Sport ist Mord?

Wann schadet Sport mehr als er nutzt

Sport hat viele positive Aspekte

Sport verlängert das Leben, hilft gegen Herzinfarkte, Osteoporose, bei Depressionen und Krebs. Wer sich viel bewegt, ist weniger anfällig für Verspannungen und Kopfschmerzen, und schützt sein Skelett. Mit regelmäßiger Bewegung schon von Kindesbeinen an entwickeln sich Herz, Muskeln und Skelett besonders gut.

Auch gegen Wohlstandskrankheiten wie Herz-Kreislauf-Probleme, Diabetes Mellitus und Bluthochdruck gilt Bewegung als Mittel der Wahl. Sport hält die Arterien gesund, bewahrt so vor Infarkten und Schlaganfällen und senkt den Blutdruck. Überdies sorgt Bewegung für den Ausstoß von Glückshormonen und steigert das Wohlbefinden.


Inhaltsverzeichnis


Auf die Technik kommt es an

Ob Klimmzüge, Hanteltraining, Skifahren oder Tennis: Wichtig ist, dass ein Hobbysportler das Handwerkszeug seiner Sportart beherrscht. Er sollte wissen, was bei der Körperhaltung zu beachten ist und wie Techniken und Bewegungsabläufe ausgeführt werden. Eine überrissene Rückhand beim Tennis oder Schwimmen mit krampfhaft über das Wasser gehaltenem Kopf können negative Folgen haben – vom Krampf bis hin zu chronischen Schäden wie dem Tennisarm oder einem Läuferknie. Daher sollten man sich, gerade wenn man neu in eine Sportart einsteigt, zunächst einen Grundkurs mit einem guten Trainer gönnen.

Video: Sport ohne Gesundheitsrisiko

Unsere Experten geben Tipps rund um die Themen Fitness, Gesundheit und Ernährung. In diesem Video befasst sich Diplomsportlehrer Rainer Falch mit den besonders motivierten Sportlern: Sport trotz Grippe oder Training mit Verletzungen. Rainer weiß, worauf es ankommt, damit Sport nicht zum Gesundheitsrisiko wird.

Nutzen hängt von Dosis ab

Schon eine halbe Stunde moderate Bewegung pro Tag reicht, heißt es in einer Leitlinie der Weltgesundheitsorganisation. Entscheidend dabei ist, sagen Experten, dass man ein bisschen außer Atem gerät und so den Stoffwechsel in Schwung bringt. Pro Woche sollten Sie auf 4-5 Stunden Bewegung kommen. Die gute Nachricht: Jede erdenkliche Sportart ist gesund. Egal, ob Sie regelmäßig über den Fußballplatz rennen, joggen, schwimmen oder sich im Fitnessstudio austoben. Um die beste Wirkung zu erzielen empfiehlt sich allerdings Abwechslung. An einem Tag ein langer, flotter Spaziergang, das nächste Mal geht man ins Schwimmbad, beim nächsten Training ins Fitnessstudio oder zwischendurch mit dem Fahrrad zum Einkauf. Die Abwechslung bringt Schwung ins Training und garantiert, dass jeder Muskel im Körper in Aktion kommt und das Training nicht langweilig wird. 

Wann schadet Sport?

Die meisten Menschen treiben Sport, weil sie fit werden und sich gut fühlen wollen. Wer jedoch ständig seine körperliche Grenze überschreitet, kann sein Immunsystem schwächen und mit einem frühen Verschleiß von Gelenken, Knochen, Bändern und Sehnen rechnen. Die Folge von zu viel und zu hoher Belastung können Verletzungen wie ein Meniskusschaden, Kreuzbandriss oder Bänderdehnung sein. Ungesund wird es außerdem, wenn der Körper nach einer Belastung nicht genügend Zeit zum Regenerieren bekommt.

Besonders die im Video genannten Over-Achiever, die auch dann trainieren, wenn sie krank oder verletzt sind, sollten auf die Bremse treten. Denn wer mit nicht verheilten Zerrungen, Bänderrissen und ähnlichem trainiert, läuft Gefahr, seinen Zustand zu verschlimmern oder bleibende Schäden zurückzubehalten. Wer trotz Grippe Sport treibt, muss sogar mit ernsten Folgen wie Herzmuskelentzündung oder im schlimmsten Fall plötzlichem Herztod rechnen.

Extremsport: Wenn man es sich beweisen muss

Ausdauersportarten liegen voll im Trend – und das Durchschnittsalter steigt weltweit. Die Generation „Best Ager” ab 45 ist fitnessbewusster denn je. Man hat Zeit, das nötige Kleingeld, die Kinder sind aus dem Haus, jetzt kann Man(n) es sich noch einmal beweisen – und zwar sportlich. Gerne wird dabei gleich auf Leistungssport gesetzt – Triathlon, Marathon und Co. Doch Vorsicht: Extrem intensives Training überfordert oft das Herz von Menschen im mittleren Alter. 

Wenn Sport zur Sucht wird

Die Einen werden von zu großen inneren Schweinehunden vom Sport abgehalten, die Anderen treibt der Hang zum Perfektionismus in einen schieren Sportwahn. Sportwissenschaftler der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg haben in einer Studie nachgewiesen, dass Menschen, die Ausdauersportarten wie Triathlon, Laufen oder Radfahren betreiben, gerne sportsüchtig werden. 4,5% der 1089 befragten Sportler waren gefährdet. Sie ignorierten körperliche Signale und trainierten auch trotz Schmerzen weiter, die durch Überlastung verursacht wurden.

Menschen mit Sportsucht leiden wie andere Süchtige unter Entzugserscheinungen ohne sportliche Ertüchtigung. Sie entwickeln innerliche Unruhe, Depressionen und Schlafstörungen. Wie bei anderen Süchten nimmt bei Sportsüchtigen der Sport mehr Raum ein als soziale Beziehungen und andere Interessen.

Auf den eigenen Körper hören

Unabhängig vom inneren Schweinehund, der uns ja gerne viele – auch gesundheitliche – Ausreden und Gründe liefert, warum wir nicht trainieren können, ist es wichtig, auf seinen Körper zu hören. Wenn Sie sich wirklich und ernsthaft nicht wohlfühlen, ist es besser, mit dem Training auszusetzen. Besonders bei Husten, Luftnot, Brustschmerzen oder Schwindel ist Sport keine gute Idee und Sie sollten den Arzt aufsuchen. Auch wenn Sie länger keinen Sport getrieben haben und endlich wieder durchstarten wollen, ist es ratsam, sich einmal durchchecken zu lassen. Der Arzt kann überprüfen, wie gut Ihr Gesundheitszustand ist und welche Sportarten für Sie geeignet sind. 

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