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Autoschlüssel mit HUK-COBURG Anhänger

Neues Auto, neuer Antrieb?

Haben Dieselfahrzeuge noch eine Zukunft?

Die Luft ist raus

Fahrer von Dieselfahrzeugen haben es immer schwerer. Warum die Motorisierung eines Fahrzeugs für Autokäufer eine größere Rolle spielen wird.

Europa ist sich einig. Das kann man zwar nicht sehr oft behaupten, aber zumindest dann, wenn es um bessere Luftverhältnisse in den Innenstädten europäischer Metropolen geht. Politiker und Umweltschützer sorgen sich um die dunklen Abgaswolken, die über den Städten hängen. Ein Problem, das vor allem mit dem erhöhten Verkehrsaufkommen zu tun hat. Politik und Umweltverbände sind deshalb der Meinung:
Schuld an der Luftverpestung sind die Verbrennungsmotoren – vor allem der Dieselmotor.

Immer mehr Städte in Europa und weltweit setzen deshalb auf Fahrverbote für Dieselautos, um so für bessere Luftverhältnisse zu sorgen. Unstrittig ist, dass die Feinstaubbelastung in vielen Kommunen zu hoch ist. Auch in Deutschland werden die EU-Grenzwerte für Stickoxide immer wieder überschritten. Das Umweltbundesamt stellte im vergangenen Jahr an rund 60% aller Messstationen an stark befahrenen Straßen Überschreitungen fest, was dafür sorgte, dass die EU-Kommission ein Verfahren eröffnete. Außerdem warnen Umweltorganisationen vor gesundheitlichen Risiken durch zu viel Stickstoffdioxid. Aber sind Verbote wirklich der richtige Weg gegen erhöhte CO2-Werte? Was bedeuten sie für Besitzer von Dieselfahrzeugen und welche Rolle spielen in Zukunft alternative Antriebsformen beim Kauf eines neuen Fahrzeugs?

 

Welche Alternativen es gibt 

Derzeit stehen zwei Alternativen zum Verbrennungsmotor zur Verfügung: der Elektro- und der Gasantrieb. Es hat den Anschein, als habe sich alle Welt für die erste Antwort entschieden. Aber ist sie auch die Bessere? Beim Gasantrieb differenziert man aktuell zwischen Fahrzeugen, die mit Erdgas (CNG – Compressed Natural Gas) betrieben werden und Autos, die mit Flüssiggas (LPF – Liquefied Petroleum Gas), dem so genannten Autogas, betankt werden. Nach Aussage des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA) sind in Deutschland rund 450.000 LPG-Fahrzeuge und nahezu 80.000 CNG-Autos zugelassen. Dazu kommen 130.000 Hybride und rund 25.500 E-Autos. Dem stehen etwa 45 Millionen Autos mit Benzin- oder Dieselmotoren gegenüber.

Karte: Fahrverbote für Dieselfahrzeuge nach Ländern

Ob Paris, Oslo oder Mexiko-Stadt – viele Metropolen haben sich für Fahrverbote entschieden. Paris plant Dieselautos bis 2025 komplett zu verbannen. Athen, Madrid und Mexiko-Stadt wollen ebenfalls nachziehen. In Oslo geht man schon einen Schritt weiter. In der norwegischen Hauptstadt werden bereits tageweise Fahrverbote durchgesetzt. So wie am 17. Januar diesen Jahres, als Besitzer von Dieselfahrzeugen ihren Wagen stehen lassen und auf öffentliche Verkehrsmittel ausweichen mussten.

 

Wie Norwegen alternative Antriebe fördert 

Norwegen, ein Land mit nur 5,2 Millionen Einwohnern, ist auch weltweit Vorreiter, wenn es um den Anteil zugelassener E-Autos geht. Nahezu 45.000 der rund 2,6 Millionen Fahrzeuge sind hier elektrobetrieben. Darüber hinaus zeigen die Skandinavier, wie Anreize einen positiven Einfluss haben können. Beim Kauf eines Benziners, eines Diesels oder eines mit LPG oder CNG betriebenen Autos verlangt Vater Staat 85 Prozent Luxussteuer, der Erwerb eines Elektroautos hingegen wird mit dem Erlass der Mehrwertsteuer belohnt und der Besitzer von der Kfz-Steuer befreit.

