E-Bike, Pedelec oder S-Pedelec

Welches elektrische Fahrrad ist versicherungspflichtig?

Die richtige Versicherung für Ihr E-Bike oder Pedelec

Fahrräder mit Elektromotor erfreuen sich in Deutschland wachsender Beliebtheit. Immer mehr entdecken die Freude am Radeln mit elektrischer Unterstützung. So können sich auch Untrainierte eine Radtour vornehmen, ohne Angst haben zu müssen, dass ihnen unterwegs die Puste ausgeht, vor allem wenn es auch mal bergauf geht. Möglich machen das Fahrräder mit eingebautem Elektroantrieb, kurz Pedelecs genannt.

Doch mit den steigenden Verkaufszahlen nehmen leider auch die Unfälle mit den sogenannten E-Bikes und Pedelecs zu. Sicherheitsexperten warnen: Besonders ältere Menschen, derzeit noch die überwiegenden Nutzer solcher elektromotorisierten Räder, sollen mit deren Beschleunigung und Geschwindigkeit oft nicht zurechtkommen.


Inhaltsverzeichnis


Kategorien der E-Zweiräder

Hinter der Bezeichnung Elektrofahrrad – umgangssprachlich meist als E-Bike bezeichnet – verbergen sich unterschiedliche Typen:

1. Pedelec

Am meisten verbreitet sind die sogenannten Pedelecs (Pedal Electric Cycle). Sie kommen auf einen Verkaufsanteil von rund 95% unter allen elektrischen Fahrrädern. Beim Pedelec unterstützt ein Elektromotor mit maximal 250 Watt den Radler bis zu einer Geschwindigkeit von 25 km/h.

Wer ein Pedelec fährt, kann selbst entscheiden, wie viel Unterstützung beim Radfahren erwünscht wird. Auch herkömmliches Fahrradfahren ist mit dem ausgeschalteten Motor möglich.

Für Pedelecs schreibt der Gesetzgeber weder eine Zulassung noch ein Versicherungskennzeichen vor. Sie brauchen keine gesonderte Pedelec-Versicherung und es ist auch kein Führerschein erforderlich. Der Besitzer darf auch einen Radweg benutzen, weil die Pedelecs von Rechtswegen zu den Fahrrädern zählen.  
 

2. S-Pedelec

Wer schneller vorankommen möchte, greift zum sogenannten S-Pedelec, das Elektrounterstützung bis 45 km/h verspricht. Lag die maximale Leistung des Motors früher pauschal bei 500 Watt, ist seit 2017 nur noch höchstens die vierfache Unterstützung der Fahrerleistung erlaubt.

Diese Zweiräder fallen in die Kategorie der Kleinkrafträder. Sie sind nicht zulassungspflichtig und unterliegen nicht der Kfz-Steuerpflicht. Für ihre Benutzung sind ein Führerschein der Klasse AM, ein Helm und ein Versicherungskennzeichen vorgeschrieben. Das heißt natürlich auch, dass bei einem Unfall die Kfz-Versicherung zuständig ist. Sie benötigen also eine entsprechende Versicherung für Ihr S-Pedelec. Radwege dürfen nicht befahren werden.
 

3. E-Bike

Ebenfalls zu den Kleinkrafträdern zählen die E-Bikes, die ohne Treten auskommen und bis zu 45 km/h schnell sein dürfen. Bei einem E-Bike handelt es sich nach verkehrsrechtlicher Einordnung eindeutig nicht um ein Fahrrad, sondern ein Kfz. Für sie sind ebenfalls ein Versicherungskennzeichen und ein Führerschein der Klasse AM erforderlich. Auch für das E-Bike gilt: keine Radwegnutzung.

Je nach der bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit, die das Gefährt nur mit der reinen Motorkraft fahren kann, ergibt sich folgende verkehrsrechtliche Einordnung. Zu unterscheiden sind folgende 3 Arten von E-Bikes:

  • Bis 20km/h: Leichtmofa (zulassungsfrei, betriebserlaubnis- und versicherungskennzeichenpflichtig, Mofa-Prüfbescheinigung erforderlich, keine Helmpflicht)
  • Bis 25km/h: Mofa (zulassungsfrei, betriebserlaubnis- und versicherungskennzeichenpflichtig, Mofa-Prüfbescheinigung erforderlich, Helmpflicht)
  • Bis 45km/h: Kleinkraftrad (zulassungsfrei, betriebserlaubnis- und versicherungskennzeichenpflichtig, Fahrerlaubnisklasse AM, Helmpflicht)

Mehr Unfälle

Hierzulande sind inzwischen fast 6 Millionen Pedelecs unterwegs (Stand 2019). Allein im vergangenen Jahr sollen über 1 Million neu hinzugekommen sein – der Bestand wuchs von knapp 4,7 Millionen 2018 auf 5,9 Millionen 2019. Das entspricht einem Zuwachs von rund 24%.

