ich musste damals viele Überstunden machen, bin zum Ausgleich oft gejoggt. Ich bin dann zum Arzt gegangen. Er meinte, dass ich eine Überbelastung der Hüfte habe. Ich solle den Sport erst mal sein lassen.
Ich war dann einige Wochen krank. Leider wurde es nicht besser, die Schmerzen wurden schlimmer. Ich konnte immer schlechter laufen. Und auch mein Arzt änderte seine Meinung. Er sprach plötzlich von einer dauerhaften Entzündung, von Arthrose. Die Ursache hierfür sei das viele Stehen in der Klinik. Außerdem hatte ich mir vor 5 Jahren bei einen Skiunfall die Hüfte gebrochen.
Mein Arzt schrieb mich weiter krank. Er empfahl mir eine Spezialklinik und meinte, dass ich in meinem Job kaum Chancen habe, bis 67 zu arbeiten. Für mich brach eine Welt zusammen. Ich arbeite so gern mit den Kindern und freue mich immer wieder, wenn wir ein Kind gesund entlassen können und ich meinen Anteil daran hatte.

Passender Schutz – da war was

Ich konnte mich erinnern, dass ich einmal mit einer Versicherung für den Fall der Berufsunfähigkeit vorgesorgt hatte und suchte meinen Versicherungsberater auf. Er bestätigte mir, dass ich eine Berufsunfähigkeitsversicherung habe, die eine Rente zahlt, sobald ich länger berufsunfähig   bin. Er gab das Ganze weiter, einen Tag später rief mich eine Leistungsprüferin an und befragte mich zu meiner Erkrankung, Arztbesuchen und Behandlungen. Die Prüferin meinte, dass es verschiedene Verträge gibt. Bei den besten Berufsunfähigkeitsversicherungen wird schon gezahlt, wenn ich 6 Monate nicht arbeiten kann. Ich hatte Glück und alles richtig gemacht: Vor Abschluss des Vertrags hatte ich einen Vergleich von Stiftung Warentest angeschaut und mich für eines der besten Angebote entschieden.
Die Leistungsprüferin schickte mir ein Formular, in dem ich alles zu meiner Krankengeschichte und meinem Job eintragen sollte. Danach würde auch noch mein Arzt befragt, meinte sie, um eine Einschätzung über den Umfang meiner Einschränkungen zu geben. Alle Unterlagen würden dann zusammen mit Versicherungsmedizinern angeschaut und geprüft. Vor allem auch, ob ich bei der Beantragung alles richtig angegeben habe.
Ich füllte den Fragebogen schnell aus, als der Versicherung auch die Unterlagen meines Arztes vorlagen, bekam ich einen Anruf. Die Prüferin meinte, dass alles geprüft und in Ordnung sei und ich von Beginn meiner Erkrankung an monatlich 1.500 € Berufsunfähigkeitsrente erhalte.
Sie ist auch weiterhin mit mir in Kontakt, da ich demnächst ein künstliches Hüftgelenk bekomme. Solange ich danach mindestens zu 50 % eingeschränkt bin, zahlt die Versicherung weiter.
Auch während einer Umschulung, die ich vielleicht machen muss, weil ich als Krankenschwester nicht mehr arbeiten kann, würde mich die Versicherung unterstützen und das Geld bis zum Abschluss weiterzahlen. Erst wenn ich tatsächlich in einem neuen Job arbeite, besteht kein Anspruch mehr. Das leuchtet mir ein. Schließlich stehe ich dann wieder auf eigenen Füßen. Mal sehen, was die Zukunft bringt. Ich hoffe, dass ich nach Operation und Reha fit bin und wieder als Krankenschwester arbeiten kann. Falls nicht, dann ist eine Umschulung schon eine Alternative. Vielleicht ein Bürojob in der Klinik.
Bis dahin bekomme ich Monat für Monat die Berufsunfähigkeitsrente. Sie ermöglicht es mir, weiter in meiner Wohnung zu leben und meine Rechnungen zu zahlen. Gut, dass ich mir damals die Zeit genommen und mich für eine Berufsunfähigkeitsversicherung entschieden habe.“

Der Fall von Frau Nouri zeigt die Notwendigkeit einer privaten Absicherung, die über die gesetzliche Erwerbsminderungsrente hinausgeht.

Unser Expertentipp

Finaztest – Berufsunfähigkeitsversicherung "sehr gut" – Ausgabe 07/2019

400.000 Berufstätige müssen jährlich in Deutschland wegen einer Krankheit oder eines Unfalls den Beruf aufgeben. Bevor auch Sie in die Situation geraten, aufgrund einer Berufsunfähigkeit nicht mehr arbeiten zu können, schützen Sie sich vor den finanziellen Folgen. 

