Quad-Versicherung

Quad-Versicherung: Mit Sicherheit mehr Fahrspaß auf vier Rädern

Autos mögen praktischer sein, Motorräder effizienter – aber Quads und Trikes machen einfach mehr Laune. Ein Quad (von englisch "quadruplet bike", Vierlingsmotorrad) ist ein Geländefahrzeug mit 4 Ballonreifen. Ein Trike (von englisch „tricycle“, Dreirad) ist eine Mischung aus Motorrad und Auto mit einspuriger Achse vorne und mehrspuriger Achse hinten. Quads sind eher für Offroad-Fahrten geeignet, Trikes eher für längere Fahrten auf dem Asphalt.


Inhaltsverzeichnis


Beliebte Fun- und Sportmobile

Jeder, der mit solch einem Gefährt schon einmal über Äcker, Wiesen oder Motocross-Strecken gebrettert ist, kann bestätigen: Der Fahrspaß ist kaum zu toppen. Deshalb sind die Fun- und Sportmobile (oft auch ATV, „All Terrain Vehicles", genannt) vor allem bei der jungen Generation beliebt. Aber auch in der Land- und Forstwirtschaft kommen die äußerst geländegängigen Arbeitsgeräte zunehmend zum Einsatz.

Nicht ganz so spaßig sind die zulassungsrechtlichen, steuerlichen und versicherungstechnischen Aspekte. Das Problem: Quads lassen sich den klassischen Fahrzeugarten Auto, Motorrad oder Traktor nicht so einfach zuordnen. Deshalb werden sie bei der Zulassung, je nach Fahrzeuggewicht, Fahrleistung und Gebrauchszweck unterschiedlich eingestuft.

Unterschiede Trike, Quad, ATV und LOF

Quads werden nicht nur zu unterschiedlichen Zwecken zugelassen, sondern es existieren verschiedene Arten von Quads. Wir klären auf, was die Unterschiede von Trike, Quad und Co. sind.

  • Trikes sind dreirädrige Kraftfahrzeuge, bei denen vorne ein Rad und an der Hinterachse zwei Räder angebracht sind. Das Fahrverhalten eines Trikes ist Pkw ähnlich, denn durch die zweispurige Hinterachse legt der Fahrer sich nicht in die Kurve.
  • Quads sind vierrädrige Kraftfahrzeuge mit Sitzbänken für eine weitere Person (selten auch für drei Personen) und im Freizeitbereich, zum reinen Fahrvergnügen, angesiedelt. Ein Quad wird in der Regel über eine Kette am Hinterrad angetrieben.
  • LOF-Bezeichnung für Quads als zugelassene land- und forstwirtschaftliche (LOF) Arbeitsmaschinen.
  • ATVs sind schwerer als Quads und werden als Arbeitsfahrzeuge verwendet. Sie werden mit einem Allradantrieb, der mit einer Kardanwelle kombiniert ist, angetrieben und ermöglich die Montur von zusätzlichen Arbeitsgeräten. Einige ATV Modelle haben sogar 6 Räder.

Es gibt noch zwei weitere Arten von Quads:

  • Side-by-Side-Vehicles (SSV) sind ATVs, die über zwei nebeneinander angebrachte Sitzflächen verfügen, manchmal auch über zwei Sitzreihen für bis zu 4 Personen und haben eine Ladefläche, Lenkrad und ein Pedal wie bei einem Pkw.
  • Ein Utility-ATV (UTV) ist ein SSV, jedoch steht bei diesem Modell die Nutzung im Vordergrund. UTVs haben eine kippbare Ladefläche und Stauraum, bieten darüber hinaus weitere Modifikationen an, und sind ideal für den Einsatz in der Land- und Forstwirtschaft geeignet.

Die Versicherungs- und Steuerpflicht hängt von der Einstufung ab

Eine Zulassung als Pkw scheitert heute am Geräuschgrenzwert von 74 dB, den das Quad aufgrund seiner motorradtypischen Bauweise überschreitet. Auch eine Fahrerlaubnis für Leichtkrafträder oder Krafträder genügt nicht, da diese lediglich zum Führen von zwei- oder dreirädrigen Kraftfahrzeugen berechtigen.