Käufer von elektrobetriebenen Autos können hier kostenlos parken, umsonst Strom laden, zahlen keine Maut für Tunnel und Fähren und dürfen in manchen Städten zur Rushhour die Busspur benutzen. Dazu kommen steuerliche Vergünstigungen von 10.000 Euro pro neuem Elektroauto.

In Deutschland wird nach wie vor auf den Verbrennungsmotor gesetzt. Selbst die Prämie von 4.000 Euro, mit der die Bundesregierung seit Juli 2016 den Kauf eines Elektroautos bezuschusst, zeigt kaum Wirkung. Im Gegenteil: Die Neuzulassungen elektrisch betriebener Fahrzeuge gingen gegenüber 2015 sogar um 7,7 Prozent zurück. Der Anteil von E-Autos an Neuwagenzulassungen liegt damit bei nur 0,6 Prozent. Der Grund liegt auf der Hand: Immer wieder werden die Steuerprivilegien für LNG- und CNG-Fahrzeuge neu diskutiert und nur für einige Jahre gewährt. Dazu kommt, wie bei den Elektroautos, eine wackelige Infrastruktur.

 

Woran es in Deutschland mangelt

Während es immerhin schon knapp 7.000 Tankstellen mit Autogas gibt, sind es bei Erdgas nur um die 900. Zum Vergleich: Für Elektroautos stehen aktuell rund 7.200 Ladestationen mit 21.000 Anschlüssen zur Verfügung. Obendrein sind jene Automodelle, die serienmäßig mit Gasantrieb ausgestattet sind, teurer als ihre Schwestermodelle mit traditionellem Antrieb. Wer dagegen sein Auto nachrüsten lässt, muss mit Einschränkungen im Platzangebot zurechtkommen: Der zusätzlich anfallende Gastank muss im Kofferraum oder anstelle des Ersatzrads Platz finden. 

Elektromobile fallen im Alltagstest beim deutschen Autofahrer in weiteren Punkten durch: Es gibt kein einheitliches Ladesystem, es mangelt an einem flächendeckenden Netz von Ladestationen, und auch die Reichweite lässt bei den meisten Fahrzeugen noch zu wünschen übrig. Und man fragt sich: Kommt der Strom aus erneuerbaren Energien oder aus Atomkraft? Wie umweltfreundlich ist das E-Auto schlussendlich?

Auto-Antriebssysteme im Vergleich

Ist es denn überhaupt sinnvoll, jetzt in ein E-Auto, ein Hybrid oder ein Auto mit Gasantrieb zu investieren?

Derzeit hinken deutsche Autobauer beim Bau von Elektromobilen denen aus China, Japan und den USA noch hinterher. Den meisten Herstellern sei aber klar, dass das fossile Zeitalter zu Ende gehe, sagt Stefan Bratzel vom Center of Automotive Management in Bergisch-Gladbach.

Und das würde auch das Ende des Gasantriebs bedeuten, denn der beruht auf dem Verbrennungsmotor. Allerdings lässt sich überlegen, ob CNG und LPG nicht als Zwischenlösungen genutzt werden können, bis sich das Elektroauto durchgesetzt hat. Schließlich haben diese Antriebe teilweise einen um 80 Prozent niedrigeren Schadstoffausstoß gegenüber dem Diesel. In Ländern wie Pakistan oder Brasilien
sind CNG und LPG weit verbreitet, weil die Techniken leicht eingeführt werden können. Doch tatsächlich hat Mercedes sein einziges Modell mit CNG-Antrieb auslaufen lassen, und auch bei Opel sind die Erdgas-Fahrzeuge immer weniger nachgefragt.

VW hält dagegen: Bis 2025 will der Autobauer den Bestand in Deutschland auf eine Million Erdgas-Autos erhöhen. Problematisch ist dabei die Konkurrenz mit dem Elektroauto. Obwohl die Erdgasautos sogar insgesamt einen besseren ökologischen Fußabdruck als E-Autos haben, ist allein der Elektroantrieb bei der Diskussion um alternative Antriebe im Aufwind.

