11. Januar 2019
Kategorie: Unterwegs

Das hilft auf der Straße bei Glatteis

Vereiste Straßen stellen für alle Verkehrsteilnehmer eine erhebliche Gefahr dar und sind oft die Ursache von Unfällen. Deshalb ist es sinnvoll, sich jedes Jahr aufs Neue für die unfreundlichen Witterungsverhältnisse des Winters und ihre Folgen zu wappnen.

Für Autofahrer hat dies mit dem rechtzeitigen Montieren von wintertauglichen Reifen begonnen. Dafür gelten, neben der alten Faustregel von „O bis O“, also Winterbereifung von Oktober bis Ostern, seit vergangenem Jahr neue Regeln. Sie besagen, dass ab diesem Jahr für den Winterbetrieb die bekannten Matsch- und Schnee-Reifen (M+S-Reifen) nicht mehr ausreichen, sondern nur noch Reifen mit dem sogenannten Alpine-Symbol zulässig sind. Das gilt bislang allerdings nur für Reifen, die ab dem 1. Januar 2018 hergestellt wurden. Für vorher produzierte M+S-Pneus räumte der Gesetzgeber eine Übergangsfrist bis zum 30. September 2024 ein.

Unerwünschte Rutschpartie

Auf vereisten Verkehrswegen müssen Winterreifen ihre Tauglichkeit ganz besonders nachweisen. Glatteis entsteht, wenn Feuchtigkeit, Wasser oder Schnee auf der Straße gefriert. Dann droht schnell eine unerwünschte Rutschpartie. Das trifft besonders für Eisglätte zu, die bei sinkenden Temperaturen überraschend auftreten kann. Gleiches gilt auch für Reifglätte oder sogenanntes Raueis, die sich allein durch feuchte Luft oder Nebel bei Kältegraden unter der Taugrenze unvorhergesehen bilden können. Auf Schnee und Schneematsch müssen Verkehrsteilnehmer ohnehin von Rutschgefahr ausgehen.

Wer bremst rutscht

Dagegen sieht man sich am besten durch eine besonders vorsichtige und vorausschauende Fahrweise vor. Dazu gehört ganz wesentlich, die deutliche Verlängerung des Bremsweges auf glattem Untergrund einzukalkulieren, die Fahrtgeschwindigkeit entsprechend anzupassen und den Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug größer, als normal zu halten. Grundsätzlich sollte man so fahren, dass man möglichst erst gar nicht bremsen muss, schon gar nicht plötzlich. Bei einem modernen Fahrzeug mit ABS darf der Fuß auf dem Bremspedal bleiben, wenn es ins Rutschen kommt: Denn die Technik vollführt die sogenannte Stotterbremse, die dafür sorgen soll, dass das Fahrzeug lenk- und kontrollierbar bleibt. Ansonsten heißt es, selbst vorsichtig „stottern“ und bei einem Auto mit Schaltgetriebe die Kupplung treten. Zu vermeiden sind dabei – wie auch grundsätzlich bei Glätte – heftige, abrupte Lenkbewegungen.

Training

Experten raten nicht umsonst immer wieder zu einem Fahrsicherheitstraining, bei dem man unter anderem auch übt, wie man sich auf glatten Straßen richtig verhält. Nach einem solchen Kurs kann man brenzligen Situationen hinter dem Steuer schon ein wenig gelassener entgegensehen – nicht zuletzt, weil man bereits weiß, wie sich ein Fahrzeug bei Glätte verhält und wie man darauf am besten reagiert.

Versicherung

Aber was ist, wenn es trotz aller Vorsicht zu einem Unfall durch Glätte kommt? Was kann ein Kraftfahrer dann von seiner Versicherung erwarten? Nun, grundsätzlich haftet bei einem Unfall infolge Glatteis der Halter des Fahrzeugs. Allerdings kann auch der Fahrer, der bei dem Unfall am Steuer saß, mit in Anspruch genommen werden. Juristische Begründung: Wer auf glatter Fahrbahn ins Rutschen gerät, ist daran vermutlich auch selbst Schuld – es sei denn, das Gegenteil lässt sich nachweisen. Die bei einem Unfall entstandenen Schäden – sowohl an Gegenständen wie auch Personen – reguliert ganz normal die Kfz-Haftpflichtversicherung des Verursachers. Schäden am eigenen Auto bezahlt eine Kaskoversicherung – auch bei selbst verschuldeten Glatteisunfällen.

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