3. August 2018
Kommentare: 5
Kategorie: Ihr Fahrzeug

Mit Hightech gegen Blitzer

Zu den Verkehrsmeldungen der besonderen Art gehören inzwischen – speziell bei lokalen bzw. regionalen Radiosendern – die Warnungen vor Geschwindigkeitsmessungen. Meist wird am Ende der Stauwarnungen ebenfalls darauf hingewiesen, wo am jeweiligen Tag im Stadtgebiet die Geschwindigkeit kontrolliert wird. Derartige Warnungen sind rechtens und durchaus auch im Sinne der Polizei. Das ist nur auf den ersten Blick widersprüchlich. Die Behörden geben die Standorte ihrer Radarfallen vorab bekannt, weil dadurch im Umkreis der benannten Stellen langsamer gefahren wird. Das lehrt die Erfahrung. Deshalb warnt die Polizei gewissermaßen mit Absicht vor sich selbst bzw. ihren Kontrollen – aus verkehrserzieherischen Gründen.

Radarwarner verboten

Wer dagegen während der Fahrt sogenannte Blitzer-Apps auf dem Mobiltelefon oder die Radarwarnfunktion in Navigationsgeräten nutzt, macht sich strafbar. Denn in Deutschland ist der Gebrauch solcher Geräte laut  Straßenverkehrsordnung untersagt. Darin heißt es, dass es motorisierten Verkehrsteilnehmern nicht erlaubt ist, „ein technisches Gerät zu betreiben oder betriebsbereit mitzuführen, das dafür bestimmt ist, Verkehrsüberwachungsmaßnahmen anzuzeigen oder zu stören“. Bei einem Verstoß gegen dieses Verbot drohen ein Bußgeld von 75 Euro und ein Punkt in der Flensburger „Verkehrssünderkartei“. Das gilt jedoch (bislang) nicht für Beifahrer, die sich von einer sogenannten Blitzer-App auf ihrem Smartphone vor Radarfallen und „Starenkästen“ warnen lassen.

In vielen modernen Navigationsgeräten sind Blitzer-Warnfunktionen bereits vorinstalliert. Um auch hier nicht Gefahr zu laufen, eine Ordnungswidrigkeit zu begehen, raten Verkehrsrechtsexperten, diese Funktion möglichst dauerhaft abzuschalten. Denn ein Blitzer-Warner ist von Rechts wegen auch dann betriebsbereit, wenn er während der Fahrt ohne Aufwand eingeschaltet werden kann. Das bedeutet: Selbst wenn der Blitzer-Warner oder die Blitzer-App nur installiert, aber gerade nicht in Betrieb ist, kann das ein Bußgeld kosten.

Neue Blitzer-Technik mit Laser

Moderne Technik hält längst auch bei stationären wie mobilen Geschwindigkeitsmessanlagen Einzug, wie die Radarfallen amtlich heißen. So ersetzen zunehmend schlanke, runde Säulen am Straßenrand die bekannten alten „Starenkästen“. Wo Letztere noch mit in die Fahrbahn eingelassenen Drucksensoren arbeiteten, nutzen die neuen Hightech-Säulen modernste Lasertechnik. Sie macht es auch möglich, von einer solchen Säule aus bis zu vier Fahrspuren und beide Fahrtrichtungen gleichzeitig zu überwachen. Anhand der Zahl der dunklen Ringe in den ansonsten meist silbernen Säulen lässt sich übrigens der Messbereich erkennen: Säulen mit vier Ringen messen in beiden Fahrtrichtungen, bei drei Ringen nur in eine. Rund 800 der neuen Blitzer-Säulen sollen bereits bundesweit im Einsatz sein. Auch in mobilen Geschwindigkeitsmessanlagen wird die Lasertechnik immer öfter verwendet. Diese Geräte ersetzen die veralteten Radarmessungen, die als sehr fehleranfällig bekannt waren. Blitzer, die auf Basis der Lichtschrankenmessung arbeiten, werden ebenfalls immer öfter zu Geschwindigkeitskontrollen benutzt. Fest installierte Messanlagen sind in der Regel überwiegend im innerstädtischen Verkehr und auf Autobahnen zu finden. Bei ihren Standorten soll es sich offiziellen Angaben zufolge um ausgewiesene Unfallschwerpunkte handeln.

Gegenseitig warnen

Wenn nun die Nutzung von Blitzer-Warnfunktionen im Navi und auf dem Handy verboten ist, dürfen sich Autofahrer denn gegenseitig auf Geschwindigkeitskontrollen aufmerksam machen? Mit Einschränkung ja, sagen Verkehrsrechtler. Demnach ist gegen ein warnendes Handzeichen nichts einzuwenden. Nicht erlaubt ist dagegen das Benutzen der Lichthupe, da dies nur zum Hinweis auf Gefahren oder zur Warnung beim Überholen außerhalb geschlossener Ortschaften gestattet ist. Andernfalls können fünf Euro Strafe fällig werden.

Keine unbedachten Aktionen

Verboten ist selbstverständlich auch, Blitzer in welcher Form auch immer unbrauchbar zu machen oder zu zerstören. Bei den Geräten handelt es sich um öffentliche Anlagen, auf deren Beschädigung bis zu fünf Jahre Haft stehen kann. In dieser Hinsicht kennen die Behörden meist wenig Humor: So fanden sie auch die Idee von bisher Unbekannten nicht komisch, die im Eifelort Bitburg einen zwei Meter hohen Baum vor eine Blitzanlage pflanzten. Danach lieferte das Gerät nur noch Aufnahmen von der Fichte, jedes Mal wenn ein Fahrzeug den Kontrollpunkt zu eilig passierte.