Bleiben folgende Möglichkeiten:

  • Schwach motorisierte Quads bis 50 ccm sind nicht zulassungspflichtig und bekommen lediglich ein Versicherungskennzeichen und können durch eine Mopedversicherung abgesichert werden.
  • Einstufung als Leicht-Kfz bis 45 km/h und 50 ccm Hubraum: Hier reicht die Führerscheinklasse AM aus (bis zum 19.01.2013 Klasse S), die bereits 16-Jährige erwerben können („Rollerführerschein“) und Bestandteil jedes Pkw-Führerscheins ist. Sie brauchen nur ein Versicherungskennzeichen. Von der Steuer sind Sie befreit.
  • Einstufung als land- oder forstwirtschaftliche Zugmaschine (LOF): Hier benötigen Sie eine Fahrerlaubnis Klasse L, die Sie schon ab 16 Jahren erwerben können. Im Pkw-Führerschein ist diese Fahrerlaubnisklasse automatisch mit enthalten. Jedoch sind für die LOF-Zulassung gewissen Anforderungen notwendig. So muss etwa ein Rückwärtsgang, eine zweite Hauptbeleuchtung und eine Anhängerkupplung vorhanden sein. 
  • Einstufung als vierrädriges Kraftfahrzeug zur Personenbeförderung bis 400 kg Leergewicht (bzw. Güterbeförderung bis 550 kg Leergewicht) und bis 15 Kilowatt: Erforderlich ist eine Pkw-Fahrerlaubnis Klasse B. Sie sind voll versicherungspflichtig und müssen Kfz-Steuer zahlen. Das heißt: Wer einen Führerschein Klasse B besitzt, darf ein Quad fahren.

Möglichkeiten der Absicherung

Was sollten Sie bei der Suche nach einer Versicherung beachten? Die Tarifeinstufung Ihres Quads oder Trikes ist abhängig von Motorleistung, Leergewicht, Hubraum, Beruf des Halters bzw. Versicherungsnehmers, Erstzulassung, Zulassungsbezirk und Schadenfreiheitsklasse. Einige wenige Versicherer bieten spezielle Quad-Versicherungen. Andere wie die HUK-COBURG versichern Quads oder Trikes z. B. über die Motorradversicherung.

 

Die Versicherungen sind meist modular aufgebaut:

  • Die Kfz-Haftpflichtversicherung ist der elementare Grundschutz, ohne den Sie am öffentlichen Straßenverkehr nicht teilnehmen dürfen. Sie deckt die Schäden ab, die Sie an Fahrzeugen Dritter verursachen.
  • Deutlich mehr Sicherheit bietet die Teilkaskoversicherung. Sie deckt auch Schäden ab, die am eigenen Quad oder Trike entstanden sind und auf Ursachen wie Sturm oder Wildunfälle zurückzuführen sind. Ihr Fahrzeug ist auch gegen Diebstahl versichert.
  • Das höchste Maß an Sicherheit bietet die Vollkaskoversicherung. Sie deckt zusätzlich auch Unfallschäden am eigenen Fahrzeug ab, die Sie selbst verursacht haben.

Unser Tipp: Saisonkennzeichen

Ein Quad kommt in der Regel nur in den Sommermonaten zum Einsatz. Bei höher motorisierten Quads, für die ein Versicherungskennzeichen nicht ausreicht, sollten Sie deshalb über ein Saisonkennzeichen nachdenken. Sie zahlen dann Steuer und Versicherung nur für den Betriebszeitraum.

Kfz-Haftpflicht und Teilkasko laufen aber weiter. Wird z. B. Ihr Quad aus der Garage gestohlen, zahlt die Kfz-Versicherung. Das Gleiche gilt auch bei einem Brandschaden. Bei Abmeldung des Fahrzeugs würde die Kaskoversicherung enden, so dass Sie auf dem Schaden sitzen bleiben würden.

Schutzkleidung und Sicherheitsvorschriften

Laut einer Studie der Unfallforschung Deutscher Versicherer (UDV) ist das Risiko schwerer Verletzungen bei Quad-Unfällen zehnmal höher als bei PKW-Unfällen. Aus den Ergebnissen der Studie geht zudem hervor, dass Quad-Fahrer zu 85% für den Unfall selbst verantwortlich sind. Als Gründe werden das fehlerhafte Einschätzen der Quad-Fahreigenschaften genannt. Denn im Vergleich zum Auto fehlen ABS, Servolenkung und meist auch ein Differentialgetriebe. Fahrer von Quads sollten, besonders in Kurven die Geschwindigkeit reduzieren, das Fahren eines Quads intensiv geübt haben und eine umsichtige Fahrweise an den Tag legen, um das Unfallrisiko zu verringern.