 

Warum alles eine Frage der Zeit ist 

Die Frage scheint nicht mehr ob, sondern nur noch wann der Verbrennungsmotor verschwindet und wie schnell sich der elektrische Antrieb durchsetzen wird. Der Wille ist da, wie etwa das Beispiel aus München zeigt: Die bayerische Landeshauptstadt fördert schon aktiv den Ausbau von Ladestationen und die Nutzung von Elektroautos und -fahrrädern für Handwerker, Vereine und Lieferdienste, um so der Luftverschmutzung entgegenzuwirken. Und das Umweltbundesamt pocht auf eine blaue Plakette für besonders schadstoffarme Autos – eingeführt ist sie aber noch nicht.

Auf lange Sicht wird es sicher nicht mehr so leicht sein, mit einem Diesel in die Innenstadt zu fahren, ob in Megacitys wie Mexiko-Stadt und Tokio oder in Großstädten hierzulande. Bis elektrobetriebene Fahrzeuge jedoch eine wirkliche Alternative darstellen, wird es noch einige Jahre dauern. Wenn von staatlicher Seite nicht auf Anreize und finanzielle Förderung gesetzt wird, sogar vielleicht noch länger.

Die verschiedenen Antriebsformen

Benziner
#1 Benzin

Der Ottomotor, auch Benziner genannt, ist ein Verbrennungsmotor, der durch die Verbrennung von Benzin oder Gas angetrieben wird. Die Umwandlung der Energie erfolgt meist nach dem Viertaktprinzip. Der große Unterschied zum Dieselmotor ist, dass das Gemisch durch eine Zündkerze fremdgezündet wird.

Dieselfahrzeug
#2 Diesel

Der Dieselmotor ist ein Verbrennungsmotor, der durch die Verbrennung von Dieselkraftstoff angetrieben wird. Im Gegensatz zum Ottomotor funktioniert der Dieselmotor durch das Verfahren der Selbstzündung des eingespritzten Kraftstoffes. Die Selbstzündung erfolgt durch Verdichten des Kraftstoff-Luft-Gemisches im Brennraum. Durch die Verbrennung des Kraftstoffes entstehen Abgase, die vom Motor emittiert werden.

Hybridelektrofahrzeug
#3 Hybrid

Hybridelektrofahrzeuge werden durch einen Verbrennungs- und einen Elektromotor betrieben, um so den fossilen Kraftstoffverbrauch zu verringern. Beide Motoren treiben das Auto beim Beschleunigen an. Im Unterschied zum 100-prozentig elektrobetriebenen Fahrzeug muss ein Hybridauto nicht aufgeladen werden. Denn beim Bremsen wird ein Teil der Bremsenergie genutzt, um die Akkus des Elektromotors aufzuladen.

Elektroauto
#4 Elektro

Wie der Name bereits sagt: Das klassische E-Auto wird elektrisch, also ausschließlich durch Strom angetrieben. Sie werden wie jedes andere elektrisch betriebene Gerät mit Strom aus der Steckdose gespeist. Damit das Auto auch wirklich fahren kann, muss die Energie gespeichert werden. Dafür gibt es Akkus. Diese sind aktuell aber noch sehr schwer, teuer und schwach, weshalb man mit einem E-Auto auch nicht sehr lange unterwegs sein kann, ohne dass man an die nächste Aufladestation muss. Ein richtiges Elektroauto wird ausschließlich durch einen Elektromotor betrieben.

Hybridelektrofahrzeug
#5 Gas

Gasbetriebene Autos funktionieren wie Benziner – in den Verbrennungsmotor wird Sprit eingeführt, der dort gezündet wird. In diesem Fall allerdings Erdgas (CNG) oder Autogas (LPG), die fossile Brennstoffe wie Erdöl sind. Da beides Gase sind, werden sie an der Zapfsäule unter Druck in den Tank gepresst. Gleichzeitig verbrennen sie viel sauberer als Benzin oder Diesel, ein gasbetriebenes Auto stößt bis zu 80 Prozent weniger Schadstoffe als ein Diesel aus.

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