19. Oktober 2018
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Kategorie: Unterwegs

Wildunfall: Was tun?

Die Zahl der Wildunfälle in Deutschland ist so hoch wie noch nie: Im vergangenen Jahr wurden den Autoversicherern rund 275.000 Kollisionen von Autos mit Wildtieren gemeldet. Das sind 11.000 mehr als im Vorjahr. Gerade im Herbst steigen die Unfallzahlen sprunghaft an. Doch wie verhält man sich bei einem Wildunfall richtig und wie kann man einen Zusammenstoß unter Umständen vermeiden?

Laut Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft, GDV, kollidieren im Schnitt jeden Tag rund 750 Wildtiere mit Autos. Seit drei Jahren nehmen die Zusammenstöße zu und es entstehen und höhere Schäden. Die Versicherer leisteten für jeden Unfall durchschnittlich rund 2.700 Euro.

Wildunfall: Gefahr für Leib und Leben

Solche Unfälle verursachen jedoch nicht nur Schäden am Auto, sie bedeuten häufig auch ein Risiko für die beteiligten Autofahrer. Denn schon bei einem Zusammenstoß mit Fahrtempo 60 km/h bekommt etwa ein Wildschwein ein Aufprallgewicht von 3,5 Tonnen. So schwer ist im Vergleich ein Nashorn. Und wenn ein Auto mit Tempo 60 einen Rothirsch anfährt, entspricht dessen Aufprallgewicht dem eines ausgewachsenen Elefanten, nämlich rund 5 Tonnen.

An diesen Zahlen wird deutlich, welch eine Gefahr für Autofahrer von Kollisionen mit Wildtieren ausgeht – gar nicht zu reden von Zweiradfahrern, die noch deutlich weniger geschützt sind. Nach den Erhebungen des Statistischen Bundesamts kamen hierzulande bei Wildunfällen im Vergangenen Jahr über 2.500 Menschen zu Schaden.

Bei Dämmerung sind Wildtiere besonders aktiv

Deshalb raten Experten dazu, besonders vorsichtig zu fahren - speziell im Herbst, wenn die Tage kürzer werden, sowie in der Dämmerung, wenn viele Wildtierarten aktiv sind. Das gilt vor allem auf Straßen, die durch Waldstücke oder an Feld- und Waldrändern entlangführen. Denn an solchen Orten kommt es vermehrt zu Wildwechsel. Sicherheitshalber sollten Fahrer dort immer ihre Geschwindigkeit anpassen.

Richtig reagieren

Was aber tun, wenn Wild unversehens auf der Straße auftaucht?

  • Licht abblenden 

Wer mit Fernlicht unterwegs ist, sollte dieses sofort ausschalten, weil geblendete Tiere in der Regel stehen bleiben oder auf die Lichtquelle zulaufen. Und statt der Lichthupe empfiehlt sich das Betätigen der Hupe, um zu versuchen, die Tiere zu verscheuchen.

  • keine riskanten Ausweichmanöver

Auf gar keinen Fall sollten sich Fahrer zu riskanten Ausweichmanövern verleiten lassen. Bei einer unvermeidbaren Kollision sei ein kontrollierter Aufprall besser als unkontrolliertes Ausweichen, betonen Experten. Insbesondere bei höheren Geschwindigkeiten können andernfalls ein Ausbrechen des Fahrzeugs sowie ein Zusammenstoß mit einem anderen Verkehrsteilnehmer oder einem Baum drohen.

  • bei Unfall: Unfallstelle sichern 

Ist es zu einem Wildunfall gekommen, sollte der betroffene Kraftfahrer zunächst die Unfallstelle sichern, also das Warnblinklicht einschalten sowie das Warndreieck aufstellen, und die Polizei benachrichtigen. Bei Personenschäden ist den Verletzten entsprechend Hilfe zu leisten.

  • Tiere nicht selbst bergen

Ein verletztes oder getötetes Tier sollte man dagegen nicht anfassen. Für das Bergen des Tieres ist der jeweilige Förster oder Jagdpächter zuständig. Von ihnen oder der Polizei sollte sich der Kraftfahrer möglichst auch eine Wildunfallbescheinigung zur Vorlage bei seiner Kfz-Versicherung ausstellen lassen.

  • Schaden dokumentieren

Wer zudem noch Fotos vom Unfallort, vom Tier und vom Fahrzeug macht, kann die Schadenbearbeitung durch seinen Versicherer beschleunigen. Bevor ein beschädigtes Fahrzeug repariert wird, sollte der Versicherer informiert werden.

Wildschaden: Welche Versicherung greift

Für Schäden, die durch eine Karambolage mit Tieren jeglicher Art entstehen, ist die Teilkasko-Versicherung zuständig. Wichtig für Versicherte mit einer Vollkasko-Versicherung: Zwar beinhaltet die immer eine Teilkasko-Versicherung, jedoch wirkt sich ein hier entstandener Wildschaden nicht auf den Schadenfreiheitsrabatt der Vollkasko aus.

Oft kollidiert ein Fahrzeug aber gar nicht direkt mit dem Tier, sondern der Autofahrer erschreckt und verreißt das Lenkrad. Ein anderes Unfallszenario: Der Autofahrer weicht bewusst aus, um nachweislich einen größeren Schaden zu vermeiden. Auch in solchen Fällen zahlt die Teilkasko-Versicherung. Gemäß der aktuellen Rechtsprechung muss der Fahrer dafür aber schon den Zusammenprall mit Wildschwein, Reh oder Hirsch vermieden haben und einen Zeugen benennen können.

Wer für Hase und Co. ausweicht, steht aber auch nicht ohne Versicherungsschutz da. Vorausgesetzt er hat eine Vollkasko-Versicherung. Sie übernimmt normalerweise die Schäden, die durch ein derartiges Ausweichmanöver entstehen.

HUK-Infobox:

Mehr Informationen zur Kfz-Versicherung und den enthaltenen Leistungen finden Sie bei HUK-COBURG und HUK24.

Eva-Maria Sahm

Unternehmenskommunikation

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