30. Mai 2018
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Kategorie: Wissen

Naturgefahr Starkregen: Die Sturzflut aus den Wolken

--- Lesezeit: 3 Minuten --- 

Bilder überfluteter Straßen und Ortschaften gehen aktuell wieder durch die Medien – vor allem bei sommerlichen Temperaturen ist Starkregen-Saison. Von den Folgen bedroht ist jeder, auch wenn er fernab von Flüssen und großen Gewässern wohnt. Forscher und Versicherer warnen: Solch extremen Wetterereignisse könnten in Zukunft zunehmen. Lesen Sie, wie Starkregen entsteht und wie man sich schützen kann.

Von Starkregen spricht man, wenn innerhalb kurzer Zeit sehr große Wassermengen vom Himmel kommen. Er führt schnell zu hohen Pegelständen und Überschwemmungen, häufig einhergehend mit Bodenerosion.

Starkregen ist lokal begrenzt und somit auch schwer vorherzusagen. Auftreten kann er überall in Deutschland. Im Gegensatz zum Hochwasser ist das Überschwemmungsrisiko bei Starkregen nicht an Gewässer gebunden. Der Deutsche Wetterdienst warnt vor Starkregen bereits ab zehn Litern pro Quadratmeter in einer Stunde beziehungsweise 20 Litern pro Quadratmeter in sechs Stunden. Ab einer Regenmenge von 25 Litern pro Quadratmeter in einer Stunde oder 35 Litern pro Quadratmeter in sechs Stunden wird eine Unwetterwarnung herausgegeben.

Große Schäden durch Starkregen 

Laut Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft, GDV, beliefen sich die Schäden durch Starkregen im Jahr 2016 bundesweit auf 940 Millionen Euro. Insgesamt sorgten Naturgefahren inklusive Sturm- und Hagelschäden im Jahr 2016 für versicherte Schäden von mehr als 2,5 Milliarden Euro. In der Langzeitbetrachtung seit 2000 verursachen Naturgewalten im Durchschnitt einen jährlichen Schaden von 2,4 Milliarden Euro.

Wie entsteht Starkregen?

Damit Starkregen entsteht, müssen in den Wolken starke horizontale und vertikale Windgeschwindigkeiten herrschen. So fallen die Tropfen nicht so schnell aus der Wolke, sondern werden darin herumgeschleudert und wachsen noch weiter, bis ihr Gewicht auch von dem Aufwind nicht mehr getragen werden kann. Sie beginnen zu fallen, sammeln auf dem Weg nach unten weitere kleine Tropfen auf und beschleunigen dabei. Schließlich kommen sie mit einer hohen Geschwindigkeit und einem großen Durchmesser als Starkregen am Boden an.

Besonders schlimm sind die Folgen, wenn das Wasser sehr schnell abfließt und sich reißende Wassermassen entwickeln, die alles mit sich reißen. Laut einer Analyse des Rückversicherers Munich Re begünstigen folgende Faktoren einen gefährlich schnellen Abfluss des Oberflächenwassers:

  • steiles Gelände
  • geringes Wasserrückhaltevermögen der Landschaft durch einen hohen Anteil befestigter und bebauter Flächen
  • wassergesättigte oder verschlämmte Böden
  • und eine geringe oder fehlende Vegetation.

Unsere Kunden melden ganzjährig Schäden durch Starkregen. Wobei sich die Ereignisse besonders im Sommerhalbjahr häufen. Das liegt daran, dass die Wolkenart, aus der Starkregen hervorgeht, besonders häufig im Sommer auftritt. Am seltensten kommt es von Ende Oktober bis Anfang März zu gefährlichen Starkregenereignissen, da in dieser Zeit die Luftmasse in der Regel zu kalt ist, um große Mengen an Wassertropfen aufzunehmen oder zu halten.

So schützen Sie sich

Das eigene Hab und Gut lässt sich vorab am besten durch Sicherungssysteme und wasserresistente Baumaterialien schützen. Bei einem Neubau sollte auch unbedingt der Standort gut durchdacht sein.

Natürlich helfen auch Versicherungen die Auswirkungen der Wolkenflut finanziell zu begrenzen. Genauso wie bei Hochwasser trägt jedoch nur eine Elementarschadenversicherung die Kosten eines Starkregens. Der Versicherungsschutz kann in der Wohngebäude- und der Hausratversicherung eingeschlossen werden. Fahrzeuge sind automatisch über die Teilkaskoversicherung abgesichert.

Sind Sie richtig versichert? Und welche Versicherung zahlt was? Wir klären auf:

Problematisch: Erst 41 Prozent aller Wohnhäuser in Deutschland sind gegen Starkregen und Hochwasser versichert. Und das, obwohl der Staat die Nothilfe mittlerweile stark eingeschränkt hat: Bayern zahlt ab Mitte 2019 keine Soforthilfe mehr an Hochwasseropfer, wenn die Schäden versicherbar gewesen wären. In Sachsen gibt es eine ähnliche Regelung bereits seit 2011, weitere Bundesländer könnten folgen.

 

HUK-Infobox:

Sie interessieren sich für eine Elementarschadenversicherung? Dann informieren Sie sich hier.

Eva-Maria Sahm

Unternehmenskommunikation

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