12. April 2017
Kategorie: Wissen

Bio-Hybrid: Die Mensch-Maschinen

Neue Fortbewegungsmittel braucht der Mensch – will er auch künftig staufrei durch die Stadt zirkeln. Bio-Hybrid heißt das Zauberwort der Zukunft. Was das ist? Ein vierrädriges Fahrrad mit elektrischer Unterstützung und bequemer Sitzposition.

Wenn ein kleines Kind die Welt erobert, dann gerne mit einem stabilen Vierrad, das nicht so schnell umkippen kann. Und Hand aufs Herz – gibt es jemanden, dem diese Fahrversuche nicht ein Lächeln ins Gesicht zaubern? Aber dann kommt dieser Übergang zum Erwachsensein – und plötzlich finden es viele uncool, auf mehr als zwei Rädern unterwegs zu sein. Aber das muss nicht so bleiben. Denn mittlerweile ist es Kult, auf dem Fahrradweg die City zu erobern. Es ist aber nicht immer komfortabel, speziell, wenn es im Businessdress darum geht, zur Arbeit zu kommen. Deshalb brauchen wir neue Ideen, um dieses Konzept attraktiv zu machen.

Alternative Fortbewegung auf vier Rädern 

Der Zulieferer Schaeffler aus Herzogenaurach arbeitet an einem Modell, das Bio-Hybrid genannt wird: Dabei handelt es sich um eine Kombination von Mensch und E-Maschine, was wir bisher als E-Bike oder Pedelec kannten. Aber hier verfügt das Modell über vier Räder und eine erhöhte Sitzposition in Kombination mit einem aufklappbarem Dach, das Schutz vor Wetterkapriolen bieten kann. Und, ganz wichtig, einen Stauraum mitbringt – hinter den Sitz passt eine Tasche, zwischen den hinteren Rädern kann man sogar einen Kasten Sprudel einklinken.

 

Foto: Schaeffler AG - Aufnahme Max Etzold Fotografie

Bequem unterwegs 

Und das Gute daran? Auch hier entsteht dieses Lächeln im Gesicht. Nicht, weil man einem süßen Kleinkind bei seinen ersten Fahrversuchen zuschauen kann, sondern weil man selbst aktiv unterwegs ist. Der Bio-Hybrid, 2,10 Meter lang und mit 80 Zentimeter breiter Spur ausgestattet, beschleunigt nämlich bei der ersten Tretbewegung so kraftvoll, dass sofort Fahrspaß aufkommt. Es ist, als ob man in den Sitz eines leistungsstarken Autos gedrückt wird, nur dass hier kein Verbrenner im Spiel ist, sondern der E-Motor. Und was das Schaeffler-Modell zusätzlich von anderen Konzepten wie den Lastenfahrrädern unterscheidet? Es ist absolut spurstabil, nach ganz kurzer Eingewöhnungszeit leicht zu fahren und mit beachtlichem Tempo sogar in Kurven unterwegs.

Dabei sitzt man bequem und findet auf dem Sitz optimalen Rückenhalt. Wer mal ein Kind mitnehmen möchte, der kann zusätzlich einen Notsitz ausklappen. Durch den Citydschungel hilft dann das Zentraldisplay, in welches das Smartphone integriert ist und dann – neben vielen anderen Funktionen – auch die Rolle des Navigationssystems übernimmt. Bei der Konzeption dieses Modells haben die Ingenieure von Schaeffler auch mit Studenten der FH Joanneum aus Graz zusammengearbeitet. Die haben ein Semester lang getüftelt und überlegt, wie so ein Bio-Hybrid für die Straße aussehen könnte. Herausgekommen sind die unterschiedlichsten Konzepte – vom überdachten Zweisitzer über ein Dreirad im Retrolook alter Traktoren bis hin zu Fahrrädern mit Stauraum vorn.

Text, Fotos: Central Magazin

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