Als beste Maßnahme, um bei Tempokontrollen nicht mit einer Geldbuße bedacht zu werden, empfehlen Verkehrsexperten schlicht, sich an die vorgeschriebene Geschwindigkeit zu halten. Denn dann kann einem auch bei einem Unfall keine Mitschuld aufgrund zu schneller Fahrweise drohen.

 

Autor:

Stefan Eichhorn

Unternehmenskommunikation

 

5 Kommentare
Harald Wolf schrieb:
25. September 2018 um 06:55 Uhr

Leider funktioniert das nicht mit dem Beispiel Holland, weil: nur am deutschen Wesen wird die Welt genesen. Diese Arroganz und Selbstüberschätzung hat uns inzwischen viele Freunde weltweit eingebracht. Der Slogan Made in Germany bei den ausländischen Industrien längst zum Schimpfwort mutiert ist. Einen Politiker aus solchem Anlass zu einer Dienstreise zu bewegen geht gar nicht, da das Ziel zu nah ist. Bahamas, Lateinamerika, darüber ließe sich verhandeln.

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Bo Takter das schrieb:
9. September 2018 um 11:09 Uhr

Warum in die Schweiz schauen. Die Holländer sind viel schlauer als wir. Die Holländer stellen - weit sichtbar überall Kameras auf, machen mit Schildern darauf aufmerksam das im nachfolgenden Bereich geblitzt wird - die Kameras brauchen keinen Stromanschluss und können da Solar gespeist überall unkompliziert aufgestellt werden.
Verstöße werden sofort per Datenübertragung weitergeleitet - und ich würde mich nicht wundern wenn sie es kurzfristig auch noch schaffen - das die Behörden das Bußgeld schon von ihrem Konto abgebucht haben bevor sie zu Hause angekommen sind. Gut so finde ich ...denn das bringt noch mehr und wirkt.
Das wäre ehrlicher und könnte uns bei vielem helfen!
Keine Polizisten die sich an Ecken verstecken müssen - keine mobilen Kameras in Mülltonnen versteckt - Radarwarner könnten legalisiert werden - die Behörden würden in vielem entlastet …vor allem auch die Gerichte ... da gibt es viel was man ändern könnte.
Wenn … unsere Politiker mal nach Holland fahren würden … den die wissen schon lange, das damit viel mehr Geld zu erwirtschaften ist.
Das Zauberwort für mehr Ehrlichkeit im Straßenverkehr heißt schlicht und einfach … eine

Halterhaftung so schnell wie möglich einführen.

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Alexander schrieb:
7. September 2018 um 08:02 Uhr

Niemand möchte zu schnell fahren, daher ist es sinnvoll per GPS direkt in die Motorsteuerung einzugreifen und die Geschwindigkeit anzupassen. Technisch lange nicht so kompliziert wie die Abgasmanipulation und Polizisten müssen nicht mehr zu Wegelagerern degradiert werden, können sich auf andere wichtige Aufgaben stürzen. Wenn dem Gesetzgeber die Sicherheit am Herzen liegt sollte so eine Technik , da wo möglich, schnell eingesetzt werden oder geht es nur um Geld.

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Frank schrieb:
25. September 2018 um 06:22 Uhr

Leider sehr Kurzsichtig! Wer möchte sich schon durch fehlerhafte Daten bezüglich Tempolimits, von denen es haufenweise gibt, in das Fahrverhalten eingreifen lassen? Einfach mal auf das Navi schauen und feststellen, wie oft das dort angegebene Tempo nicht mit der aktuellen Beschilderung übereinstimmt! Selbst wenn das Navi 70 km/h anzeigt, ist nicht auszuschließen, dass ,man dort nur 30 km/h fahren darf! Solche "Vorschläge" findet man immer dann genial, solange man nicht selbst zu Unrecht betroffen ist oder bestraft wird!

Sven Schumacher schrieb:
7. September 2018 um 07:50 Uhr

Nun, mich betreffen Blitzer in der Regel nicht, da ich eh darauf achte mich an die jeweils vorgeschriebene Geschwindigkeit zu halten. Aber wenn man will, dass alle sich daran halten, muss man eben konsequenter kontrollieren. In der Schweiz (wo ich oft beruflich bin) sind Raser äußerst selten. Die Strafen sind drakonisch und die Kontrolldichte extrem hoch. Das Fahren in der Schweiz ist recht entspannt dadurch. Auf Autobahnen wird man nicht bedrängt, wenn man mit der erlaubten HöchstGeschwindigkeit fährt. In den Orten muss man keine Angst als Fußgänger haben.

In der Schweiz stirbt einer von 36500 Menschen im Jahr im verkehr.
In Deutschland ist es einer von 25500 Menschen im Jahr.

Auch die Zahl der Verletzten ist entsprechend niedrieger. Generell kommt man viel entspannter durch die Schweiz als die gleiche Strecke in Deutschland zurückzulegen. Radarwarner braucht man dort nicht, denn die würden praktisch dauerhaft warnen, also fährt man eben nicht zu schnell.

Geschwindigkeit ist natürlich nicht der einzige Faktor, der für Unfälle mit Toten und Verletzten im Verkehr sorgt, aber offensichtlich ein sehr wichtiger.

Solange hier bei uns die Strafen lächerlich sind und die Gefahr erwischt zu werden gering, wird halt zu schnell gefahren und nur direkt bei einem Blitzer gebremst... dann auch oft zu stark. Da fahren die Leute 100 wo 70 erlaubt sind, bremsen für den Blitzer auf 60 ab und danach gibt man wieder Gas. So kann durch einen Blitzer sogar die Unfallgefahr steigen.

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