23. Februar 2018
Kommentare: 1
Kategorie: Unterwegs

Reißverschlussverfahren bereitet Probleme

Kürzlich berichteten die Zeitungen über einen Lkw-Fahrer und einen Autofahrer in Bremen. Die Fahrzeuglenker waren unterschiedlicher Meinung, wer beim Reißverschlussverfahren an der Reihe ist. Der Streit eskalierte und endete nach einer Rangelei mit einem Krankenhausaufenthalt und zwei Festnahmen.

Soweit kommt es natürlich auf deutschen Straßen nicht häufig. Aber das sogenannte Reißverschlussverfahren bereitet Autofahrern Kopfzerbrechen und funktioniert nicht. Immer wieder beobachtet man dieses Szenario: Ein Autofahrer beschleunigt auf einer Spur, die am Ende von einer Baustelle blockiert ist. Er kann nicht einscheren, obwohl er blinkt. Er fährt bis zum Ende und muss dann zusehen, wie ein Auto nach dem anderen trotz Schritttempo und Stau beschleunigt und die Lücke zumacht. Er hat keine Möglichkeit, auf die freie Spur zu wechseln. Noch ein Auto reinlassen? Auf keinen Fall! - scheinen die meisten Fahrer zu denken. Oft haben die, die links fahren das Gefühl, die auf der rechten Seite drängeln sich vor und sind verärgert. Da sucht man doch lieber seinen eigenen Vorteil.

Straßenverkehrsordnung ist eindeutig

Dabei ist die Regelung eigentlich ganz einfach. Das Reißverschlussverfahren kommt zum Tragen, wenn es zu einer Verengung der Fahrbahn kommt. Dazu kann zum Beispiel durch Bauarbeiten an einer Spur kommen. Auch auf Autobahnen tauchen solche Verengungen aufgrund von Baustellen häufig auf.

Um Staus zu verhindern und um einen fließenden Verkehr sicherzustellen, beschreibt die Straßenverkehrsordnung das Reißverschlussverfahren: „Ist auf Straßen mit mehreren Fahrstreifen für eine Richtung das durchgehende Befahren eines Fahrstreifens nicht möglich oder endet ein Fahrstreifen, ist den am Weiterfahren gehinderten Fahrzeugen der Übergang auf den benachbarten Fahrstreifen in der Weise zu ermöglichen, dass sich diese Fahrzeuge unmittelbar vor Beginn der Verengung jeweils im Wechsel nach einem auf dem durchgehenden Fahrstreifen fahrenden Fahrzeug einordnen können.“

Rücksichtsvoll Regeln einhalten

Dabei sind die Fahrer auf der freien Spur verpflichtet, den Fahrzeugen aus der endenden Spur die Einfahrt zu ermöglichen. Dabei soll die freie Strecke im Wechsel befahren werden. Das ist eine Frage von gegenseitiger Rücksichtnahme und dem Einhalten der Verkehrsregeln. Das klappt nicht immer. Wer in dieser Situation versucht, schon vor dem Ende der Spur in die freie Spur einzuscheren, verursacht Wartezeiten und Stau. Hilfestellung gibt die Beschilderung, zum Beispiel: Reißverschluss erst in 200 Metern.

Das sollten Sie vermeiden:

  • Zu früh einordnen. Das behindert den Verkehrsfluss auf der befahrbaren Spur. Immer bis zur Engstelle vorfahren!
  • Weiterfahren, ohne ein anderes Fahrzeug reinzulassen. Sind Sie auf der freien Fahrbahn, müssen Sie ein Auto vor der Fahrbahnverengung auf Ihre Fahrspur einfädeln zu lassen!
  • Mehr als ein Fahrzeug auf Ihre Spur lassen. Gut gemeint, aber auch dadurch würde das Reißverschlussprinzip nicht mehr klappen.
  • Rücksichtslos den eigenen Vorteil suchen! Wir sollen im Straßenverkehr partnerschaftlich und freundlich miteinander umgehen.

Autor:

Stefan Eichhorn

Unternehmenskommunikation

 

1 Kommentar
Bodo schrieb:
24. Februar 2018 um 20:38 Uhr

Tja der 7. Sinn wurde ja wegrationalisiert, weil er Geld kostete, Verkehrserziehung findet kaum statt, weil kaum Beamte dafür da sind. Selbst eine ANzeigenkampagne im TV ist wohl zu teuer. Also was erwartet ihr denn.

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