22. Mai 2015
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Kategorie: Wissen

Versicherungen in der Steuererklärung ansetzen – Teil 2

In Teil 1 dieser Reihe haben Sie bereits erfahren, wie Sie die Versicherungsbeiträge in der Steuererklärung richtig vermerken. Der zweite Teil zeigt Ihnen, inwieweit die gezahlten Beiträge steuerlich abzugsfähig sind.

Altersvorsorge

Zunächst geht es nun um die Gesetzliche Rentenversicherung, Alterskasse und berufsständischen Versorgungswerke. Aufwendungen in diesem Bereich können seit 2005 zumindest teilweise geltend gemacht werden. Im Steuerjahr 2014 sind maximal 78 Prozent aus 20.000 Euro der gezahlten Beiträge steuerlich abzugsfähig. Demnach ergibt sich, sofern 20.000 Euro in eine Versicherungspolice einbezahlt wurden, ein maximal abzugsfähiger Sonderausgabenbetrag von 15.600 Euro. Dieser Betrag verdoppelt sich bei verheirateten Paaren bei der Wahl einer Zusammenveranlagung.

Bei Rürup-/Riester-Verträgen können neben den Beiträgen für die Altersvorsorge auch diese für die Versorgung von Hinterbliebenen oder Erwerbs- und Berufsunfähigkeitsabsicherungen bis zu 20 Prozent (Riester) beziehungsweise bis zu 50 Prozent (Rürup) geltend gemacht werden.

Kranken- und Pflegeversicherung

Selbst bezahlte Beiträge in die Kranken- und Pflegeversicherung von Arbeitnehmern oder Beamten sind grundsätzlich als Vorsorgeaufwendungen von der Steuer absetzbar. Dienen die Beiträge der Basisversorgung, können sie in voller Höhe in Abzug gebracht werden. Bei Zusatzleistungen für ein Krankentagegeld reduziert sich die Abzugsfähigkeit der Beiträge auf 96 Prozent. Dies gilt auch für Selbständige und freiwillig Krankenversicherte. Für die beiden Gruppen gilt außerdem, dass nur die Grundabsicherung nach gesetzlichen Vorgaben absetzbar ist.

Sonstige Versicherungen

Neben den Krankenversicherungen zählen noch eine Reihe weiterer zur privaten Vorsorge abgeschlossene Versicherungen. Dazu gehören Unfallversicherungen, private Berufsunfähigkeitsversicherungen, Haftpflichtversicherungen, gesetzliche/private Arbeitslosenversicherungen, Risikolebensversicherungen und Beiträge zu einer kapitalbildenden Lebens- oder Rentenversicherung – sofern diese vor 2005 abgeschlossen wurden.

Arbeitnehmer können anhand ihrer Lohnsteuerbescheinigung prüfen, ob sie mit den bescheinigten Jahresbeiträgen für die Basiskranken- und Pflegeversicherung den pauschalen Höchstbetrag für Vorsorgeaufwendungen bereits überschreiten. Dieser liegt bei 1.900 Euro beziehungsweise bei einer Zusammenveranlagung bei 3.800 Euro.

Kein Abzug bei Sachversicherungen

Bei Sachversicherungen ist kein Abzug zulässig. Unter Sachversicherungen fallen z.B. Hausratversicherungen, Gebäudeversicherungen, Kfz-Kaskoversicherungen, Reisegepäckpolicen oder Rechtsschutzpolicen.

HUK-Infobox: Unfallflucht und Versicherung

Geht solch ein Fall vor Gericht und endet mit einer Verurteilung wegen Unfallflucht, kann das auch für den Versicherungsschutz Konsequenzen haben. In der Kfz-Haftpflichtversicherung steht der Vorwurf im Raum: Der Unfallverursacher habe gegen seine vertragliche Aufklärungspflicht verstoßen. Trifft das zu, reguliert die Versicherung den Fremdschaden, allerdings kann der Versicherungsnehmer wegen dieser Obliegenheitsverletzung anschließend mit bis zu 5.000 Euro in Regress genommen werden. In der Kasko-Versicherung kann Unfallflucht zum Verlust des Versicherungsschutzes führen.

Gastautor: WP/StB Andreas Forster

Steuerberatung Forster & Partner

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