Auch die richtige Schutzkleidung erhöht die Sicherheit für Quad-Fahrer. Eine Knautschzone gibt es beim Quad bauartbedingt nicht. Daher müssen Sie als Fahrer oder Beifahrer eines Quads laut StVO einen einen geeigneten Schutzhelm tragen. Denn für offene drei- oder mehrrädrigen Kraftfahrzeuge mit einer Höchstgeschwindigkeit von über 20 km/h gilt es während der Fahrt einen Schutzhelm zu tragen. Jedoch gilt keine Helmpflicht, wenn ein Fahrzeug vorgeschriebene Sicherheitsgurte vorweist. Auch ist keine Schutzkleidung für Trikes und Quads vorgeschrieben. Wie für Motorradfahrer sind Motorradstiefel immens wichtig. Sie schützen den sensibelsten Teil von Quad-Fahrern, Beine und Füße, denn sie nehmen am häufigsten Schaden bei Unfällen. Weitere Informationen zu Schutzkleidungen finden Sie in unserem Ratgeber für Motorradschutzkleidung.

Außerdem müssen Sie ein Warndreieck mitführen. Warnwestenpflicht besteht, sofern das Quad als Pkw oder als land- oder forstwirtschaftliche Zugmaschine zugelassen ist.

Einen Verbandskasten müssen Sie dabei haben, sofern das Quad nicht als Zugmaschinen in land- oder forstwirtschaftlichen Betrieben eingesetzt wird.

Wagniskennziffer

Die Wagniskennziffer, auch als WKZ abgekürzt, hilft Versicherungen bei der Ermittlung der Risiken der jeweiligen Kraftfahrzeuge, sowie erleichtert die Einteilung bei der Aufstellung von Schadensstatistiken. Durch die verschiedenen Gegebenheiten bei der Unterteilung von Quads ergeben sich die folgenden Wagnisklassen:

Wagniskennziffer Fahrzeug
001 Quad als Kleinkraftrad unter 50ccm
003 Quad mit Motorrad-Zulassung
030 Trikes
031 Quad mit Zulassung als vierrädriges Kfz zur Personenbeförderung
112 Quad mit Pkw-Zulassung
451 Quad mit LOF-Zulassung und grünem Kennzeichen
452 Quad mit LOF-Zulassung und schwarzem Kennzeichen

Welche Zusatzleistungen zur Absicherung eines Quads sind sinnvoll?

Die Motorradversicherung, die die HUK-COBURG für als Motorrad eingestufte Quads (WKZ 003) anbietet, lässt sich um einige Zusatzleistungen erweitern und garantiert einen umfassenderen Schutz.

  • Der Kfz-Schutzbrief für Ihr Quad bietet umfangreiche Leistungen wie schnelle Pannenhilfe, einen Abschleppdienst oder Bergungsdienst, sowie einen Krankenrücktransport.
  • Mit dem Auslands-Schadenschutz sichern Sie sich bei einem unverschuldeten Quad-Unfall im Ausland, z. B. während eines Urlaubs, ab und der entstandene Schaden wir nach deutschem Standard ersetzt.
  • Die optionale Verkehrsrechtschutzversicherung hilft Ihnen dabei, Ihre Ansprüche gegenüber Unfallgegnern mit einem Anwalt geltend zu machen.
  • Die zusätzliche Unfallversicherung schützt Quad-Fahrer davor, wenn nach einem Unfall dauerhafte physische oder psychische Beeinträchtigungen erlitten werden.

Unterschiede Schadenfreiheitsklasse Pkw und Quad

Pkw und Quad gehören bei uns derselben Fahrzeuggruppe an, die zur Ermittlung der Schadenfreiheitsklasse herangezogen werden, wenn ein Fahrzeughalter, die Schadenfreiheitsklasse von einem Fahrzeug zum anderen mitnehmen möchte. Jedoch unterscheiden sich die Staffelungen der Schadenfreiheitsklassen und der entsprechenden Rabatte innerhalb der Fahrzeuggruppen

Können Quads auf der Autobahn fahren?

Die Straßenverkehrsordnung schreibt vor, dass die Autobahn nur von Fahrzeugen benutzt werden darf, die eine Mindestgeschwindigkeit von 60km/h erreichen. Demnach können Quads und Trikes, die diese Mindestgeschwindigkeit erreichen auf deutschen Autobahnen fahren, zudem müssen sie zugelassen und versichert sein.

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