  • Vor Abschluss: Wählen Sie einen Anbieter, der z. B. von Finanztest als sehr gut bewertet wurde. Stiftung Warentest zeichnet den Berufsunfähigkeitsschutz der HUK-COBURG bereits zum zwölften Mal in Folge mit „Sehr gut“ aus (Finanztest 07/2019).
  • Beantworten Sie die Antragsfragen richtig und vollständig.
  • Im Krankheitsfall: Melden Sie sich bei längerer Krankheit frühzeitig bei Ihrem Versicherer.
  • Bei Erhalt der Rente: Bei Besserung des Gesundheitszustandes bitte Ihren Versicherer informieren.

Ist die Berufs­unfähigkeits­versicherung für jeden sinnvoll?

Grundsätzlich ist die Berufsunfähigkeitsversicherung für jeden sinnvoll, da die gesetzliche Absicherung nicht ausreicht, um den Lebensstandard zu halten. Insbesondere in den ersten Jahren der Berufstätigkeit erhalten gesetzlich Rentenversicherte nur geringe oder gar keine Leistungen, wenn sie ihren Beruf nicht mehr ausüben können. Zudem erhalten Sie nur eine Erwerbsminderungsrente, wenn Sie gar keine Tätigkeit mehr als 3 Stunden täglich ausüben können. Selbst wenn Sie vorher als Chirurg gearbeitet haben, erhalten Sie keine Erwerbsminderungsrente, wenn Sie nach Ihrer Erkrankung noch als Nachtwächter im Krankenhaus sitzen könnten. 

Berufsunfähigkeit: Was können Sie vom Staat erwarten?

Erwerbsfähigkeit in irgendeiner Tätigkeit auf dem Arbeitsmarkt Art der Rente Höhe der Rente
6 und mehr Stunden  keine  0 € 
zwischen 3 und 6 Stunden  halbe Erwerbsminderungsrente  ca. 1/6 des Bruttoeinkommens 
weniger als 3 Stunden  volle Erwerbsminderungsrente  ca. 1/3 des Bruttoeinkommens 

Die Beiträge zur BU orientieren sich am Eintrittsalter, dem Beruf und der gewünschten Rentenhöhe. Handwerker zahlen im Vergleich zu Büroarbeitern eine deutlich höhere Prämie für die Berufsunfähigkeitsversicherung. Während ein 30-jähriger Bürokaufmann für 1.000 € BU-Rente durchschnittlich 50 € monatlich zahlen muss, liegt die Prämie bei einem gleichaltrigen Handwerker bei gut 100 €, da der Handwerker durch die schwere körperliche Tätigkeit ein höheres Risiko hat, berufsunfähig zu werden.

Alternativen zur Berufsunfähigkeitsversicherung gibt es insbesondere bei handwerklichen Berufen. Eine Existenzschutzversicherung leistet z. B. beim Verlust von bestimmten Grundfähigkeiten. Bei uns lässt sich die Existenzschutzversicherung mit einer Vorsorgelösung für schwere Erkrankungen kombinieren. Wird bei Ihnen eine der versicherten Krankheiten diagnostiziert, erhalten Sie eine Einmalzahlung, um die finanziellen Belastungen zu mindern.

Welche Modelle zur Absicherung gibt es?

Sie können bei Abschluss einer BU-Versicherung zwischen verschiedenen Vertragsvarianten wählen. Bei einer selbstständigen Berufsunfähigkeitsversicherung sichern Sie ausschließlich das Berufsunfähigkeitsrisiko ab. Bei einer BU-Versicherung in Kombination mit einer Risikolebensversicherung versichern Sie zusätzlich Ihr Todesfallrisiko. 

Eine Alternative ist auch die Kombination der Berufsunfähigkeitsversicherung mit einer privaten Rentenversicherung, wobei die Rentenversicherung dann die Hauptversicherung darstellt und mit der BU als Zusatzversicherung (BUZ) kombiniert wird. Der Vorteil dieser Alternative: Bei Eintritt der Berufsunfähigkeit wird der Altersvorsorgevertrag von uns weiterbezahlt.

Kombinationen wie separate Verträge haben ihre Vorteile. Trennen Sie die Verträge zur Existenzsicherung von denen zur Altersvorsorge können Sie in finanziell schwierigen Phasen die Verträge zur Existenzsicherung weiterbedienen und die Altersvorsorge aussetzen. Der Versicherungsschutz bleibt so erhalten. Sprechen Sie im Zweifel den Ihnen vertrauten Berater auf die für Sie geeignete Lösung an.

Welche Optionen habe ich, um den Beitrag zu beeinflussen?

