1. Februar 2018
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Kategorie: Ihr Fahrzeug

Genauere Verbrauchsmessung lässt Kfz-Steuer steigen 

Lange waren die Herstellerangaben zum Spritverbrauch und Schadstoffausstoß ihrer Fahrzeuge als zu ungenau in der Diskussion. Nun gilt seit September 2017 der neue weltweite Prüfzyklus WLTP (Worldwide Harmonized Light Vehicles Test Procedure). Er soll die Verbrauchsangaben der Autoproduzenten realistischer machen. Doch ob WLTP den Autofahrern wirklich Freude bereitet, darf bezweifelt werden. Das neue Prüfverfahren kann nämlich für zahlreiche Autofahrer teuer werden. Denn es misst den EU-Normverbrauch erheblich praxisnäher und damit auch den CO2-Ausstoß der Fahrzeuge präziser. Und nach dem CO2-Wert richtet sich die Bemessung der Kfz-Steuer. Da die CO2-Emissionen der Fahrzeuge bei ADAC-Tests nach dem neuen Verfahren immer höher ausfielen als die bisherigen Angaben, müssen sich viele Autofahrer wohl auf steigende Steuerabgaben einstellen.

Kleine Autos besonders betroffen 

Bis zum Fünffachen könnte sich ab 2018 die Kfz-Steuer beim Kauf eines Neuwagens erhöhen, haben Experten errechnet. Unangenehm an dem neuen System ist nach ihrer Ansicht, dass von der Erhöhung der Kfz-Steuer voraussichtlich kleine Autos mit Benzinmotoren besonders betroffen sein werden. Auf die Fahrer großvolumiger Limousinen hingegen und auch auf SUV-Besitzer sollen vergleichsweise geringere Steuererhöhungen zukommen. Das dürfte viele Autofahrer an dem Sinn des neuen Prüfverfahrens zweifeln lassen. Dagegen soll sich das Bundesfinanzministerium in der Zeit von 2018 bis 2022 schon auf Mehreinnahmen bei der Kfz-Steuer von über 1 Milliarde Euro aufgrund der neuen Messmethode freuen.

Realistischere Angaben 

Dabei wurde WLTP im Auftrag des UN-Gremiums „World Forum for Harmonization of Vehicle Regulations“ entwickelt, um Verbrauchern realistischere Verbrauchsangaben als bisher an die Hand zu geben. Das neue Testverfahren basiert auf realen Fahrdaten, die in den drei Kontinenten Asien, Europa und USA gesammelt wurden. Was unterscheidet das WLTP im Wesentlichen von dem bisherigen NEFZ-Verfahren (Neuer Europäischer Fahrzyklus), nach dem seit 1996 der EU-Normverbrauch auf dem Prüfstand gemessen wird? Das neue Messverfahren soll näher an den heutigen realen Fahrsituationen orientiert sein: Dazu wird der Testzyklus deutlich erweitert, zudem werden die Temperaturbedingungen bis auf ein Grad genauer definiert und drittens wird der Einfluss von Sonderausstattungen – wie etwa anderen Felgen als beim Basismodell – auf den Verbrauch berücksichtigt.

In Europa gilt WLTP seit dem 1. September 2017 als verpflichtende Grundlage für die Typgenehmigung neuer Pkw und leichter Nutzfahrzeuge. Ab dem 1. September 2018 sind in Europa für alle neu zugelassenen Pkw und leichte Nutzfahrzeugmodelle nach dem WLTP gemessene Abgas- und Verbrauchswerte vorzulegen. Für größere leichte Nutzfahrzeuge tritt diese Regelung ein Jahr später in Kraft. Ab September 2019 sind dann alle neu zugelassenen Fahrzeuge nach dem WLPT-Verfahren zu testen.

Jetzt schon planen

Vor dem Hintergrund der mit dem neuen Prüfverfahren verbundenen Veränderungen bei der Bemessung der Kfz-Steuer raten Fachleute denjenigen, die sich bis zu der verpflichtenden Gültigkeit von WLTP ein neues Auto kaufen wollen, sich schon jetzt den Verbrauch nach der neuen Norm ausrechnen und am besten schriftlich bestätigen zu lassen. Damit lässt sich dann nämlich auch bei einer möglichen späteren Zulassung präziser kalkulieren, was die Abgaben ans Finanzamt betrifft. Die Besitzer älterer Fahrzeuge können derweil aufatmen: Für ihre Autos hat WLTP keine Gültigkeit und damit bleiben sie auch von Steuererhöhungen verschont.

Autor:

Stefan Eichhorn

Unternehmenskommunikation

 

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