Tag des Notrufs:
5 Tipps, die Autofahrer im Ernstfall schnell vergessen
Was Sie jetzt wissen müssen:
- Der Tag des Notrufs erinnert an die europaweite Notrufnummer 112. Diese sollte jeder Fahrer und jede Fahrerin kennen.
- Warnblinker, Warnweste und Warndreieck sind bei jedem Unfall Pflicht.
- Gute Vorbereitung rettet Leben: Notfall-Checkliste im Auto deponieren und Notruf-Nummern einspeichern.
Aktionstag zum europäischen Notruf: 112 wählen, wenn jede Sekunde zählt
Ein Unfall auf der Autobahn, ein medizinischer Notfall auf der Fahrt zur Arbeit oder eine plötzliche Panne – solche Situationen können jeden treffen. Am 11. 2., dem europäischen Tag des Notrufs, möchten wir deshalb daran erinnern, wie wichtig es ist, im Ernstfall die richtigen Schritte zu kennen. Denn unter Stress vergessen viele, was zu tun ist.
5 Tipps, die jeder Autofahrer für den Notfall kennen sollte
1. Die 3 wichtigen W: Warnblinker, Warnweste, Warndreieck
Diese drei Warnsignale sind essenziell für das richtige Verhalten bei einem Unfall. Dabei gilt:
- Warnblinkanlage einschalten: Aktivieren Sie bei einem Unfall oder einer Panne umgehend die Warnblinkanlage, um andere Verkehrsteilnehmer zu warnen.
- Warnweste tragen: In Deutschland ist gesetzlich nur eine Warnweste vorgeschrieben. Sicherheitsexperten empfehlen jedoch dringend, für jeden Sitzplatz eine Weste griffbereit zu haben, damit alle Insassen beim Aussteigen geschützt sind.
- Warndreieck aufstellen: Innerorts müssen Sie das Warndreieck 50 Meter, auf Landstraßen 100 Meter entfernt zur Unfallstelle aufstellen. Auf der Autobahn gelten aufgrund der hohen Geschwindigkeiten mindestens 150 bis 400 Meter als Richtwert.
2. Vorbereitung ist der beste Nothelfer
Panik ist der größte Feind in einer Notsituation. Atmen Sie tief durch und konzentrieren Sie sich darauf, die nächsten Schritte systematisch abzuarbeiten. Das geht am besten mit einer schriftlichen Liste, die Sie im Handschuhfach oder einem anderen Ort griffbereit aufbewahren.
3. Die wichtigsten Notruf-Nummern im Handy einspeichern
Legen Sie neben der europaweiten Notrufnummer 112 auch die Nummer Ihres Pannendienstes und Ihrer Kfz-Versicherung als Kontakte im Handy an. So können Sie im Ernstfall schnell handeln und einen Notruf im Auto absetzen. Ergänzen Sie auch wichtige Nummern wie die 110 (Polizei), 116 117 (ärztlicher Bereitschaftsdienst) und die Nummer einer nahestehenden Person als Notfallkontakt. Für Auslandsreisen sollten Sie außerdem die lokalen Notrufnummern des jeweiligen Landes einspeichern.
4. Für den Notruf im Auto das eCall-System auslösen
Moderne Fahrzeuge sind häufig mit einem automatischen eCall-System ausgestattet. Es setzt bei schweren Unfällen selbstständig einen Notruf ab und übermittelt wichtige Informationen wie den Standort des Fahrzeugs. Neue Fahrzeugtypen müssen seit 2026 den „Next Generation eCall" an Bord haben, der den schnellen 4G/5G-Standard nutzt. Hier erklären wir, was sich dabei 2026 für Autofahrer ändert.
Was viele nicht wissen: Der eCall kann auch manuell ausgelöst werden und verbindet Sie unmittelbar mit der 112. Der Knopf befindet sich meist im Dachhimmel, in der Mittelkonsole oder am Rückspiegel und ist mit einem SOS-Symbol gekennzeichnet.
Alternativen zum eCall: SOS-Notrufsäulen auf Autobahnen stehen alle zwei Kilometer und übertragen automatisch Ihren Standort. Auch moderne Smartphones übermitteln bei Notrufen automatisch Ihre Position an die Leitstelle.
5. Verhalten im Notfall: Verletzte richtig versorgen
Sind Personen verletzt, gilt: Eigenschutz geht vor. Kümmern Sie sich erst um andere, wenn die Unfallstelle abgesichert ist:
- Sprechen Sie Verletzte laut an und berühren Sie sie an der Schulter.
- Bringen Sie bewusstlose Personen in die stabile Seitenlage. Kontrollieren Sie Atmung und Puls.
- Keine Atmung: Beginnen Sie sofort mit der Wiederbelebung (Herzdruckmassage).
- Starke Blutungen stillen Sie durch direkten Druck auf die Wunde.
- Decken Sie Verletzte zu und bleiben Sie bis zum Eintreffen der Rettungskräfte bei ihnen.
Unser Tipp zum Tag des Notrufs
Nach der Rettung von Personen und der Sicherung der Unfallstelle sollten Sie sich um die Schadenmeldung bei Ihrem Versicherer kümmern, wenn Sie mit Ihrem Auto in den Unfall verwickelt sind.
Besonders praktisch für Versicherte der HUK-COBURG: Mit der HUK-App „Mein Auto“ können Sie nicht nur einen Notruf absetzen, sondern auch Schäden direkt bei uns melden. Außerdem finden Sie dort wichtige Tipps zum Verhalten am Unfallort, erklärt Kfz-Experte Karl Kräußlich.