18. März 2019
Kategorie: Gesundheit

Bandscheibenprobleme? Senken Sie Ihren Stresslevel

Jeder dritte Deutsche leidet unter Rückenschmerzen. Was wir tun können, damit das besser wird.

Bandscheibenprobleme – warum es jeden treffen kann

Die meiste Zeit sind mein Rücken und ich gute Freunde. Aber es gibt Zeiten, da lässt er mich im Stich und schmerzt. Manchmal so, dass ich kaum vom Schreibtischstuhl hochkomme. Aber wenn ich ehrlich bin: In der Regel bin ich selbst schuld. Da sitze ich tagelang von morgens bis abends am Schreibtisch vor dem Bildschirm. Vernachlässige meine Yoga-Übungen, jogge nicht und bewege mich nur wenig. Und wenn dann noch Termindruck dazukommt, gerate ich unter Stress und „habe Rücken“. Mit diesem Thema bin ich nicht allein. Etwa 15 Prozent aller Krankmeldungen beziehen sich auf Rückenschmerzen. Und oft ist die Bandscheibe beteiligt, der wichtige Puffer zwischen unseren Wirbeln. 

Manager und Möbelpacker – „Rücken“ können alle haben

Die Klage über Rückenprobleme hören Ärzte aus vielen Berufsfeldern – von Managern und Büroangestellten mindestens so häufig wie von Möbelpackern. Warum ist das so? Es liegt meistens am Bewegungsmangel. Wer täglich am Schreibtisch sitzt und unter Zeitdruck und damit Stress arbeitet, spannt seine Nacken-, Schulter- und Wirbelsäulenmuskulatur unbewusst an. Auch bei mir gehen in diesem Arbeitsmodus die Schultern hoch und der Kopf schiebt sich nach vorn. Besonders gefährlich ist die Kombination Bewegungsmangel und Stress. 

Rückenschmerzen und psychischer Stress gehören zusammen

Schmerztherapeuten können ein Lied davon singen: Rückenschmerzen und seelische Probleme sind oft miteinander verknüpft. Manche Menschen laden sich – bildlich gesprochen – privat und beruflich zu viel Last auf die Schultern. Sie tragen vielleicht auch noch die Päckchen anderer – was sich dann durch einen schmerzenden Rücken bemerkbar macht. Der Stress führt zu Verspannungen im Körper, wir nehmen eine Schutz- oder Schonhaltung ein, die Bandscheibe und die Rückenmuskulatur verkümmern – und tun weh. Die Schmerzen halten uns von weiterer Bewegung ab, wir bekommen Angst vor neuen Schmerzen, verspannen uns noch mehr. Es ist ein Teufelskreis. 

Stress abbauen: Planen Sie Ihre ganz persönliche Stressbewältigung

Versuchen Sie aus Ihrem Berufs- und Ihrem Privatleben die Stressfaktoren zu verbannen – und damit auch Ihre Rückenschmerzen:

• Am Schreibtisch sitzen ohne Pause – das ist Gift für Ihren Rücken. Unterbrechen Sie Ihre Arbeit immer mal wieder für einige Minuten für einen Kaffee, einen kleinen Plausch mit den Kollegen.

• Laufen Sie einmal um den Block, wenn Sie sich über einen Kollegen, einen Nachbarn oder über Ihren Partner/Ihre Partnerin geärgert haben. Sorgen Sie dafür, dass Sie den Ärger nicht in sich hineinfressen. 

• Lernen Sie Ihre Körpersignale kennen: Spüren Sie Druck in der Brust, im Nacken, im Bauch? Das sind Signale, dass Sie unter Stress stehen – und Hinweise, dass es Zeit für eine kleine entlastende Atem- oder Entspannungsübung ist.

Bandscheibenprobleme: Stärken Sie Ihre Rückenmuskulatur

Zwischen allen Wirbelkörpern sitzt jeweils eine Bandscheibe und sorgt dafür, dass unsere Wirbelsäule beweglich – und auch schmerzfrei – bleibt. Die Bandscheiben verändern sich ständig: Bei Druck und Anspannung verlieren sie Flüssigkeit. In entspannten Phasen, wenn die Wirbelsäule entlastet ist, nehmen sie wieder Flüssigkeit auf. Das ist übrigens auch der Grund, warum wir morgens etwas größer sind als abends: Nach dem Aufstehen sind die Bandscheiben noch gut gefüllt. Um elastisch zu bleiben, benötigt die Bandscheibe den sogenannten „passiven Stoffwechsel“, der durch viel Bewegung am Laufen gehalten wird. Durch vieles Sitzen verkümmert die Bandscheibe und verliert ihre Elastizität. Die Folge ist eine instabile Wirbelsäule – und Rückenschmerzen. 

Tipps gegen Rückenbeschwerden

Hier einige Übungen, wie Sie auch im Büro mehr in Bewegung bleiben:

• Hampeln Sie manchmal etwas auf Ihrem Stuhl herum, jede „unnütze“ Bewegung am Schreibtisch entspannt Muskulatur und Faszien.

• Dehnen Sie Nacken, Oberarme und Flanken in ihren Arbeitspausen.

• Stehen Sie im Büro auf, wenn Sie telefonieren und laufen möglichst ein paar Schritte.

• Yoga-Hund: Dehnt die Rückseite der Beine sowie die Wirbelsäule (Anleitungen finden Sie überall im Internet). 

• Dehnung für die Wirbelsäule: Schultern und Brustkorb öffnen, an den Türrahmen oder eine freie Wand stellen, einen Arm längs der Fläche ausstrecken und dann dehnen, indem man den Körper behutsam in die Gegenrichtung dreht.

Rückenschmerzen? Zeit für Veränderungen

Betrachten Sie Rückenschmerzen als Chance, um Ihren Alltag zu Hause und im Job zu verändern:

• Ergodynamik: Beziehen Sie Ihren Rücken in den Alltag ein. Wie rückengerecht ist Ihr Arbeitsplatz? Ihr Bett? Ihre Küche? Welche Übungen können Sie auch im Büro ausführen?

• Rückenfit an der frischen Luft: Raus aus der Schonhaltung. Gehen Sie bei jedem Wetter an die frische Luft und sorgen Sie für viel Bewegung: Beim Spaziergang, Radeln, Wandern oder bei speziellen Outdoor Trainings (Fitness Bootcamps).

Quellen: 

https://www.gesundheitsinformation.de/warum-bewegung-bei-rueckenschmerzen-wichtig-ist.2378.de.html?part=behandlung-z4

Körperliche und seelische Schmerzen: https://www.scinexx.de/news/biowissen/gehirn-registriert-seelenpein-wie-echten-schmerz/

Die besten Übungen für Ihren Rücken: https://www.agr-ev.de/de/rueckenschmerzen/rueckenuebungen

Mentales und körperliches Training per App: https://www.mri.tum.de/news/rueckenschmerzen-neues-behandlungskonzept-smartphone-app

Biofeedback: https://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/schmerz/article/379452/biofeedback-therapie-chronischen-schmerzen-wirksam.html

Gastautorin: Anna Sinnwell

Wenn Anna Sinnwell nicht über Medizin, Gesundheit und Wellness schreibt, joggt sie durch den Stadtwald, steht im Yoga-Hund oder trifft sich mit Freundinnen zum Kaffee. Sie lebt mit ihrer Familie in München. 

 
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