7. Dezember 2018
Kategorie: Gesundheit

Digital Detox – Die Entgiftungskur von Smartphone und Co.

--- Lesezeit: 3 Minuten ---

„Nun leg‘ doch mal Dein Handy weg!“, ein Satz den man immer öfter hört und der nicht selten auf Unbehagen stößt. Die Menschen sind in einer Zeit angekommen, in der die ständige Erreichbarkeit verlangt wird und viele Dinge direkt am Smartphone erledigt werden. Wäre es nicht gut, sich zur Abwechslung wieder von der Gewohnheit zu lösen? „Digital Detox“: Eine Diät von der digitalen Welt, bei der für eine gewisse Zeit komplett auf das Handy verzichtet wird. Ist das überhaupt noch möglich? Florian Klihm, Gruppenleiter aus der Abteilung Kundenbetreuung, hat diese Herausforderung angenommen und berichtet von seinen Erfahrungen.

Die erste Hürde zum Start des Selbstversuchs war die Frage: Auf was muss ich mich eigentlich einstellen? Wie werde ich morgens überhaupt rechtzeitig zur Arbeit wach, wenn ich keine Snooze-Taste mehr habe? Am meisten wurde Florian Klihm gefragt, ob er denn zurecht käme. „Als hätte ich jetzt plötzlich eine Krankheit“, sagt er. Insgesamt hat der Gruppenleiter sieben Tage auf alle sozialen Netzwerke und sein Smartphone verzichtet – und es fiel ihm gar nicht so schwer. „Die Gespräche mit meiner Frau und meinen Kindern waren viel intensiver und konkreter. Wir haben viel ausführlicher vom Tag erzählt, die Kommunikation lief schließlich nicht schon den ganzen Tag über konstant und beinahe in Echtzeit ab. Da blieb alles für den Abend übrig“. Nicht selten werden Fragen auch mehrfach gestellt und Antworten öfters als einmal gegeben – der Tiefgang von Unterhaltungen flacht zunehmend ab. Fehlt eine Information, ist sie im Chat schnell nachzulesen.

Nur nichts verpassen 

„Trotz des kleinen Lichts, das bei Nachrichten blinkt, habe ich ständig das Display angemacht. Ich wollte zu 100 Prozent sicher zu sein, dass ich keine Nachricht verpasse.“, sagt Florian Klihm. Neben der ständigen Bereitschaftshaltung ist der Kopf beim Blick auf das Smartphone oft gesenkt. Die Sitzhaltung nicht aufrecht – eine schlechte Körperhaltung führt zu Verspannungen und damit unter anderem auch zu Schlafproblemen und Konzentrationsmangel: ein Teufelskreis.

Hat das Leben ohne ständigen Blick auf das Smartphone getestet: HUK-COBURG Mitarbeiter Florian Klihm.

Mehr Zeit für echtes Erleben 

Überrascht war der HUK-Mitarbeiter darüber, wieviel Zeit er am Abend noch für sich selbst und die Familie hatte. „Wir sind heutzutage überall ein bisschen, aber nirgendwo so wirklich“, sagt Florian Klihm. Noch immer schaltet er sein Handy aus, sobald er durch die Haustür geht – sofern er keine wirklich dringende Nachricht erwartet. Seine Grundnutzung hat sich deutlich verringert berichtet er. Als Maßnahme aus dem Selbstversuch hat er sogar seinen Facebook-Account gelöscht. „Die wichtigsten Informationen erhalte ich durch das Lesen von Zeitungen, von meinen Freunden und insgesamt durch eine tatsächliche Kommunikation im realen Leben“. 

Fazit des Selbstversuchs: Es geht auch ohne 

Florian Klihm empfiehlt jedem, sich einmal wirklich bewusst darüber zu werden, ob man das Smartphone wirklich so intensiv benötigt, wie man es im ersten Moment annimmt. Beim Einschalten eine Woche später hatte er mit einer Nachrichten-Flut gerechnet – jedoch gehen viele Dialoge von einem selbst aus und einen richtigen Mehrwert bieten diese Unterhaltungen auch nicht: „Wenn mir Menschen wirklich etwas erzählen möchten, dann werden Sie auch einen anderen Weg finden, mir etwas mitzuteilen. Dafür benötige ich kein Smartphone.“, so sein Fazit.

Autorin: Seija Neitzel

Unternehmenskommunikation 

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