Sommer- und Winterreifen mischen: Ist das legal?
Was Sie jetzt wissen müssen
- Sommer- und Winterreifen zu mischen ist erlaubt, aber riskant.
- Unterschiedliche Profile verändern das Fahrverhalten spürbar.
- Im Ernstfall kann die Versicherung Leistung kürzen.
Darf man Somerreifen und Winterreifen mischen?
Die Taschen sind verstaut, die ganze Familie im Wagen und es kann losgehen in den Urlaub! Doch schon nach wenigen Kilometern stellt Papa Daniel fest, dass das rechte Vorderrad zu wenig Luft hat. Schnell fährt er an der nächsten Tankstelle ran und sieht, dass ein Nagel im Reifen steckt.
Zum Glück liegt im Kofferraum immer ein Ersatzrad – aber es ist ein Winterreifen. Die Stimmung kippt. Daniel ist sich unsicher, ob er mit einem Winterreifen im Sommer überhaupt fahren darf.
Sommer- und Winterreifen mischen gilt nicht als Mischbereifung
Die Mischbereifung ist in Deutschland laut Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) verboten. Was aber viele nicht wissen: Gemeint ist damit nicht Sommerreifen und Winterreifen zu mischen, sondern die Mischung von Radial- und Diagonalreifen auf einem Fahrzeug.
Da heute nahezu alle Autos mit Radialreifen unterwegs sind, spielt dieses Verbot im Alltag so gut wie keine Rolle mehr. Diagonalreifen sind nur noch selten bei Oldtimern zu finden. Wer sichergehen möchte, erkennt Radialreifen an der Reifenkennzeichnung „R”.
Sommer- und Winterreifen zu mischen, ist also grundsätzlich erlaubt. Wichtig ist allerdings, dass:
- Alle Reifen die gleiche Größe haben.
- Die Mindestprofiltiefe von 1,6 Millimetern gegeben ist.
- Auf einer Achse dieselben Reifen gefahren werden. Das bedeutet, wenn ein Vorderreifen platt ist, müssen beide ausgetauscht werden.
Dennoch sollte dies nur im Notfall gemacht werden, denn die Fahrweise mit Winter- und Sommerreifen kann sich erheblich unterscheiden.
Sommer- und Winterreifen mischen ist ein Risiko
Vor allem bei Nässe, in Kurven oder beim plötzlichen Bremsen zeigen sich die Unterschiede deutlich und das kann gefährlich werden.
- Sommerreifen sind für warme Temperaturen gemacht. Ihr Gummi ist fester und das sorgt für guten Grip auf heißem Asphalt. Gleichzeitig verhindern tiefe Längsrillen im Profil, dass sich Regenwasser staut. Das reduziert das Risiko von Aquaplaning.
- Winterreifen hingegen bestehen aus einer weicheren Mischung. Das Gummi bleibt auch bei Kälte flexibel und sorgt für gute Bodenhaftung auf glatten Straßen. Die Profilrillen sind breiter und greifen besser.
Mit einer Mischbereifung aus Sommer- und Winterreifen reagieren die Profile entsprechend unterschiedlich. Bei Regen kann das zu einer instabilen Fahrweise führen – zum Beispiel, wenn vorne Aquaplaning auftritt, hinten aber nicht.
Zahlt die Versicherung, wenn ich bei einem Unfall Sommer- und Winterreifen drauf habe?
Wer im Sommer mit Winterreifen unterwegs ist und in einen Autounfall verwickelt wird, kann ein Problem bekommen. Dabei ist es ganz egal, ob es nur eben für den Heimweg war oder auf der Fahrt in den Urlaub.
Denn Winterreifen sind nicht für hohe Temperaturen ausgelegt. Kommt es durch längere Bremswege oder fehlenden Grip zu einem Unfall, kann die Versicherung die Leistungen kürzen oder sogar ganz verweigern.