4. Januar 2019
Kategorie: Gesundheit

Wie "super" sind Superfoods wirklich?

--- Lesezeit: 2 Minuten --- 

Goji-Beeren, Chia-Samen und Co. sind sogenannte Superfoods. Seit einigen Jahren bereits erobern sie die Supermärkte. Es entwickelte sich ein richtiger Hype um die Lebensmittel – doch sind sie wirklich besser als die Produkte aus unserer Heimat?

Der Begriff Superfood suggeriert dem Verbraucher, dass diese Lebensmittel wesentlich gesünder sind als andere. Es werden schöne Geschichten von seltenen Pflanzen, unzugänglichen Orten, uralten Völker und traditioneller Heilkunde erzählt. Die Herkunft aus exotischen Ländern spielt bei der Beliebtheit der Nahrungsmittel eine große Rolle – wissenschaftliche Beweise über positive Eigenschaften fehlen bislang jedoch häufig.

Superfood: Anbauweise, Verarbeitung und Verzehrempfehlungen beachten 

Unverkennbar bleibt dennoch der hohe Gehalt an Nährstoffen, Vitaminen, sekundären Pflanzenstoffen und Enzymen. Der Unterschied besteht bereits in der verarbeiteten Form dieser Lebensmittel. Wird das Superfood frisch zu sich genommen, getrocknet, als Püree, Extrakt oder als Zutat in funktionellen Lebensmitteln? Insbesondere in Getränken, Kapsel- oder Pulverform werden Superfoods als unkomplizierte Nahrungsergänzung angeboten.

Sowohl die Anbauweise als auch die Behandlung mit Pflanzenschutzmitteln oder die Verarbeitung sind für die Wirkungen und Nebenwirkungen beim Verzehr relevant. Cranberries werden beispielsweise ähnlich wie Rosinen in getrockneter Form angeboten - sind im Gegensatz zu Rosinen aber oft mit Zucker versetzt oder sogar zusätzlich aromatisiert. So kann aus einem scheinbar gesunden Lebensmittel schnell eine ungesunde Zuckerbombe werden.

Berücksichtigt werden müssen mögliche Höchstmengen der Lebensmittel, beispielsweise bei Chia-Samen: Hier gilt, dass täglich maximal 15 Gramm verzehrt werden sollen (Quelle: Europ. Lebensmittelbehörde EFSA). Magenblähungen bis hin zu allergischen Reaktionen können ansonsten als unangenehme Reaktionen hervorgerufen werden. Wer regelmäßig Medikamente nehmen muss, sollte mögliche Wechselwirkungen von Superfoods mit den einzunehmenden Arzneimitteln mit seinem Arzt besprechen. In jedem Fall sollte auf die bestimmte Zubereitung nach Packungsanleitung geachtet werden.

Heimisches Superfood 

In Vergessenheit sollten die vielen heimischen Lebensmittel durch die Superfoods jedoch nicht geraten: Auch diese besitzen einen hohen Gehalt an wichtigen Nährstoffen, Ölen und Vitaminen. Walnüsse, Leinsamen, Haferflocken oder verschiedene Obst- und Gemüsesorten sind nur einige Beispiele, die man in den eigenen Breitengraden findet.

Fazit: Für neue Geschmackserlebnisse sind die Superfoods eine abwechslungsreiche Ergänzung des Speiseplans. Ein kritischer Umgang, insbesondere aufgrund der fehlenden wissenschaftlichen Erkenntnisse, ist jedoch zu empfehlen.

Gastautor: Rainer Falch

Diplomsportlehrer, Sportwissenschaftler und Buchautor

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