Mit dem Boom des elektrounterstützten Fahrradfahrens nahmen allerdings auch die Unfälle zu. Die Zahl der tödlich verunglückten Pedelec-Fahrer lag im Jahr 2018 bei 89 Personen.

Tipps für mehr Sicherheit auf dem E-Bike

Mountain-Bike Profi Andi Schuster gibt wichtige Tipps zur Wahl des richtigen E-Bikes, welche Sicherheitsaspekte berücksichtigt werden sollten und wie man mit einem Pedelec bzw. E-Bike sicher unterwegs ist.

Schneller als gekonnt

Laut Untersuchungen der Unfallforschung der Versicherer (UDV) fällt auf, dass immer mehr ältere Verkehrsteilnehmer in Pedelec-Unfälle verwickelt sind. Ihr Anteil sei überdurchschnittlich hoch, heißt es bei der UDV. Begründung der Unfallforscher: Viele Ältere fahren mithilfe des Elektromotors viel schneller, als es ihren Fähigkeiten entspricht. Dabei verlieren sie leicht die Kontrolle über ihr Gefährt. Diese Gefahr könnte nach Ansicht der UVD entschärft werden, wenn die Pedelecs in ihren Eigenschaften dem Fahrrad stärker angeglichen würden: Demnach sollte jemand, der auf dem Fahrrad mit eigener Muskelkraft kaum über Schrittgeschwindigkeit hinauskommt, mit dem Pedelec nicht 25 km/h schnell unterwegs sein dürfen. Wer jedoch aus eigener Kraft schneller fahren kann, soll auch mehr elektrische Unterstützung bekommen. Die Begrenzung der Geschwindigkeit dürfe jedoch nicht die Bewältigung von Anstiegen auch mit geringer Muskelkraft beeinträchtigen, meinen die Unfallforscher.

Nicht zu unterschätzen sind die Gefahren, die von Pedelecs ausgehen: Fußgänger und Autofahrer können bei flüchtigem Hinsehen nicht erkennen, ob sich ein normales Rad oder ein Pedelec nähert. Das führt häufig zur falschen Einschätzung der Geschwindigkeit. Zuweilen sind aber auch die Pedelec-Fahrer selbst von der Technik ihres Gefährts überrascht: Manche Fahrer können ihr eigenes Tempo und den verlängerten Bremsweg nicht richtig einschätzen und treten zu spät auf die Bremse. Kommt es zum Unfall, ist es gut versichert zu sein.

Versicherungsschutz für das elektrische Zweirad

Sichern Sie sich und Ihr E-Bike umfassend ab.

  • Bei uns sind aus Unfällen mit Pedelecs resultierende Schäden beitragsfrei in der Privathaftpflichtversicherung miteingeschlossen.  Vorausgesetzt die Tretunterstützung endet bei 25 km/h und das Pedelec hält sich auch sonst an die oben genannten Spielregeln.
  • Damit auch Sie im Falle eines Unfalls ausreichend abgesichert sind, empfiehlt sich unsere private Unfallversicherung.
  • Für Ihr S-Pedelec oder E-Bike können Sie unsere Moped-Versicherung abschließen.
  • Zudem lässt sich unsere Hausratversicherung um ein Zusatzmodul ergänzen, mit dem man alle Fahrräder – auch Elektrofahrräder – gegen Diebstahl versichern kann.

Noch Fragen?

Wir beraten Sie gern zu allen Fragen rund um den Versicherungsschutz für E-Bikes oder Pedelecs. Sie erreichen uns über unsere Servicehotline 0800 2153153. Gerne stellen wir auch den Kontakt zu einem unserer Ansprechpartner vor Ort her.

Hier finden Sie Ihren Ansprechpartner vor Ort:

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