Der Beitrag zur Berufsunfähigkeitsversicherung ist von verschiedenen Faktoren abhängig. Der ausgeübte Beruf, die Rentenhöhe und das Alter der versicherten Person sind besonders entscheidend. Zudem können Sie das Endalter des Vertrags frei wählen. Im Idealfall sichern Sie sich aber immer bis zum Erreichen der gesetzlichen Regelaltersrente ab, auch wenn die Prämie dadurch etwas teurer wird. Wir empfehlen grundsätzlich eine Mindestvertragslaufzeit bis zum 63. Lebensjahr, weil Sie in diesem Jahr erstmalig eine Altersrente aus der gesetzlichen Rentenversicherung erhalten können. Je früher Sie den Vertrag abschließen, desto günstiger ist die Prämie, die Sie bis zum Vertragsende zahlen müssen. Ein früher Abschluss hat zudem den Vorteil, dass in den meisten Fällen noch keine Vorerkrankungen bestehen, die den Abschluss des Vertrags erschweren.

Insbesondere für Auszubildende sind unserer Starttarife interessant. Hier zahlen Sie in den ersten drei Jahren einen stark reduzierten Beitrag für den vollen Versicherungsschutz. In den Jahren vier bis neun erhöht sich die Prämie jährlich um einen geringen Beitrag und ab dem zehnten Versicherungsjahr zahlen Sie den vollen Beitrag. So sichern Sie sich einen besonders günstigen Versicherungsschutz in den ersten Jahren der Berufstätigkeit.

Beispielrechnung: Beitragsentwicklung der Berufs­unfähigkeits­versicherung

Beispielrechnung: Beitragsentwicklung der Berufsunfähigkeitsversicherung
  • 1.-3. Jahr – Besonders günstiger Einstiegsbeitrag
  • 4.-9. Jahr – Moderat steigender Beitrag
  • ab 10. Jahr – Konstanter Beitrag

Berechnungsbeispiel:  Eintrittsalter 24 Jahre; Betriebswirt; SBU Premium, Endalter 67 Jahre; Monatliche BU-Rente 1.000 Euro. Der Zahlbetrag ist für das Kalenderjahr 2019 garantiert und gilt auch weiterhin, sofern nicht andere Überschusssätze deklariert werden. Aufgrund Ihrer persönlichen Risikosituation kann sich der Beitrag ändern.

Worauf muss ich bei der Auswahl des BU-Versicherers achten?

Wenn Sie sich für eine Berufsunfähigkeitsversicherung entscheiden, füllen Sie einen Antrag aus. Dieser enthält auch Gesundheitsfragen, die je nach Versicherer unterschiedlich ausfallen. Einige Versicherer fragen mehr Daten ab als andere. Wichtig ist, dass Sie die Gesundheitsfragen korrekt ausfüllen, damit wir Ihren Gesundheitszustand richtig einschätzen können. Halten Sie gegebenenfalls Rücksprache mit Ihrem Arzt oder lassen Sie sich eine Kopie Ihrer Patientenakte geben. Machen Sie unrichtige Angaben im Antrag, kann das im Leistungsfall zu Problemen führen. Je nach Schwere der nicht angegebenen Vorerkrankungen dürfen wir sogar die Leistung verweigern.

Achten Sie beim Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung auch auf die Leistungen, die im Vertrag mitversichert sind. Sie erhalten bei uns auf Wunsch auch Leistungen, wenn Sie durch eine schwere Erkrankung für einen Zeitraum von mehr als 6 Monaten arbeitsunfähig sein sollten. Zudem verzichten wir auf die abstrakte Verweisung im Leistungsfall. Das bedeutet, dass Sie die vereinbarte Rente auch erhalten, wenn Sie theoretisch eine ähnliche Tätigkeit ausüben könnten. Zudem gibt es bei uns keine Anzeigepflicht bei Veränderungen nach Vertragsabschluss. Wenn Sie sich beruflich verändern, müssen Sie uns nicht informieren, Ihr Versicherungsschutz bleibt unverändert bestehen. 
 

Assekurate – HUK-Lebensversicherung "sehr gut" – Ausgabe 10/2018

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung ist ein langfristiger Vertrag, mit dem Sie sich lange an einen Versicherer binden. Daher sollten Sie nicht nur auf die vereinbarten Leistungen achten, sondern auch auf die Finanzstärke des Versicherers. Je finanzstärker der Versicherer ist, desto eher kann er seine Verpflichtungen auch in der Zukunft erfüllen und die Beiträge zur BU-Versicherung stabil halten. Wir gehören seit Jahren zu den stabilsten Versicherern auf dem deutschen Markt.

Die Ratingagentur Assekurata bewertet die HUK-COBURG Lebensversicherung AG mit A+.

Offene Fragen? Unser Kundenservice unterstützt Sie gern

Wir hoffen, dass wir einige Ihrer Fragen beantworten konnten. Wenn Sie noch Fragen zur Berufsunfähigkeitsversicherung haben, wenden Sie sich einfach an unseren Kundenservice, der Ihnen telefonisch, per E-Mail oder persönlich bei Ihnen vor Ort zur Verfügung steht. Unsere Ansprechpartner in ganz Deutschland freuen sich auf Ihren Besuch und stehen Ihnen bei allen Fragen rund um unsere Berufsunfähigkeitsversicherung zur Seite.

Hier finden Sie Ihren Ansprechpartner vor Ort:

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